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Zurück zu Teil 8

Was haben die Mordfälle Yasmin Stieler und Markus Wachtel mit dem Vermisstenfall Katrin Konert gemeinsam?

In allen drei Fällen „kümmerte“ sich wieder ein eifriger Dokumentarfilmer namens Michael Heuer um „Aufklärung“ via Fernsehreportagen und Dokumentationen.

Ich weiß nicht, wie es anderen gegangen ist, aber auf mich wirkte die sechsteilige Dokumentation „Im Netz der Mordkommission“ von Michael Heuer und Heiner Gatzemeier über die Polizeiarbeit der Peiner Mordkommission, die damals am 06. Juli 2001 im ZDF ausgestrahlt wurde, sehr unprofessionell und nur darauf ausgerichtet, vom eigentlichen Tatgeschehen abzulenken.
Ständig wurde ein weinerlicher Kommissar namens Uwe Kielhorn in Szene gesetzt, wenn er wieder einmal den Anrufbeantworter von Yasmin Stieler zum hundertsten Mal anhörte und ein paar Krokodilstränen herausdrückte.

Keine Probleme hatte das Kamerateam allerdings damit, einen kleinen Jungen von etwa 12 Jahren vor die Linse zu locken, um ihn erzählen zu lassen, wie er beim Spielen den skelettierten Schädel von Yasmin Stieler in einem Waldstück bei Hämeler Wald aufgefunden hatte.

In der Berliner Zeitung vom 06.07.2001 „Die Sorgen des Kommissars“ heißt es zum Beispiel: „In jeweils 30-minütigen Episoden begleitet die Kamera Polizisten, Angehörige der Opfer, Psychologen und Profiler. Die Kamera ist dabei, wenn Fundorte abgesperrt und Leichenteile begutachtet werden und wenn Angehörige die Tatorte besuchen. Die Autoren stellen schnell eine Nähe zu den Opfern her. Zu sehen sind Urlaubs- und Geburtstagsvideos, Fotos aus glücklichen Tagen. Im harten Kontrast dazu stehen Polizeivideos vom Tatort, Bilder der trauernden Angehörigen. Aber Heuer und Gatzemeier zeigen auch den anstrengenden und nervenaufreibenden Alltag der Polizei: wie Polizisten über Fotos der Opfer brüten, immer wieder ihren Stimmen auf dem Anrufbeantworter anhören und fast verzweifeln am Schrecken der Tat und der Last der Verantwortung. Der Film folgt den Kommissaren, zeigt ihre Bemühungen um Aufklärung. Sie setzen sich wohltuend ab von gängigen Polizeiklischee. Die Schicksale der Opfer lassen die Polizisten nicht los, auch nicht, als nach monatelanger Suche alle Spuren erfolglos abgearbeitet scheinen. Sie sind keine Helden, sondern zeigen ihre Sorgen und Zweifel. Diese Öffnung vor der Kamera zeugt von Mut. Die Autoren rechtfertigen dieses Vertrauen mit einer sensiblen, zurückhaltenden Reportage.“

Was aus dem Vertrauen dann geworden ist, kann jeder mittlerweile in meinen Ausführungen zum Mordfall Tristan und Markus – Teil 4 nachlesen.
Medienwirksam für alle erkennbar und ohne Persönlichkeitsschutz wurde der Tatverdächtige und schließlich am 30. April 2001 zu langjähriger Haftstrafe verurteilte Alexander Brug während der plötzlichen Verhaftung in seiner Berufsschule vor der Kamera „abgeschossen“.
Eine klassische Vorverurteilung ohne handfeste Indizien und Beweise wurde mit Hilfe von Michael Heuer inszeniert.

Der Spiegel vom 02.07.2001 „Die Trauer des Kommissars“ berichtete über die Dokumentation Folgendes: „Der Dokumentarfilmer Michael Heuer, 46, drehte einen Beitrag über die Mordkommission in Peine und deren Suche nach Yasmins Mörder – und beschloss, mit seinem Kollegen Heiner Gatzemeier, das Projekt auszuweiten. „Schon länger planten wir eine dokumentarische Filmerzählung über eine Mordkommission. Ich wusste nur noch nicht, über welche“, sagt Gatzemeier, 53, der mit der vor drei Jahren gesendeten Reihe „OP – Schicksale im Klinikum“ das Genre der Doku-Soap in Deutschland etablierte und für seine Serie den „Bayerischen Fernsehpreis“ bekam. […] Über vier Jahre beobachteten die beiden Filmer die Ermittler der Kripo Peine – und hatten es bald nicht nur mit einem, sondern mit drei grausigen Mordfällen zu tun. Im März 1998 nämlich wird aus einem Kiesteich in Peine ein weiterer menschlicher Rumpf geborgen – der des 13-jährigen Markus Wachtel. Bald steht fest, dass der Junge zuerst erwürgt und dann zersägt wurde. Kurz darauf wird die 59-jährige Ruth Buchelt gefunden – auch ihre Leiche wurde vom Täter zerstückelt. Die Fahnder wissen schon nach den ersten Ermittlungen, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um Morde eines einzigen Täters handelt. Für die Filmer aber ist die offenbar zufällige Häufung, so drückt es Gatzemeier aus, ein „journalistischer Glücksfall“. Das klingt frivol – und weist durchaus auf die Schwächen einer Langzeit-Beobachtung hin, deren Macher sich das Ziel gesteckt haben, mit den angeblich sensationslüsternen Medienkollegen abzurechnen. „Die Journalisten interessieren sich immer nur kurz für spektakuläre Mordfälle wie diese“, behauptet Heuer. „Wenn nichts mehr passiert, ziehen sie ab, und die Angehörigen bleiben allein mit ihrem Schmerz. Wir sind mit unserem Team bei ihnen geblieben, haben am Ort des Verbrechens ausgeharrt und zeigen nun, wie das Leben nach so einer Tat weitergeht.“ […] Doch als hätten sie Angst, den Zuschauer mit allzu vielen kriminologischen Details zu langweilen, rücken die Dokumentarfilmer aufdringlich das Leid und die Seelenqualen der Beteiligten ins Bild: die Besuche der Ermittler bei Markus“ Eltern, denen sie nicht bloß Fragen stellen, sondern auch Trost zusprechen; die Trauer eines Kommissars, der nicht begreifen kann, warum Yasmin Stieler sterben musste; und die immer wieder abgespulten Privatvideos, die die Opfer zeigen, als sie noch lebten. […] Die Aufklärerarbeit der Filmer Heuer und Gatzemeier war im September 1999 vom endgültigen Scheitern bedroht: Damals erhielt Heuer eine Drehgenehmigung für die Verhaftung des mutmaßlichen Mörders von Markus Wachtel. Entgegen der Abmachung, das Filmmaterial nur für die Doku-Soap zu verwenden, brachte der Sender die Bilder der Festnahme in den „heute“-Nachrichten – ohne das Gesicht des Verdächtigen unkenntlich zu machen. „Das war ein Fehler“, gibt Gatzemeier zu. Zunächst erwog das niedersächsische Innenministerium, die Dreharbeiten in Peine ganz zu stoppen. Schließlich durften die Filmer ihre Arbeit jedoch fortsetzen.“

Dieser Mensch hatte es also wieder geschafft, sich das Vertrauen einer Familie zu erschleichen und so Mitgefühl vorzuheucheln.
Der NDR pries auf seiner Homepage am 11.02.2015 unter dem Titel „Katrin Konert – Seit 15 Jahren verschwunden“ an, dass Michael Heuer im Jahr 2002 das erste Mal zur Familie Konert aufnimmt.
„Er ist Filmemacher und Familie Konert hat selbstverständlich „Interesse daran, dass Katrin nicht vergessen wird“, sagt er. Denn je mehr über die vermisste Tochter und Schwester berichtet wird, desto höher die Chance, dass ein Hinweis zu ihrem Verbleib kommt. Die Konerts sind einverstanden: Heuer darf ihre verzweifelte Suche nach Katrin filmisch begleiten, insgesamt mehr als 13 Jahre lang. Daraus ist eine einstündige Dokumentation entstanden. Sie heißt „Blitzeis: Das Warten auf Katrin“ . Darin ist zu sehen, wie Familie Konert mit dem Verschwinden von Katrin umgeht. Auch letzte Videoaufnahmen mit Katrin von Weihnachten und Silvester 2000 sind Teil des Films. […] Dutzende Drehtage habe er mit Familie Konert verbracht, erklärt Heuer. Viel entscheidender seien in dieser Zeit aber die Tage gewesen, an denen keine Kamera, kein Mikrofon im Spiel gewesen sei, sondern die Familie mit dem Filmteam freie Zeit etwa beim Fußballspielen und Fußballschauen verbracht hat. „Die Familie ist häufig umgezogen, wir haben sie über Jahre begleitet. Daraus ist eine Art Freundschaft entstanden, die bis heute anhält“, sagt er. Auch die „emotionale Berg- und Talfahrt der Familie“ hat der 60-jährige Regisseur des Films hautnah miterlebt. Im Laufe der Jahre sei der Schmerz über das Verschwinden von Katrin nicht keiner geworden: „Ich glaube eher, dass es umgekehrt ist“, meint Heuer. Die Trauer-Gefühle haben nach seiner Einschätzung zugenommen mit jedem Tag der Ungewissheit. „Selbst die Nachricht vom Tod Katrins hätte wahrscheinlich eine erleichternde Wirkung“, sagt er.“

Ich sage Euch etwas – bei besonders großen Schweinereien tauchen eigenartigerweise immer zur rechten Zeit irgendwelche Reporter und Journalisten auf, die sich dann besonders nah am Geschehen einwanzen können. So war es im Mordfall Mirco Schlitter, so war es bei Ulrich Schmücker (siehe hierzu meine Ausführung zum Sachsensumpf Teil 8), so war es bei Uwe Barschel, so war es beim Gladbecker Geiseldrama, so war es beim Brand des Wohnmobils am 04. November 2011, bei dem die beiden Uwes vom sogenannten NSU tot aufgefunden wurden – und just in dem Moment, wo man angeblich lediglich die alltägliche Arbeit eines Ermittlerteams in Peine begleiten will, die zu diesem Zeitpunkt „nur“ einen besonders grausamen Mord an Yasmin Stieler aus Uelzen bei Celle untersuchten, ereignet sich plötzlich eine Mordserie ungeahnten Ausmaßes (siehe meine Ausführungen zu Tristan und Markus – Teil 4).

Bei Katrin Konert ist dann wieder der studierte Psychologe Michael Heuer zur Stelle, um besonders „einfühlsam“ die Sichtweise der betroffenen Familie in Szene zu setzen.

Nächste Frage – was haben die Mordfälle Stefan Lamprecht, Johanna Bohnacker und Jessica Kopsch mit dem Vermisstenfall Katrin Konert gemeinsam?

Alle vier hatten offensichtlich ein Geheimnis, was ihren Freundes- und Bekanntenkreis betraf. Stefan Lamprecht hatte nachweislich Kontakt zur pädophilen Szene, Jessica Kopsch wurde offensichtlich mehrfach in Begleitung eines älteren Mannes gesehen. Ob auch am Tag ihres Verschwindens – dazu äußern sich zumindest die Medien sehr widersprüchlich, wie ich schon in Teil 7 darstellte. Johanna Bohnacker hatte offensichtlich auch eine Verabredung am Sportplatz gehabt, die sie ihren Eltern und Freunden verheimlichte.

Katrin Konert, zum Zeitpunkt ihres Verschwindens 15 Jahre alt, hatte eine Beziehung zu dem 30-jährigen Hans-Joachim Raudis, der in Bergen an der Dumme wohnte und offensichtlich auch Mitglied des ebenfalls im Ort ansässigen Motorradclubs „ Nordmänner“ war.
Der Mann war den Eltern zwar bekannt, sie billigten diese Beziehung aber nicht. Offensichtlich gab es deswegen auch zwischen Katrin und ihrem Vater eine Auseinandersetzung, in deren Folge sich Katrin anschließend nur noch mehr heimlich mit ihrem Freund getroffen hatte.
Als Katrin am 01.01.2001 schließlich nicht mehr nach Hause kam, mussten ihre Mutter und Geschwister geahnt haben, dass sich Katrin möglicherweise über das Verbot des Vaters hinweggesetzt hatte und heimlich die Beziehung zu Hansi R. fortsetze. Insofern sehe ich bei der in der Öffentlichkeit dargestellten Geschichte keinen gravierenden Widerspruch.
Aus meiner Sicht scheint es angesichts dieser Vorgeschichte durchaus plausibel, dass Mutter und Schwester zunächst besagten Hansi R. in Bergen/Dumme aufsuchten, um herauszufinden, ob sich Katrin dort zuletzt aufgehalten hatte.

Ich will mich auch nicht mehr lange mit den Spekulationen darüber aufhalten, ob die letzten Videoaufnahmen von Katrin tatsächlich aus der Silvesternacht 2000 stammen oder nicht.
Für mich sieht es nicht so aus, als ob diese Aufnahme zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt gemacht wurde.
Auf dem letzten Porträtfoto von Katrin sieht man meines Erachtens ganz genau, dass sie ihre Haare glattgekämmt aus dem Gesicht hinter die Ohren geklemmt hatte. Die Aufnahme von der Silvesternacht in einem Vereinssaal, in dem Katrin mit Verwandten und Freunden feierte, zeigt sie dann mit vollem Haar, das auf den ersten Blick länger erscheint.
Meines Erachtens hat sie an diesem Abend ihr Haar auftoupiert und mit Haarspray voluminöser gestaltet, hingegen sehe ich keinen wesentlichen Unterschied zur Länge des Haares. Bei dieser Videoaufnahme gehen ihre Haare auch nur bis zum Kinn.

Viel interessanter finde ich die Beziehungen ihres Freundes zu den Nordmännern und seine Geschichte, die er der Polizei zum Verschwinden Katrin Konerts auftischte.
Dort fangen aus meiner Sicht die Unstimmigkeiten an.
Demnach will er zusammen mit einem Freund Katrin gegen 14:40 Uhr im Auto von Groß Gaddau nach Bergen/Dumme gebracht und sich dort in seiner Wohnung aufgehalten haben.
Weil der Nachmittag nicht so lief, wie sich Katrin das vorgestellt habe, fing sie mit ihm zu streiten an und wollte nach Hause fahren. Da Hans Joachim Raudis zu dem Zeitpunkt kein Auto hatte und sich offensichtlich auch sonst keiner bereiterklärte, Katrin wieder nach Hause zu bringen, habe sie sich schließlich gegen 18:45 Uhr selbst auf den Weg zur Bushaltstelle am Heckenweg gemacht. Ein zuvor angebotenes Geld für Taxi soll sie abgelehnt haben.
Laut Aktenzeichen XY ungelöst vom 08.11.2002 soll an diesem Tag eine halbe Stunde später ein Bus abgefahren sein, während Aktenzeichen xy ungelöst Spezial vom 30.03.2011 bei etwa 8 Minuten 20 vorgab, dass an diesem Abend kein Bus mehr abgefahren wäre.

Gesichert scheinen die zuvor bei verschiedenen Freunden und Bekannten eingegangenen SMS´s von Katrin Konert zu sein, wonach sie ab 18:00 Uhr nach einer Mitfahrgelegenheit angefragt hatte.
Ihre Schwester Nadine bekam ebenfalls eine SMS, in der Katrin mitteilte, zwischen 18:30 Uhr und 19:00 Uhr daheim sein zu wollen. Ein weiterer Bekannter, der sich zu der Zeit ebenfalls in einer Pizzeria in Bergen/Dumme zusammen mit seiner Freundin aufhielt, soll auch gegen 18:45 Uhr von Katrin eine SMS mit der Anfrage nach einer Mitfahrgelegenheit erhalten haben.
Gegen 18:50 Uhr hat dieser Bekannte Katrin Konert auf der Breiten Straße laufen sehen, als er gerade die Pizzeria verließ. Er selbst habe Katrin nicht angesprochen, um nicht in Verlegenheit zu geraten, sie doch noch mitnehmen zu müssen. Zwischendurch soll dann noch ein weiterer Bekannter durch den Ort gefahren sein und Katrin angeboten haben, mit ihm mitzufahren, was sie jedoch angeblich um seines Fahrstils wissend ablehnte.
Letztmalig will dann eine Zeugin, die sich im Ort verfahren hatte, ein junges Mädchen, das Katrin ähnlich sah, zwischen 19:00 Uhr und 19:20 Uhr an der Bushaltestelle gesehen haben, wie sie sich gerade über die Beifahrertüre eines schwarzen BMWs, vermutlich mit Berliner Kennzeichen, gebeugt mit einem Insassen unterhielt. Ob sie dann tatsächlich auch ins Auto stieg, konnte die Zeugin jedoch nicht sagen. Ab diesem Zeitpunkt verlor sich dann jede Spur.

Natürlich habe ich mich zunächst gefragt, ob Katrin tatsächlich nur bei ihrem Freund in der Bahnhofsstraße gewesen war.
Die Polizei fand nämlich später bei Hans Joachim Raudis keine verdächtigen Spuren in der Wohnung. Außerdem befand sich ca. 500 Meter weiter entfernt das Clubhaus der MC Nordmänner, und zu den Nordmännern gibt es eine äußerst interessante Geschichte zu berichten, die eigenartigerweise nie in diesem Zusammenhang erwähnt wird.
Da verweist die Homepage Fussball-gegen-Nazis.de auf einen Artikel, der in HaGalil.com bereits am 02.08.2003 erschienen war. Unter „Rocker und Neonazis: Gefährliche Allianzen“ heißt es u.a.: „Das Bundeskriminalamt bekannte bereits 2000 in „Report aus München“, dass der „Gremium MC“ polizeilich einschlägig bekannt sei. So würden Anhänger „auch kein Feuergefecht“ mit rivalisierenden Clubs scheuen. Doch welche Rolle spielen bei diesen Machtdemonstrationen und dem teilweise tödlichen Kampf um Marktanteile im Rocker- und Rotlichtmilieu die Rechten? Vor kurzem wurde bekannt, dass hinter dem Pseudonym des bisherigen Vizepräsidenten des „Gremium MC“ in Dresden „Oswald“ kein Geringerer als Andreas Pohl steckt. Pohl war einer der Anführer der verbotenen neonazistischen Nationalistischen Front. Seinen Tarnnamen wählte er wohl nicht von ungefähr: der hochrangige SS-Offizier Oswald Pohl wurde als NS-Kriegsverbrecher 1951 von den Alliierten hingerichtet. Andreas Pohl stammt aus Berliner Skinheadkreisen, war Bandmitglied von „Kraft durch Froide“ und gründete 1992 nach dem Verbot der NF die „Sozialrevolutionäre Arbeitsfront“. Dann wurde es still um ihn. […] Spätestens Ende der 90er Jahre tauchte der rechte Stratege beim „Clan MC“ in Dresden auf. In der Motorrad-Zeitschrift „Biker-News“ (10/97) protzte der Club, dessen Mitglieder in langen weißen Staubmänteln auftreten und deren Clubhaus im so genannten „Clan-Camp“ liegt: „Wir haben Dresden übernommen, um ein Ausufern der MC-Szene zu verhindern“. Die Polizei brachte die berüchtigten Rocker schnell mit Rotlichtkriminalität in Verbindung, aber auch mit „Neonazi-Konzerten“, die auf deren Gelände stattgefunden haben sollen. Aus dem „Clan MC“ entstand das sächsische „Gremium“-Chapter, die Staubmäntel wurden abgelegt, ihre Glatzen wurden zum neuen Markenzeichen. Dann passierte ein Mord. Bei einem Überfall auf das Clubhaus der früheren „Highway Wolves“ war der 22-jährige Rockerchef erschossen worden. Der Prozess gegen die 12 angeklagten „Gremium“-Mitglieder am Leipziger Landgericht endete 2001 mit mehrjährigen Haftstrafen. „Den tödlichen Schuss auf „Borsti“ nahm der Dresdener „Gremium“-Chef Heiko Rabenhorst auf seine Kappe“, heißt es in der „Biker-News“. Vize-Präsident „Oswald“ Pohl alias Andreas Pohl rückte auf dessen Stuhl. […]  Es sind unheimliche Allianzen, die dort entstehen. Die Rockerclubs werden bundesweit immer wieder mit Drogen, Zuhälterei und Waffen in Verbindung gebracht. Ein Betätigungsfeld auf dem sich in Nord- und Ostdeutschland auch immer mehr Anhänger der „Freien Kameradschaften“ tummeln. Vor einigen Wochen war ein Waffenhändlerring den Beamten aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ins Netz gegangen. Bei groß angelegten Razzien gegen Mitglieder von zwei Rockerclubs waren 210 Waffen, darunter kistenweise Maschinengewehre, Panzergranaten und Panzerminen sichergestellt worden. Über die Mitglieder des teils betroffenen Celler Motorrad-Clubs „Nordmänner MC“ ist bisher wenig bekannt. Für welchen Zweck die Waffen bestimmt waren, heißt es bei „spiegel-online“, dazu wollte sich die Staatsanwaltschaft noch nicht äußern. (Quelle: Fussball-gegen-Nazis vom 16.04.2008)

Die Staatsanwaltschaft Stendal hatte am 05. Juni 2003 eine Razzia mit rund 300 Polizisten zwischen Wendland und Altmark an 12 Orten in insgesamt 16 Objekten durchführen lassen. Vorwiegend handelte es sich dabei um Biker-Clubs und Shops. Besonderes Augenmerk richtete die Polizei damals auf den MC Speedkings in Jeggeleben sowie den Chef der MC Nordmänner Hans Lüthe und seine Geschäfte. Dabei habe es sich um einen der größten Waffenfunde der BRD seit 1945 gehandelt. Bei Antifaschistisches Infoblatt heißt es dann weiter: „Ein Fund von rund 213 Waffen, darunter schwere Maschinengewehre, Maschinenpistolen und Granaten sowie eine Panzerfaust. Die meisten Waffen, darunter auch tausend Schuss Munition sowie die Panzerfaust, seien bei einem über 50Jährigen in Dannenberg gefunden worden.“

Hans Lüthe tauchte unterdessen unter, wurde erst drei Wochen später gefasst und verbrachte kurze Zeit in Untersuchungshaft, dessen Vollzug nur ein Monat später wieder außer Kraft gesetzt wurde.

Und dann gibt es eine weitere interessante Verbindung des MC Nordmänner.

Ihr werdet es sicherlich schon erraten haben – es handelt sich dabei um den ebenfalls in Bergen/Dumme ansässigen Thelema-Orden um den mittlerweile verstorbenen Michael Dietmar Eschner.
Dazu heißt es bei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover auf ihrer Homepage in dem Presseartikel „Okkulte „Thelema“-Gruppe beunruhigt Menschen im Wendland“ vom 10.02.2005: „Die „Thelema Society“ ist eine Okkultgruppe, die seit 20 Jahren ihren Sitz im niedersächsischen Bergen/Dumme hat. Sie wurde 1982 zunächst als Thelema-Orden des Argentum Astrum e.V. von Michael Dietmar Eschner in Berlin gegründet. Der 55-Jährige ist bis heute Kopf der Gruppe. Die Thelema-Society beruft sich auf den englischen Begründer des neueren Satanismus, Aleister Crowley (1875-1947), und sein Standardwerk „Liber Al vel Legis“. Eschner sieht sich als Wiedergeburt Crowleys. […]  Gesellschaftliche Normen und Moralvorstellungen behindern nach den Überzeugungen die Entfaltung. Beim Streben nach neuen Daseinsformen spielen auch sexual-magische Praktiken eine Rolle. Aussteigerinnen berichten von sexueller Gewalt. In einem Ekeltraining müssten Kot und Urin konsumiert werden. Eschner wurde 1992 zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er eine Anhängerin vergewaltigt und mit Zigarettenglut gefoltert hatte.“

In der „Breite Straße“, wo auch Katrin auf dem Weg zur Bushaltestelle gesehen wurde, hat die Thelema Society ihr Hauptquartier eingerichtet. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin und zwei weiteren Paaren lebte auch Eschner zum Zeitpunkt des Verschwindens von Katrin Konert auf dem Gelände. Von den 150 Mitgliedern sollen 27 alleine in Bergen/Dumme, verteilt auf verschiedenen Gebäuden, leben.

Die Evangelische Informationsstelle berichtete dann auf ihrem Forum über einen Tag der Offenen Tür bei den Thelemiten am 20. August 2005.
Dort konnte man u.a. Folgendes lesen: „Vor dem Haus auf der Gartenseite standen Schautafeln zur Geschichte der TS [Anm.: Thelemit Society], ferner ein Motorrad mit Bundeswehranstrich und einer „germanischen“ Anrufung an Odin, Baldr und Freya (?) auf Englisch, ferner ein großes Auto mit örtlichem Kennzeichen und ein Kunstwerk. Im Garten befinden sich mehrere Gebäude, im ersten finden die Mal- und Zeichenkurse statt, außerdem ist eine Wohnung darin. Im andern Haus ist ein Meditationsraum, vor dem sich eine Buddhastatue und ein aufgeschlagenes Buch befinden, außerdem war dort die Küche für das Sommerfest. Die dort versammelten Leute wirkten sehr verschieden, nett aussehende junge Frauen – die Frauen alle sehr gepflegt, viele attraktiv, Männer sehr unterschiedlichen Aussehens, manche in einem ökologischen outfit, andere eher bürgerlich, aber auch ein Typ mit Springerstiefeln. Die Leute waren teilweise stark mit religiösen oder schamanistischen Zeichen dekoriert, teils mit Ankh-Kreuzen, teils gar nicht.

Auf den Schautafeln zur Geschichte der Thelemiten war unter anderm zu lesen:
„1904 Channeling des Liber L
1931 A:A Thelema in Berlin
1975 öffentliche Ausbildungsgruppen
1982 Abtei Thelema unter Leitung von Michael Dietmar Eschner gegründet mit 23 Leuten
1983 Angriff seitens der Sektenberatungsstellen
1987 Prozessbeginn
1989/90 Umzug ins Wendland
22.8.1993 Gründung der „Ethosgemeinschaft Thelema“, Einführung des Gradsystems, Trennung der spirituellen und der weltlichen Organisation
2000 New Aeon geht ins Netz
2001 Abschaffung des Gradsystems, stattdessen Einführung einer Vorbereitungszeit und die Mitarbeit in „Kerngruppen“.
2003 Stärkere Öffnung durch die Einführung des 2. und 3. Kreises (12)
2005 Gründung der Außenstelle in Berlin, Beginn des Aufbaus einer Gruppe in Köln“
Die andere Tafel bezog sich auf die Philosophen, die wichtig sind, z.B. Aristoteles, Schopenhauer, Nietzsche.“

Und das wiederum führte mich wieder auf das Antifaschistische Infoblatt und seinem Artikel „Provinzpräsis“ in Parallelwelten“ zurück. Denn dort heißt es dann weiter: „In der ganzen Gegend ist der Chef des MC Nordmänner wegen seiner Brutalität gefürchtet. Im Ort selbst möchte niemand über ihn sprechen. Und niemand möchte auch über die Hintergründe des Freitodes eines Nordmänner-Mitglieds am 30. Juli 2003 nachdenken. Der 30jährige aus Bergen/Dumme, der in Lüthe eine Art Ersatzvater gesehen haben soll, erhängte sich nur wenige Stunden bevor Lüthe aus der Untersuchungshaft in Magdeburg nach Bergen/Dumme zurückkehrte, im Clubhaus der Nordmänner wenige hundert Meter von Lüthes Tattoo-Studio entfernt. Schweigen ist ohnehin die Regel, wenn es um die Aktivitäten der Nordmänner geht. Dieses Schweigen führt dazu, dass auch die tödlichen Rituale bei den Nordmännern scheinbar in Vergessenheit geraten sind. So wie die Sonnenwendfeier am 20. Juni 1996 auf dem Club-Gelände der Nordmännner in Bergen/Dumme, das nur einige hundert Meter von Andreas Lüthes Haus entfernt liegt. Da gehörte es zu den »Spielen« sich gegenseitig aufzuhängen und sich erst im letzten Moment wieder loszubinden. Einer der Betroffenen fand das nicht ganz so spaßig wie die anderen Gäste. Es kam zu einer Messerstecherei, die mit einem Schwerverletzten zu Ende ging. Das Opfer, ein Mitglied eines Motorradclubs aus Gifhorn, starb wenig später im Krankenhaus in Salzwedel. Lediglich in Bezug auf die Nordmänner-Nachbarn zeigt man sich im Ort etwas gesprächiger. Seit Jahren betreibt die extrem autoritäre, an der »Lehre« Aleister Crowleys orientierte Thelema Society, um ihren vorbestraften Chef Michael D. Eschner dort ihr Zentrum. Von einer Aussteigerin wurde die Sekte im Mitteldeutschen Rundfunk als »einen Ort sexueller Ausbeutung und hemmungsloser Gewalt« beschrieben. Das ganze Dorf sei gegen die Sekte, wird in Bergen/Dumme eifrig versichert, lediglich »die Rocker von gegenüber« würden ein gutnachbarschaftliches Verhältnis zu diesen pflegen. Ratlosigkeit herrscht in Bergen/Dumme auch in einem anderen Fall: Die 15jährige Katrin Konert aus Waddeweitz bei Lüchow war mit einem der Nordmänner gut befreundet, bevor sie vor mehr als drei Jahren am 1. Januar 2001 spurlos auf dem Weg zwischen Bergen/Dumme und ihrem Elternhaus verschwand. Alle Ermittlungen nach ihrem Aufenthaltsort verliefen bislang ergebnislos. Die Sicherheitsbehörden wirken, trotz der Razzia, beim Thema »Nordmänner« wenig alarmiert. Fragt man sie nach deren Sonnenwendfeier im Juni 2002, so erhält man die Antwort, dass darüber keine Erkenntnisse vorlägen. Dabei haben an diesem Treffen nach Augenzeugenberichten über 200 Gäste teilgenommen – zwei Drittel von ihnen seien neonazistische Skinheads gewesen, die auffallend diszipliniert aufgetreten seien. Angesichts des fehlenden öffentlichen Interesses wundert es kaum, dass ein Dreivierteljahr nach der Razzia in dem dünnbesiedelten, konservativen Landstrich, den der Nordmänner MC als sein Territorium reklamiert, längst wieder alles beim Alten scheint. So sind auch die Haftbefehle gegen die anderen drei Hauptverdächtigen neben Lüthe inzwischen längst außer Vollzug gesetzt. Und der MC Nordmänner plant ganz selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder eine »Ausfahrt« pünktlich zur Sommersonnenwende. Angekündigt wird das Ereignis für das Wochenende um den 20. Juni. Über das Ergebnis der »Spiele« und die illustre Teilnehmerschaft wird man indes vermutlich erst zu spät erfahren.“

Wer bereits meine Ausführungen zum Sachsensumpf und die dort beschriebenen Verbindungen zwischen Rocker, Neonazis und Rotlichtmilieu kennt, wird sich sicherlich nicht mehr darüber wundern, dass auch der Satanismus und Okkultismus mit diesen Kreisen Hand in Hand geht.

Wie eng diese Kreise scheinbar miteinander verwoben sind, zeigt auch der Fall des NPD-Funktionärs Martin Dembowsky auf. Die taz berichtete am 14.12.2006 in ihrem Artikel „Sexualmagie und Satanismus“ dazu: „“Steuerprobleme beim Bundesvorstand in Berlin und Ermittlungen wegen Kinderpornografie bei der Fraktion in Sachsen: Die vergangenen Wochen dürften die NPD wenig erfreut haben. Nun verstimmt die spirituelle Sinnsuche des Hamburger NPD-Funktionärs Martin Dembowski. Der stellvertretende Landesvorsitzende und Harburger-Kreischef verkehrt regelmäßig bei der satanistischen „Thelema Society“. Entsetzt fordert das „Aktionsbüro Norddeutschland“ (AN): „Dieser Gebetstempel Hanswurst“ müsse aus der Partei entfernt werden. Eine Fotografie belegt, dass Dembowski an einem Sommerfestival der „Society“ in Bergen-Dumme teilnahm. Schon 1986 richtete deren geistiger Führer, Michael Eschner, in dem kleinen Ort im Wendland den Hauptsitz ein. […]  Das Aktionsbüro Norddeutschland stört sich indes daran, dass NPD-Funktionär Dembowski „jahrelang“ bei einer „Vorderasiatischen-fremdartigen Sekte“ mitmachte, die mit dem „berüchtigten Illuminaten Orden“ verbunden sei. In ihrer Logik ein Netz von Juden, deren Ziele sich „gegen Deutschland“ richten. Sollte der NPDler nicht „schleunigst verschwinden“, drohen sie, dann „wird es ihm schon deutlich beigebracht werden“.“

Und bei heise-online heißt es in dem Artikel vom 10.12.2006 „Auch das noch!“: „Als Beweis wird eine Netzseite der Thelema Society genannt, auf der tatsächlich ein gewisser Martin Dembowsky im Jahre 2003 einen längeren Bericht über den „1. Thelema-Konvent“ in Berlin veröffentlicht hat. Jedes Tierchen sein Pläsierchen! – sollte man meinen. Doch da hat man und besonders Dembowsky die Rechnung ohne die Hamburger „Nationalen Sozialisten“ gemacht. Sie schäumen nämlich nur so vor Wut. Vor allem weil der von ihnen Kritisierte noch nicht aus der NPD entfernt worden ist. Wer, schreiben sie in ihrer Brandschrift, eine solche „vorderasiatisch-fremdartigen Sekte“ (sprich die „Thelema Society“) jahrelang unterstütze, „hat mit dem Feind paktiert. Entsprechend ist der Mann zu behandeln.“

Martin Dembowsky wiederum hatte damals dieses „Outen“ als Schmutzkampagne, initiiert von seinem ehemaligen Parteigenossen Walter Hoeck, bezeichnet und gleich eine Strafanzeige gegen ihn erstattet. Er selbst trat allerdings von allen Ämtern in der NPD zurück.

Interessant ist weiterhin, dass ein alter Bekannter aus dem NSU-Unterstützerkreis, nämlich Christian Worch beim Hamburger NPD-Landesverband kräftig mitmischte. So steht auf der offiziellen Seite der Stadt Hamburg zum Rücktritt der damaligen Vorsitzenden des Landesverbands Anja Zysk unter dem Artikel „Führungskrise in der Hamburger NPD – Landesvorstand tritt zurück“ vom 11.01.2007: „Am 08.01.07 forcierte ZYSK mit Hilfe von Christian WORCH den Streit und meldete eine neue Internetpräsenz für den Hamburger NPD-Landesverband an. Als Domaininhaber fungiert WORCH, im Impressum wird ZYSK unter der Adresse der Bundespartei als Verantwortliche genannt. Der Leiter der Rechtsabteilung der Parteizentrale reagierte am 10. Januar auf diese Entwicklung mit einem Einschreiben an Anja ZYSK, das in Kopie auch an Christian WORCH gerichtet wurde. In dem Schreiben wird ZYSK aufgefordert, die neue Internetseite sofort vom Netz zu nehmen und abzumelden. Internetseiten der NPD können nicht im Besitz von Privatpersonen sein, und sie – ZYSK – könne nicht ohne Rücksprache mit dem Parteivorstand „die Adresse des Parteivorstandes für eine nicht der NPD gehörende Internetseite angeben“. ZYSK werden ggf. rechtliche Schritte der Parteiführung angedroht. WORCH stellte das Schreiben und seine Antwort im Internet ein. Landesverbände seien eigenständige juristische Personen und insofern entscheide ZYSK allein, auf welcher Domain die Seite des Landesverbandes Hamburg liege. WORCH schließt mit einer für ihn typischen Drohung: „Der Versuch rechtlicher Schritte kann zu einem langfristigen Streitpunkt werden; und damit meine ich nicht die rechtlichen Schritte an sich… Wenn Ihr meint, daß Ihr das braucht, dann von mir aus.““

Als Katrin Konerts Schwester am 30. Oktober 2006 gegen 20:00 Uhr einen anonymen Anruf aus einer Nürnberger Telefonzelle in der Leyher Straße 138 erhielt mit dem Hinweis auf einen schwarzen BMW und Hamburg, spielte sich zur gleichen Zeit in Hamburg etwas ganz Merkwürdiges ab, bei dem bereits erwähnter Walter Hoeck eine Hauptrolle spielte.

Hierzu heißt es bei indymedia.org  „Hamburg: Nazi-Aktivist jetzt Antifaschist?“ vom 09.03.2007: „Am Abend des 3O. Oktober 2006 griff HOECK gemeinsam mit seinem Stiefsohn SEBASTIAN JISKE in einen Beziehungsstreit im gemeinsamen Wohnhaus in der Heimfelder Str. 11 ein. Dabei fügten sie einem 35jährigen Mann kurdischer Herkunft schwere Kopfverletzungen zu. Die Beiden Nazis wurden anschließend festgenommen, ein Totschläger sowie ein Schraubendreher und eine Gaswaffe wurden sichergestellt. Mit der Gaswaffe bedrohte HOECK zudem mindestens einen Zeugen, der die beiden Nazis aufforderte, von dem schwer verletzten Mann abzulassen, auf den beide „wie verrückt“ einprügelten, so der Zeuge. Dieser und andere Zeugen wurden zeitgleich von der ebenfalls anwesenden BARBARA JISKE im völlig blutverschmierten Hausflur rassistisch bepöbelt. Die HAN berichtete am 08.11.06 unter der Überschrift „NPD-Mann im Gewaltrausch“ auf der Titelseite über diesen Vorfall. Gegen HOECK und SEBASTIAN JISKE läuft deshalb ein Verfahren wegen schwerer Körperverletzung und Bedrohung . Sowohl BARBARA JISKE, die Lebensgefährtin von HOECK, als auch ihr Sohn SEBASTIAN JISKE waren 2005 und 2006 gemeinsam mit HOECK an zahlreichen Nazi-Aktivitäten beteiligt. Insbesondere bei Nazi-Aufmärschen und NPD-Infotischen – auch außerhalb von Hamburg – wurden sie immer wieder gesichtet. HOECK feierte noch im September 2006 den Einzug der NPD in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Kurz darauf, im Herbst 2006, wurde er vom Landesschiedsgericht der Hamburger NPD wegen „parteischädigenden Verhaltens“ aus der Partei ausgeschlossen. Die Gründe hierfür waren neben seinem psychotischen Hang zu Pöbeleien und Gewalt in aller Öffentlichkeit auch schwerwiegende Anschuldigungen gegen den ehemaligen stellvertretenden Hamburger Landesvorsitzenden und Kreisvorsitzenden von Hamburg-Harburg, MARTIN DEMBOWSKY , mit dem HOECK zumindest bis zum Frühjahr 2006 noch eng zusammengearbeitet hat. DEMBOWSKY, der auf der Internetseite des neonazistischen „Aktionsbüro Norddeutschland“ im Dezember 2006 wegen seiner vermeintlichen Mitgliedschaft in der esoterisch-satanistischen Sekte „Thelema Society“ als „Verräter“ geoutet wurde, ist mittlerweile von allen seinen Funktionen zurückgetreten. In einer Gegendarstellung zu dieser Veröffentlichung bezeichnet DEMBOWSKY u.a. HOECK als Initiator einer Schmutzkampagne gegen seine Person. DEMBOWSKY, der nach eigenen Angaben gegen HOECK Strafanzeige erstattet hat, bezeichnet seinen einstigen „Kameraden“ darüber hinaus als Gewalttäter und Kriminellen.“

Fassen wir mal hier erst einmal zusammen:

Katrin Konert bewegte sich offensichtlich in einem schwerstkriminellen und satanischen Milieu ohne sich der Gefahr bewusst gewesen zu sein. Über ihren Freund gab es nicht nur Verbindungen zu einem Motorrad-Club mit engen Beziehungen zur rechten Nazi-Szene, sondern auch zur ortsansässigen Thelema Society mit dem verurteilten Vergewaltiger und Schwerverbrecher Michael Dietmar Eschner. Zu dieser Thelema Society kamen nicht nur NPD-Funktionäre aus Hamburg, sondern regelmäßig auch Anhänger und Mitglieder aus Berlin. Unter diesem Aspekt wäre die Aussage der letzten Zeugin, einen schwarzen BMW älteren Modells mit Berliner Kennzeichen gesehen zu haben, gar nicht so abwegig.

Was wäre also, wenn Katrin Konert sich gar nicht im Haus ihres Freundes in der Bahnhofsstraße 2 aufgehalten hatte, sondern zusammen mit ihrem Freund und dem Bekannten gleich ins Clubhaus gefahren ist, um dort vielleicht mit den Mitgliedern des MC Nordmänner das Neue Jahr zu feiern?

Könnte es sein, dass es hier schon zu zotigen Sprüchen, Beleidigungen und üblen Scherzen gekommen war? Angeblich soll Katrin Konert aufgrund ihres jugendlichen Alters dort nicht unbedingt willkommen gewesen sein. Möglicherweise hat man sie bereits herausgefordert und von ihr Dinge verlangt, die sie nicht bereit war, mitzumachen. Das würde dann auch erklären, warum sie schließlich wieder nach Hause wollte und erst einmal ihren Bekanntenkreis anfunkte, um eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Das würde auch erklären, warum sie diesmal keinen aus dem Bekanntenkreis ihres Freundes dazu bewegen konnte, sie wieder nach Hause zurückzufahren.

Was das zuvor erwähnte Ekeltraining bei den Thelemiten angeht, habe ich noch einen ganz interessanten Artikel aus The Intelligence entdeckt, der sich speziell mit dem Satanismus in Deutschland auseinandersetzt. Dazu heißt es in dem Artikel „Satanismus in Deutschland: Eine schaurige Realität“ vom 22.03.2013 über einen Aussteiger aus der Szene: „Ein typischer Trick: „Die Ängste der Person werden ausgelotet und dann Ekeltraining praktiziert, etwa mit Spinnen. Im Rückblick waren es massive Demütigungen.“ Dieses Ekeltraining sei gesteigert worden, um Hemmschwellen abzubauen. Beispielsweise ist ein Ritual praktiziert worden, von dieser Gruppe „Schibboleth“ genannt, bei dem ein Frosch als Verhöhnung Jesu ans Kreuz genagelt wurde. „Irgendwann ist man unter dem Einfluss von Drogen zu fast allem bereit“ – obwohl R. heute noch nicht weiß, welcher Art die Drogen waren. Sexualmagische Praktiken spielten bei dieser Form des Satanismus eine große Rolle, berichtet der Aussteiger weiter, wobei er während der nächtlichen Rituale beides gewesen sei: Täter und Opfer. „Man darf sich nicht generell vorstellen, dass alles mit Gewalt geschieht. Viele Frauen haben freiwillig mitgemacht und ich habe mich auch dafür hergegeben. Trotzdem war es furchtbar.“ Doch nach seinem Priesterinitiierungsritual befragt, stockt der 26-Jährige: „Darüber kann ich nicht sprechen.“ Vielmehr schwenkt er um: Trotz allem habe er mit Hängen und Würgen nebenbei sein Abitur bestanden, die Eltern hätten nichts von seinem heimlichen Leben geahnt oder seien einfach zu gleichgültig gewesen.“

Ich könnte mir also gut vorstellen, dass man mit Katrin Konert am Tag ihres Verschwindens genauso verfahren ist.

Ich frage mich dann allerdings, warum Katrin ihrer Schwester geschrieben hatte, dass sie zwischen 18:30 Uhr und 19:00 Uhr daheim sein wollte, wenn sie sich doch erst gegen 18:45 Uhr auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht hatte.
Gemäß Fahrplan wäre der Bus auch erst gegen 19:20 Uhr losgefahren, wenn man der Sendung Aktenzeichen xy ungelöst vom 18.11.2002 folgen will.
Später hieß es allerdings, dass an diesem Abend kein Bus mehr gefahren ist.

Ich neige deswegen zu der Überlegung, dass Katrin Konert doch zuerst jemanden gefunden hatte, der sie angeblich heimfahren wollte, sie aber dann sitzenließ – vielleicht um Zeit zu gewinnen?

Es macht mich nämlich stutzig, dass die Welt in ihrem Artikel vom 03.07.2003 „Spur im Fall „Katrin“: Mann unter Verdacht“ von einem schon früh unter Verdacht geratenen Mann aus dem Wendland berichtete. Hierzu heißt es lapidar: „Sprecher Ulrich Constabel sagte am Mittwoch, nach einem Hinweis aus der Bevölkerung sei nun ein Mann erneut ins Visier der Fahnder geraten. Er war nach dem Verschwinden der damals 15-Jährigen zwar überprüft, aber nicht für verdächtig gehalten worden. Der aus dem Wendland stammende Mann habe Katrin gekannt. „Es gibt neue Erkenntnisse, die ihn in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen“, sagte Constabel, ohne Einzelheiten zu nennen. „Für eine Verhaftung reicht es im Moment noch nicht.“

Das Hamburger Abendblatt hatte sogar schon am 16.02.2002 von einer heißen Spur zu Katrins Mörder gesprochen. Dort wurde allerdings einer der Nordmänner verdächtigt. Hierzu steht: „Ein Polizeigroßaufgebot befragte am 1. Januar dieses Jahres sämtliche Personen, die in Bergen unterwegs waren. Dadurch ergaben sich bislang unbekannte Hinweise auf den möglichen Täter. Unter anderem sprachen die Beamten auch mit 80 Hundehaltern aus der Umgebung. Vor gut drei Wochen wurde dann ein brachliegender Acker umgegraben. Dort hatte ein Leichenspürhund angeschlagen. Gefunden wurden Hinweise auf frische Erdbewegungen – aber keine Leiche. Die Ermittler blieben hartnäckig. […] Ob er zum Bergener Motorradclub „Nordmänner“ oder zu dessen Umfeld gehört, darüber wollen die Ermittler derzeit nichts sagen. Katrin hatte ihren damals 30 Jahre alten Freund, der dem Motorradclub angehört, am Tag ihres Verschwindenes besucht. Es fand sich jedoch kein Anhaltspunkt, dass er etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Der Acker, den die Polizei Ende Januar umgraben ließ, gehört einem anderen „Nordmänner“-Mitglied. Er ließ die Ermittler erst nach einem Gerichtsbeschluss auf sein Land.“ (Quelle: Hamburger Abendblatt vom 16.02.2002 „Heiße Spur zu Katis Mörder“)

Vielleicht spielte es sich dann so ab, dass derjenige, der zunächst angeboten hatte, Katrin nach Hause zu fahren, sich wieder meldete und sie bewusst zur Bushaltestelle lockte, um ihr vorzugauckeln, dass ein weiterer Bekannte sie dort aufsammeln würde, um sie nach Hause zu bringen. Der oder die Insassen des schwarzen BMWs, den die Zeugin an der Bushaltestelle beobachtet hatte, könnten dann also aus dem Umfeld der Thelemiten stammen und Katrin schließlich verschleppt und umgebracht haben.

Ich persönlich glaube nämlich auch nicht, dass Katrin noch lebt. Vielmehr befürchte ich, dass noch nicht einmal mehr ihre sterblichen Überreste gefunden werden, weil sie später verbrannt wurde.

Warum bin ich überzeugt, dass es sich um Täter aus dem Umfeld der Thelemiten und OTO handelt und nicht um einen profanen Anhaltermord?

Es sind die Ereignisse danach, die mich hellhörig gemacht hatten.

  1. Wie ich bereits am Anfang dieses Kapitels aufzeigte, dauerte es nicht lange, bis sich wieder einmal ein Michael Heuer auf „Spurensuche“ im Fall Katrin Konert begab, und wir wissen ja mittlerweile, dass er „zufälligerweise“ während den Dreharbeiten zur Dokumentation über den Mordfall Yasmin Stieler, die aus Uelzen und damit auch aus der gleichen Umgebung wie Katrin Konert stammte, in eine ganze Serie von Morden geraten war.
  2. Knapp sechs Jahre später, ausgerechnet am 30. Oktober 2006, meldet sich dann plötzlich eine unbekannte Frau mit polnischen oder osteuropäischen Akzent aus einer Nürnberger Telefonzelle bei Mandy Konert, von der es nur hieß, dass sie zu diesem Zeitpunkt in Norddeutschland wohnte.
    Welchen Sinn soll dieser Anruf gehabt haben?
    Die Frau stammelte leise „…rufe an wegen deiner Schwester, wegen deiner Schwester, die verschwunden ist. BMW … schwarz … Hamburg“, bevor die Verbindung abbrach. Die Polizei konnte im Verlauf der Ermittlung herausfinden, dass die angewandte Telefonkarte für mehrere Gespräche benutzt wurde, u.a. wurde zuvor nach England telefoniert und eine Verbindung zum LKA Berlin aufgebaut.
    Wieso wurde ausgerechnet das LKA Berlin und nicht das LKA Niedersachsen angerufen, das ggf. für den Fall Katrin Konert zuständig gewesen wäre?
    Und woher kannte diese Frau die Telefonnummer von Katrin Konerts Schwester Mandy?
    Und wieso hat sie eine Telefonkarte benutzt, mit der zuvor nach England und nach Berlin zum LKA Berlin telefoniert wurde?
    Ihr könnt Euch vielleicht erinnern, dass auch die Mutter und eine Tante von Stefan Lamprecht eigenartige Anrufe lange nach seinem Verschwinden und schließlich Auffinden seiner Leiche erhalten hatten. Bei Peggy Knobloch lief es ähnlich ab. So erhielt eine Bekannte der Mutter von Peggy eine SMS, die scheinbar vom Mobiltelefon ihres damaligen türkischen Freundes verschickt wurde mit dem Wortlaut: „„Hallo! Hab meine Mama so lange nicht mehr gesehen.““ Die Münchner Abendzeitung schrieb hierzu weiter: „Tippte Peggy diese Zeilen? Beim tschechischen Geheimdienst war man davon überzeugt. Ein V-Mann lieferte Hinweise darauf, dass Peggy über den osteuropäischen Staat an den Bosporus verschleppt worden war – und dass Erhan Ü. in die Entführung verwickelt war. „Aber in den Akten steht nichts darüber, wie die deutschen Ermittler diesem Tipp nachgegangen sind“, sagt Michael Euler.“ (Quelle: Abendzeitung „Lebt das Mädchen noch – in der Türkei?“ vom 09.01.2014) . Mittlerweile ist seit Anfang Juli dieses Jahres die traurige Wahrheit bekannt. Peggys Leiche bzw. Teile davon wurden ganz in der Nähe ihres Wohnortes Lichtenberg in einem Waldstück bei Rodacherbrunn gefunden.
    Anrufe und Nachrichten dieser Art werden oft von solchen Kreisen getätigt, um die Angehörigen noch weiter zu quälen und zu terrorisieren, indem sie mit Nebelkerzen um sich werfen und falsche Hoffnungen wecken.
    Auch die anonyme Anruferin nach der zweiten Aktenzeichen xy ungelöst Spezialsendung „Wo ist mein Kind“ vom 30.03.2011 würde ich in diese Kategorie einordnen. So heißt es auf der Homepage des NDR vom 11.02.2015: „ Nach einer Zeugin sucht Rusche bis heute vergeblich. Sie hat sich nach einer „XY-Sendung“ vor etwa drei Jahren telefonisch gemeldet, anonym, und wichtige Hinweise gegeben, die die Polizei überprüfen sollte. „Anschließend legte sie auf“, erinnert sich Rusche. Die Hinweise müsse er aus ermittlungstaktischen Gründen für sich behalten. Aber nach seinen Angaben waren es sehr wichtige Hinweise, über die er gerne noch einmal mit der Zeugin persönlich sprechen würde. Doch auch nach einer weiteren „XY-Sendung“ im August 2014 meldete sich die Zeugin nicht noch einmal. Rusche hofft, dass mit der Ausstrahlung der Dokumentation der Fall noch mehr Menschen bekannt wird, die etwas über das Verschwinden von Katrin Konert wissen könnten.“
  3. 1994 zogen die Konerts mit ihren Töchtern von Magdeburg nach Waddeweitz, Groß Gaddau. Dort scheinen sie wohl auch bis zum Verschwinden Katrin Konerts bis mindestens 2001 geblieben zu sein – immerhin fast sieben Jahre.
    Nach dem Verschwinden zog die Familie plötzlich mehrmals um, was schon außergewöhnlich ist, auch wenn der Vater beim Bundesgrenzschutz als Wachmann tätig war.
    Warum diese häufigen Umzüge der Konerts? Wurden sie während der Jahre weiter terrorisiert?
    Haben sie vor irgendetwas oder irgendjemand Angst?
    Wäre es nicht sinnvoller, dort zu bleiben, wo zuletzt die Tochter verschwand, für den Fall, dass sie doch eines Tages wiederkommen sollte?
    Laut Aussage von Michael Heuer soll sich ja während der dreizehnjährigen filmischen Begleitung der Familie eine tiefe Freundschaft entwickelt haben.
    Ist das wirklich so oder wurde der Familie der journalistische Rummel einfach zu viel?
    Ich habe jedenfalls bisher von keinem anderen Fall in Deutschland gehört, bei dem ein Filmteam einer Familie, die einen Vermisstenfall zu beklagen hat, so auf den Pelz gerückt ist.
    Ich frage mich deswegen, ob das Interesse des Filmteams um Michael Heuer nicht viel mehr darin begründet ist, über die Ermittlungsfortschritte der Polizei besser informiert zu sein, um irgendwelche Schmutzfinken aus Politik, Justiz und Wirtschaft vorzuwarnen.
  4. Und last but not least fallen mir immer wieder die Bezüge zu Hamburg und Berlin auf, nachweislich Hochburgen der Freimaurerei und Pädophilie.
    Bereits im Jahr 1985 berichtete der Spiegel über eine Razzia bei Michael Dietmar Eschner und dem Thelema-Orden des Argentum Astrum in Berlin Charlottenburg. So kann man u.a. lesen: „Die absonderliche Glaubensgemeinschaft betreibt mit drastischen Methoden die Umprogrammierung ihrer Eleven zu einem höheren Bewußtsein. Privatbesitz und Außenkontakte sind verpönt, die Thelema-Oberen erzwingen Disziplin durch Gehorsamseid und Schlafentzug, verordnen Geschlechtsverkehr und Ekeltraining – vom Kotverzehr bis zur Selbstverstümmelung. Der Vereinszweck gibt sich satanisch. Die Satzung gebietet „die Verbreitung der Lehren des ‚Liber Al vel Legis‘ – Gesetz von Thelema – wie es Aleister Crowley am 8., 9. und 10. April 1904 von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr gegeben wurde“. Crowley, „der verderbteste Mann der Welt“ (Sektenwerbung), steht für die Verkehrung der christlichen Werteordnung. […] Polizeibeamte schildern in Untersuchungsberichten „ein Sozial- und Sexualverhalten, wie es nicht einmal bei tierischen Primaten zu beobachten“ sei. Kult-Kommunarde Eschner, Anfang der siebziger Jahre wegen Betrugs und Unterschlagung in anderen Branchen zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, vergibt in hauseigener Hierarchie Sekten-Dienstgrade, vom Zelatoren bis zum Ipsissimus. Die „praktische bewußtseinsverändernde Arbeit“ des Ordens vermittelt er als „okkulte Wissenschaft so systematisch und wissenschaftlich“ wie „die Chemie“ – Scharlatanerie mit einem Schuß Wissenschaft, neben religiösem Abrakadabra ein Psycho-Cocktail mit Meditation, „Astralreisen“, Verhaltenstraining in der Gruppe und allerlei „Kabbala“. Die angestrebte Umkonditionierung reicht bis zur Gedankenkontrolle. Renitenz gegenüber Ausbildern wird vom „Beißer“ mit schmerzhaften Bissen ins Daumennagelbett bestraft – eine „Hilfestellung zur besseren Selbstbeherrschung“. Der Einübung von Selbstdisziplin, angestrebt etwa durch das Verbot, eine Woche lang das Wort „ich“ zu gebrauchen, wird mit der Rasierklinge nachgeholfen. […]  Die Strategien werden in sekteneigenen Publikationen erläutert; alle Bücher erscheinen in dem von der Eschner-Gefährtin Siegrid Kersken-Canbaz gegründeten „Kersken-Verlag“ (Stammkapital: 100 000 Mark), dessen Druckerei dem Orden die wirtschaftliche Existenz garantiert. Obwohl der inzwischen auf die Mitglieder überschriebene Betrieb satzungsgemäß deren materielle Lebensbedürfnisse sicherstellen soll, haben Sektenangehörige, wie Behördenermittlungen ergaben, finanzielle Unterstützung aus öffentlichen Mitteln beantragt. Die Sozialhilfe, inzwischen gekappt, hat so grundlegende Ergüsse wie die von Eschner herausgegebenen „geheimen sexualmagischen Unterweisungen des O.T.O.“ bezuschußt. Dort finden Leser „die vollständigen Details der tantrischen Techniken, mit denen Adepten wie Aleister Crowley ihre überragenden magischen Erfolge erzielten“ – etwa die: „Die Jungfrau soll das Feuer und den Priester mit ihren Händen entflammen und dabei sagen: ‚Accendat in nobis Therion ignem sui amoris et flammam aeternae caritatis.'“ […]  Auch aussagewillige Mitglieder, die dem Satanstempel entkommen sind, verzichten auf Strafanzeige. Teilweise akzeptieren sie Eschners Psychoanforderungen noch im nachhinein als Mittel zur Selbstverwirklichung, oder sie fürchten sich, weil sie ihrem Chef-Magier auch „Ferntötungen nach afrikanischem Voodoo-Ritual“ zutrauen. Von allen Mitgliedern hat Eschner bei Aufnahme in den Orden eine Haarsträhne archiviert.“ (Quelle: Spiegel vom 13.05.1985 „Biß ins Nagelbett“)

Ich jedenfalls kann mir aufgrund dieses Umfelds, in dem sich Katrin Konert offensichtlich bewegt hatte, und der ganzen Zufälligkeiten, die damit verbunden sind, nicht vorstellen, dass Katrin Konert ein Opfer eines Täters war, der zufälligerweise durch Bergen/Dumme vorbeifuhr, um Ausschau nach Anhalterinnen zu halten, um sie umzubringen.

Und wie der Mordfall Stefanie Pagels in Wien-Hietzing mit den Kindermorden in der BRD und dem rechtsextrimistischen Umfeld des NSU zusammenhängen könnte, schildere ich in Teil 10.

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