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Immer, wenn ich an die Fälle Katrin Konert, Sonja Engelbrecht oder auch Johanna Bohnacker und Jessica Kopsch denke, kommt in mir stets das Gefühl auf, als ob auch ich ein ähnliches Schicksal hätte erleiden können.
Vielleicht war es einfach nur Glück oder doch eine gehörige Portion an Intuition, die mich vor größerem Schaden bewahrte.

All den Eltern, die auf eine derart schreckliche Weise ihre Kinder verloren haben, wie man es seinem ärgsten Feind nicht wünscht, möchte ich eingangs mit meiner Geschichte aufzeigen , dass Selbstvorwürfe und Gedanken daran, wie man so etwas verhindern hätte können, völlig zweck- und sinnlos sind.
Ihnen will ich sagen, dass kein Elternteil auf dieser Welt alles richtig oder falsch gemacht hat.
Die Erziehung und Beaufsichtigung von Kindern und Jugendlichen ist eine tägliche Herausforderung, in die man nur langsam reinwachsen kann. Während man sich auf dem Weg der eigenen, nie enden wollenden Entwicklung und Suche nach dem Sinn des Lebens befindet, versucht man gleichzeitig, seinem Nachwuchs einen Platz im Leben zu schaffen.
Die einen sehen im materiellen Wohlstand und Angedeihen von Bildung ihr bestmögliches Heil, die anderen in einer freizügigeren Handhabung, angepasst an die Individualität der eigenen Erfahrungen und Konsequenzen, sozusagen aus dem sogenannten Generationenkonflikt heraus.

Aber auf die allermeisten Eltern dürfte zutreffen, dass ihre Kinder es irgendwann mal besser und leichter haben sollen.

Selbst diejenigen, die sich aufgrund ihrer noch nicht ausgereiften Persönlichkeit oder individuellen schwierigen Umständen mit der Kindererziehung überfordert fühlen und sich deswegen für eine staatliche Beaufsichtigung ihrer Kinder oder für die Aufnahme in einer Pflegefamilie entschieden haben, verfolgen in der Regel das gleiche Ziel.

Mein Vater war damals 17 Jahre alt, als er die Schnauze voll hatte vom Gymnasium und beschloss, nach der Oberstufenreife zur Bundeswehr zu gehen. Meine Großeltern waren stockkonservativ und entsprechend geschockt, dass all die persönlichen und finanziellen Investitionen in den ersten Filius für die Katz gewesen sein sollen, nachdem die Kriegserlebnisse und Entbehrungen der Nachkriegsjahre noch allzu präsent waren.

Doch alles schimpfen und gut zureden, wenigstens das Abitur zu machen, fruchtete nicht. Der Entschluss meines Vaters, endlich frei und unabhängig zu sein, stand fest.
Er leistete bei den Berchtesgadener Gebirgspionieren seinen Wehrdienst ab, imponierte den Befehlshabern als ehemaliger Amateurboxer durch seine Sportlichkeit, Willensstärke, Ausdauer sowie hervorragende Treffsicherheit mit der Waffe und bekam die einmalige Chance, trotz fehlendem Abitur eine Ausbildung als Verwaltungsbeamter des gehobenen Dienstes in Mannheim zu machen. In dieser Zeit lernte er auch meine Mutter, eine angehende Säuglingsschwester kennen, und verliebte sich in sie.
Es dauerte gar nicht lange, bis meine Mutter mit mir schwanger wurde und sie ihre Ausbildung abbrechen musste.
Während meine Mutter sich riesig freute, wurde es meinem Vater immer mulmiger zumute, nachdem der Frauenarzt meinen Eltern, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht verheiratet waren, eröffnete, man könne sich auf Zwillinge einstellen.
Das brachte meinen Vater unter gewaltigen Druck, die Heirat war zu einem Muss geworden und deswegen war er gezwungen, seine Ausbildung so schnell wie möglich erfolgreich abzuschließen.
Er bestand die Diplomprüfung als Bester in seinem Lehrgang, der Lebensunterhalt als frischgebackener Regierungsinspektor war gesichert und zur großen Erleichterung meines Vaters, aber dafür  größtem Verdruss meiner Mutter, hatte sich dann auch im fünften Schwangerschaftsmonat die Zwillingsgeburt erledigt. Mein Bruder beschloss, vorzeitig auszusteigen und so kam ich als Einzelkind auf die Welt.
Das war ein weiterer Schock für meine Mutter, hatte sie sich doch immer einen Jungen gewünscht. Vor allem hatte sie sich darüber Sorgen gemacht, dass mein Vater aufgrund einer Tochter das Weite suchen und sie sitzenlassen könnte. Mein Vater wurde nämlich direkt nach seiner Ausbildung zunächst zum Jagdbombengeschwader nach Leipheim versetzt, während meine Mutter nun mit einem Baby in F. saß und gezwungen war, eine Wochenendehe zu führen.

Die Befürchtungen waren unbegründet, denn als frischgebackener Vater feierte er erst einmal im Unteroffiziersheim zusammen mit den Piloten, dem Kommandeur und seinen Kollegen in Leipheim gebührend die Geburt eines gesunden Mädchens und holte meine Mutter schließlich nach.

Meine Mutter jedoch hatte sich bei den Schwaben nie wohlgefühlt und es fiel ihr schwer, dort Kontakte zu knüpfen. Sie mochte die überkandidelten Offiziersfrauen nicht besonders und so konzentrierte sie sich voll auf mich, während mein Vater das Leben trotz Familie in vollen Zügen genoss.
Eine Feier folgte der anderen, es floss nach der Arbeit viel Alkohol mit den Soldaten und wenn er nach Hause kam, war es in der Regel schon spät geworden.
Meistens brachte mein Vater noch seine Kumpels mit und feierte dort weiter.

Die Ehe meiner Eltern war in dieser Zeit der ersten harten Belastungsprobe ausgesetzt, trotzdem ließ sich meine Mutter vor der meist überfallartig erscheinenden, lustigen Gesellschaft nie etwas anmerken.
Für die Piloten und Offiziere hatte sie stets ein Lächeln übrig, stellte ihnen Bier oder Schnaps hin und machte am nächsten Tag sogar Frühstück mit alka seltzer oder Aspirin für so manch angeschlagenen Offizier.
Erst wenn die unerwarteten Besucher aus dem Haus waren, gab es zeitweise richtig Zoff zwischen meinen Eltern, der aber dadurch verkürzt wurde, indem mein Vater selbst wieder meistens mit einem Mordskater auf dem Sprung zur Arbeit war. Und so begann der Kreislauf von vorne.

Ich selbst musste als Kind sehr pflegeleicht gewesen sein, wie mir meine Eltern später immer wieder erzählten.
Ich schlief trotz des feuchtfröhlichen Trubels in unserer Wohnung friedlich durch, quengelte und schrie nur selten und freute mich sogar am Morgen, wenn ich einige der Soldaten noch verkatert auf der Wohnzimmercouch und Sessel hab schlafen sehen.

Meine Mutter entwickelte sich in dieser Zeit zu einem wahren Finanzgenie und Sparfuchs, denn obwohl mein Vater bei seinen Saufkumpanen für seine Großzügigkeit bekannt und geschätzt war, schaffte es meine Mutter irgendwie, das Geld beisammen zu halten und dafür zu sorgen, dass etwas Anständiges auf den Tisch kam und keiner von uns mit abgerissenen Klamotten herumlaufen musste.
Es gelang ihr sogar, von dem Haushaltsgeld etwas auf die Seite zu legen. Ich kann mich noch gut an die große blaue Kladde erinnern, in die sie sämtliche Ausgaben und Einnahmen eintrug, am Küchentisch mit dem Taschenrechner bewaffnet ganze Zahlenkolonnen erstellte, ihre braune, rechteckige Geldbörse zückte, die verschiedenfarbigen DM-Scheine sortierte und einige davon in einer Blumenvase oben auf dem Küchenschrank versteckte.
Neugierig schaute ich ihr immer über die Schulter, quietschte vergnügt über die bunten Scheine, mit meinen kleinen Händen danach grabschend, und erhaschte dann ein mit dem Zeigefinger auf den Mund gepresstes „Psst, das sagen wir aber nicht dem Papi“ – unser erstes großes gemeinsames Geheimnis, dem noch einige andere folgen sollten.
Heute denke ich manchmal, dass meine Mutter damals nicht nur einen Notgroschen für schlechte Zeiten ansammeln wollte, sondern damit gegebenenfalls ihre Flucht aus der Ehe plante, wenn es mein Vater zu toll trieb.

Der offensichtliche Warnschuss kam dann in Holland.

Vier Jahre Leipheim lagen bereits hinter uns, als mein Vater, inzwischen zum Oberinspektor befördert, das Angebot für einen Auslandeinsatz bekam. 1973 packten wir also unseren Krempel und zogen nach Budel in der Nähe von Eindhoven in den Niederlanden um.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt große Schwierigkeiten gehabt, mich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
Ich vermisste Deutschland, weil ich in Holland die erste Zeit kaum Freunde gefunden hatte.
Ständig wurde ich von den anderen, meist wesentlich älteren Kindern gehänselt und verprügelt, während mein Vater seinen gewohnten Lifestyle fortsetzte.
Es wurde noch mehr bis in die Puppen gefeiert und meine Mutter wurde noch unglücklicher damit.
Ab und zu nahm mich mein Vater zum Frühschoppen ins Casino mit und dort hatte ich viel Spaß. Ich durfte auf dem Truppenübungsplatz herumtollen, sogar in einem Jeep mitfahren und war mir der ganzen Aufmerksamkeit der jungen Soldaten sicher, die sich gerne mit mir abgaben und mich vom tristen Dasein im Garten ablenkten, aus dem ich mich ansonsten nicht raus traute aus Angst, wieder verkloppt zu werden.

An Geld hatte es trotzdem nie bei uns gefehlt, denn durch die Auslandszulage hatte meine Mutter als Hausfrau noch mehr Gelegenheit gehabt, ihr finanzielles Talent auszubauen.
Und mein Vater entdeckte zum ersten Mal, wie er das Geld geschickt in Aktien und Immobilienfonds anlegen und für sich arbeiten lassen konnte.
So konnten beide auf ihre Weise ein recht ansehnliches Vermögen zur Seite schaffen ohne, dass einer von uns zurückstecken musste.

Ich selbst versuchte mir zunächst die Freundschaft der anderen Kinder zu erkaufen, indem ich großzügig Süßigkeiten verteilte und alles hergab, was ich geschenkt bekommen bzw. meinen Eltern heimlich gestohlen hatte.
Ich begriff lange nicht, dass ich damit nur für kurze Zeit meine Ruhe und scheinbare Anerkennung gefunden hatte. Sobald ich nichts mehr geben konnte, wurde ich wieder von den Kindern malträtiert und geärgert. Oft lief ich weinend und schreiend ins Haus, gejagt von den Jungs, die eines Tages noch nicht einmal davor zurückschreckten, mir in die Wohnung durch die Küche nachzurennen.
Meine Mutter, die gerade im Wohnzimmer vor dem Fernseher saß, traute ihren Augen nicht.
Da sah ich sie zum ersten Mal richtig in Wut geraten. Diesmal gab es für mich zum Trost keine Süßigkeiten oder Spielzeug.

Sie packte einen der Jungs am Kragen und verpasste ihm links und rechts zwei schallende Ohrfeigen, sodass dieser nun seinerseits wieder mit roten Backen heulend aus dem Haus lief. Kurze Zeit später kam seine Mutter wutentbrannt an unsere Türe und wollte meine Mutter zur Rede stellen, was ihr aber nicht besonders gut bekam, denn meine Mutter drohte ihr gleich Selbiges an, wenn sie ihren „Scheiß Drecksfratzen“ noch einmal bei uns antrifft.
Empört beschwerte sich diese wiederum bei ihrem Mann, der ebenfalls bei der Bundeswehr war. Dieser rief sogleich meinen Vater an und wollte ihm disziplinarrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen androhen wegen des „ungeheuerlichen“ Verhaltens meiner Mutter seinem Sohn und seiner Frau gegenüber.

Dieses Ereignis zeigte, welch eingeschworenes Team meine Eltern sein konnten, wenn es jemand wagte, die Familie als solches anzugreifen. Es kostete meinem Daddy einen Anruf beim Chef des besagten Vaters und schon entwickelte sich die angedrohte Disziplinierung meines Vaters zu einem gewaltigen Schuss ins eigene Knie, als sich herausstellte, dass sein zehnjähriger Sohn ein fünfjähriges Mädchen regelmäßig verprügelt und sogar Hausfriedensbruch begeht.
Der Mann ist danach nicht mehr froh geworden und wurde kurze Zeit später wieder nach Deutschland ins Rheinland versetzt.

Ich allerdings bekam nach dieser Aktion auch mein Fett ab, denn wenn mein Vater etwas hasste, waren es Probleme, in die er ohne Not hineingezogen wurde. Abends, als mein Vater diesmal nüchtern nach Hause kam, verpasste er mir auch gleich eine Ohrfeige unter der Androhung, mir jedes Mal eine Watschen zu geben, wenn ich mich nicht endlich selbst zur Wehr setze und weiterhin heulend am Rockzipfel meiner Mutter hänge.
Das hatte ich mir gut gemerkt. Und so beschlossen meine Mutter und ich, ein weiteres Geheimnis besser für uns zu behalten, wenn so etwas wieder passieren sollte.

Immerhin nahm sich mein Vater nach der Arbeit nun Zeit, mich entsprechend zu trainieren. Wir machten Hände- und Armdrücken sowie Liegestützen, damit ich endlich Muskeln aufbauen konnte. Dann gab mir mein Vater Tipps, wohin ich schnell und kräftig zuhauen und treten konnte, wenn ich wieder angegriffen werde.

Anfangs klappte es noch nicht so gut mit der Selbstverteidigung, aber ich heulte immer weniger und konnte aufgrund des Trainings mit meinem Vater eine Menge Schmerzen aushalten, über die ich kein Wort mehr verlor. Mein Vater war nicht zimperlich, wenn er mir mit der flachen Hand auf die Backen oder Arme haute, um eine Reaktion von mir zu provozieren.
Ich wurde stattdessen im wütender, wenn ich es wieder nicht schaffte, meinen Vater abzuwehren.

Eines Tages konnte ich aber einen seiner leichten Schläge abwehren, indem ich seinen kleinen Finger zu greifen bekam und ihn so stark und schnellumdrehte, dass ich ihm beinahe den Finger brach.
Da war ich gerade mal sieben Jahre alt. Dieses Erfolgserlebnis nahm mir mein Vater nicht übel, sondern meinte lediglich mit schmerzverzerrtem Gesicht, dass ich es jetzt hoffentlich kapiert habe.
Oh ja, das hatte ich, und ab dieser Zeit war ich es, die meistens die anderen in der Schule aufmischte. Anfangs tatsächlich im Verteidigungsmodus, danach aber fing ich auch von mir aus an, zu prügeln und zu streiten, wenn mir was nicht in den Kram passte. Unnötig zu sagen, dass sich zwar jetzt keiner mehr traute, mich anzurühren, aber ich trotzdem noch keine Freunde hatte.

Ich begann deswegen Fußball zu spielen. Ich wurde darin so gut, dass ich mir auf diese Weise ein weiteres Quäntchen an Respekt zumindest bei den Jungs verschaffen konnte, denn Mädchen wollten überhaupt nichts mit mir zu tun haben.

Ich entwickelte mich zu einem richtig kleinen Berserker und die Beschwerden der anderen Eltern bei Lehrern über mich häuften sich.
Leidtragende war immer meine Mutter, die dann öfter in die Schule zitiert wurde, um Rechenschaft darüber abzulegen, was eigentlich verdammt noch mal mit mir los sei.
Meine Leistungen waren immer gut in der Schule, aber das Drumherum würde nicht passen. Ich hätte Schwierigkeiten, mich in die Gemeinschaft einzufügen, wäre aggressiv und jähzornig. Meine Mutter behielt diese Schelte für sich, gab mir aber einen sehr ernstgemeinten Rat, mich künftig zusammenzunehmen, wenn ich abends keinen Ärger mit meinem Vater haben wollte.
Das war für mich eine deutliche Sprache, denn ich wusste, wie wütend mein Vater werden konnte, wenn er wieder mit einem „lästigen“ Problem konfrontiert war, das ihn kalt aus der Hüfte erwischte.
So kam es, dass meine Mutter so manche Schandtat von mir abzuwenden wusste, um nicht zu sagen, vor meinem Vater zu verheimlichen wusste.
Umso tiefer traf es mich, als eines Samstag abends nach einem durchzechten Tag meines Vaters die Situation in unserem Hause eskalierte.
Wieder mal hatte meine Mutter mit dem Mittagessen umsonst gewartet, obwohl mein Vater versprochen hatte, vom Frühschoppen pünktlich wieder gegen Mittag daheim zu sein.
Erst am frühen Abend kam dann mein Vater stark angetrunken nach Hause – Gott sei Dank diesmal alleine. Gewöhnlich war er dann sehr gut gelaunt, friedlich eingestellt und liebesbedürftig.
Meistens gelang es ihm auch mit seiner Art, meine Mutter wieder zu besänftigen und ihre Wut auf ihn verrauchen zu lassen, aber diesmal war es anders.
Als mein Vater meine Mutter mit den Worten „Komm, Mausi, ist doch nicht schlimm, dann esse ich es später“ umarmen wollte, stieß sie ihn angewidert von sich weg, blickte ihn hasserfüllt an, drehte sich ohne ein Wort um, rannte ins Schlafzimmer nach oben, nahm ihre Reisetasche, die sie schon gepackt haben musste, als ich noch draußen beim Spielen war, und rannte wieder nach unten zur Haustüre. Sie schmiss ihm den Haustürschlüssel entgegen und meinte eiskalt ohne mich eines Blickes zu würdigen „Jetzt kannst Du sehen, wie Du alleine zurechtkommst. Von mir aus sauf Dich doch zu Tode. Ich bin weg.“

Dann rannte sie raus und knallte die Türe hinter sich zu. Fassungslos und völlig perplex blickte mein Vater auf die zugeknallte Türe. Auf einen Schlag war er wieder nüchtern geworden. Dann schaute er mich fragend an und ich begann zu heulen. „Das ist alles Deine Schuld“, schrie ich ihn an und heulte noch mehr.

Ich befand mich wirklich in einem Schock, weil ich selbst nicht mit dieser Reaktion gerechnet hatte, aber das war das Gefährliche bei meiner Mutter. Sie sagte lange nichts, fraß förmlich vieles in sich rein und dann gibt es bei ihr einen einzigen, verdammt kurzen Moment, indem sie unerwartet zuschlug und zwar so gründlich, dass kein Stein mehr auf dem anderen stehenbleibt.
So eine emotionale Explosion meiner Mutter erlebte ich dann später in Rosenheim wieder. Aber keine Sorge, auch diese Krise ging vorüber, meine Eltern sind bis heute verheiratet und glücklich miteinander, das Alkoholproblem hat mein Vater schon lange überwunden.

Handys gab es ja zum damaligen Zeitpunkt noch nicht und zum ersten Mal sah ich meinen Vater richtig verzweifelt und hilflos. Nachdem er unbeholfen versuchte, mich erst einmal einigermaßen zu beruhigen, begann er, alle seine Kumpels, Kollegen und zum Schluss sogar meine beiden Großeltern in Deutschland anzurufen, um zu fragen, wo meine Mutter sei und ob sie sich wenigstens bei ihnen gemeldet hätte. Am nächsten Tag suchte er zusammen mit seinen damaligen Freunden aus der Bundeswehr ganz Budel und Weert mit dem Auto ab.
Eine Nacht und einen Tag war meine Mutter spurlos verschwunden.
Mein Vater war immer noch unterwegs, um meine Mutter zu suchen, während ich als heulendes Elend daheim im Wohnzimmer saß und nicht wusste, wie es jetzt weitergehen soll. Mein Vater hatte mir zuvor den Befehl gegeben, daheim zu bleiben und auf das Telefon zu achten. Dann hörte ich nach einem Tag, der nie enden wollte, ein Klopfen am Küchenfenster.

Draußen stand meine Mutter mit ihrer Reisetasche.

Ich kann gar nicht sagen, wie überglücklich ich war, sie wieder zu sehen. Sie grinste mich an, wischte mir mit ihrem Speichel angefeuchtetem Taschentuch die mittlerweile eingetrockneten Tränen aus dem Gesicht und fragte lediglich triumphierend, wie es uns so ohne ihr gefallen hätte.
Als ich ihr erklärte, dass mein Vater gerade ganz Budel auf den Kopf stellt und kurz davor ist, alles zu zerlegen, was nicht niet- und nagelfest ist, meinte sie lachend, dass sie ihm dabei viel Glück wünsche. Vielleicht kapiert er ja jetzt endlich, dass es so nicht weitergehen kann.

Sie hatte weder mir noch meinem Vater jemals verraten, wo sie sich aufgehalten hatte, aber das war in diesem Moment auch unwichtig für mich.
Dieses Geheimnis behielt meine Mutter jedenfalls streng für sich – vielleicht hat sie es ja doch irgendwann in einer schwachen Stunde meinem Vater erzählt, aber zum damaligen Zeitpunkt hüllte sie sich bei ständigen misstrauischen Nachfragen väterlicherseits in konsequentes Schweigen mit einem Lächeln im Gesicht.

Und wisst Ihr, was ich glaube?

Ich glaube, dass sich meine Mutter die ganze Zeit in unmittelbarer Nähe aufgehalten hat. Heute vermute ich, dass sie sich damals in unserem kleinen Schuppen außerhalb unserer Wohneinheit verbarrikadierte und sich die Zeit mit einem dicken Buch um die Ohren schlug – bei genauerer Überlegung würde es echt zu ihr passen.
In der Reisetasche befanden sich wahrscheinlich ein paar Sachen zum Essen, Getränke, ein Kissen, eine Decke, eine Taschenlampe und ein Buch, denn sie trug immer noch ihre gleichen Klamotten wie am Abend zuvor, als sie wegging.
Aber auf den Gedanken sind damals weder mein Vater noch ich gekommen, denn der Schuppen befand sich eine Häuserreihe weiter hinter dem Garten und meine Mutter war damals vorne zur Haustüre Richtung Hauptstraße rausgegangen. Sie wirkte so entschlossen und überzeugend, dass wir wirklich gedacht haben, sie wäre abgehauen und bei einer Freundin oder Bekannten meiner Eltern untergetaucht, um sich anschließend zum Zug bringen zu lassen und zu ihren Eltern nach S. zu fahren.

Allerdings hatte sich das Erlebnis so in mein Unterbewusstsein eingebrannt, dass ich kurzerhand beschloss, nur noch mehr die aus meiner damaligen Sicht wirklich wichtigen Geheimnisse meiner Mutter anzuvertrauen und sie besser mit meinem alltäglichen Käse und Schwierigkeiten in Ruhe zu lassen, damit sie nicht noch einmal davonläuft.

Mein Vater konnte ein prima Kumpel sein, aber wenn ich Scheiße gebaut hatte, dann war mit ihm nicht gut Kirschen essen.
Richtig geschlagen hat er mich selten, aber seine legendären Wutausbrüche mit Herumbrüllen als Hardcore-Choleriker waren einfach unglaublich.
So konnte er sich minutenlang reinsteigern, und dann war es besser, ihm sofort aus dem Weg und ins Kinderzimmer zu gehen – notfalls auch ohne Abendbrot, damit er es sich nicht doch noch anders überlegte, um mir die Ohrwascheln lang zu ziehen, was durchaus des Öfteren vorkam.
Mir klingeln heute noch die Ohren, wenn ich daran denke.
Besonders schlimm war es, wenn ich etwas kaputt gemacht hatte, meine Kleidung vom Spielen total verdreckt  oder das Kinderzimmer nicht aufgeräumt war oder ich schlechte Zensuren bekam.
Deswegen versuchte ich weitgehend, alles selbst mit mir auszumachen und zu regeln, was man eben als Kind selbst regeln kann.
Vor allem achtete ich darauf, wenigstens in der Schule keine Schande zu machen, denn das wäre in jedem Fall herausgekommen.

Mittlerweile zog ich mit drei weiteren Jungs (Thomas, Eike und Karsten) regelmäßig um die Häuser. Wenn wir nicht gerade Fußball spielten, fuhren wir mit unseren Bonanza-Rädern durch die weiten Felder in und um Budel, bauten uns Baumhäuser, trieben uns am nahegelegenen Schrottplatz herum oder streichelten die Pferde auf der Koppel. Es begann für mich eine schöne, sorgenfreie Zeit, in der ich viel Spaß hatte und einfach glücklich war. Wir vier fühlten uns wie in einem Abenteuer mit Tom Saywer und Huckleberry Finn.

Das Verhalten meines Vaters hatte sich nun etwas gebessert, er versuchte, wenigstens einigermaßen pünktlich von der Arbeit nach Hause zu kommen und die Wochenenden nicht mehr allzu oft über die Strenge zu schlagen, aber der Alkohol war trotzdem immer noch ein Thema, obwohl mein Vater gerade im alkoholisierten Zustand nie aggressiv und gewalttätig war. Ich hoffte sogar als Kind, dass er möglichst oft angetrunken war, denn so konnte ich ihm ohne Brüllerei und Ohrenlangziehen einige wenige Klopfer, die ich mir untertags geleistet hatte, gestehen.Meistens meinte er dann nur müde, dass wir Morgen darüber sprechen, was er dann allerdings wieder vergaß.
Oftmals veranstalteten meine Eltern mit Nachbarn im Garten Grillfeste, die bis tief in die Nacht dauerten. Langsam begann sich auch meine Mutter, an dem Gesellschaftsleben meines Vaters zu beteiligen und mit anderen Frauen so etwas wie Freundschaften aufzubauen.
Für uns Kinder bedeutete das, länger am Abend unterwegs sein zu können und uns wie Erwachsene zu fühlen.

Im Ort gab es eine große Frittenbude, wie man sie nur von Holland und Belgien her kennt. Dort trafen wir uns dann mit anderen deutschen Kindern aus der Siedlung und kauften begeistert unsere Tüten Fritten mit viel Mayonnaise und Ketchup, Frikadellen mit Zwiebeln und Senf und andere frittierte Leckereien.
Wir konnten dort stundenlang herumlungern und uns laut schnatternd und aufgeregt unterhalten; die Holländer waren diesbezüglich sehr tolerant und ließen uns gewähren, solange wir keinen Mist bauten.

Mit holländischen Kindern hingegen hatten wir weniger zu tun, da hatte sich eine unsichtbare Barriere gebildet. Die wollten besser mit uns nichts zu tun haben und wir auch nicht mit ihnen. Aus ihrer Sicht waren wir wohl Schmuddel- oder Nazibesatzer-Kinder und umgekehrt hielten wir sie für arrogant-dumme Käseköpfe, deren Sprache man noch nicht einmal richtig versteht, geschweige denn aussprechen kann. Tja, so lief in den 70er Jahren die Kinderwelt in Holland ab, aber sie war durchwegs in Ordnung.

Und doch legte ich für eine kurze Zeit ein seltsames Verhalten an den Tag. Ich war gerade acht Jahre alt, als es völlig überraschend am Abend in meinem Kinderzimmer begann.
Ich war gerade im Bett und spielte mit meinem Stofftier, einem Plüschfuchs, bevor meine Mutter noch einmal ins Zimmer kam, um mir „Gute Nacht“ zu wünschen und das Licht auszuschalten.
Normalerweise schlief ich auch ziemlich rasch danach ein, aber an diesem Abend hörte ich plötzlich Stimmen, die aus der Wand zu kommen schienen.
Zunächst war es nur ein unverständliches, dumpfes Murmeln, das sich langsam zu einem rhythmischen Singsang steigerte.
Es hörte sich an, wie dieser typisch monotone Indianergesang „Eya he he, Eya he he“.
Dabei wurde es immer lauter und dann schrien diese fremden und dunklen Stimmen mich an.
Sie beschimpften mich und schrien „Du wirst sterben, Du gehörst uns. Was bist Du für ein kleines Stück Scheiße“ und ähnliches mit einem heißeren und blechern klingenden Gelächter.
Es war so bösartig und krass.
Völlig entsetzt sprang ich aus dem Bett und machte das Licht an, aber die Stimmen hörten nicht auf. Sie waren nicht in meinem Kopf, sondern sie kamen wirklich aus der Wand gegenüber von meinem Bett.
In völliger Panik rannte ich nach unten ins Wohnzimmer zu meinen Eltern.
Als ich ihnen erzählte, was bei mir im Kinderzimmer los ist, ging meine Mutter mit mir nach oben, aber dort war es auf einmal wieder total still. Meine Mutter schob es auf einen schlechten Traum oder die Lautstärke des Fernsehers und packte mich wieder in mein Bett.

Ich hingegen hatte Todesangst und lauschte ängstlich im dunklen Raum, bis ich an diesem Abend doch noch ohne weitere Zwischenfälle einschlafen konnte.
Das Gleiche wiederholte sich dann am nächsten Abend. Wieder geriet ich in Panik und langsam wurde mein Vater richtig sauer. Er fragte, ob ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte. Er packte mich unsanft am Arm und führte mich wieder rauf ins Zimmer mit der Drohung, wenn ich jetzt noch einmal hier im Wohnzimmer auftauche, dann würde es was setzen.
Ich zog meine Bettdecke über den Kopf und begann, vor mich hinzuwimmern, denn die Stimmen kamen wieder.
Es begann immer mit diesem „Eya he he, Eya he he“ und dann lief das gleiche Beschimpfungsprogramm ab. Weil ich mich nicht mehr im Wohnzimmer blicken lassen konnte, machte ich einfach meine Zimmertüre auf, legte mich auf den Treppenflur im ersten Stock und versuchte, den leisen Tönen aus dem Fernseher unten im Wohnzimmer zu lauschen bis ich nicht mehr diese Stimmen aus der Wand wahrnahm.
Ich lag so zwei bis drei Stunden wach und wenn ich hörte, dass meine Eltern den Fernseher ausschalteten, um selbst nach oben ins Bett zu gehen, verzog ich mich wieder schnell ins Kinderzimmer, um endlich wieder in meinem eigenen Bett einzuschlafen.
Das ging mehrere Nächte hintereinander so weiter, bis ich mich noch nicht einmal getraute, aufs Klo zu gehen und deswegen einfach unter meinem Bett oder in den Puppen-Nachttopf pinkelte. Die Pisse versteckte ich im Schrank.
Es dauerte nicht lange, bis meine Eltern den Gestank in meinem Zimmer mitbekamen. Ich erwartete schon einen Wutanfall von meinen Vater, aber diesmal blickte er mich nur sorgenvoll an und fragte, was nur mit dem Kind los sei.
Am nächsten Tag ging meine Mutter schließlich mit mir zum Arzt. Der wiederum konnte keine gesundheitlichen Probleme oder besondere neurologisch bedingte Verhaltensauffälligkeiten bei mir feststellen, meinte aber, dass ich möglicherweise unter Halluzinationen leiden könnte. Er konnte meinen Eltern nur den Rat geben, gegebenenfalls noch einen Kinderpsychiater in Eindhoven aufzusuchen. Ich kann gar nicht sagen, ob meine Eltern diesem Ratschlag gefolgt sind, denn daran erinnere ich mich nicht mehr. Ich glaube aber, sie hatten davon abgesehen.
Um nicht meine Eltern weiter zu verärgern (sie waren gezwungen, den Teppich aus dem Kinderzimmer herauszureißen und neu zu verlegen, sowie meinen Schrank mit Essig und Zitronensäure auszuwischen), musste ich mir eine neue Strategie ausdenken.

Als eines Abends wieder diese Stimmen auftauchten, fing ich an, in den Eya-he-he-Gesang mit einzusteigen. Ich summte leise mit und schloss die Augen.
Zunächst kam es auch wieder zu diesen widerwärtigen Beschimpfungen, aber als ich leise vor mich weiter summte, die Ohren zuhielt und dabei flüsterte „Ich habe keine Angst vor Euch, ich habe keine Angst vor Euch“, wurden auch die Stimmen leiser und hörten schließlich ganz auf.
Danach tauchten sie erst einmal lange Zeit nicht mehr auf und ich hatte einen weiteren Kampf gewonnen, den ich vollständig alleine ausfechten musste. Aber wenigstens war ich von dieser Zeit an vorbereitet und verlor ein weiteres Stück Angst.

Dafür häuften sich ab diesem Zeitpunkt bei mir bestimmte Vorahnungen und Träume. So träumte ich nicht lange nach den Stimmen aus der Wand, dass ich alleine an einem Feldweg stehe und ein Motorradfahrer auf mich zukommt, der mich töten wollte. Ich konnte ihn genau erkennen. Er trug einen khakifarbenen Arbeitsoverall, schwere dunkle Halbschuhe und hatte dunkelbraune, kurzgeschnittene Haare. Sein Gesicht war sehr markant und eckig mit dunklen Koteletten und vorne glattrasiert. Die Wangen glänzten rot, die Augen blitzen schwarz und stechend. Es war definitiv ein Holländer und er rannte mir hinterher, als ich vor ihm weglief. Bevor er mich zu fassen bekam, wachte ich auf.
Ich erzählte keiner Menschenseele meinen Traum und schenkte diesem Traum einmal keine weitere Beachtung mehr – zunächst.

Etwa ein bis zwei Wochen später fuhr ich wie gewohnt mit meinen Freunden Eike und Thomas nach der Schule zu unserem Baumhaus, das mitten in den Maisfeldern am Rande eines kleinen Wäldchens stand. Thomas hatte mich auf seinem Gepäckträger mitgenommen, weil an diesem Tag mein Bonanza-Fahrrad einen Platten hatte und ich warten musste, bis mein Vater den Reifen reparierte.
Wir rauchten auf dem Baum gemeinsam Strohhalme, die wir am Feldweg aufgesammelt  und mit einer Lupe angezündet hatten. Thomas musste dann früher daheim sein, weil seine Eltern zum Einkaufen nach Eindhoven wollten. Eike begleitete ihn schließlich mit seinem Fahrrad nach Hause, während ich noch am Baumhaus blieb und weiter zu einem nahegelegenen Bächlein gehen wollte, um dort meine Füße baumeln zu lassen und im kühlen Wasser zu waten.
Am Abend wollten wir uns auf der Siedlungswiese zu einem Fußballmatch treffen.

Ich hatte es an diesem frühen Nachmittag nicht besonders eilig und schlenderte gedankenverloren am Feldweg zum Bächlein entlang, als ich plötzlich von der Ferne ein Motorradknattern hörte. Ich kannte mich damals mit Motorrädern nicht aus, aber als ich das Motorrad erblickte, erkannte ich die orangene Farbe, wie man sie von den alten Suzuki-Maschinen kennt, und erschrak, als ich den Fahrer ohne Helm mit dem khakifarbenen Arbeitsoverall erkannte.
Zunächst blieb ich am Feldweg stehen und schaute instinktiv nach einer Gelegenheit, mich im Maisfeld oder hinter einem Baum zu verstecken, um von dort die Situation weiter zu beobachten, aber der Motorradfahrer hatte mich bereits erblickt. Eigentlich hatte er erst eine andere Richtung eingeschlagen gehabt, aber dann drehte er seine Maschine um 90 Grad in meine Richtung und kam auf mich immer schneller zu. Ich begann wie eine Irre den Feldweg zurück Richtung Deutscher Siedlung an der Europalaanstraat zu rennen und schrie dabei um Hilfe, doch die ersten angrenzenden Häuser waren noch zu weit weg, um mich zu hören. Als er nahe genug an mich rangefahren war, bremste er ab und schmiss sein Motorrad auf das Feld, um mir die letzten Meter hinter zu laufen und mich zu schnappen. Ich schlug in Todesangst Haken wie ein Hase und rannte quer durch ein angrenzendes  abgemähtes Stoppelfeld. Nachdem er bemerkt hatte, dass er mich so nicht mehr erwischen konnte, rannte er wieder zurück zu seinem Motorrad und begann mir parallel auf dem Feldweg bis zur Siedlungsstraße zu folgen, um mir dann den Weg zur deutschen Siedlung absperren.
Ich schaffte es gerade noch durch ein Gebüsch und landete direkt im Garten eines der angrenzenden Häuser. Ich hörte ihn laut auf Holländisch fluchen, als er sah, wie gerade ein Auto langsam aus einer Seitenstraße bog und ich wie am Spieß schrie, um die Anwohner auf mich aufmerksam zu machen. Daraufhin gab er Fersengeld und raste davon.
Ich hatte in diesem Augenblick mehr Glück als Verstand, denn dummerweise war in dem Haus, zu dem der Garten gehörte und in dem ich mit einem Hechtsprung gelandet war, keiner anwesend; der Autofahrer schien auch nichts bemerkt zu haben.

Ich hatte bis heute nie ein Wort über diesen Vorfall verloren, nicht einmal gegenüber Thomas und Eike. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mich wieder zu beruhigen und zu versuchen, das alles zu verdrängen. Doch seit dieser Zeit haben sich meine Sinne enorm geschärft und es gab noch viele brenzlige Situationen in meinem Leben, von denen weder meine Mutter, mein Vater noch sonst ein Mensch jemals etwas mitbekommen hatten. Ich lernte eben früh, bestimmte Geheimnisse für mich zu behalten. Manche Sachen erfuhr meine Mutter erst viel, viel später und bekam trotz der lange zurückliegenden Geschichten noch nachträglich das kalte Grausen.

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