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Zurück zu Teil 1

Wie ich bereits im ersten Teil ausgeführt hatte, verlegte Klaus Püschel mal so eben den vermuteten Todeszeitpunkt von Stefan Jahr um zweieinhalb Stunden nach hinten, obwohl anhand der Mageninhaltsanalyse Reste von einem Müsli-Riegel feststellen werden konnten, den Stefan Jahr zwischen 21.00 und 21:30 Uhr vor dem Schlafengehen gegessen haben könnte. Begründet hatte er das, nachdem er mit dieser Ungereimtheit konfrontiert wurde, mit dem Unsicherheitsfaktor, dass sich Stefan Jahr auch noch nach dem Verlassen des Internats diesen Riegel einverleibt haben könnte. Theoretisch ist das auch denkbar, aber angesichts der Fakten, an denen er sich als Gerichtsmediziner zu halten gehabt hätte, nur eine weitere Variable. Er hätte in jedem Fall den Zeitraum, in dem der Tod eintrat, ab 22:00 Uhr vorverlegen müssen, weil er eben nicht ausschließen konnte, dass Stefan diesen Riegel kurz vor dem Schlafengehen gegessen hatte.

Ich hatte im ersten Teil auch schon gefragt, ob man gegebenenfalls im Zimmer von Stefan, z.B. im Papierkorb, Bett oder Hosentaschen Verpackungspapier oder andere Müsli-Riegel aufgefunden hatte. Gut, zum Zeitpunkt des Verschwindens von Stefan Jahr wusste man ja noch nicht, dass dieses Detail wichtig werden könnte – das ist also verzeilich.

Was aber nicht mehr nachvollziehbar ist, ist der Umstand, dass man am Leichenfundort nicht nur Stefans Leiche gefunden hatte, sondern auch seine vollständige Bekleidung. In dem Grab lagen seine dunkelgraue Jeanshose und bräunliche Turnschuhe dabei (siehe auch die Polizeifotos, die in der Sondersendung von RTL2 „Ungeklärte Morde – dem Täter auf der Spur – SoKo Dennis“ zu den im Grab gefundenen Gegenständen gezeigt wurden). Das Sweatshirt hatte er noch angehabt. Also hätte man nach der Obduktion und dem Vorliegen der Analyseergebnisse zum Mageninhalt einfach nur mal prüfen müssen, ob so ein Papier oder Riegel in den Hosentaschen bzw. am  Leichenfundort entdeckt wurden. Das scheint zumindest nach Vorliegen der öffentlich zugänglichen Informationen nicht der Fall gewesen zu sein. Umso unverständlicher ist das erste Gutachten Püschels vom 07.07.1992, hier den Zeitpunkt des Todes auf Mitternacht bzw. den frühen Morgenstunden zu legen, wenn es auch anders gewesen sein könnte, insbesondere wenn nichts darauf hingedeutet hatte, dass sich Stefan noch auf dem Weg aus dem Internat Proviant in Form von Müsli-Riegel mitgenommen hatte.

Aus den Hinterlassenschaften von Stefan hat einzig und allein nach Angaben des Vaters ein naturfarbenes Lederportemonnaie gefehlt, in dessen Innenseite mit blauen Kugelschreiber der Name von Stefan Jahr reingeschrieben war. Dieser Geldbeutel ist bis heute verschwunden. Hat man diesen Geldbeutel eigentlich bei der Durchsuchung vom mutmaßlichen Mörder Martin Ney gefunden, was ja dann ein eindeutiges Indiz dafür wäre, dass Martin Ney tatsächlich für den Mord an Stefan Jahr verantwortlich war?

Ich glaube nicht! Viel eher komme ich zu der Überlegung, dass der oder die Täter den Geldbeutel bereits aus dem Zimmer von Stefan Jahr gestohlen hatten, um möglicherweise einen Beweis für seine/ihre Auftraggeber vorzulegen, dass der Mord an Stefan ausgeführt wurde.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich halte Martin Ney auf keinen Fall für unschuldig und bin der Meinung, dass er dort, wo er momentan sitzt, auch richtig aufgehoben ist, aber ich glaube eben nicht an die Einzeltätertheorie, sondern viel mehr daran, dass Martin Ney nur einer aus dem organisierten Ring der Täter war, die dann auch in einer langangelegten schwarzen Operation für die Ermordung und Missbrauchsfälle anderer Kinder verantwortlich sind.

So denke ich das auch im Fall von Jakob von Metzler, denn Markus Gäfgen wusste, dass der Junge bereits tot war, als er die Lösegeldforderung an die Eltern stellte. Es war nie beabsichtigt, den Jungen wieder freizulassen, sondern ihn eiskalt zu ermorden und dann auch noch Profit aus diesem widerwärtigen Verbrechen zu schlagen. Ich habe diese Theorie schon kurz in meiner Ausarbeitung zum Datenklau von Liechtenstein angedeutet. Möglicherweise war das als Belohnung der Strippenzieher für Markus Gäfgen gedacht.

Wisst Ihr, wenn man False-Flag-Operationen ohne Skrupel auf Kosten unbeteiligter Menschenleben als Terroranschläge tarnt, wie es im Fall des Oktoberfest-Bombenanschlags oder des Anschlags auf den Bahnhof in Bologna gewesen war, oder ein Flugzeug in die Luft jagt wie im Fall Lockerbie oder auch Amokläufe inszeniert, wie es zumindest nach Meinung einiger Rechercheure im Fall Winnenden und Erfurt stattgefunden hat, dann halte ich so ziemlich alles für möglich – und der Fantasie ist dann auch bei der Inszenierung von Serienmorden keine Grenzen gesetzt.

Wer bereits das Buch von David McGowan „Programmed to Kill“ oder auch die in Anlehnung an das Buch erstellte Serie von dem Youtuber „lolfieldandlove“ kennt, weiß, wovon ich spreche. Übrigens ist auch der Autor des Buches mittlerweile qualvoll an einem Krebsleiden gestorben.

In den meisten Fällen hat sich nämlich herausgestellt, dass die allerwenigsten Serienmorde in Amerika von Einzeltätern verübt wurden, wie man es gerne den unbedarften Bürgern aller Nationen durch öffentlich zur Schau gestellte Profiler und Experten wie Robert Ressler, John Douglas oder auch unseren deutschen Vorzeige-Nick-Knatterton, Alexander Horn, weismachen will. Vielmehr verdichten sich die Indizien, dass mindestens zwei, wenn nicht sogar eine ganze Bande daran beteiligt war. Als Beispiele seien nur die Matamoro-Morde in Mexiko um den Drogenhändler Alfonso Constanzo oder Henry Lee Lucas und der satanische Kult „Die Hand des Todes“ oder auch der Kinderschänderring um Marc Dutroux genannt.
Der Autor Maury Terry kam bei der Untersuchung der Serienmorde von David Berkowitz in seinem Buch „The Ultimate Evil – An Investigation of Americas most dangerous Satanic Cult“ ebenfalls zu dem Ergebnis.

Selbst bei Jeffrey Dahmer, der Ende der 80er Jahre sogar in Baumholder in Deutschland stationiert war, liegt der Verdacht nahe, dass er seine Morde nicht alleine und abgeschottet von seinen Mitmenschen ausübte, denn in seiner Wohnung fand man eigenartigerweise unauffällig, aber professionell angebrachte Überwachungskameras, wie wir sie auch bereits von der Wohnung in der Frühlingsstraße als angebliches Terrornest der NSU-Protagonisten kennen. Daneben fand man Tausende von Fotos, die er von seinen Opfern in den verschiedensten Stadien der Verwesung machte, sodass man davon ausgehen musste, dass er diese Bilder auch anderen anbot. Die Liste dieser Serienmörder wie Bob Berdella mit seinem Horror-Ramschladen „Bobs Bizarre Bazar“ ist lang und könnte hier noch unendlich fortgesetzt werden, aber wer hierzu nähere Informationen haben will, kann ja selbst noch weiter recherchieren.

Ich möchte mich in diesem Kontext wieder ganz auf die Mordserie des schwarzen Mannes konzentrieren, denn da gibt es noch eine ganze Menge an interessanten Hintergrundinformationen, die durchaus einer besonderen Erwähnung wert sind.

Dass etwas bei dieser Mordserie oberfaul sein könnte, hatte ich schon ziemlich früh nach den ersten ausgestrahlten Dokumentationen über den Fall Dennis Klein gemutmaßt, aber richtig geschrillt hatten die Alarmglocken im Kopf bei mir, als im Februar 2011 eine Meldung über einen angeblichen Augenzeugen veröffentlicht wurde, der Dennis Klein und seinen mutmaßlichen Mörder noch am frühen Morgen beim Joggen gesehen haben wollte.
Ihr könnt Euch vielleicht noch erinnern, dass man eine Zeichnung von dem Auto und dem Mann anfertigte und der Öffentlichkeit präsentierte. Zum Beispiel schrieb die FAZ vom 10.02.2011 „Zeuge will möglichen Täter gesehen haben“: „Fast zehn Jahre nach dem Mord an dem kleinen Dennis aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck haben die Fahnder eine Spur. Ein Zeuge will in der ersten Septemberwoche 2001 morgens gegen 4.30 Uhr im Bereich Garlstedt (Landkreis Osterholz) in einem Auto Dennis gesehen haben, teilten die Ermittler am Donnerstag in Verden mit. Am Steuer habe ein bulliger Mann mit Brille Anfang 30 gesessen. Er sei mindestens 1,85 Meter groß. Der Täter soll mit einem hellen Opel Omega Caravan gefahren sein. Auf der Rückbank will der Zeuge einen kleinen Junge mit blonden Haaren gesehen haben. Der Junge, den die Ermittler für Dennis halten, habe ein T-Shirt mit einem Hundemotiv getragen. Die Fahnder schätzen die Angaben des Zeugen als glaubhaft ein. Nach Angaben der Ermittler ist davon auszugehen, dass der Mann Deutscher ist. Er weise einen starken geografischen Bezug zum Nordwesten auf.“

Und das Hamburger Abendblatt vom 11.02.2011 „Mordfall Dennis: Mehr als 100 neue Hinweise auf Serienmörder“ schrieb „Der Leiter der „Soko Dennis“, Martin Erftenbeck, sagte am Donnerstag in Verden, dass sich der Zeuge absolut sicher sei, dass es sich um Dennis gehandelt habe. Der Neunjährige aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbeck war während einer Klassenfahrt in der Nacht zum 5. September 2001 aus einem Schullandheim im Kreis Cuxhaven verschwunden. Zwei Wochen später fanden Pilzsammler seine Leiche etwa 45 Kilometer von dem Heim entfernt in einem Gebüsch. Der Junge war erstickt worden. […] 7800 Hinweisen waren die Ermittler in all den Jahren nachgegangen. Doch eine heiße Spur gab es nicht. Das könnte sich mit der Aussage des Zeugens ändern. Der Mann aus Nordrhein-Westfalen war damals als Soldat im Kreis Osterholz stationiert. Bereits am frühen Morgen, als es noch dunkel war, trainierte er für einen Marathon. Im Schein seiner Stirnlampe konnte er aber das Innere des Wagens gut erkennen. „Er machte sich kurz Gedanken darüber, lief dann aber weiter“, sagte Erftenbeck. Erst im vergangenen August wandte er sich an die Polizei, als er sich nach einem TV-Bericht über die ungelösten Mordfälle an seine Beobachtungen erinnerte.“

Zu dem Zeitpunkt lief eine andere Aktion in Nordrhein-Westfalen. Hier hatte man endlich den Mörder des 10-jährigen Mirco aus Grefrath gefasst. Es soll ein dreifacher Familienvater und Manager bei der Telekom gewesen sein, wie man bei Spiegel vom 10.02.2011 „Fahndung nach Serienmörder: Das Phantom nimmt Gestalt an“ nachlesen kann.

Die WDR-Sendung „Hier und Heute“ hatte reißerisch über die hervorragende Ermittlungsarbeit der Mönchengladbacher Ermittlungsgruppe um Ingo Thiel berichtet (siehe auch „Hier und Heute – Mirco der Fall seines Lebens“)

Und wieder muss man keine Zusammenhänge sehen, wenn man keine Zusammenhänge sehen will, aber diese aus meiner Sicht unangemessene und lächerliche Dokumentation zum Fall Mirco kann kein Zufall gewesen sein, zumal sie just zu dem Zeitpunkt ausgestrahlt wurde, als man sich im Fall Dennis Klein an die Öffentlichkeit wegen des unbekannten Opel-Fahrers gewandt hatte, obwohl doch schon die Informationen seit August 2010 vorgelegen haben sollen.

Überhaupt gab es auffälligerweise im Jahr 2009 noch einen Missbrauchsfall in Rheine. So berichtete der Stern vom 24. Juni 2009 „Schlägt der Serientäter wieder zu“: „Sie nannten ihn den „schwarzen Mann“: Ein Pädophiler, der in den 1990er Jahren Jungen aus Schullandheimen und Zeltlagern entführte – und missbrauchte. Für fünf von ihnen endete das Martyrium tödlich. Zwei aktuelle Fälle zeigen jetzt: Der Serientäter ist wahrscheinlich zurück. […] Ein Mann dringt am frühen Morgen des 20. Juni in eine Jugendherberge in Rheine ein, schleicht sich ins Jungenzimmer. Einen von ihnen, den zehnjährigen Peter S., trägt er im Schlaf in den angrenzenden Stadtpark. Hier will er ihn missbrauchen, befiehlt dem Jungen, seine Schlafanzughose ausziehen. Doch dann lässt der Täter den Jungen plötzlich laufen. Womöglich fühlte sich der Mann gestört. Die Schlafanzughose des Zehnjährigen wurde gefunden, die Unterhose bleib bislang verschollen. Bereits Ende April 2009 war ein Unbekannter in ein Einfamilienhaus in Rheine eingebrochen und bedrohte den zehnjährigen Sohn der Familie. Der schlief in dieser Nacht im Zimmer seiner Schwester, die vom Weinen des Bruders geweckt wurde – der Mann floh daraufhin.“

Und genauso schnell, wie man diese Story von dem ehemaligen Soldaten als wichtigen Zeugen in die Welt gesetzt hatte, verschwand sie auch wieder und man handelte die Sache als nicht mehr relevant ab, da es ja nun plötzlich ein echtes Opfer von Martin Ney in der Person eines gewissen Stefan Weber (Name von den Medien geändert) gegeben hat, das anonym über seine Missbrauchserlebnisse mit dem Jugendbetreuer schildern konnte. Aus Scham habe er so lange geschwiegen – ja, ja, schon klar.

Wie die jungen Welpen konnten sich jetzt die Pressevertreter auf diesen Zeugen stürzen und den ehemaligen Soldaten in die Versenkung und damit aus dem Bewusstsein der allgemeinen Leserschaft abtauchen lassen.

Daraufhin begann ich, noch einmal alle alten Dokumentationen über den Fall Dennis herauszukramen und sie mit meinen bis dahin vorbereiteten Notizen zu vergleichen.
Ich wollte damals ein Buch in Krimiform über den Fall Stefan Jahr schreiben und die daraus folgende Mordserie einem KSK-Team der Bundeswehr zuschreiben.
Im Mittelpunkt sollte dabei der bereits aus meiner Oktoberfest-Attentatsanalyse vorgestellte US-Oberstleutnant Michael Aquino stehen, dessen Rolle ich einem fiktiven Bundeswehrkommandanten zugeschrieben hätte.
Aquino war 1981 Europa-Berater beim Amerikanischen Generalstab. Zudem hatte er zahlreiche Abhandlungen über psychologische Kriegsführung und so genannte Black-Ops geschrieben. Zu diesem Zweck hatte er wahrscheinlich auch seine Sekte „Temple of Seth“ ins Leben gerufen, nachdem er sich mit Church-of-Satan-Anführer Anton LaVey (übrigens ein ehemaliger Polizeifotograf) angeblich überworfen hätte. Diese Sekte hatte ihren Versammlungsort in dem US Army Standort Presidio, Kalifornien.

Von Michael Aquino wird auch gesagt, dass er auf der Wewelsburg eine satanische Zeremonie abgehalten haben soll. Seine rechtsradikale Gesinnung war allgemein bekannt, auch seine Verbindungen zu rechtsextremistischen Gruppierungen in Amerika und Deutschland. Hierzu verweise ich auf meine Analyse zum Oktoberfest-Attentat – die ausländischen Beziehungen und Verbindungen.

Leider oder vielleicht auch Gott sei Dank ist mir dann die Verhaftung von Martin Ney in die Quere gekommen, sodass ich mein bereits angefangenes Buch auf den gedanklichen Müllhaufen meiner anderen Geschichten geschmissen hatte.

Nichtsdestotrotz fiel mir dann beim Abgleich meiner damaligen Recherchen etwas ganz Entscheidendes auf: Detlef Kaldinski, damaliger Sprecher der SoKo Dennis, erzählte vor der Kamera bei RTL2 „Ungeklärte Morde – dem Täter auf der Spur“, dass unmittelbar nach dem Verschwinden von Dennis eine Suchaktion gestartet wurde, an der auch viele Bundeswehrsoldaten von Garlstedt beteiligt waren. Außerdem hatte man umgehend eine 40-Mann starke Sonderkommission „Dennis“ gebildet und diese in eine Baracke der Lucius D. Clay-Kaserne in Garlstedt untergebracht.

Wie kann es also sein, dass der damals auch in Garlstedt stationierte Augenzeuge erst im August 2010 von dem Fall Dennis etwas mitbekommen haben will, wenn sich doch Duzende von Bundeswehrsoldaten aus Garlstedt noch am gleichen Tag des Verschwindens von Dennis an der Suchaktion beteiligt hatten und die SoKo Dennis sich zeitnah in einer Baracke der Kaserne niederließ?
Er war doch offensichtlich am 05. September 2001 dort anwesend, sonst hätte er ja nicht den mutmaßlichen Entführer und Mörder von Dennis Klein mit seinem Opel am frühen Morgen in einem Waldweg dort beobachten können.

Es ist aus meiner Sicht kaum vorstellbar, dass dieser ehemalige Soldat die große Aufregung  auch in der Lucius D. Clay Kaserne am äußersten Rand von Osterholz-Scharmbeck und vorgenommenen Maßnahmen zum Auffinden des Kindes nicht mitbekommen haben will.
Und wie erstaunlich ist es doch, dass einer, der seiner Sichtung von damals keiner großen Bedeutung zugewiesen haben will, es doch nach neun Jahren schafft, eine detaillierte Beschreibung zu einem möglichen Täter und sein Fahrzeug abzugeben. Da kann ich nur sagen „Chapeau!“

Es wurde immer wieder über die Ortskenntnisse des oder der Täter gerätselt, insbesondere, als man dann am 08. August 1995 einen zweiten Mordfall vor die Füße gelegt bekommen hat.
An dem Tag hatte die dänische Polizei in einem Dünengelände bei Holstebro die nackte Leiche eines Kindes ausgegraben, das sich später als der am 24. Juli 1995 aus dem Zeltlager Selker Noor verschwundenen Dennis Rostel herausstellte.

Den Ermittlungsbeamten war unbegreiflich, wie die Leiche des kleinen Kindes nach Holstebro gekommen war und der damals zuständige Oberkommissar aus Flensburg, Ketel Petersen, hatte wirklich viel unternommen, um diesen Mord aufzuklären.

Entdeckt wurde Dennis´ Leiche nach Aussage von dem dänischen Polizisten Peter Bahn Jacobsen, als ein Tourist in der Dünenlandschaft eine kleine Hand aus dem Sand herausragen sah. Der Weser-Kurier vom 21.04.2011 „Chronologie des Schreckens und Versagens“ berichtete, dass es ein Jogger gewesen sein soll.

Dafür, dass man so bedacht war, dieses Kind für immer verschwinden zu lassen, ja sogar eine so weite Strecke in Kauf nahm, um vom möglichen Tatort abzulenken, ist man doch bei der „Beerdigung“ sehr schlampig vorgegangen, was man bei der Entsorgung von Stefan Jahr nicht gerade behaupten kann.
Wenn man aber den Ausführungen des Vaters von Stefan Jahr Glauben schenken will – und das tue ich -, dann war auch Stefan noch nicht lange in den Dünen des Verdener Stadtwaldes eingescharrt gewesen. Dann wird auch klar, warum die Hunde relativ schnell die Spur zu der großen Lichtung witterten und schließlich die Stelle freikratzten.

Ich bin deswegen der Überzeugung, dass sowohl Stefan Jahr als auch Dennis Rostel nach der Entsorgung möglichst schnell gefunden werden sollten.
Bei Nikki Verstappen aus Heibloem, Limburg hatte sich der Täter erst gar nicht mehr die Mühe gemacht, das Kind einzugraben, sondern legte es in eine Fichtenschonung in der Nähe des Zeltlagers „De Heikop“ in der Brunssumer Heide ab.
So kam es, dass Nikki Verstappen auch ziemlich schnell am 11. August 1998, also einen Tag nach seinem Verschwinden, aufgefunden wurde.
Dennis Klein wurde dann in einem Gebüsch am Rande eines Feldweges zwischen Kirchtimke und Hepstedt verbracht – im Übrigen auch nur 40 Kilometer von der Lucius D. Clay-Kaserne entfernt, wenn man den Weg über das Teufelsmoor fährt.

Und ist es nicht komisch, dass Dennis in dem Kinderheim Lipperbruch im nordrhein-westfälischen Lippstadt wegen problematischer Verhältnisse der Eltern untergebracht war? Seiner Mutter wurde bereits im Jahr 1993 das Sorgerecht für ihre Kinder Dennis und Maik entzogen. Sein Vater wurde sogar des sexuellen Missbrauchs an seinem Kind bezichtigt und zeitweise selbst als Verdächtiger im Mordfall seines Sohnes geführt, bis sich herausstellte, dass diese Anschuldigungen offensichtlich falsch waren. Hierzu schreibt ROW-People: „Vielleicht hätte man die Spuren früher zusammenfassen können. Ulrich Jahr hat die Ermittler schon 1995 auf Zusammenhänge hingewiesen. Die Morde an seinem Sohn und an Dennis Rostel glichen sich frappierend. Jahr nahm Kontakt auf zur Familie Rostel, sprach mit dem Vater des Jungen, dem wegen später widerlegter Missbrauchs-Vorwürfe vom Jugendamt der Sohn entzogen wurde. Dennis lebte in einem Jugendheim im nordrhein-westfälischen Lippstadt.“ .“ (Quelle: ROW People „Der lässt mich kalt“ vom 16.10.2011)

Nach Aussagen des Oberkommissars Ketel Petersen soll Dennis Rostel völlig nackt in den Dünen aufgefunden worden sein. Sein blaues Sweatshirt, das er im Zeltlager kurz vor seinem Verschwinden getragen hatte, ließ sich nicht mehr auffinden.
Im Gegensatz zu Stefan Jahr war er nicht gefesselt, wie bestimmte Medien immer wieder behaupten. Fesselungen bzw. deren Spuren konnte man auch nicht bei Nikki Verstappen und Dennis Klein feststellen.
Nikki Verstappen lag in der Fichtenschonung mit entblößtem Oberkörper, aber seine rote Pyjamahose und Unterhose hatte er noch an. Nikki fand man auf dem Rücken liegend, eine Hand hinter dem unteren Oberkörperbereich, also Richtung Hinterteil. Auf der Unterhose hatte man dann allerdings DNA-Spuren sicherstellen können.

Dennis Klein wiederum war bis auf die Unterhose nackt. Sein Schlafanzug mit den Hundemustern konnte nicht mehr aufgefunden werden.

Der einzige in der vermuteten Mordserie des Martin Ney, der wiederum gefesselt, aber auch vollständig nackt aufgefunden wurde, war der aus dem belgischen Orval stammende Jonathan Coulom.
Die Internet Publikation benwaylab.com berichtet zu dem Fall einige interessante Details, die ich hier in Auszügen wiedergeben möchte: „Im April 2004 nimmt er an einer Jugendfreizeit in Saint-Brévins-les-Pins an der Atlantikküste teil. Die Jugendeinrichtung „PEP 18“, in der die Kinder untergebracht sind, ist zum damaligen Zeitpunkt zwar nicht eigentlich heruntergekommen, aber auch nicht in einem besonders guten Zustand. Türen und Fenster der Räume lassen sich teilweise nicht schließen, der Zaun, der das Gelände von der vielbefahrenen Landstraße „Route Bleue“ abgrenzt, ist an einer Stelle niedergedrückt. In der Nacht vom 06. auf den 07. April 2004 verschwindet Jonathan aus seinem Zimmer, das er mit fünf anderen gleichaltrigen Jungen teilt, und ist fortan unauffindbar. […] Etwa sechs Wochen später wird die Gendarmerie zu einem abgelegenen Herrenhaus im dreißig Kilometer entfernten Guérande gerufen. Die Bewohner des Manoir de la Porte Calon hatten seit zwei Wochen ein merkwürdiges Objekt im Teich hinter dem Gutshaus treiben sehen, das sie zunächst für ein totes Tier hielten. Nachdem die Gendarmen das Objekt gelandet haben, bewahrheiten sich für Jonathans Eltern die schlimmsten Befürchtungen. Der Körper, der im Teich treibt, ist Jonathans Leichnam. Der Körper des Jungen ist mit einem Nylonstrick in fötaler Haltung gefesselt. Die Fesselung ist komplex. Eine Schlinge läuft um den Hals und verbindet Hände und Füße. Der Leichnam ist mit einem 18 kg schweren Block beschwert. Nach der langen Liegezeit im Wasser sind DNA-Spuren nicht mehr nachweisbar. Das Obduktionsergebnis kann keine Feststellung darüber treffen, ob Jonathan vor seinem Tod sexuell missbraucht wurde. Auch die Todesursache bleibt unklar. Es kann festgestellt werden, dass Jonathan nicht erwürgt wurde und auch nicht ertrunken ist, denn es kann kein Wasser in seinen Lungen nachgewiesen werden. Im Ausschlussverfahren kommt die Rechtsmedizin zu dem Ergebnis, dass Jonathan erstickt wurde. […] Das Verschwinden von Jonathan im Jahr 2004 elektrisiert die Fahnder in Deutschland. Die große Frage ist nur, ob die jüngste Tat, das Werk eines einheimischen Täters ist oder sie Teil der Serie des schwarzen Maskenmannes aus Deutschland ist. Den Fahndern fällt als erstes auf, dass die bisher bekannten Tatorte auf einer annähernd diagonalen Linie liegen. […] In Saint-Brévin-les-Pins muss sich der Täter mit dem Gelände und dem Gebäude vertraut gemacht haben. Er muss gewusst haben, dass der Zaun, der das Jugendherbergsgelände zur Straße hin abgrenzt, niedergedrückt war. Muss gewusst haben, dass er im verwilderten Unterholz unauffällig und ungestört die Kinder beobachten kann. Er muss genau den Nutzen der Landstraße erkannt haben, die direkt an das Grundstück grenzt und welchen Vorteil das für ein Eintreffen und eine Flucht mit dem Auto bedeutet. Er musste die Anordnung der Räume in der Herberge kennen, musste wissen, dass die Tür von Jonathans Zimmer keine Klinke hatte und daher einfach aufgedrückt werden konnte. Viel spricht für die beunruhigende Vermutung, dass Jonathans Mörder lange im Verborgenen die Kinder beobachtet hat und mit zielsicherem Instinkt ein verletzliches Kind ausgewählt hat, das ihm keinen Widerstand entgegensetzen würde. […] Die Ermittler rätseln, ob es einen bestimmten Grund für den Täter gab, die Leiche ausgerechnet dort abzulegen. Vom Standpunkt eines rationalen, planenden Täters wäre es viel einfacher gewesen, den Leichnam ins Meer zu werfen oder ihn im nahen Fluss Loire verschwinden zu lassen, der dort kurz vor der Mündung ins Meer eine starke Strömung hat. Stattdessen hat der Täter mit dem noch lebenden oder toten Jonathan eine relativ lange Strecke von 30 km zurückgelegt und dabei auch noch den Pont de Saint-Nazaire überquert (wobei nicht gesagt ist, dass der Täter diese Strecke in direktem Weg gefahren ist). Aus Sicht der Ermittler ein äußerst unlogisches Verhalten, das die Gefahr einer Entdeckung außerordentlich erhöht hat. […] Die Ermittler sind sich anderseits sicher, dass der Täter das Gutshaus, wo er die Leiche im Teich ablegte, sehr gut gekannt haben muss. Diesen Ort konnte er nicht aufs Geratewohl auswählen. […] Der Teich war im Jahr 2004 von außen nicht zu sehen. Die Straße hinter dem Teich existierte im Jahr 2004 noch nicht. Eine Mauer und eine dichte Reihe von Bäumen entzogen ihn den Blicken. Wer das Grundstück mit dem Gutshaus nicht kannte, wusste auch nichts von der Existenz des Teichs hinter der Mauer. Ein weiteres wichtiges Detail: Der Täter hat die Kinderleiche nicht durch das Eingangstor getragen, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Betreten des Grundstücks eine kleine Bresche in der hinteren Mauer genutzt, die nur mit einer auf Kniehöhe baumelnden, rostigen Kette gesichert war. Diese Bresche war nur sehr wenigen Menschen bekannt.“ (Quelle: benwaylap.com vom 11.04.2014 „Das fünfte Opfer des „Schwarzen Mannes?“)

Ich komme jetzt erst einmal auf die Obduktionsergebnisse von Dennis Rostel zu sprechen, denn sie werfen schon noch einige Fragen zu Martin Neys Geständnis auf, wonach dieser gegenüber der Polizei angab, Dennis Rostel wäre freiwillig mit ihm zu seinem Ferienhaus nach Dänemark gefahren, das etwa 13 km vom Fundort der Leiche entfernt lag. Dort will er mit dem Jungen einige Tage verbracht haben, aber als er wieder berufsmäßig nach Deutschland fahren musste, hätte er den Jungen aus Angst, ihn zu verraten, umbringen und die Leiche vor Ort loswerden müssen.

Hierzu schreibt der Stern: „N. erzählt den Beamten, wie er sich im Sommer 1995 in seinem Ferienhaus in Dänemark gelangweilt habe. Er sei zum Ferienlager gefahren und habe sich einfach in eines der Zelte geschlichen. Der geständige Serienmörder ist genauso dreist vorgegangen, wie die Ermittler es jahrelang nicht für möglich gehalten haben. Dennis R. sei sogar freiwillig mit ihm mitgegangen, behauptet Martin N. „Der wollte ein Abenteuer.“ Er habe das Kind mit in sein Ferienhaus genommen und in den nächsten Tagen viele Ausflüge mit ihm unternommen. „Klingt wahnsinnig, aber ich hatte so ein Gefühl wie sein Papa zu sein.“ Nach einer Woche sei ihm klar geworden, dass er das Kind nicht mehr zurückbringen könne. „Da habe ich ihn noch erwürgt.“ Die Leiche habe er auf dem Hügel vergaben. Mit einer „ollen Schaufel. Irgend so eine Spielzeugschaufel.“ An die Farbe könne er sich nicht mehr erinnern. Ob die roten Lackpartikel am Leichenfundort von der Schaufel stammten, mit der Martin N. Dennis R. vergraben hat, wird wohl nicht mehr geklärt werden. Eine rote Kinderschaufel aus Metall, die die Kripo bei der Durchsuchung der Wohnung von Martin N. übersehen hatte, soll nicht mehr untersucht werden. Schließlich, so die Staatsanwaltschaft, habe Martin N. gestanden.“ (Quelle: Stern vom 28.11.2011 „Unschuldiger durchlebt 16 Jahre Hölle“)

Alleine schon die merkwürdige Zufälligkeit der Zahl 13 sollte doch nachdenklich stimmen. Dennis verschwand aus dem letzten am Waldrand gelegenen Zelt Nr. 13 und 13 Kilometer vom Leichenfundort in Holstebro quartierte sich Martin Ney angeblich zum Zeitpunkt des Verschwindens von Dennis Rostel in ein Ferienhaus ein. Am 08.08.1995 (!!) wurde Dennis schließlich gefunden.

Wie man aus der Sondersendung von RTL2 „Ungeklärte Morde – dem Täter auf der Spur“ erfahren konnte, fand man an Dennis´ Leiche Fliegenmaden, welche bereits direkt am Leichenfundort von der Polizei eingesammelt wurden. Einige dieser Larven hatten sich im Behältnis noch zu Fliegen entwickeln können. Im September 1998 hatte die Polizei Flensburg durch den Insektenforscher Jens Amendt am Frankfurter Goetheinstitut ein entomologisches Gutachten erstellen lassen, um den Zeitraum der Liegezeit am Fundort eingrenzen zu können. Äußerlich hatte man bei Dennis Rostel weder irgendwelche Verletzungen noch Anzeichen von sexuellem Missbrauch feststellen können, allerdings war der Verwesungsgrad schon so weit fortgeschritten, dass man dazu keine gesicherten Angaben machten konnte. Als Todesursache wurde ersticken vermutet. Wie ich bereits im ersten Teil geschrieben hatte, konnte man aber aufgrund der Leichenflecke gesichert feststellen, dass Dennis nicht die ganze Zeit an der Stelle lag, wo man ihn schließlich aufgefunden hatte, sondern irgendwo zwischengelagert wurde.

Grundsätzlich ist es so, dass bei freiliegenden Leichen die Besiedelung durch Fliegen innerhalb weniger Minuten erfolgt. Sofern eine Leiche in Plastikplanen eingepackt ist oder in einem völlig geschlossenen Raum, zum Beispiel einem Kofferraum, aufbewahrt wird, verzögert sich der Insektenbefall entsprechend. Wenn ein Toter sofort eingegraben wird, ist der Zugang für die Eiablage nahezu ausgeschlossen.

Bei Dennis hatten sich die Maden schon im vorletzten, höchstwahrscheinlich aber schon im letzten Stadium ihrer Entwicklung befunden, was der Insektenforscher daraus schloss, dass sich in dem geschlossenen Behältnis auch fertig entwickelte Fliegen befanden.
Anhand dieses Umstands konnte Jens Arndt den Zeitraum von der Eiablage bis zur Entwicklung der Maden an Dennis Körper nach seinem Tod zwischen vier und acht Tagen eingrenzen. Damit wurde auch seitens des Insektenforschers bestätigt, dass Dennis nicht nur ziemlich schnell nach seinem Verschwinden umgebracht, sondern auch irgendwo anders gelegen sein musste. Der Zeitraum vom Verschwinden des Jungen bis zu seinem Auffinden betrug genau 15 Tage.

Interessant ist jedenfalls auch folgende Passage aus dem Stern-Artikel vom 28.11.2011 „Unschuldiger durchlebt 16 Jahre Hölle“:

„Peter Baum ist als Hauptbetreuer für das Zelt mit der Nummer 13 eingeteilt. Anders als in den Nächten davor, schläft er in dieser Nacht nicht bei den Kindern. „Ich war erschöpft von einer Nachtwanderung und wollte endlich mal ausschlafen.“ Baum legt sich mit drei anderen Betreuern in ein großes Wikingerzelt, das etwa 20 Meter von dem Zelt mit der Nummer 13 entfernt aufgeschlagen worden ist. Gegen 3 Uhr nachts, so gibt Baum später zu Protokoll, habe er noch einmal nach den Kindern gesehen. Dennis habe geschlafen. Am nächsten Morgen, als gegen sechs Uhr die Lagerglocke läutet, ist Dennis R. verschwunden. Nachdem das Kind tot in Dänemark aufgefunden worden ist, rekonstruiert die Kripo Flensburg, dass Dennis R. zwischen 3 Uhr und 5.45 Uhr morgens aus dem Zelt entführt worden sein muss. Die Ermittler glauben nicht daran, dass der Mörder ein Fremder ist. Mit Dennis R. haben zehn Jungen zusammen im Zelt geschlafen. Er hatte seinen Schlafsack ganz hinten links im Zelt ausgerollt. „Fremde Personen hätten das Kind nicht ohne Lärm aus dem Zelt holen können“, notiert Kommissar P. in einem Vermerk. „Kinder im Zelt 13 hätten etwas gemerkt, ebenso die Kinder und Betreuer in den sehr eng stehenden Nachbarzelten.“

Und dann heißt es in dem gleichen Artikel weiter: „Der Krankengymnast wird als Zeuge vernommen. Freimütig räumt der Frühaufsteher ein, dass er Dennis R. morgens häufiger im Duschraum getroffen habe. Auf Nachfrage bestätigt er außerdem, dass er vor einigen Jahren in Dänemark im Urlaub gewesen sei – und zwar in der Nähe des Leichenfundortes. Das macht ihn für die Kripo verdächtigt.“

In seinem Kofferraum hatte man auch rote Lacksplitter gefunden, die zuvor am Leichnam von Dennis Rostel sichergestellt wurden. Später allerdings stellte sich laut BKA-Gutachten heraus, dass es sich nicht um identische Lacksplitter handelt. Die Lacksplitter am Leichenfundort waren von Struktur und Beschaffenheit einer kleinen rotlackierten Garten- oder Kinderschaufel zuzuordnen, während die Lacksplitter im Auto des Belgiers von einem roten Feuerlöscher stammen sollen.

Das ist komisch, denn Ende 1995/Anfang 1996 hatte das LKA Schleswig-Holstein in Kiel festgestellt, dass die Partikeln von Kofferraum und Leichenfundort identisch seien, weswegen der Haftbefehl gegen den Belgier erlassen wurde.

Wieso aber hatte dann auch das BKA gleichzeitig eine Analyse der Lackpartikeln vorgenommen und kam dabei zu einem anderen Ergebnis?
Danach musste der im Januar 1996 erstellte Haftbefehl gegen besagten Belgier wieder zurückgenommen werden.

Wieso irrte sich hier das LKA Kiel scheinbar so frappant?
Ist es überhaupt üblich, dass man bei der Untersuchung eines Mordfalls in einem Bundesland parallel zwei kriminaltechnische Untersuchungen sowohl vom LKA als auch vom BKA einleitet?

Bis dahin hatte man ja offiziell zumindest noch keine Verbindung zum Mordfall Stefan Jahr hergestellt.

Wenn man an die Ermittlungspannen des BKA im NSU-Fall alleine nur zur Ceska 83 denkt, dann darf man langsam auch in diesem Fall misstrauisch werden.

Überhaupt scheint das Jahr 2011 ein Jahr der Ermittlungserfolge auf dem Gebiet der Serienmorde gewesen zu sein. Nicht nur Martin Ney konnte im April 2011 dingfest gemacht werden, sondern auch die Mordserie an türisch-kurdischen Migranten einschließlich des Polizistenmordes aus Heilbronn durch das NSU-Trio im November 2011 war auf einmal gelöst.

Jedenfalls fiel mir immer wieder die Nähe von Bundeswehrliegenschaften zu den besagten Kindermorden und Missbrauchsfällen auf – schon damals im Jahr 2002. Und wer kennt sich mit Kasernen und Gemeinschaftsunterkünften besser aus als Soldaten und Bundeswehrangehörige?

Das Bundeswehr-Sozialwerk bietet regelmäßig für ihre Soldaten, Beschäftigten und deren Angehörige Ferienreisen und Jugendbetreuung in Landschulheimen und Zeltlagern an. Ich selbst war als Kind und Jugendliche auf drei dieser angebotenen Ferienlager.
Das erste Mal war ich in Aschau, das letzte Mal im Zeltlager in St. Peter Ording, wobei ich betonen muss, dass diese beiden Aufenthalte wirklich klasse waren und alles gepasst hatte.

Aber in dem Ferienlager in Kleinarl in Österreich musste ich selbst einige sehr unschöne Erlebnisse mit unfähigem und arrogant-brunzdummen sowie pädophil veranlagtem Betreuungspersonal verdauen, wobei die Palette von Mobbing über Diebstahl und falschen Anschuldigungen bis hin zu sexuellen Übergriffen reichte – und zwar jeden Tag, die volle Bandbreite an Psychoterror und auch Gewalt der Kinder untereinander.

Die meisten Betreuer waren selbst mal gerade 20 bis 25 Jahre und hatten dieses typische Reformschulgehabe a la Odenwaldschule an den Tag gelegt. Wir haben sie einen Scheißdreck interessiert und die verzogen sich lieber selbst zum Saufen und Vögeln in ihre Zimmer, dazwischen pseudointelligente Sprüche in unsere Richtung absondernd.

Ich befand mich damals im gleichen Alter wie Nikki Verstappen und bin dann oft in aller Herrgottsfrüh aus diesem Lager rausgegangen, um eigene Erkundungstouren zu unternehmen. Nach dem Mittagessen trollte ich mich gleich wieder raus bis zum späten Abend, also rechtzeitig  zum Schlafengehen, weil diese Zustände einfach nur unerträglich waren. Ich glaube, meine Abwesenheit ist noch nicht einmal aufgefallen, jedenfalls hatte mich nie jemand auf meine ausgedehnten Alleingänge angesprochen gehabt.

Nebenbei waren alle Betreuer unisono unfähig, mit uns Kindern und Jugendlichen mal sinnvolle Freizeitgestaltung durchzuführen. Stattdessen lungerten wir zwei Wochen lang ständig in dem Heim herum und warteten auf die nächste merkwürdige Kinder-Disko-Veranstaltung. Da wurden dann die Jüngeren meistens von den Älteren drangsaliert.

Sollte einer dieser verkorksten sogenannten Betreuer einschließlich des Lagerleiters aus dem Jahr 1980 zufälligerweise auf diesen Blog geraten und sich auch an den Beschwerdebrief meines Vaters an das Betreuungswerk erinnern, kann er/sie sich gerne angesprochen fühlen. Es ist wie mit dem berühmten Sack, in dem man alle reinsteckt und drauf haut – man trifft immer den Richtigen.

Danach hatte ich jedenfalls erst einmal die nächsten drei Jahre die Schnauze voll von diesen Reisen und es kostete meine Eltern viel Nerven und Überredungskünste, mich wieder dazu zu bewegen, so ein Ferienlager zu besuchen, damit sie auch mal wieder ohne einen nervenden Teenager in den Urlaub fahren konnten.
Gut, St. Peter Ording hatte ich dann tatsächlich nicht bereut.

Zurück aber wieder zu der Mordserie des schwarzen Mannes. Die Lucius D. Clay Kaserne in Garlstedt liegt bei Osterholz-Scharmbeck. Es ist anzunehmen, dass auch regelmäßige Übungen in den Gegenden um Geest und Marsch, insbesondere dem Teufelsmoor durchgeführt wurden.

Wikipedia schreibt hierzu: „In Garlstedt befindet sich die ursprünglich US-amerikanische Lucius D. Clay-Kaserne, die zwischen 1975 und 1978 erbaut und am 17. Oktober 1978 mit einer 200 Mann starken Vorhut eröffnet wurde. Es handelte sich um Soldaten der 75. US-Brigade, einer Vorausabteilung der 2nd Armoured Division („Hell on wheels“) aus Texas. Sie wurden gemäß einer neuen NATO-Doktrin in die Bundesrepublik teil-vorverlegt. Die Brigade wurde im Juli 1978 umbenannt in 2nd Armoured Division (forward) und bezog im Oktober 1978 die neu errichtete Kaserne in Garlstedt. Die Fluktuation der Vorausabteilung war sehr groß; so befand sich bereits nach 18 Monaten kaum ein einziger derjenigen Soldaten mehr in der Kaserne, der dort anfänglich seinen Dienst angetreten hatte. So ergibt sich für die Zeit von 1978 bis 1992 eine Gesamtzahl von 28.000 in Garlstedt stationierten US-Soldaten. Im Zuge der Kuwait-Krise wurde 1990 der größte Teil der US-Soldaten an den Golf gebracht, im Zweiten Irakkrieg wurden 18 von ihnen getötet. Da das militärische Material größtenteils zunächst im Irak bzw. Kuwait verblieb, nutzten die Amerikaner die Gelegenheit, die Kaserne zu schließen. Am 1. Oktober 1992 wurde ein offizielles „Flaggeeinholen“ vollzogen und die Kaserne dem Heer der Bundeswehr übergeben. Sie wird seitdem unter Beibehaltung des Namens als Truppenschule genutzt, in der pro Jahr etwa 15.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter aus dem gesamten Bundesgebiet ihre logistische Ausbildung erhalten. Anfänglich wurde der Lehr- und Ausbildungsbetrieb an der Nachschubschule des Heeres vorrangig am alten Standort „Roland-Kaserne“ (Bremen-Grohn) fortgeführt. Im Oktober 1999 nahm aber mit dem Umzug des Kommandeurs der Nachschubschule und Generals der Nachschubtruppe die Truppenschule offiziell ihren Betrieb in Garlstedt auf. Am 1. Oktober 2006 erfolgte aufgrund eines Unterstellungswechsels vom Heer zur SKB (Streitkräftebasis) eine Umbenennung in „Logistikschule der Bundeswehr“.

Von Garlstedt bis nach Wulfsbüttel, dem Schullandheim, aus dem Dennis Klein am 05. September 2001 verschwand, sind es gerade mal 6 Km. Die Orte Hepstedt und Kirchtimke liegen ca. 40 km von Garlstedt entfernt. Nebenbei möchte ich erwähnen, dass in Osterholz-Scharmbeck der Rotary Club sein Domizil aufgeschlagen hat.

Hat mal also jemals untersucht, ob es möglicherweise Verbindungen des Bremer Schullandheims e.V. zur Kaserne gibt, möglicherweise auch wegen den Freizeitangeboten für das Bundeswehr Sozialwerk? Hatte man damals wirklich in alle Richtungen ermittelt, die möglicherweise auch auf Militärangehörige hätten hindeuten können? Und was ist mit den Verbindungen des Belgiers, den man im Mordfall Dennis Rostel lange verdächtigte. War er gegebenenfalls auf einer Militärbasis beschäftigt?

Wieso ich das so dämlich frage? Ganz einfach, denn wenn ich mir die Umgebung von Selker Noor anschaue, wo damals Dennis Rostel verschwand, finde ich schon wieder in unmittelbarer Nähe einen Bundeswehrstandort mit der Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne und dem Fliegerhorst Schleswig-Jagel, genau genommen 12 Kilometer vom Zeltlager entfernt.

Hierzu gibt Wikipedia folgende Auskunft: „Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ (TaktLwG 51„I“), bis 30. September 2013 Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ (AG 51 „I“) ist ein Aufklärungsgeschwader der Bundeswehr. Es ist das jüngste Geschwader der Luftwaffe und das einzige mit der Fähigkeit zur bemannten und unbemannten taktischen Luftaufklärung innerhalb der Bundeswehr. Es ist in der Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne und dem Fliegerhorst Schleswig-Jagel in Schleswig-Holstein beheimatet. Das Geschwader ist ausgerüstet mit 20 Flugzeugen vom Typ Panavia Tornado ECR, 5 Tornado IDS-T, digitalen optischen Aufklärungsbehältern, mobilen Auswerteanlagen und Unbemannten Luftfahrzeugen. Das Geschwader ist Mitglied der sogenannten „Tiger Association“ und war als solcher 2004 und 2014 Ausrichter des NATO Tiger Meets. Nachdem die beiden mit RF-4E Phantom II ausgerüsteten Aufklärungsgeschwader 51 in Bremgarten und 52 in Leck aufgrund von Truppenreduzierungen nach dem Ende des Kalten Kriegs aufgelöst wurden, hatte die Luftwaffe keinerlei Möglichkeiten zur abbildenden Luftaufklärung mehr. Ab Juli 1992 wurde auf dem Marinefliegerhorst Schleswig-Jagel die Aufstellung eines Aufklärungsgeschwaders, unter anderem mit Personal und Material des Marinefliegergeschwaders 1, begonnen. Von Januar bis März 1993 führte die 1. Staffel Flugbetrieb mit Marine-Tornados unter der Bezeichnung „Luftwaffen-Tornado-Geschwader-Jagel“ durch. Den Namen Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ erhielt der Verband im April 1993. Die Bezeichnung des Geschwaders und der Traditionsname Max Immelmann wurde vom aufgelösten Aufklärungsgeschwader 51 übernommen, der Panther als Geschwaderwappen vom ehemaligen Aufklärungsgeschwader 52. Die offizielle Indienststellung des neuen AG 51 erfolgte durch den damaligen Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Jörg Kuebart im Januar 1994. Im Juli 1995 wurden sechs Recce-Tornados als Teil des Einsatzgeschwader 1 nach Piacenza in Italien verlegt, um an Einsätzen über dem ehemaligen Jugoslawien teilzunehmen. Nach Beteiligung an UNPROFOR, IFOR, SFOR, der Operation Allied Force und KFOR wurden die letzten Kräfte 2001 aus Italien abgezogen. Nach Auflösung des Marinefliegergeschwader 2 hat das Aufklärungsgeschwader am 1. Januar 2005 dessen Auftrag zur Seekriegsführung aus der Luft übernommen. Zwischen April 2007 und November 2010 waren permanent jeweils sechs Tornados im afghanischen Mazar-e Sharif beim dortigen Einsatzgeschwader der Bundeswehr stationiert, die in dieser Zeit knapp 5000 Flüge durchführten. Sowohl die Besatzungen als auch die Luftfahrzeuge wurden regelmäßig ausgetauscht, wobei die Einsatzdauer der Crews in der Regel sechs Wochen betrug. Das Stadtmuseum Schleswig zeigte im Jahre 2011 eine Fotoausstellung zum Einsatz in Afghanistan mit dem Titel Adleraugen über Afghanistan. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Taktisches_Luftwaffengeschwader_51_%E2%80%9EImmelmann%E2%80%9C)

Und dann gibt es auch noch das Hauptquartier der Alliierten Landstreitkräfte Schleswig-Holstein und Jütland, kurz LANDJUT genannt. Dieses Hauptquartier war von 1962 bis 03. April 1999 aktiv. Es handelte sich um ein NATO-Korps des deutschen und dänischen Heeres zusammen und war damit bis 1999 das erste und einzige multinationale Korps der NATO. Großbritannien war mit einem Verbindungsoffizier dort vertreten und der Stab saß damals in Rendsburg. Zu Ihr gehörte die Jütland Kampfgruppe Holstebro, bestehend aus dänischen und britischen Armeeangehörigen. Wer Interesse hat, kann über die genaue Zusammensetzung dieser Kampfgruppe auf linkfang.de mehr erfahren.

Interessant ist jedenfalls, dass in der Zeit von 1993 bis 1996 der zwölfte kommandierende Generalleutnant ein Deutscher namens G. Grüner war.

Und stolz verkündet die Homepage der alten Kameraden in ihrem Archiv die traditionell guten Beziehungen zu Dänemark. In markig soldatischem Deutsch heißt es dort: „Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Werner Freers, besuchte vom 14.. bis 16.. Mai auf Einladung des dänischen Befehlshabers des „Operativen Kommandos des Heeres“ (HOK), Generalmajor Agner Rokos, die Spitze des dänischen Heeres.. Der Inspekteur sprach mit seinem Amtskollegen und dessen Stab in Karup (vergleichbar unserem Kommando Heer) und besichtigte das Dragonregiment in Holstebro sowie das Ingenieurregiment in Skive.. Auf der Agenda dieser Auslandsdienstreise standen – neben dem offiziellen Vier-Augen-Gespräch mit Generalmajor Rokos, der Vorstellung des HOK sowie der Besuche beim Dragonregiment und beim Ingenieurregiment des dänischen Heeres – auch der informelle Besuch einer militärischen Ausstellung in Kopenhagen..“ (Quelle:

Die Panzergrenadierbrigade16 erzählte einen Schwank aus ihrer Chronik.
So kann man dort Folgendes lesen: „Kurze Zeit später verlegte die 4./161 im Eisenbahntransport auf den dänischen Übungsplatz OKSBOL. Die Männer um Hauptfeldwebel Karl-Heinz Lehmann, der Spieß der Kompanie, staunten nicht schlecht, als sie ihre Unterkünfte bezogen. Aus Platzmangel in der nahegelegenen Kaserne wurden die Unteroffiziere der Kompanie im Ferienort Blavand Strand untergebracht. So ließen sich die ersten Abende im Whirlpool und in den Strandkörben recht gut überstehen. Doch nach einem erlebnisreichen Betreuungswochenende ging es für die Männer so richtig los. Eine Gefechtsübung unter Leitung des dänischen Regimentskommandeurs mit schnell wechselnden Gefechtssituationen zwang die Panzerkompanie über sich hinauszuwachsen. So wurde die gesamte Übung – bis hinunter auf Zugebene – nur auf Englisch geführt und durch personelle Ausfälle auf Kompanie- und Zugebene wurde »nur« mit Stellvertretern geführt; und das klappte vorzüglich. Die Feldwebel Heiko Berendes, Gerd Hoffmann, Peter Lehmann und der dänische Zugführer, Oberleutnant Per Rothmans, zeigten, was sie draufhatten. So schleuste sich Rothmans in die ausweichenden Feindkräfte ein, wurde ohne Schwierigkeiten durch ROT aufgenommen und meldete dem ÜbChef, Oberleutnant Mario Lauer, ständig die neueste Feindlage. Aber auch solche Übungen gehen einmal zu Ende, und so verabschiedete sich die 4./161 herzlich von den Männern aus Holstebro, zu denen es noch heute private Verbindungen gibt.  Die seit 16 Jahren bestehende Freundschaft zwischen der 4./164 und der Möllner Schützengilde von 1407 e.V. wurde am 4.5.1990 durch den Austausch von Patenschaftsurkunden zwischen Möllns Bürgermeister Joachim Dörfler und dem Kompaniechef der 4./-, Hauptmann Horst-Peter Klaas, offiziell besiegelt.“

Und wenn ich mir dann noch das Zeltlager „De Heikop“ in der Brunssumer Heide ansehe, aus dem Nikki Verstappen am 10. August 1998 verschwand, dann entdecke ich doch wieder nur 6 km entfernt ein NATO-Stützpunkt.

Dazu heißt es in Wikipedia: „Das Allied Joint Force Command (JFC) Brunssum, auch JFC Brunssum, in den Niederlanden untersteht direkt dem NATO Allied Command Operations und ist eines der beiden europäischen NATO-Kommandos der operativen Führungsebene neben dem JFC Naples.

Das JFC Brunssum ging aus den früheren RC Allied Forces North Europe (AFNORTH) hervor, davor aus dem HQ Allied Forces Central Europe (AFCENT). Nach Gründung der NATO 1949 stellte der Supreme Allied Commander Europe Dwight D. Eisenhower am 20. August 1953 ein neues Hauptquartier für die NATO-Streitkräfte Mitteleuropa, die Allied Forces Central Europe (AFCENT), in Fontainebleau in Frankreich auf. Der neue Posten des Kommandeurs wurde durch einen französischen General besetzt. Zu AFCENT gehörten die Kommandobehörden Allied Land Forces Central Europe, Allied Air Forces Central Europe und Allied Naval Forces Central Europe. Am 1. Juli 1966 zog sich Frankreich aus der NATO-Kommandostruktur zurück, da der französische Präsident Charles de Gaulle die NATO als Instrument US-amerikanischer Interessen nicht akzeptierte und Frankreichs militärische Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit bewahren wollte. Daher unterstellte er keine französischen Truppen mehr unter US-Kommando und ordnete an, dass alle alliierten Einrichtungen Frankreich bis zum 1. April 1967 verlassen mussten. Das NATO-Hauptquartier für Europa (SHAPE) [Anm.: In dem übrigens auch Michael Aquino tätig war] wurde nach Casteau bei Mons in Belgien verlegt [Anm. Und in Mons hatte ein brutaler Serienmörder zahlreiche Frauen abgeschlachtet und zerstückelt an markanten Stellen abgelegt, siehe hierzu auch mein kurzer Hinweis auf die Rhein-Zeitung im ersten Teil – http://archiv.rhein-zeitung.de/on/97/04/21/topnews/killer.html].
Die niederländische Regierung bot an, das Hauptquartier von AFCENT nahe einer alten Kohlemine in der Provinz Limburg zu stationieren. Die Verlegung des Hauptquartiers nach Brunssum in Südlimburg fand vom Januar bis März 1967 statt und wurde im Juni desselben Jahres eingeweiht. Zudem wurde der Posten des Kommandeurs jetzt mit einem General der Bundeswehr besetzt. Während des Kalten Krieges bestand AFCENT aus zwei Heeresgruppen: der Northern Army Group (NORTHAG), inklusive der Britischen Rheinarmee, und der Central Army Group (CENTAG), sowie den Allied Air Forces Central Europe (AAFCE). Nach dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Wiedervereinigung 1989/1990 wurde die Nationale Volksarmee der DDR aufgelöst und deren Verbände zum Teil in die Bundeswehr und somit auch in die NATO integriert. Im Zuge der Transformation der NATO-Kommandostruktur wurde das Hauptquartier AFCENT am 3. März 2000 umstrukturiert und zum Regional Command Allied Forces North Europe (RC AFNORTH). Am 1. Juli 2004 wurde AFNORTH wiederum umstrukturiert und in Allied Joint Forces Command Brunssum (JFC Brunssum) umbenannt. Diese neue Struktur legte den Schwerpunkt darauf, dass die neuen NATO-Kommandostrukturen nicht mehr regional gebunden waren, sondern flexibel in der Unterstützung von NATO-Operationen agieren konnten. Als Standort für den Kriegs- oder Krisenfall wurde seit den 1960er Jahren der NATO-Bunker Castle Gate geplant und gebaut. Dieser wurde 1996 nach Demonstrationen der deutschen Friedensbewegung in Linnich-Glimbach in Dienst gestellt und erhielt erst durch die Terrorbedrohung des 21. Jahrhunderts eine Funktion.“

Nikki Verstappen stammte aus dem Limburger Dorf Heibloem, ca. 60 km vom Zeltlager De Heikop entfernt. Der NATO-Bunker Castle Gate in Linnich-Glimbach liegt ca. 30 km. vom Zeltlager De Heikop entfernt.
Der damals zuständige holländische Ermittler im Fall Nikki Verstappen erklärte gegenüber RTL“ in ihrer Sondersendung „Ungeklärte Morde – dem Täter auf der Spur“, dass kurz vor Nikkis Verschwinden um ca. 05:30 Uhr morgens ein Gespräch zwischen ihm und einem anderen Kind im Zelt stattgefunden hatte. Dort soll es um einen Vorfall am Abend zuvor im Zelt gegangen sein, bei dem sich die beiden wohl heftig gestritten hatten. Offensichtlich fand am Morgen eine Aussprache zwischen den beiden Kampfhähnen statt und dann ging Nikki aus dem Zelt, möglicherweise, um auf Toilette zu gehen. Ab 08:00 Uhr begann die Suche nach Nikki.

Gegen 21:00 Uhr wurde er dann in einer Tannenschonung in der Brunssumer Heide, 2 km vom Zeltlager entfernt, tot aufgefunden. Es konnten auch hier weder Todesursache noch irgendwelche äußeren Verletzungen festgestellt werden. Lediglich eine geringe DNA-Spur fand man auf seiner Unterhose. Ansonsten sah Nikki aus, als ob er friedlich eingeschlafen wäre. Den Ermittlern fiel auf, dass er weder Schuhe noch Socken an hatte, lediglich seine rote Pyjamahose.

Glaubt Ihr nicht auch, dass Sondereinsatz- und Spezialkommandos des Militärs speziell auf den Nahkampf und das lautlose Töten trainiert werden?
Dazu gehört auch das blitzschnelle Zugreifen und Kampfunfähigmachen eines Angreifers oder Feindes.

Wie leicht ist es dann, sich eines kleinen Jungen aus dem Hinterhalt mit einem Schnapp und dem richtigen Griff zu bemächtigen, ohne, dass er sich noch wehren oder schreien kann?

Ich erinnere mich an das Interview, das man mit Nikkis Eltern geführt hatte. Da gab die Mutter an, dass sie sich gut vorstellen könnte, dass ihr Sohn vor Schreck gestorben ist.

Und ist es auch nicht so, dass gerade SEK-, GSG9- und KSK-Truppen immer in dunklen Kleidern und Masken auftreten?

Und jetzt gebt Acht, was der Stern am 26.02.2012 geschrieben hat: „Der zwölfjährige Alexander H. wird 1994 und 1995 in Bremen [Anm.: und zwar im Stadtteil Horn-Lehe] drei Mal nachts von einem maskierten Mann in seinem Kinderbett überfallen, mit der Pistole bedroht und missbraucht. Die Staatsanwaltschaft Bremen vernichtet die Akten, noch bevor die Sache verjährt ist. Als die „Soko Dennis“ 2001 nach den Akten fragt, muss der Chef der Staatsanwaltschaft „zerknirscht“ einräumen, dass die Akten vernichtet worden sind. Das gleiche gilt für einen Missbrauchsfall im Schullandheim Zeven-Badenstedt, in dem 1992 ein Zehnjähriger missbraucht worden war. Auch diese Akten wurden vernichtet. Immerhin können die Fälle rekonstruiert werden.“ (Quelle: Stern vom 26.02.2012 „Karriere eines Kindermörders“)

Ich kann Euch sagen, dass ich aus eigener Erfahrung einige geisteskranke Dreckschweine aus der Truppe kennenlernen musste, denen ich nicht nur das Betreiben eines Kinderpornorings zutraue, sondern auch andere, viel widerwärtigere Schweinereien.

Einzig und allein zum Mordfall Jonathan Coulom konnte ich zunächst keine in der Nähe befindlichen Militärstützpunkte oder Standorte finden, bis ich dann auf einen Blog der Bundeswehr stieß, bei dem es um ein Studium an Ecole Speciale Militaire de Saint-Cyr ging.
Diese Elite-Akademie des französischen Militärs befindet sich etwa 110 km nördlich von dem Freizeitheim in Saint-Brévins-les-Pins, aus dem damals Jonathan Coulom verschwand.

Ich stelle Euch mal den Auszug aus dem Bundeswehrforum https://community.bundeswehr.de/thread/8541 vor:

Karlotta 31.01.2014 15:42

Hallo,

Ich wollte mal fragen ob sich hier jemand mit dem Studium am École Spéciale Militaire de Saint-Cyr auskennt oder sogar selbst dort ist/war.

Habt ihr irgendwelche Ratschläge wie man sich besser darauf vorbereiten kann?

Wie viele Soldaten dürfen pro Jahr etwa dort studieren und wenn man dafür vorgemerkt ist wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit einen Platz zu bekommen?

Vielen Dank!

LG

Karlotta

 

Hallo,

vielleicht hilft dir folgendes:

Um in einem Land zu studieren, muss man dessen Sprache beherrschen.

StCyr verlangt viel von seienn Studenten, sie sollen die Führungselite der Landstreitkräfte der „grande nation“ werden.

Ich war mit den StCyrienne auf einem Lehrgang. Die Ausbildung ist knallhart und vielseitig. Es liegt also an dir.

Die endgültige Auswahl wird im OA Btl Munster getroffen, wo du das erste halbe Jahr ausgebildet wirst. Wenn du dich dort gut machst, Leistungswillen und deine Persönlichkeit zeigst, dann geht es in dei Ausbildung nach Frankreich. Wenn du kein Französisch sprichst, die körperliche Leistung nicht bringst und keine wirkliche Lust auf eine Ausbildung im Ausland hast, dann wird das nichts. Im Allgemeinen dürfen sechs Deutsche pro Jahr nach Frankreich und sechs Franzosen gehen den deutschen Weg zum Offizier. Es sind die Besten.

Mein Rat an dich: Halte dich fit. Freue dich auf eine großartige Ausbildung, aber sei nicht enttäuscht, wenn du mal Rückschläge hinnehmen musst. Arbeite an deinen sprachlichen Fähigkeiten. Es ist ein langer steiniger Weg, den du zu gehen hast. Verliere nie den Mut. Und vor allem denk dran, du bist nicht der Mittelpunkt der Welt, du bist ein Teil im Getriebe. Wenn du nicht die Aufmerksamkeit bekommst, die du dir wünscht, dann mach einfach weiter und arbeite an deinem Ziel.

Du musst StCyr WOLLEN!

Ich beneide dich um diese Chance.

Ragnar

 

Moin Karlotta,

bei der Marine werden pro Jahr zwei Offizieranwärter im Austausch nach Frankreich an die Ecole Navale in Brest entsandt. Sie durchlaufen komplett die französische Ausbildung, einschließlich eines Ingenieurstudiums. Dafür solltest Du am besten zweisprachig deutsch-französisch aufgewachsen sein oder zumindest herausragend gut Französisch sprechen, schreiben, lesen und verstehen. Ebenfalls mußt Du die Anforderungen an ein technisches Studium erfüllen, und zwar in französischer Sprache!

Soweit ich weiß, erfolgt die Auswahl für die Marine aufgrund des Ausbildungsablaufes bereits in Köln beim Assessment Center.

Gruß,

Icke“

Soweit, so gut, aber das war mir immer noch zu vage, schließlich sind es ja doch ein paar Kilometerchen, die man für die Entledigung eines Leichnams im Tümpel eines abgelegenen Landhauses in Guérande benötigt.

Nicht, dass ich das für ausgeschlossen halte, aber nachdem man immer wieder in den offenen Medien betonte, dass der Täter eine sehr gute Ortskenntnis mitbringen muss, versuchte ich weiter in Guérande fündig zu werden. Dort hat zwar die französische Marine keinen Stützpunkt, allerdings gibt es im Umkreis von einem Kilometer zum abgelegenen Landhaus das Hauptquartier des Unternehmens „Marine Industrie Services“ (siehe auch die Homepage http://www.mis-marine.com/contact.php)

Die Adresse lautet

Marine Industrie Services

Our HQ in Guérande
ZAC de Villejames
7 rue de la Pierre
44 350 GUERANDE

Tel: (33) 02 40 66 24 70
Fax: (33) 02 40 19 15 89
Siret: 442 572 442 00030
APE: 7112B
Assets: 200 000 €

Das Unternehmen stellt sich dort als Spezialist für Testverfahren von technischer Ausrüstung auf Schiffen, Reparaturen und Instandsetzungsmaßnahmen vor.

Zu Ihrem Kundenkreis zählen sie neben zivilen Reedereien auch das Militär, insbesondere die Marine.

Tja, vielleicht sollte man noch einmal den Lebenslauf von Martin Ney, insbesondere hinsichtlich seiner ausgedehnten Reisen rund um den Erdball genauer unter die Lupe nehmen, denn was mich wirklich mittlerweile irritiert, ist der Umstand, dass man zwar jeden Scheiß aus seiner Biografie veröffentlicht, aber nicht ein einziges Mal darauf eingeht, ob Martin Ney zum Militärdienst herangezogen wurde oder stattdessen Zivildienst ableistete.
Ich finde, das wäre nicht ganz unwichtig angesichts der vielen Parallelen zum Militär.
Die Wehrpflicht bestand nämlich noch bis 30.06.2011, nachdem das Bundeskabinett am 15. Dezember 2010 die Aussetzung der Wehrpflicht zum 01. Juli 2011 beschlossen hatte.
Da saß dann Martin Ney mittlerweile in U-Haft.

Im dritten und letzten Teil zum Thema „Schwarzer Mann“ werde ich mich deswegen eingehender mit der Person Martin Ney beschäftigen.

Weiter mit Teil 3

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