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Zurück zu Teil 3

Wo Großbanken und Weltkonzerne auftreten, da sind auch die Geheimdienste als unauffällige Schattenbegleiter und Schoßhündchen nicht weit entfernt. Ein typisch deutsches siamesisches Drillingspaar ist zum Beispiel der Siemens-Konzern, die Deutsche Bank und der BND – ein Arsch, eine Hose und ein Gürtel, wie man bildlich so schön sagen würde.

Deswegen leite ich zunächst einmal dieses Kapitel mit einer Geheimagentengeschichte ein, die schon lange her ist, und die geht so:

Es waren einmal zwei in Bautzen II inhaftierte Westspione namens Horst Hering und Dieter Vogel.
Vogel war eigentlich davon überzeugt gewesen, baldmöglichst auf der Austauschliste der westlichen Geheimdienste zu stehen, was aber leider wohl nicht oder einfach zu spät erfolgte. Schließlich hatten ihm die Zermürbungstaktik der Stasi-Leute und die erschwerten Haftbedingungen so zugesetzt, dass er schließlich des Wartens überdrüssig wurde und am 9. März 1982 aus dem Leben schied. Zuvor vertraute er aber seinem deutschen Zellnachbarn Horst Hering einige Details an, die er dann doch nicht mit sich so einfach ins Grab nehmen wollte.
Also flüsterte er Hering zu, dass er ein CIA-Agent sei und zusammen mit seiner kanadischen Ehefrau in diverse Auslandsoperationen in San Salvador, Kuba und auch Kanada eingebunden gewesen war.  Aufgrund seiner Einsätze könne er deswegen viele Verräter aus den Reihen der westlichen Geheimdienste nennen, die schon viele Jahre für den Osten und ganz speziell für das MfS tätig sind – darunter auch zahlreiche innerhalb der BRD und des BND. Und dann nannte er auch ein paar Namen, zum Beispiel den Oberst Petrelli aus Bamberg oder den Hamburger Kaufmann und gleichzeitig MfS-Agentenführer Martin Henselmann oder auch das Ehepaar Braun, den Historiker Krause alias Wöhler alias Maler und nicht zu vergessen den BND-Mann Kurt Weiß alias Winterstein, der uns schon aus Geschichten wie der Datenklau von Liechtenstein – Alte Kameraden stets zu Diensten bekannt ist. Zuletzt war er als Leiter der BND-Schule eingesetzt und ließ dort u.a. auch irakische Militärkräfte ausbilden. In all dieser Zeit pflegte Kurt Weiß zu einem Ostfriesen namens Gerhard Baumann regelmäßigen Kontakt, denn der Leutnant der Reserve und versierte Spezialist für psychologische Kriegsführung fungierte als Chefredakteur der Zeitungen wie „Soldat im Volk“ und „Unsere Garnision“.

Baumann selbst hatte bereits Anfang der fünfziger Jahre für Gehlen gearbeitet. Mit Franz Josef Strauß kämpfte er gegen die Kommunisten. So dürfte es nicht weiter verwundern, dass Baumann für seine Publikationen zum Thema Psychologische Kampfführung unter »Berücksichtigung der Ansatzpunkte für eine Einwirkung in ihr inneres Gefüge« (Quelle: Kapitel 17 aus dem Buch „Undercover“ – „Diener vieler Herren – Der Fall des Gerhard Baumann“) seine Aufträge direkt vom BMVg, dem Strauß als damaliger Verteidigungsminister vorstand, erhielt. Interessanterweise führte der damalige Referatsleiter des Referats für Psychologische Kriegsführung (PSK) und Verbindungsführer zum BND, Werner Marx, die Verhandlungen.

Allerdings ließ er sich auch von der Stasi als „IM Schwarz“ führen. Theo Waigel und Friedrich Zimmermann, wie sich erst fünf Jahre nach der Wende herausstellte, übergaben Baumann z.B. vertrauliche Studien, die er prompt an die Stasi weiterreichte. Geheime Einschätzungen des BND zur Lage der DDR-Oppositionen waren ebenfalls unter diesen Dossiers. Der Spiegel „Für Strauß persönlich“ schrieb hierzu am 12.12.1994: „“IM Schwarz“ saß im Wehrpolitischen Arbeitskreis der CSU und trat in reaktionären Parteizirkeln auf. Abgeschöpft wurden nach Feststellungen der Ermittler CSU-Größen wie die Parlamentarische Staatssekretärin Michaela Geiger oder Bundestags-Vize Hans Klein. Auch Jürgen Schwarz, Politologie-Professor an der Bundeswehrhochschule, oder Dietrich Pause, Leitender Ministerialrat in der Bayerischen Staatskanzlei, waren Baumanns ständige Gesprächspartner. Pause war der Stasi so wichtig, daß sie ihm den Decknamen „Spitze“ gab. Geheimes Material in Hülle und Fülle besorgte BND-Direktor Kurt Weiß alias Winterstein. Der war Anführer der einflußreichen CSU-Seilschaft im BND, die ihre Parteizentrale mit Berichten über den politischen Gegner spickte. Der Baumann-Helfer gab sich dabei als letzte Bastion vor dem Weltuntergang.“ Von der Stasi erhielt Winterstein interessanterweise den Decknamen „Berater“.

Winterstein ließ es sich nicht nehmen, jahrelang Material über den SPIEGEL und den STERN von BND-Leuten und westdeutschen Agenten zusammentragen zu lassen, um dieses dann an Strauß zu übergeben. Zu der BND-CSU-Clique gehörte natürlich auch ehemaliger BND-Präsident Hans Georg Wieck oder damaliger BND-Vizepräsident Paul Münstermann.

Der o.g. Spiegelartikel führt weiter aus: „Die Liste der von Baumann beschafften geheimen Unterlagen ist lang. Regelmäßig bezog er die vertraulichen Monatsberichte des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz (LfV). Kein Wunder, seit 1955 diente „IM Schwarz“ auch dem LfV als Quelle. Der Eiferer Weiß, der 1981 wegen seiner Kungeleien vom damaligen BND-Chef Klaus Kinkel in den Ruhestand versetzt wurde, schaffte auch nach seiner Pensionierung weiter für Baumann an. Der BND hatte ihm einen Beratervertrag gegeben. Bis 1990 war er fast täglich auf dem Gelände in Pullach. Zumeist hockte er im Archiv oder war im Gespräch mit Geheimen, die noch an der Quelle saßen. Geheimste Analysen erhielt Weiß von BND-Vize Münstermann, Deckname „Dr. Heidecker“, und reichte sie an Baumann weiter. Auch andersherum lief das geheime Geschäft: Fragen Baumanns gingen an Weiß, der sie Münstermann zur Beantwortung durch die zuständigen Fachabteilungen übergab.“

Süffisant merkte der Spiegel an, dass Münstermann nur aufgrund seiner richtigen Parteizugehörigkeit Karriere beim BND machen konnte, nachdem er 1967 von der Post zum BND wechselte. Automatisch erinnert mich das wiederum an den Fall Andreas Temme und ich denke nicht, dass sich heutzutage irgendetwas an dieser Praxis je geändert hätte. Vielleicht sollte man Volker Bouffier fragen, was ihn so für Andreas Temme im Mordfall Halit Yozgat in die Presche springen lässt.

Besonders interessant für Horst Hering dürften Vogels Ausführungen zu einem Burggasthof Jagsthausen gewesen sein. So kann man u.a. im Kapitel 17 aus dem Buch „Undercover“ weiterlesen: „Auch dem Jagsthausener Kreis, auf den die bayerischen Verfassungsschützer ihren V-Mann frühzeitig angesetzt hatten, gehörte Baumann an. Im Burggasthof Jagsthausen versammelte sich regelmäßig ein rechtkonservativer Kreis von Militärs und Beamten, Journalisten und Wirtschaftsführern aus vier Ländern. Die Anschriftenliste vom April 1985 umfaßt 30 bundesdeutsche Mitglieder – darunter Manci Schacht, die Frau des NS-Bankpräsidenten Hjalmar Schacht, der selbst noch mit 91 Jahren im Sommer 1967 im Jagsthausener Kreis vorgetragen hatte. Mindestens vier – vermutlich sechs – der westdeutschen Jagsthausener gehörten, neben den BND-Pressesonderverbindungen Baumann und Rochus Hoffer, einem westdeutschen Geheimdienst an: Norbert Wingerter, Regierungsdirektor im Landesamt für Verfassungsschutz Bayern, sowie vom BND Ludwig Hauswedell, Herbert Kukuk und Prinz Karl von Thurn und Taxis. In Österreich hatte der Zirkel 24 Mitglieder, in der Schweiz drei und in Italien fünf – darunter Johannes Gehlen, ein Halbbruder des BND-Gründers und ab 1947 sein Statthalter in Rom. Und auch Reinhard Gehlen tauchte gelegentlich im Jagsthausener Kreis auf, ebenso sein leitender Mitarbeiter Wilfried Strik-Strikfeldt.“

Damit würde sich für mich auch wieder die Frage ergeben, welche Rolle Hans Georg Langemann in diesem Kontext gespielt hat und ob er nicht auch zu dem Jagsthausener Kreis regelmäßig Kontakt hatte. Immerhin war er von 1972 bis 1982 Staatsschutzchef im bayerischen Staatsministerium des Innern.

Dieter Vogel hatte auch über den Überläufer Rauschenbach etwas zu erzählen gehabt. Insbesondere konnte er sich an drei weitere Namen aus dem BND-Beschäftigungskörper erinnern. Es handelte sich um Jochen Stadie alias Gandner und Paul Fuchs, die beide unter mysteriösen Umständen zwischen August 1980 und Juni 1981 starben.
Als dann Hering im Rahmen eines internationalen Agentenringtauschs in Herleshausen am 11. Mai 1982 freigelassen wurde, machte er sich daran, ein 25-seitiges Dokument anzufertigen mit dem Titel „für die immer wieder Nachkommenden“.
Dieses Dokument händigte er nicht nur CDU-/CSU-Politikern, sondern auch dem BND aus. Komisch nur, dass der BND so gar nichts davon wissen wollte, denn in diesem Dokument waren offensichtlich auch Hintergrundinformationen zu den zwei eigenartig ums Leben gekommenen BND-Beamten Stadie alias Gandner und Fuchs enthalten und das erstaunt schon sehr, zumal Jahre später innerhalb der ersten Tage zur Wende mindestens 21 hochrangige Leute der Stasi zu den ehemaligen westdeutschen Klassenfeinden BfV und BND übergelaufen sind, wie die Parlamentarier während des Untersuchungsausschusses zum Firmenkonglomerats KoKo eines Schalck-Golodkowskis herausgefunden haben.
Die Entscheidung zu einem Überlauf wurde ihnen dadurch erleichtert, dass ihnen Straffreiheit und noch dazu ein ansehnliches Startkapital zugesichert wurden. So schreibt die Berliner Zeitung vom 04.06.1996 „Mit Steuergeldern Stasi-Wissen erkauft“ folgendes: „HVA-Offiziere der Bezirksverwaltungen Dresden und Potsdam berichteten den Herren aus Pullach und Köln, wie selbst aus der DDR-Provinz der Westen aufgeklärt wurde; drei hochrangige Abwehrspezialisten plauderten Interna aus der Hauptverwaltung 11, zuständig für die Spionageabwehr, aus; aus der Berliner HVA-Zentrale offenbarten sich gleich vier Spitzenleute bei Verfassungsschutz und BND. Selbst der Militärische Nachrichtendienst schlug leck — von diesem im Vergleich zur Stasi kleinen Dienst wechselten zwei Insider die Fronten. Wichtig waren für die Verfassungsschützer vor allem solche Informationen, deren Auffinden durch Bürgerkomitees ein peinliches Licht auf deutsch-deutsche Verstrickungen werfen konnte. So war man dem letzten Abteilungsleiter der für den Embargohandel zuständigen Abteilung XVIII/ 8, Willy Koch, höchst dankbar, als er das gesamte operative Wissen seiner Abteilung, auf Disketten gespeichert, beim BND ablieferte. […] Auch Ralph-Dieter Schlunzig, einst beschäftigt in der Stasi-Lauschabteilung 111, übergab Disketten mit Stasi-Erkenntnissen über Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und des BND. Die Lieferung ließ sich Schlunzig mit 100 000 Mark vom BfV bezahlen. Das gleiche Salär erhielt Schlunzigs Kollege Michael Menzel für sein „Kopfwissen“. Insgesamt, so berichtet Ingrid Koppe, habe das BfV mehrere Konten für Stasi-Überläufer eingerichtet. Wieviel Steuergelder auf diese Weise abflossen, ist nirgendwo belegt. Eindeutig aber ist: Mit diesen Geldern wurde auf Weisung der Bundesreglerung Wissen über Politiker, Wirtschaftslenker und Nachrichtendienstler aus Ost und West abgekauft, um es öffentlicher Bewertung zu entziehen. (Quelle: Berliner Zeitung vom 04.06.1996 „BfV und BND empfingen nach der Wende Oberläufer mit offenen Armen und prallen Bankkonten Stasi-Offiziere: Das Geschäft mit dme Geheimnis: Mit Steuergeldern Stasi-Wissen erkauft“)

Also, was war mit Gandner und Fuchs tatsächlich passiert?

Horst Hering, der letztendlich die „Beichte“ von Dieter Vogel abnahm,  ist uns ebenfalls bereits als Doppelagent aus dem Oktoberfestattentat – Die Rolle der Stasi bekannt; dieser war offiziell  in Bernau am Chiemsee als Journalist tätig und lieferte nebenbei seinem BND-Verbindungsführer Bierling alias Josef Zeller ein paar vertrauliche Dinge über den Technologietransfer in den ehemaligen Ostblock. Er warnte schon früh genug vor der ebenfalls in Bernau ansässigen Elektronikfirma Scholz. Hering war also durchaus in der Lage, die Informationen, die er bereits 1981 von Dieter Vogel im Gefängnis in Bautzen II erhalten hatte, entsprechend einzuordnen, denn Ende 1979  wurde der BND-Spion und NVA-Fregattenkapitän Winfried Baumann alias Winfried Zakrzowski , genannt der „Rote Admiral“,  in der DDR verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar danach lief der Verratsfall  Werner Stiller auf Hochtouren, bis es im August 1980 zum ersten Mal in Bologna und anschließend am 26. September 1980 auf dem Oktoberfest krachte.

Offiziell hieß es, dass Paul Fuchs am 16. Juni 1981 während seines Abenteuerurlaubs in Skoganvarre, Norwegen plötzlich verschwand. Interessanterweise hatte Fuchs in seinem Urlaubsantrag zu Aufenthaltsorten während seines Urlaubs zwar Finnland, Schweden und Dänemark angegeben, aber offensichtlich Norwegen herausgelassen, obwohl er sich die meiste Zeit seiner am 31.01.1981 gebuchten Skandinavien-Rundreise in Norwegen befinden sollte. Zuvor spekulierte man, dass Fuchs sich möglicherweise heimlich in den Osten abgesetzt haben könnte, denn er war zu diesem Zeitpunkt als Verbindungsführer und Anbahner  für die Sowjetunion sowie Polen zuständig. Die Annahme schien sich dadurch noch zusätzlich zu verfestigen, dass man in Skoganvarre zwei Tage vor dem Verschwinden des BND-Mannes ein Auto der sowjetischen Botschaft gesehen habe. Wiederum zwei Tage später nach dem rätselhaften Vermisstenfall soll sich jemand in dem Weiler Veines am Bajitjav“ri-See aufgehalten haben, der sich als russischer Diplomat ausgab.

Und seiner Reisegruppe, mit der er mit dem Bus durch Norwegen unterwegs war, erzählte er, dass er Beamter im Wirtschaftsministerium wäre, „wohl weil die sich wunderten, daß Fuchs als Reiselektüre Wirtschaftsberichte über Unternehmen, Kursanalysen und Papiere mit langen Zahlenkolonnen studierte.“ (Quelle: Spiegel „Tod am Fjord“ vom 25.01.1982)

Knapp zwei Monate später nach seinem Verschwinden fand man dann die Leiche von Paul Fuchs nahe der kleinen Insel Goatteloubbal im Seengebiet des nordnorwegischen Porsangerfjords im Wasser treiben. Der Spiegel „Tod am Fjord“ vom 25.01.1982 schrieb hierzu weiter: „Der Ort, wo Fuchs auf so seltsame Art ums Leben gekommen war, reizte zu wilden Spekulationen: Der Porsangerfjord liegt in einem überaus spionageträchtigen Gebiet, inmitten einer weiten, schwer kontrollierbaren Polar- und Tundralandschaft, durchsetzt von militärischen Sperrzonen, die Teil der strategisch wichtigen Nordmeer-Verteidigungslinie sind. Die finnische Grenze ist gerade 40 Kilometer entfernt, die sowjetische 180 Kilometer.“

Die Todesursache blieb trotz Obduktion durch norwegische Gerichtsmediziner vage. Man vermutete zwar „Ertrinken“, konnte aber nicht erklären, wieso sich im Magen der aufgefundenen Leiche eine größere Menge Blut befand.

Zuvor verschwand zum Jahreswechsel 1979/1980 ebenfalls der BND-Agentenführer und Anbahner Jochen Stadie (Deckname „Gandner“).
Wie Fuchs sollte er Kontakte zu Quellen aus der Sowjetunion und dem Nahostbereich finden und sie für den Dienst nutzbar machen. Er fühlte sich der SPD nahe und durfte sich zum erlauchten Kreis um den damaligen BND-Abteilungsleiter der Verwaltung, Herbert Rieck, zählen. Sogleich zog man die Selbstmordhypothese aus dem Hut, obwohl man weder Leiche noch irgendwelche Spuren zu diesem Zeitpunkt gefunden hatte. Merkwürdigerweise wurde erst Wochen später im Forstenrieder Waldpark ein Schlüsselbund entdeckt, der weder verwittert noch irgendwie sonst beschädigt war und eindeutig Jochen Stadie zugeordnet werden konnte. Das ließ aufhorchen, aber Klaus Kinkel setzte alles daran, die Selbstmordtheorie weiter aufrechtzuerhalten und keinen großen Wind mehr um diesen Vermisstenfall zu machen. Dabei war Stadie auch noch ein Verwandter vom ehemaligen DDR-Verteidigungsminister Vinzenz Müller. Jedenfalls fand man erst Ende Juni 1982 seine skelettierte Leiche im Forstenrieder Park. Obwohl es immer mehr Kollegen aus seinem Referat gab, die an der Selbstmordtheorie wegen angeblicher Depressionen erhebliche Zweifel anmelden, blieben die Akten zu diesem Fall geschlossen.

Bei all den kolportierten Suizidtheorien scheint es doch so zu sein, dass bestimmte Agenten und Spione besonders gefährlich leben, wenn sie ihre Nasen allzu tief in dubiose Geschäftspraktiken wie zum Beispiel den illegalen Embargo- und Waffenhandel zwischen West und Ost hineinstecken.

Und ob auch Dieter Vogel sich tatsächlich am 09. März 1982 im Gefängnis unter der Aufsicht der Stasi selbst mit Ersticken umgebracht oder man entsprechend nachgeholfen hat, bleibt bisher Spekulation.

Der Journalist Rainer Schubert saß zum Zeitpunkt des Todes von Dieter Vogel ebenfalls in Bautzen ein und erzählte eine etwas andere Geschichte.
Demnach konnte er ein Blitzlicht hinter dem Zellfenster von Dieter Vogel beobachten. Als er salopp seinen Wärter fragte, ob man wieder jemanden um die Ecke gebracht habe, wurde er sofort zum Anstaltsleiter gebracht und dort entsprechend in die Schuhe gestellt.
Dabei ging auch der Generalbundesanwalt Alexander von Stahl am 16. September 1992 in seiner Anklageschrift gegen den ehemaligen HVA-Chef Markus Wolf davon aus, dass Dieter Vogel Mordopfer der Stasi geworden ist. So wurde ermittelt, dass Dieter Vogel seit 1974 für die CIA tätig war.
Am 03. September 1978 nahm Vogel zum MfS-Major Werner Poppe zwecks Informationsgewinnung auf, um sich zum Schein der Stasi anzudienen.
Am 20. August 1978 war es dann soweit und er bekam von da ab den Decknamen IM „Horn“.
Im Januar 1980 erhielt er dann den Auftrag, den Leiter des Bereichs „Aufklärung Emigration“ im BND, Dr. Keil, für das MfS anzuwerben. Dabei sollte er ihn unter falscher Flagge führen und ihm einsuggerieren, dass er für die CIA arbeite.
Die Informationen über Aufträge von der Stasi meldete Dieter Vogel pflichtbewusst seinem Verbindungsführer bei der CIA und dieser wiederum warnte den BND vor dem geplanten Anwerbungsversuch.
Blöd nur, dass an dieser Stelle ein Stasi-Spion saß, der diese Information wieder in den Osten kabelte. So kam es, dass Vogel bei seinem nächsten Besuch in Ostberlin am 12. August 1980 verhaftet wurde.

Es ist immer wieder spannend und erheiternd, wie sich bestimmte Ereignisse wiederholen, hat doch der BND in jüngster Zeit wiederum einen Maulwurf namens Markus Leutasch, einen Dünnbrettbohrer aus der Registratur der Beschaffungsabteilung im BND, unter seine Fittiche gehabt, der dann seit mindestens 2008 eingestufte Dokumente dem CIA verkaufte und zufälligerweise erwischt wurde, als er sich 2014 auch den Russen andienen wollte. Nähere Informationen kann man im Artikel der Frankfurter Rundschau „BND-Maulwurf vor Gericht“ vom 15.11.2015 oder auch im Münchner Merkur „Spion aus Langeweile“ vom 24.01.2016 nachlesen.
Tja, da stellt sich jetzt die Frage, wer hier wen beschissen hat – die CIA den BND oder die Russen den BND oder die CIA die Russen und vice versa.

Und Leutasch? War der unter falscher Flagge tatsächlich für die Russen tätig oder gibt es die Stasi immer noch?

Da fällt mir nämlich noch die Geschichte über die GoMoPa ein.
GoMoPa ist das Kürzel für Goldman, Morgenstern & Partners, ein sogenannter Financial Intelligence Service mit Sitz in New York, Madison Avenue 75.
Die Eigenpräsentation dieser ominösen Agentur kann man immer noch unter http://www.gomopa.net/ abrufen.
Demnach soll dieser Verein im Jahr 2000 in New York mit dem Ziel gegründet worden sein, durch aktive Aufklärung und permanente Transparenz nachhaltig zur Betrugsprävention in Wirtschaft und Gesellschaft beizutragen. Auf ihrer Seite haben sie auch eine Warnliste zur Verfügung gestellt, die jeden Tag aktualisiert wird; allerdings ist diese nur Mitgliedern zugänglich und hier beginnt es spannend zu werden, denn der Gründer dieser Firma soll ein gewisser STASI-Oberst Ehrenfried Stelzer sein und den kennen wir doch bereits aus meinen Ausführungen zur Atlantik-Brücke e.V. Teil 1 im Zusammenhang mit dem vielseitigen BfV- und kurzzeitig auch BND-Chef Heribert Hellenbroich. Da hatte er bereits mit Ehrenfried Stelzer den Verein „Internationales Institut für Wirtschaftssicherheit zu Berlin“ gegründet und sich ebenfalls auf die Fahne geschrieben, für eine störungsfreie wirtschaftliche Ost-West-Beziehung einzusetzen, Wirtschaftskriminalität abwehren zu helfen und über Daten- und Bankensicherheit aufzuklären. (Quelle: Der Spiegel „Geliebter Genosse“ vom 17.12.1990) .

Daneben ist Ehrenfried Stelzer auch noch Vorsitzender des Deutschen Instituts für Anlegerschutz (DIAS). Klingeln da bei manchen Aufgewachten vielleicht schon die Alarmglocken und kann man sich langsam vorstellen, worauf ich im Rahmen des Kölner Klüngels hinaus will?

Diese illustre Gesellschaft um GoMoPa setzt sich aus folgenden Personen zusammen: da haben wir einmal den Geschäftsführer Klaus Maurischat. Dem gesellen sich noch die Rechtsanwälte Jochen und Manfred Resch, Gerd-Wilhelm Bennewitz, Peter Ehlers, Rainer Zitelmann, Jan Mucha und Thomas Porten hinzu. Webmaster ist Sven Schmidt. Zur Optimierung der Suchmaschinen für effektives Finden und Personen, Institutionen und sonstigen nützlichen Informationen, insbesondere von Google, zeichnet sich Thomas Promny verantwortlich (siehe auch die Webseite von Bernd Pulch)

So klagte die damalige Homepage www.victims-opfer.com in einem ihrer leider nicht mehr abrufbaren Artikel u.a. an:

Der Modus vivendi der „GoMoPa“-STASI-Truppe ist in vielen Fällen gleich:

1) „Presse“-Anfrage bei der Zielperson und/oder dem Unternehmen (nachdem umfangreiche Dossiers angelegt wurden – über die Geschäfte und das Privatleben)

2) Der Versuch einen „freiwilligen Beratervertrag“ in Höhe von mindestens € 80.000,- abzuschliessen, da ansonsten die Verleumdungen publik gemacht werden

3) Zahlt das Opfer, kommen in unregelmäßigen Abständen weitere Erpressungen

4) Zahlt das Opfer nicht, werden über „GoMoPa“ und neue Webseiten kriminelle Stalker-Infos und übelste Verleumdungen veröffentlicht

5) Hiervon werden per E-Mail oder Telefonanrufen die Geschäftsfreunde und das private Umfeld der Opfer durch „GoMoPa“ informiert

6) Zahlen die Opfer dann immer noch nicht, wird versucht über willfährige Juristen Hausdurchsuchungen und eine fingierte Betrugsanklage zu inszenieren und an einen Haftbefehl zu kommen. Hier hilft das alte STASI-Netzwerk in deutschen Behörden

7) Hiervon wird dann die Öffentlichkeit und insbesondere wieder das private und geschäftliche Umfeld der Opfer unterrichtet

8) Der Ruin ist in vielen Fällen absehbar

9) Die STASI-„GoMoPa“-Mittäter in den Behörden sind in der Hand der „GoMoPa“, da sie sich an illegalen Aktionen beteiligt haben und können somit für weitere Verbrechen eingesetzt werden

10) Durch die Mittäter in der Justiz und der Exekutive – aus der STASI-Zeit – werden die „GoMoPa“-Verbrecher und die Hintermänner, die Juristen, von drohenden Aktionen gegen sie frühzeitig unterrichtet.

11) In ganz hartnäckigen Fällen erfolgt ein Mordanschlag gegen die Zielpersonen, der nach STASI-Manier an Herzversagen, Unfall oder Selbstmord getarnt wird, so u.a. wohl auch bei Heinz Gerlach, seines Zeichens Anlegerschützer im Jahr 2010 geschehen.

Hierzu berichtet Bernd Pulch in seinem Artikel „Der Mann, der dubiose Finanzsysteme durchschaute, erkannte das feindliche System im eigenen Körper nicht“:

„Die Szene der Finanzdienstleister und Anlageberater ist um eine schillernde Figur ärmer. Der Anlegerschützer Heinz Gerlach ist am vergangenen Samstag in seinem Haus im hessischen Oberursel gestorben. In wenigen Wochen wäre er 65 geworden. Gerlach hat mit seiner Internetseite „Direkter Anlegerschutz“ die Beteiligungsangebote des Kapitalmarktes bewertet und sich in den 70er Jahren mit dem „Gerlach-Report“ einen bemerkenswerten Ruf als Brancheninsider erworben. Die Karriere des Steuergehilfen ist in der Finanzwelt beispiellos. Er hörte das Gras wachsen – und wieder verwelken. Für die einen war er ein unbeugsamer Held, für die anderen der Störfaktor schlechthin und erklärtes ketzerisches Feindbild. Kein Wunder: Es ging stets um viele Millionen Euro und verdeckte Interessen. In einem Spiegel-Interview sagte er: „Ich habe hier jeden Tag ‘Dallas’ oder ‘Denver’“. So kommt es nicht unerwartet, dass sich jetzt schon Legenden um seinen unerwarteten Tod ranken. Angeblich habe er sich das Leben genommen, wollen Stimmen aus dem Hintergrund wissen. Die Wahrheit ist so profan wie traurig: Gerlach, der zu den Indianern gehörte, die niemals weinen und keinen Schmerz kennen, starb an den Folgen einer unterschätzten Nagelbettentzündung. Daraus resultierte eine Blutvergiftung. Dies haben die Weserbergland-Nachrichten.de aus dem engsten Umfeld des „ältesten Geldanlageschützers“ der Republik erfahren. Die Sepsis (Blutvergiftung) gilt als der weithin unbekannte und meistunterschätzte Killer in Deutschland. Diese außer Kontrolle geratene systemische Entzündungsreaktion auf eine Infektion fordert ebenso viele Todesopfer wie der Herzinfarkt. Bis zu 50 Prozent der Erkrankten sterben trotz intensiver Behandlung im Krankenhaus. In Deutschland erkranken – so die Schätzungen – im Jahr 150.000 Menschen an einer Sepsis. Gerlach hat komplexe Finanzsysteme durchschaut – den systemisch angreifenden Feind im eigenen Körper hat er unterschätzt.” [… ] Dieser Artikel auf der Webseite der unbedeutenden Provinz-Zeitung „Weserbergland Nachrichten“, die ein Ex-Stasi-Mann lancierte, beruft sich auf das „engste Umfeld“ von Heinz Gerlach – ohne auch nur DEN GERINGSTEN BELEG vorweisen zu können. Somit wir das Märchen von der angeblichen „Blutvergiftung“ als Agenda festgelegt. […] Ohne EIGENE RECHERCHE-und ohne den geringsten Beleg übernahmen diese „INSIDER“ das Blutvergiftungs-Märchen. […] Info, gehostet in der anatolische Internet-Klitsche Media-on sowie die der „GoMoPa“ und deren Hintermänner: Godaddy ist der Haus-Hoster von ‘Gomopa’ und seit vielen Jahren der Registrar der ‘Gomopa’-Homepage. Hier werden auch zahlreiche ‘Gomopa’ zuzuordnende ‘Foren’ und ‘Blogs’ zugeordnet, in denen fiktive Cyber-Aliasse ihr Unwesen treiben, das natürlich nie mit Fakten belegt ist wie z.b. extremnews.com. Registrant: Goldman Morgenstern an Partners LLC Registered through: GoDaddy.com, Inc. (http://www.godaddy.com) Domain Name: GOMOPA.NET“

Und weiter führt Bernd Pulch in einem anderen Artikel „Darum musste Heinz Gerlach sterben“ aus: „Ein Insider: „Was glauben Sie, wer auf die Idee kam, die ominöse Briefkasten-Firma Goldman, Morgenstern & Partner LLC, „GoMoPa“, einen angeblichen Zusammenschluss jüdischer Anwälte in den USA zu gründen und wer die vielen Anwälte wie RA Albrecht Saß, Hamburg, OLG Richter a.D. Matthias Schillo, Potsdam, und RA Thomas Schulte, Berlin, zur Reputationsaufbesserung aufbot ? a) RA Jochen Resch oder b) Ex-Gefängnisinsasse Klaus Maurischat, der kaum Englisch spricht ? Und: Heinz Gerlach war dicht dran, diese Zusammenhänge aufzuklären über den „Estavis“-“Beratungsvertrag“. Seine Tochter, eine Rechtsanwältin in New York, hatte bereits eine eidesstattliche Versicherung über die Brifekasetn [sic] Firma „Goldman, Morgenstern & Partner LLC“ und deren Briefkastenadresse in New York abgegeben und er hatte Strafanzeige wegen der „Estavis“Beratungs-Affäre“ abgegeben. Dann wechselt auf einmal der von Immovation zur Aufklärung von „GoMoPa“ beauftragte „Detektiv“ Meinhard Fuchs trotz eines bereits bezahlten Honorares von über € 60.000,- die Seiten hin zu „GoMoPa“ und Heinz Gerlach stirbt plötzlich und für alle unerwartet angeblich an Blutvergiftung, seltsam…“ (Quelle: Bernd Pulch „Darum musste Heinz Gerlach sterben“)

Und zum Abschluss zitiere ich von Bernd Pulch einen weiteren Artikel „Anonyme vorbestrafte Serienbetrüger wollen deutsche Finanzbranche beherrschen“:

„Mit dem„NACHRICHTENDIENST“  „GoMoPa“ mutmasslich gesteuert von dem Berliner „Anlegerschutzanwalt“ Jochen Resch, einem wie er selber zugibt, langjährigen Bekannten, ja Intimus Stelzers, ist die CYBER-STASI entstanden, die ihre Gegner gnadenlos ausschaltet – „Wenn es sein muss auch mit Dioxin“, sagen Insider.

Stelzer, der angeblich mittlerweile verstorben sein soll, war der „ERSTE KRIMINOLOGE DER DDR“. Sein „GoMoPa“-Erbe ist hoch-toxisch und mit Dioxin verseucht.

„GoMoPa“ – alleine der Name des ost-Berliner „NACHRICHTENDIENSTES“ löst bei Betroffenen und Maurischat Opfern eine Mischung aus Entsetzen und Belustigung aus. Immer mehr aber überwiegt die Belustigung über den vorbestraften Serienbetrüger Maurischat alias Holbe alias Siewert. Der Grund: Viele seiner Opfer haben es ihm gleichgetan und zusammen mit anderen Geschädigten der mutmasslichen  „GoMoPa“-Rheinland-Fraktion „SJB-Fonds“, Neuss die Internet-Plattform http./www.sjb-fonds-opfer.com gegründet.

„Wir haben das Rezept aus Kolumbien“, schmunzelt SJB-Fonds-Opfer-Sprecher Heinz Friedrich (der Name wurde vond er Rdaktion aus Sicherheitsgründen anonymisiert). „ In Kolumbien gab es die „Los Pepes“, die haben den Drogen-Milliardär Pablos Ecobar aus dem Verkehr gezogen. Gegen die CYBER-STASI muss man ebenso vorgehen, denn die normalen Mittel des Staates scheinen gegen diese kriminelle Vereinigung zu versagen.“

Der CYBER-STASI geht es, wie vom kommunistischen Vordenker und „Ersten Kriminologen der DDR“ Ehrenfried Stelzer geplant, um die Infiltration der Wirtschaft.“

Tja, das war mal ein längeres Exzerpt aus verschiedenen Artikeln innerhalb der damaligen Homepage www.victims-opfer.com und Bernd Pulch

Und wie die alten Seilschaften hüben wie drüben immer schon gut zu funktionieren schienen, zeigte sich auch in den jeweiligen Untersuchungsausschüssen zur Kommerziellen Koordinierung.
Dem Bundestag lag zum Beispiel ein Gesprächsprotokoll vom 13.04.1989 vor, aus dem hervorging, dass bei der Einrichtung von Computerplätzen und die Entwicklung von elektronischen Datenbankdateien für das MfS Schulungen durch Siemens AG durchgeführt wurden. Es ist kaum vorstellbar, dass der BND davon nicht gewusst haben soll. Vielmehr vermutete der Deutsche Bundestag, dass diese Schulungsmaßnahmen für das MfS zwischen Siemens und BND abgestimmt waren. Die finanziellen Angelegenheiten sollen dann über eine Westberliner Bank mit Hilfe einer Tochter in Luxemburg  geregelt worden sein, so jedenfalls geht es auch einem Abhörprotokoll der Stasi vom 23.01.1985 hervor.

Die SPD im U-Ausschuss des Deutschen Bundestages hierzu: „Die damaligen Forderungen sollen aus einem Außenhandelsgeschäft zwischen der Firma März und einem Außenhandelsbetrieb der DDR resultieren und sich auf eine Summe zwischen 15 und 18 Mio DM belaufen haben. Nach der Abhörinformation wurde der Kredit zunächst über Kontokorrent durch die Firma März finanziert. Da diese jedoch Finanzmittel für Wertpapiergeschäfte benötigte, bemühte sie sich um die Übernahme der Forderung durch die Luxemburger Bank. Nach der Abhörinformation wurde das Geschäft zwischen der Firma März und einem AHB der DDR am 19. September 1983 abgeschlossen. Es stand somit in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem ersten Milliardenkredit [Anm.: siehe auch meine Ausführungen zum Oktoberfestattentat – Das politische Umfeld, der Milliardenkredit und Gaddafi], wodurch nach Auffassung der SPD ein besonderes Aufklärungsinteresse begründet wird. Bei den Untersuchungen des Bayerischen Ausschusses mußten zwangsläufig Zahlungen der Firma März und Moksel auf ein Konto von Simon und Josef Goldenberg bei der Otto Scheurmann Bank-KG in Berlin (West) unberücksichtigt bleiben. Dieses Konto, für das auch Dr. Alexander Schalck-Golodkowski eine Vollmacht besaß, wurde erst bei den ergänzenden Untersuchungen des 1. Untersuchungsausschusses festgestellt.“ (Quelle: Deutscher Bundestag, 12. Wahlperiode, Drucksache 12/8595 vom 02.11.1994)

Und den AHB-Geheimbund oder auch genannt „Warnemünder Kreis um Roland Winckler, Ottokar Hermann (alias Rohloff) und dem am Nikolaustag (Camp Nikolaus lässt grüßen) erhängt aufgefundenen Artur Wenzel kennen wir auch schon aus meinen Ausführungen zur Plutonium-Affäre – Barschels Vermächtnis.

Tja, bleibt also die Frage, wo denn eigentlich das DDR-Vermögen geblieben ist. Einen Teil der Antwort findet sich möglicherweise in der Berliner Zeitung.
Danach soll nach Ermittlungen der ZERV die österreichischen Unternehmensbrüder James und Martin Schlaff eine wesentliche Rolle gespielt haben.
Am 0.12.1989 fand ein Treffen zwischen dem Dresdner Stasi-Chef Herbert Köhler und sein Mitarbeiter Jürgen Konavec zusammen mit einem Schweizer Bankier im „Objekt Hang“, einer Villa auf dem Weißen Hirsch statt. Köhler und dieser Schweizer kannten sich schon seit den 80er Jahren. Dieser Schweizer war auch bestens mit den DDR-Embargoverstößen vor allem hinsichtlich westlicher hochtechnologischer Gerätschaften vertraut. Dieser adelige Schweizer Bankier gehörte auch zum engen Freundeskreis der Gebrüder Schlaff.

Die wiederum sind für den Kantinenbetrieb im Bonner Bundeshaus zuständig.

An diesem besagten Tag flogen alle drei gegen Abend nach Wien, um die weiteren Details für das Überleben der DDR durch weitere Unternehmensgründungen zu gewährleisten. Über den IM „Freudenberg“ ließ Köhler zunächst das Reisebüro Elbion Tours GmbH gründen, bei der Köhler selbst ebenfalls als Gesellschafter auftrat. Als weitere Mitarbeiter dieser Firma fungierten Bernhard Dobel und Horst Eismann sowie der Chemnitzer-Stasi-Abteilungsleiter, Bernd Mehihorn.

Jürgen Konavec wiederum gründete das Detektivbüro Aldek Saxonia GmbH sowie die Topik GmbH, Gesellschaft für Internationale Anlagen und Immobilien.

Eine dritte Firma, die Gerburg Grundstücks- und Hausverwaltungs GmbH mit Sitz in Dresden folgte. Die Grundstücke selbst gehörten einem Ingenieursbüro, das wiederum von Jürgen Konavec geleitet wurde.

Hinter all diesen Firmen steckten nach Erkenntnissen der ZERV entweder als Anteilseigner oder Kreditgeber die Gebrüder Schlaff mit ihrem Firmenimperium.

So heißt es in der Berliner Zeitung vom 03.01.1994 „Die einträglichen Geschäfte der Gebrüder Schlaff“ weiter: „Nach Erkenntnissen der ZERV kauften Schlaff-Firmen auch ehemalige DDR-Betriebe bei der Treuhand zu Tiefstpreisen auf, Dabei handelt es sich überwiegend uni [sic] Betriebe in Berlin und Sachsen, die jetzt zum Teil von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern – in Berlin beispielsweise von Schlaffs neuem Freund Herbert Köhler – „geleitet“ werden. Deren Aufgabe besteht nach Auffassung der ZERV darin, die Firmen auszuhöhlen und die Filetgrundstücke zu verkaufen. Dann ist das Betrugsdelikt längst verjährt […]  Die Kaufverträge über die Firmen wurden so gestaltet, daß die vereinbarte Kaufpreisnachbewertung erst 1998 erfolgen kann.[ …] Für diese Vorzugsregelung haben sich die Schlaff-Brüder bei dem zuständigen Treuhand-Mitarbeiter übrigens schon bedankt: Nach ZERV-Erkenntnissen hat der Mann inzwischen eine leitende Stellung in dem Firmenimperium inne.[…] Als Käufer des 9 310 Quadratmeter großen Anwesens am Ersten Steinweg 19 [Anm.: gemeint ist das „Objekt Hang“] trat Siegfried Bergström in Erscheinung, einstmals Professor und Prorektor an der Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ sowie – nach Aussage eines leitenden Stasi-Mitarbeiters vor dem Staatsanwalt – Inoffizieller Mitarbeiter der Dresdner PWA-Abteilung XV. Zusammen mit Köhler und Konavec entwickelte Bergström Ende 1989 das Konzept der Transport- und Communication Assessment Center, kurz TCAC genannt. Diese TCAC sollte zunächst als Einrichtung der Verkehrs-Hochschule offiziell eine Mittlerfunktion zwischen Forschung und Industrie einnehmen und hinter dieser Fassade nachrichtendienstliche Aufträge erledigen.[…] Persönlich zugestimmt hatte dem Verkauf dieses exklusiven Grundstücks übrigens Dresdens damaliger Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer. Auf den früheren SED- und PDS-Funktionär konnten sich die Gebrüder Schlaff dann noch einmal verlassen. Am 27. April 1990 unterzeichnete die Dresdner Finanzstadträtin Christel Rademacher mit Zustimmung ihres Chefs Berghofer einen Darlehensvertrag mit der Wiener Schlaff-Firma Lomer & Co., die der Stadt 225 Millionen Ost-Mark zur Verfügung stellte. Das Geld hatte das Unternehmen für ein aus dem Jahre 1988 datierendes Embargo-Geschäft mit der Ko-Ko-Firma BIEG erhalten, er es seinerzeit an Devisen mangelte. Dank der Währungsunion konnte das Geld 1990 sogar noch mit Gewinn „gewaschen“ werden, da der Kredit zum Stichtag der Währungsunion als Kommunaldarlehen im Verhältnis 1:2 umgetauscht wurde, während für Betriebsguthaben auf DDR-Konten ein ungünstigerer Wechselkurs bestand.“

Und Christel Rademacher konnte sich mit ihrer Mühlenberg Immobilien GmbH in Berlin im April 1992 selbständig machen. Die Firmenanschrift ist im Übrigen identisch mit der Holzhandel Berlin-Brandenburg GmbH in der Prenzlauer Allee, deren Firmeninhaber wiederum die Wiener Robert Placzek Holding AG mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Martin Schlaff ist.

Kann es sein, dass es sich hierbei um die Anfänge der angeblich erst im Jahr 2000 gegründeten Briefkastenfirma „GoMoPa“ handelt?

Im Zusammenhang mit der Verschiebung des DDR-Vermögens sei noch der Putnik-Deal genannt (Drucksache 13/10900 des Deutschen Bundestages – 13. Wahlperiode (S. 204- 208).

Darin geht es um die geplante Verschiebung von 107 Millionen DM unter Zuhilfenahme der KPdSU ins Ausland. Zu diesem Zweck wurden der stellvertretende Parteivorsitzende der PDS, Wolfgang Pohl, und der Leiter des Bereichs Parteifinanzen, Wolfgang Langnitschke beauftragt, nach Moskau zu reisen, um mit dem Abteilungsleiter der Finanzen, Krutschina zu verhandeln. Ursprünglich sollten dafür die Konten der in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräfte zum Transfer genutzt werden. Dieser schlug jedoch vor, Altforderungen eines sowjetischen Unternehmens gegenüber der SED zu nutzen. Als Mittelsmann für die zu transferierenden Gelder wurde der damalige Kreisparteivorsitzende der PDS in Halle, Karl-Heinz Kaufmann, aufgrund seiner hervorragenden Russischkenntnisse und seiner guten Kontakte zu leitenden Funktionären in Moskau vorgeschlagen. Als Unternehmen wurde die in Moskau ansässige Firma Putnik unter Leitung des Generalbevollmächtigten Alexander Popov ausgesucht.

Kaufmann ließ sich im August 1990 von Putnik eine Generalvollmacht ausstellen, nach der er alleiniger Zeichnungsberechtigter für neu einzurichtende Konten im Ausland war. Daneben wurden Altforderungen von Putnik gegenüber der SED erfunden und entsprechende Mahnschreiben verfasst, u.a. für die „Errichtung eines „Zentrums der Internationalen Arbeiterbewegung“ in Höhe von 25 Millionen DM, für die Ausbildung von Studenten aus der Dritten Welt in Höhe von 70 Millionen DM und für die „ophtalmologische Behandlung der Studenten“ in Höhe von rund 12 Millionen DM. Dafür sollte Kaufmann auch noch 3% Provisionen kassieren. Kaufmann nahm dann Kontakt zum ehemaligen Vorsitzenden der DKP in NRW auf, der ihn wiederum an Heinz Klostermann mit seinem in Bocholt ansässigen Unternehmen für Im- und Export, Immobilienhandel und Vermögensverwaltung verwies. Mit Hilfe von Klostermann eröffnete Kaufmann dann bei der Dresdner Bank in Bocholt ein Konto mit der Bezeichnung „Putnik Export-Import“ mit der Begründung, er wolle als „Generalbevollmächtigter des Unternehmens Putnik über das Im- und Exportunternehmen Klostermann Lebensmittel für die Ukraine kaufen.“

Daraufhin reisten Klostermann und Kaufmann nach Den Haag, um zwei dubiose Geschäftspartner von Klostermann zu treffen. Die Gelder sollten über Konten in Holland und Norwegen weitertransferiert werden. In Oslo eröffnete dann Kaufmann im September 1990 bei der Den Norske Bank ein DM-Konto für Putnik.

Zuvor hatte er auch bei der Deutschen Handelsbank ein Putnik-Konto eingerichtet.

Im weiteren Verlauf geriet Kaufmann jedoch an einen Betrüger, der behauptete, Inhaber einer Privatbank zu sein und ihm gegen eine Provision bei der Anlage der Gelder behilflich zu sein.

Der Geldfluß, veranlasst durch die angeblichen Mahnungen nahm zunächst seinen Weg auf das Putnik-Konto bei der Deutschen Handelsbank, insgesamt 95 Millionen DM. Davon transferierte Kaufmann 25 Millionen auf das Bocholter Konto bei der Dresdner Bank. Klostermann erhielt davon 1 Million DM als Vermittlungsprovision. Den Ratschlägen der dubiosen Geschäftspartner aus Holland folgend, hob Kaufmann 55.000 DM in bar ab, um die Firmen „Rheinland“ und „Mercari“ zu kaufen zwecks künftige Gewinnanlage für die PDS.

In Utrecht hatte Kaufmann bei der Nederlanske Middenstands Bank ebenfalls ein Konto eröffnet, auf das er 13 Millionen DM überwies. Erst, als Kaufmann weitere 60 Millionen DM auf das Bocholter Konto der Dresdner Bank überwies, wurden die Bankangestellten misstrauisch und sperrten das Konto.

Die verbliebenen 70 Millionen DM wurden am 02.10.1990 auf das Konto des Unternehmens Putnik bei der DHB von der Dresdner Bank zurücküberwiesen. Kurz darauf veranlasste Kaufmann in Absprache mit Pohl und Langnitschke, dass 70 Millionen DM auf das Konto in Oslo und 21 Millionen auf das Konto in Utrecht direkt von der DHB aus transferiert werden.

Diese Banken wiederum wurden ebenfalls hellhörig und informierten die örtlichen Polizeibehörden. Die Sache flog auf und das BKA wurde eingeschaltet. Bei der Parteizentrale und der DHB unter dem damaligen Direktor Feodor Ziesche fanden daraufhin Hausdurchsuchungen statt.

Gregor Gysi schaltete sich ein und verhandelte mit Valentin Falin aus dem Zentralkomitee der KPdSU, um die Legende aufrecht zu erhalten. Zuvor musste schon Bruno Mahlow, Berater der Internationalen Kommission der PDS, nach Moskau.

Die Gründe dafür konnte Mahlow nicht überzeugend gegenüber dem Untersuchungsausschuss erläutern. Letztendlich blieb es vergebliche Liebesmühe – die KPdSU lehnte jede weitere Unterstützung im Putnik-Deal ab.

Kaufmann, der über den geplatzten Deal in Panik geriet, versuchte zusammen mit diesen dubiosen Geschäftspartnern das auf den ausländischen Konten geparkte Geld wieder nach Deutschland zugunsten der PDS zurück zu überweisen. Hierbei erteilte er seinen „Kumpeln“ Generalvollmachten über die Putnik-Konten. Beim Versuch, die Sperre bei den genannten Banken wieder aufzuheben, wurde Kaufmann und Klostermann am 01.11.1990 verhaftet.

Damit erhielt die Treuhand das Geld abzüglich der 55.000 DM zurück. Dabei war Feodor Ziesche bereits schon früher nicht zimperlich mit gewinnbringenden Anlagen gewesen.

So hat er 1959 versucht, die von den Nazis aus überwiegend jüdischem Besitz gestohlenen Aktien- und Wertpapiere, die nun in der Handelsbank lagerten, über den Züricher Rechtsanwalt Zündel und den Schweizer Generalsekretär der kommunistischen Schweizer Partei der Arbeit, Edgar Woog, an die Amerikaner zu verkaufen, die bereits Interesse an diesen Wertpapieren zeigten.

Zu dem Duett gesellte sich noch der dänische Geschäftsmann Karl Wollner dazu. 100 Millionen US Dollar sollten dafür fließen; ein besonderes Interesse hatten die Amerikaner an den Aktien der norwegischen Gesellschaft North-Hydro mit Sitz in Oslo. Die SED-Führung wurde jedoch misstrauisch und entschied sich letztendlich gegen das Geschäft mit den Amerikanern, da sie eine Falle argwöhnten.

So bleibt nur das Rätsel übrig, wohin dann die ganzen Aktienpakete aus dem dritten Reich verschwunden sind. (siehe auch Berliner Zeitung vom 11.06.1998 „Ein Sondergeschäft im Parteiauftrag“).

Kommen wir damit in diesem Zusammenhang noch einmal auf Uwe Barschel zu sprechen, denn viele Spekulationen über Waffengeschäfte im Nahen und Mittleren Osten, in die Barschel involviert gewesen sein soll, führen auch zu der von Barschel und Karl Josef Ballhaus (Geschäftsführer des Kosmetikkonzerns „Schwarzkopf“) gegründeten Stiftung Herzogtum Lauenburg.

Nun muss man wissen, dass der Hamburger Schampoo-Erbe Hans-Peter Schwarzkopf vorsichtshalber auch gleich mal Selbstanzeige erstattete, als Heinrich Kieber mit seinem Datenklau in Liechtenstein auszog, um die Mächtigen ins Zittern zu bringen (siehe Ariva.de „Liechtenstein-Affäre: Dicker Fisch an der Angel“) .

Welchem Zweck diente diese Stiftung?

1976 trat Uwe Barschel in die Kieler Notariats- und Rechtsanwaltskanzler Moll ein.

Hans Michael Moll hatte weitreichende Kontakte zur Baubranche und als Vizepräsident des Reservistenverbands der Bundeswehr unterhielt er enge Beziehungen zu den Streitkräften.

Dabei wurden auch immer wieder Gerüchte über mögliche Verwicklungen in illegalen Waffengeschäften laut.

Der Spiegel schreibt am 08.10.2007 „Der Tote von Zimmer 317“: „Fünf Personen aus Barschels Umgebung, darunter ein enger Freund, einer seiner Referenten, ein Anwaltskollege, ein CDU-Mann und Freya Barschel, haben gegenüber dem SPIEGEL bestätigt, dass Barschel auch Libyen-Geschäfte erwähnt habe. Einmal habe er ihn darum gebeten, erzählte der ehemalige Referent, eine anwaltliche Sprechstunde für ihn zu übernehmen, da er verhindert sei – er müsse geschäftlich nach Nordafrika.[ …] Die Kanzlei verfügte offenbar noch über andere Verbindungen in die arabische Welt. So flog ein Anwalt der Sozietät im Jahr 1977 mit einem Kieler Baulöwen und früheren Regierungsdirektor über Rom nach Tripolis. Gemeinsam mit einem Libyer, so erzählt der Anwalt heute, seien sie in einem Mercedes durch die nordafrikanische Wüste gebraust, um „Rohbauten“ zu besichtigen und „Vertragswerke zu prüfen“.

Ins Detail wollte der besagte Referent nicht gehen und berief sich hierbei auf seine anwaltliche Schweigepflicht. Dafür erinnerte sich noch Freya Barschel an einen Bekannten aus Pogeez, der in dieses Geschäft ebenfalls involviert gewesen sein soll.  Bei diesem Bekannten handelte es sich um den Millionär Klaus Reeckmann.

Spiegel weiß weiter zu berichten: „Dabei führt die Biografie von Klaus Reeckmann direkt in die Grauzone zwischen Kapitalismus und Planwirtschaft, dorthin, wo sich damals westdeutsche Geschäftsleute mit dem „Bereich Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo), den der berüchtigte DDR-Devisenbeschaffer Alexander Schalck-Golodkowski leitete, auf halblegale oder auch gänzlich illegale Händel einließen. Die Firmen von Klaus Reeckmann, mittlerweile 71 Jahre alt, gehörten vor der Wende „zu den großen Nummern“ im Ost-West-Handel, wie ein Berliner Oberstaatsanwalt sagt. Reeckmann dirigierte ein Unternehmensgeflecht. Seine Firmen hießen „Mulit-Transoceanica-Trade“, „Unischiff“ oder „Lüdex“. Sie versorgten zum Beispiel das Warnemünder Renommierhotel Neptun mit Westwaren.“

Zu diesem illustren Kreis gesellte sich wohl auch Peter Lüdemann, ein langjähriger Vertrauter und Mitgesellschafter von Reeckmann. Lüdemann selbst wurde von der Stasi als IM „Kaufmann“ geführt. Reeckmann und Lüdemann waren sozusagen die Hamburger Pendanten des bayerischen Stasi-Spitzel-Duos Simon Goldenberg und Hersz Libermann alias Michael Wischnewski mit ihrer Im- und Exportfirma F.C. Gerlach (siehe wiederum meine Ausführungen zum Oktoberfestattentat – Das politische Umfeld, der Milliardenkredit und Gaddafi)

Spiegel hierzu in seinem Artikel „Der Tote von Zimmer 317“: „Aus der DDR importierten sie „waggonweise“ Lübzer Bier oder metallene Werkzeugkästen. Im Gegenzug schickten sie Maschinenteile, Armaturen oder Schiffsausrüstung in den Osten. Die Provisionen für solche Geschäfte flossen auch über Firmen in Liechtenstein oder in der Schweiz. Ein Mitarbeiter aus der Firmengruppe, an der Reeckmann beteiligt war, erzählt heute, dass er mehrmals verbotene Elektronik nach Ost-Berlin geschmuggelt habe. Nach der Wende ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen Lüdemann wegen Verstoßes gegen Embargo-Bestimmungen bei der Lieferung von Hochleistungsrechnern des Typs Microvax III an die Ost-Berliner HVA-Firma F. C. Gerlach (Aktenzeichen: 2 Js 1378/92). Zur Anklage kam es nicht.“

Tja, warum wohl nicht?

Als Reekmann Ende der 70er Jahre sechs Frachtschiffe des Typs MBC mit einem Gesamtauftragsvolumen von 130 Millionen DM in der DDR bauen lassen wollte, gab es wohl in der westdeutschen Presse-Community erst einmal Stunk, denn zu dieser Zeit befanden sich die westdeutschen Werften in Hamburg und Kiel in einer Krise. Das schien die CDU-Politiker in Schleswig-Holstein aber nicht weiter zu belasten, der Auftrag ging trotzdem nach Wismar und bei zwei Stapelläufe auf der Mathias-Thesen-Werft feierten der damalige Justizminister Karl Eduard Claussen sowie der Beauftragte für Bundesangelegenheiten Henning Schwarz begeistert mit. Mit von der Partie war auch der Pogeezer CDU-Vorsitzender Meinhard Füllner aus Barschels Heimatkreis Herzogtum Lauenburg.

Gute Beziehungen zu Reekmann schien auch Richard Müller, genannt „Moneten-Müller“ gehabt zu haben, der von Reeckmann das Gut Marutendorf im Juli 1989 erwarb. Dieser hatte sich bereits eine goldene Nase durch illegalen Embargohandel von Elektronikequipment mit der DDR und Sowjetunion verdient.

Zu Müller gibt es dann auch seitens des Spiegels bereits am 26.12.1983 „Die SS-20 steckt voll West-Technologie“ zu berichten: „Kurzum: Mit dem Einsatz von ein paar hundert Millionen Dollar haben die Sowjets strategisch-technisches Know-how erworben, für das der Westen in den letzten zehn Jahren über hundert Milliarden Dollar ausgegeben hat. Und einen gut Teil der Dollarmillionen – da sind sich westdeutsche Ermittlungsbehörden ganz sicher – hat Richard Müller aus Jesteburg kassiert. Über den Umfang von Müllers Transaktionen haben Bundesnachrichtendienst, CIA und der britische Geheimdienst MI-5 nur grobe Vorstellungen. In acht Jahren gingen den amerikanischen und den westeuropäischen Zollbehörden, soweit bekannt wurde, nur drei Müller-Sendungen ins Netz. Dutzende, wenn nicht Hunderte aber kamen durch. Das Vertriebsschema war stets gleich. Nur die Versandwege änderten sich ständig. Die Ware wurde von einer der zahlreichen Müllerschen Firmen beim Produzenten bestellt und dann auf einem weltweiten Zickzackkurs über Dritt-, Viert- und Fünftländer in den Ostblock geschickt. Die beliebtesten Transitländer sind Kanada (weil die Ausfuhr von US-Erzeugnissen nach Kanada nicht genehmigungspflichtig ist), die neutrale Schweiz und Südafrika mit seinen ungewöhnlich liberalen Ausfuhrbestimmungen.“

Über die zahlreichen Kontakte Richard Müllers in den Osten oder seine Besucher aus zum Beispiel Budapest, Prag, Moskau und Ostberlin, wunderte sich damals aus seinem Bekanntenkreis in Jesteburg keiner. Und dass er an einer ungarischen Computerfirma beteiligt war, schien auch keinen zu stören. Müllers Angestellten wurden aus der Schweiz bezahlt, was auch kein weiteres Misstrauen erregte genauso wenig wie die Müllerische Firma Techimex (schon wieder eine Firma mit der geheimdienstverdächtigen „ex“-Endung), die so gut wie keine Gewinne verzeichnete und deswegen auch kurzerhand die Forderungen nach Gewerbesteuer für die Gemeinde Harmstorf gestrichen wurden.

Auffällig schien nur sein plötzliches Verschwinden nach Südafrika im Dezember 1982 gewesen zu sein. Das hing mit der Orgelfirma Gerland in Mölln zusammen, die Müller eigenartigerweise finanziell vor der Pleite gerettet hatte. Allerdings hatte er einen Hintergedanken, der ihm dann eine Menge Ärger mit den Gesellschaftern Roland Waidhas und Werner Schmidt brachte. Vertragswidrig hatte Müller das Orgelsortiment der Firma Gerland rausgeschmissen und stattdessen Großcomputer dort gelagert. Von dort wurden diese Computer der Marke Digital Equipment mit den ostdeutschen Speditionen Deutrans und Hungarocamion Richtung Helmstedt in den Osten verbracht. Waidhas hatte herausgefunden, was in seinem Orgelladen vor sich ging und fertigte erst einmal von den befestigten Absender- und Adressatenaufschriften im Zuge der vorbereiteten Fuhren Fotokopien an. Als Absender traten Müllers Firmen Techimex, Deutsche Integrated Time und Semitronic auf. Adressat waren zumeist merkwürdige Namen in Moskau und Budapest. Danach wurden die Behörden benachrichtigt und Müller musste Fersengeld Richtung Südafrika geben, konnte sich dort aber nicht länger versteckt halten, denn der Staatsanwalt hatte an Müller auch ein paar Fragen zur Marinebasis Simonstown und dessen Werftkommandanten Dieter Gerhardt gehabt. Dieser stand nämlich bereits in Südafrika wegen Spionagetätigkeit für den KGB vor Gericht und man wusste, dass Richard Müller mit Dieter Gerhardt sehr gut befreundet war.

Im Spiegel  „Die SS-20 steckt voll West-Technologie“ steht dann weiter: „Gleichfalls aus Südafrika zurück sind Müllers Mitarbeiter Detlef Heppner aus Raven bei Lüneburg und Kaufmann Volker Nast aus Hamburg. Sie wurden vorletzte Woche verhaftet, weil sie wesentlich am Aufbau des weltweit verschachtelten Phantomkonzerns beteiligt waren. Heppner ist der Techniker in der Management-Troika. Er hat, bevor er zu Müller stieß, an der Entwicklung des integrierten Feuerleitsystems für den „Leopard 2“-Panzer mitgearbeitet. Volker Nast war am 5. Mai 1975 zusammen mit Müller und mehreren amerikanischen Geschäftspartnern in San Francisco und 1981 in Baltimore wegen Verletzung der Embargobestimmungen angeklagt worden. Die beteiligten US-Bürger wurden verurteilt. Die zwei Deutschen setzten sich rechtzeitig in die Bundesrepublik ab. Müller und Nast waren, wie es in einem Senatsbericht vom 15. November 1982 heißt, „tief in die illegale Umleitung von US-Technologie in die Sowjet-Union verwickelt“. Sie hatten über Kanada Teile einer Fabrikationsanlage für Halbleiterelemente – Grundbausteine elektronischer Chips – aus dem Computer-Dorado Silicon Valley (Kalifornien) in die Sowjet-Union verschoben. Die heiße Ware war von Lothar Hädicke, einem Vertreter der deutschen Honeywell-Filiale, bestellt und von den Herstellerfirmen Kaspar Electronics und II Industries über die Müllerschen Briefkastenfirmen USA Trade und Semitronics in Montreal und Semitronics in Zürich nach Moskau geliefert worden.“

Ich habe mich an dieser Stelle immer wieder gefragt, ob hier nicht auch eine Verbindung zu Werner Stiller und dem Oktoberfestattentat besteht, denn im Sommer 1980 hatten die Amerikaner einen weiteren Mitarbeiter von Richard Müller und Volker Nast verhaftet. Es handelte sich um Rolf-Peter Herms. Der hatte mal so nebenbei einen Mikrowellen-Empfänger vom Typ MSR 903 in seinem Koffer verstaut. Dieser Empfänger war imstande, Militärsatelliten sowie die Präsidentenmaschine „Air Force One“ abzuhören.

Die Berliner Zeitung schreibt in ihrem Artikel „Herr Müller und die Moneten“ vom 24.01.2002: „Eigentlich will Richard Müller von den alten Zeiten nichts mehr hören. Die beiden Speditionsunternehmen und die Fährlinie, die der Kieler Geschäftsmann heute mit russischen Partnern betreibt, laufen gut, sein Gut Marutendorf am Westersee gehört zu den prächtigsten in Schleswig-Holstein. Und auch in der Kieler Gesellschaft ist der einstige Sowjetagent nebst Gattin, die für die SPD Kommunalpolitik macht, längst wieder gern gesehen. Kaum einer will sich hier noch an die Zeit erinnern, als Interpol und FBI Müller um die Welt jagten, weil er in den 70er- und 80er-Jahren wie kein zweiter Rüstungstechnologien in den Ostblock schmuggelte. Am heutigen Donnerstag aber holt „Moneten-Müller“, wie der Kaufmann wegen seines zur Schau gestellten Reichtums genannt wird, die Vergangenheit wieder ein. Vor dem Oberlandesgericht Schleswig beginnt das Berufungsverfahren um vier Millionen Mark, die die Treuhandnachfolgebehörde BvS von Müller wiederhaben möchte. Müller, laut Stasi-Unterlagen Agent des Sowjet-Geheimdienstes GRU, war zwischen 1984 und 1989 in Ost-Berlin untergetaucht. Von einem Lagerkomplex im Weißenseer Ortsteil Blankenburg aus organisierte er unter dem Deckmantel der Stasi-Firma VEB Interport Blankenburg den Embargoschmuggel Richtung Osten.

Hilfe von Anwalt Schily

Anfang 1989 kehrte Müller in die Bundesrepublik zurück, wo man ihm lediglich eine Steuerstrafe aufbrummte, die der millionenschwere Kaufmann aus der Portokasse beglich. Den Weg zurück in den Westen hatte ihm sein Anwalt Otto Schily, der heutige Bundesinnenminister, bereitet. Schily vertrat Müller auch erfolgreich in allen nach der deutschen Einheit laufenden Verfahren, in denen es um Spionage und Veruntreuung ging.“

Ja, dann konnte damals auch wirklich nichts mehr schief gehen, nicht wahr?

Dann berichtet der Spiegel in seinem Artikel „Der Tote von Zimmer 317“ über eine Feier am 26.04.1984 im Hotel Stadt Berlin am Alexanderplatz.

Dort war Barschel zusammen mit seinem Referenten Gerd Harald Friedersen und seinem Freund Karl Josef Ballhaus unter hochrangigen Vertretern der ostdeutschen Planwirtschaft, u.a. Ruth Lerche von Asimex und Manfred Panse, Hauptgeschäftsführer der Forum Handelsgesellschaft, zugegen. Barschel soll Ballhaus geholfen haben, seine Produkte in die DDR abzusetzen.

Und weil wir gerade bei Hotels sind, darf man auch das Hotel Metropol mit seiner „Valutabar“ in Ostberlin nicht vergessen. Demnach gab es in diesem Hotel mehrere mysteriöse Todesfälle von Geschäftsführern und Generaldirektoren verschiedener KoKo- und SED-Firmen.  Dieses Hotel wurde im April 1977 eröffnet und war in der Friedrichstraße 150/153 gelegen (Heute residiert dort das Hotel Maritim).

Nur ein Jahr später wurde das Internationale Handelszentrum gegenüber dem Hotel errichtet. Insgesamt hat das Hotel 45 Millionen Valutamark gekostet. „352 Zimmer, 620 ständig genutzte Gaststättenplätze, eine Interflug-Filiale, ein Intershop, drei Saunas, ein Schwimmbad, ein Nachtclub“ gehörten zu diesem Komplex. (Quelle: Leider nicht mehr im Netz abrufbar http://stasi-thueringer-allgemeine.de/ ).

Und weiter heißt es in der stasi-thüringer-allgemeinen: „Der Vorteil für die SED: Das Metropol war ein sozialistisches Abhörparadies. Selbst die Kellner sollen beim MfS angestellt gewesen sein. Reden wollten die, die aufzufinden waren, darüber nicht.“

Dass hier auch einige sehr merkwürdige Todesfälle geschehen sind, wird in diesem Artikel  „Das tödliche Hotel im Osten“ von Daniel Otto beschrieben: „Dinge zum Beispiel, wie den Tod des damaligen Geschäftsführers der Essener Intema, Fritz John Bruhn, im August 1982. Bruhn starb mitten in der Nacht in seinem Hotelzimmer – offiziell an Herzversagen. Am Tag zuvor hatte er sich mit SED-Funktionären zum Informationsaustausch getroffen. Gut möglich, dass die Stasi an diesem Tag herausfand, dass Bruhn für den BRD-Verfassungsschutz arbeitete und kurzen Prozess machte. Der ehemalige Geschäftsführer der Bochumer Firma NOHA und Inhaber einer Hotel-Metropole-VIP-Card, Heinz Altenhoff, vermutete ähnliches: „Der ist nicht friedlich eingeschlafen.“ Altenhoff bringt in diesem Zusammenhang auch einen seiner ehemaligen Kollegen ins Gespräch: Karl-Heinz Nötzel, Vorgänger von Bruhn bei der Intema, starb ebenfalls in einem Interhotel. […] Neben internationalen Showgrößen wie Louis Armstrong, soll auch Top-Terrorist Carlos „Der Schakal“ im Metropol abgestiegen sein – trotz internationaler Fahndung. Die DDR versteckte ihn von 1979 bis 1980 unter der Bedingung, in Gesamt-Deutschland keine Anschläge auszuüben. Doch der ausgefallene Lebensstil des Top-Terroristen war der DDR irgendwann zu viel. Er wurde gebeten, das Land zu verlassen.“

Laut Focus „Die düstere Seite der DDR“ vom 29.09.2003 starb der Österreicher Herbert Rübler ebenfalls im Hotel „Metropol“. Er soll beim Duschen ausgerutscht und mit dem Kopf auf die Badewannenkante gefallen sein, offizielle Todesursache soll aber Herzinfarkt gewesen sein. Andere Quellen sprechen bei Rübler vom Palasthotel in Ostberlin?!

Und wenn man ein paar weitere Parallelen zu Uwe Barschel ziehen will, der ja ebenfalls in einer Badewanne aufgrund eines Medikamentencocktails verstorben sein soll, schaut man am besten auf den Fall Hans Peter Köhler. Den fand man nämlich in der Nacht zum 12. August 1986 ertränkt in seiner eigenen Badewanne. Hierzu schreibt Focus in dem bereits o.g. Artikel „Die düstere Seite der DDR“: „In Köhlers Toilette findet die Polizei später einen versteckten Zettel, den der Künstler offenbar in größter Not an eine Freundin geschrieben hat: Stasi-Agenten wollten ihn für einen Spionageauftrag in Charleston/USA anwerben, um dort Militäreinrichtungen auszuspähen. Dies habe er jedoch strikt abgelehnt. Köhlers letzte Notiz: „Muss wieder raus, werde gerufen, ich liebe dich, hoffentlich wirds nicht schlimmer.“

An dieser Stelle möchte ich noch auf eine andere interessante Anekdote aus lang vergangenen Zeiten und doch Parallele zu Barschel verweisen, die mit dem Fall Vera Brühne und Strauß zusammenhängt. Barschel ist ja wegen seinem vom Magazin Spiegel empfohlenen Medienberater Reiner Pfeiffer in Teufels Küche geraten, von dem ich nach wie vor glaube, dass er von der Stasi gesteuert wurde.

Inwieweit der wandlungsfähige Postbote Gert Postel ins Gefüge passt, soll hier nicht mein Thema sein. Aber Johann Ferbach, verurteilter Mörder im Mordfall Dr. Otto Praun, hatte eine ähnliche Kackbratze in der Person von Siegfried Schramm am Arsch kleben.

Dieser besagte Siegfried Schramm, ein einschlägig vorbestrafter Betrüger und Heiratsschwindler, soll nach Angaben anderer Gefangener ein Polizeispitzel gewesen sein. Eines Tages  spielte Schramm in der Haft mit Ferbach Schach und gab bei der Polizei am 08.01.1962 an, dass Ferbach ihm die Tat gestanden hätte. Dabei offenbarte er konkrete Details zum Tathergang, die nur der Täter wissen konnte. Kurze Zeit später wurde Schramm aus der U-Haft entlassen.

Interessanterweise hatte Siegfried Schramm noch etwas zu erzählen. Angeblich hätte er Dr. Praun 1954/1955 flüchtig kennengelernt. Bei welcher Gelegenheit und wo ließ er indes offen. Laut Spiegel vom 06.04.1970 „Die vielen Säulen des Richters Seibert“ wurde Schramms Haftstrafe von 18 Monaten großzügig auf sechs Monate reduziert, natürlich im Rahmen von Haftschonung.

In Bad Hall in Oberösterreich habe er sich dann als Redakteur einer Tageszeitung, namentlich Dr. Schramm und Dr. Friesacher, ausgegeben und wurde am 04.03.1964 in Salzburg wegen „Nachahmung von Dokumenten ohne Schädigungsabsicht“ verhaftet. Während seiner Verhaftung erzählte er den österreichischen Beamten, dass angeblich Kurt Welser am 23.09.1963 das Löwendenkmal in die Luft gesprengt hätte. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass es italienische Neofaschisten waren und Kurt Weiser unschuldig war.

Seinen eigenen Rechtsanwalt Hüther hatte er wiederum beschuldigt, „landes- und hochverräterische Beziehungen zu unterhalten“.

Als Schramm von Ferbachs Verteidiger Pelka gefragt wurde, warum er zwei Mithäftlingen erzählt hätte, dass er zusammen mit Dr. Praun in Spanien gewesen und Rauschgiftgeschäfte getätigt hätte, verweigerte er darüber die Auskunft.

Da fragt man sich schon, wieso diese Type immer wieder medienwirksame Beachtung geschenkt bekommt. Könnte es damit zu tun haben, dass Schramm möglicherweise doch aus dem näheren Umfeld von Strauß kommt und ganz gezielt als Spitzel und Unruhestifter eingesetzt wurde – ähnlich wie schon Pfeiffer im Fall Barschel? Würde sich dann nur die Frage ergeben, wer ihn so erfolgreich in Szene gesetzt und geführt hat.

Dazu könnte vielleicht der Spiegel-Artikel vom 08.08.1962 „Alisis Stunde“ etwas beitragen: „Im Tegernsee-Hotel Guggemos, wo der Landesvorstand eine Geheimsitzung abhielt, kam der CSU-Chef [Anm.: gemeint ist Franz Josef Strauß] plötzlich auf das Dolce-vita-Pärchen Vera Brühne und Hans Ferbach zu sprechen, dem ein Siegfried Schramm zu lebenslangem Zuchthaus verholfen hatte. Die Eignung dieses Belastungszeugen habe längst vor der Staatsanwaltschaft im Mordprozeß der Doktor Doktor Alois Hundhammer im Parteiprozeß gegen Friedrich Zimmermann ausprobiert. Laut Strauß hatte vor Jahr und Tag ein CSU-Neuling namens Schramm ein Parteiverfahren gegen Dr. Zimmermann beantragt, der gerade vor der Wahl zum Generalsekretär stand. Begründung: Zimmermann habe als Pimpfen-Jungstammführer gegen Kriegsende Fememorde arrangiert. Am 08. Februar 1955 zog Hundhammer vor dem Geschäftsführenden Landesvorstand die Mord-Beschuldigung, die Schramm später widerrief, aus der Tasche. Strauß damals zu Hundhammer, der Zimmermanns Beförderung zum Generalsekretär ein Jahr lang verhindert hatte: „Machst jetzt die Schubladn wieda auf?“ Strauß sieben Jahre später in Tegernsee: „Der Schramm hat für diese Aktion Geld bekommen.“

Wer hingegen Schramm bezahlt haben soll, ließ Strauß offen.

Und wiederum verwundert es umso mehr, dass Siegfried Schramm bei dieser Vita 1978 in Weilheim zum Gemeinderat gewählt wurde, während Franz Josef Strauß im selben Jahr sein Amt als bayerischer Ministerpräsident antrat und dann auch in dieser Eigenschaft Vera Brühne begnadigte.

Reiner Pfeiffer hatte zwar kein politisches Amt bekleidet, musste aber auch nicht als armer Schlucker sein Leben fristen. Strafrechtliche Konsequenzen hatte er jedenfalls bis zu seinem Tod im August 2015 nicht zu befürchten gehabt.

Aber damit bin ich noch lange nicht am Ende dieses Kapitels angelangt, denn es gibt ja noch einige interessante Geschichten zum Beispiel zu Möllemann oder einem griechischen Siemens-Manager namens Michael Christoferakos zu erzählen, der dann just unmittelbar nach der Wirtschaftskrise im Mai 2009 Hals über Kopf vor den griechischen Behörden ins beschauliche oberbayerische Schloßberg bei Rosenheim flüchten musste. Und damit begannen auch die finanziellen Probleme für Griechenland richtig auszuufern.

Weiter mit Teil 5

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