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Das Antennenfeld

Also, das war am Sonntag, den 08. Februar 2015 total verrückt. Ich hatte einen total unruhigen Schlaf und bin mindestens dreimal wachgeworden und jedes Mal hatte ich den gleichen Traum.
Normalerweise hätte ich ihn also gar nicht aufgeschrieben, aber diese Penetranz meines Unterbewusstseins wollte ich dann doch hier mal festhalten.
Zunächst bin ich davon ausgegangen, dass ich das Interview zwischen Michael Grawe und Guido Grandt zum Thema Pädophilie in hohen Regierungskreisen in meinen Traum miteingearbeitet habe.
Außerdem lief im Anschluss noch eine interessante holländische Dokumentation über die X-Zeugenaussagen im Fall Dutroux.
Nun gut, ich bin wie immer trotzdem irgendwann eingeschlafen und dann kam folgender Traum dabei heraus: Ich erhielt einen amtlichen Brief, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich mich umgehend bei einer Dienststelle einfinden und meinen neuen Arbeitsplatz einnehmen sollte. Ich wusste genau, wohin ich musste und im Traum bin ich von Bad Aibling ausgegangen.
Als ich dann bei meiner Arbeitsstelle eintraf, war ich einigermaßen verwundert. Ich befand mich am Fuße eines Berges, die Landschaft kam mir zwar bekannt vor, aber wie Bad Aibling sah das überhaupt nicht aus.
Eher wie die Umgebung zwischen Kiefersfelden, Oberaudorf und Bayerischzell.
Ja, das schien eher hinzukommen, aber trotzdem war das für mich die Bad Aiblinger BND-Dienststelle.
Mich nahm ein großer, blonder Mann in Empfang, der dürfte in meinem Alter gewesen sein, aber gut gebaut, sehr muskulös und mit einem hellblauen T-Shirt und Jeans gekleidet.
Mir fiel sofort sein starker englischer oder amerikanischer Akzent auf.
Zunächst ging er mit mir zu einem weitangelegten Antennenfeld hinaus und ich war völlig verblüfft, was ich da zu sehen bekam.
Ich meine, die Antennen von Bad Aibling kenne ich ganz gut und auch die von Rheinhausen, Schöningen, Stockdorf und Gablingen sind mir aus zahlreichen Berichten nicht unbekannt, aber so etwas habe ich einfach noch nie gesehen.
Mir fielen unter anderem diese überdimensionalen Stabantennen auf, wie man sie normalerweise auf dem Fernmeldeturm als kleine Ausfertigungen kennt, ähnlich wie diese Mobilfunkantennen.
Diese ragten aber wie riesige Spitzpilze am Berghang entlang und mir war dann klar, dass die wegen dem Empfang über den Bergen so groß angelegt waren.
Das waren aber nicht die einzigen Antennen, die meine Aufmerksamkeit erregten. Dazwischen ragten riesige, rechteckige Panels, in verschiedenen Richtungen ausgerichtet. Sie hatten Ähnlichkeiten mit den Sonnenpanels von Satelliten und als ich mir diese speziellen Panels genauer ansah, erschrak ich, weil in diesen Panels Computertechnologie eingebaut war, die bereits zum Zeitpunkt des Empfangs alle Signale nicht nur empfangen, sondern auch analysierten und in Video-, Bild- und Audiodateien umwandelten.
Was mich allerdings noch mehr irritierte, war die scheinbar schutzlose Anordnung von Computerkabeln, Steckern, Platinen und sonstigem Hardwarezubehör.
Ich schaute meinen Begleiter fragend an, der mich beschwichtigte.
Das wäre alles kein Problem, aber man arbeite noch an diesen Schutzmaßnahmen. Unterdessen fiel leichter Schnee vom Himmel, obwohl es gar nicht kalt zu sein schien.
Mich jedenfalls fror es nicht und ich bewunderte die Glocken- und Gänseblumen, die in voller Pracht über dem gesamten Antennefeld blühten.
Satellitenschüsseln fand ich auch, allerdings tauchten die eher vereinzelt auf und schienen vor allem auf die Zwischenräumen des Gebirgszuges in Österreich ausgerichtet zu sein.
Dann entdeckte ich noch drei hellgrün angestrichene Antennenmasten. Sie hatten die Form von kleinen Eiffeltürmen und waren an der Spitze mit rot lackierten Kreisen ausstaffiert, sozusagen als Signalfarbe.
Die hellgrüne Farbe blätterte an verschiedenen Stellen schon ab, die leichten Rost sichtbar machten.
Wiederum ergriff mein Begleiter das Wort und meinte, dass diese Türme momentan vom Netz genommen wurden, allerdings jederzeit wieder aktiviert werden könnten. Es handelte sich dabei um spezielle Radarantennen. Dann führte er mich durch das Antennenfeld zu zwei ganz speziellen Antennen.
Sie sahen ähnlich wie die riesigen Stabantennen aus, waren aber mit kleineren, runden Spiegeln versehen. Bei diesen Antennen würde es sich um Spionageantennen handeln, mit denen der Verkehr des eigenen Personals überwacht werde.
Das sei auch meine Aufgabe. Dann schlug er mir vor, mich noch ein wenig selbst umzusehen und mich bei Fragen wieder an ihn zu wenden. Er würde mir dann mein Büro zeigen.
Also stolzierte ich verwundert durch dieses wahnsinnige Antennenfeld und musste feststellen, dass sie so versteckt lagen, dass es unmöglich war, sie von irgendeiner Stelle außer der Luft ausfindig zu machen. Ich hatte aber ein richtig gutes Gefühl und dann begab ich mich außerhalb des abgesicherten Bereichs zu einigen Gebäudekomplexen.
Die Häuser waren ziemlich flach, einige waren zweistöckig, aber mein Arbeitsplatz befand sich in einem langgezogenen, einstöckigen Gebäude. Die Gebäude waren wie ein Hufeisen angelegt und mitten auf dem Platz fand eine Art Volksfest statt. Ich fand das ganz nett und mischte mich unter die Leute, die alle in zivil gekleidet waren, aber miteinander englisch sprachen.
Als sie mich erblickten, nickten sie mir freundlich zu und dann kam wieder mein Betreuer und schlug mir vor, mein neues Büro zu beziehen.
Alles war noch im Umbruch, denn bei meinem Büro handelte es sich um einen ehemaligen großen Besprechungsraum.
Es waren einige Handwerker da, die bereits die Tische umstellen.
Die Konsole, von der aus ich alle von den Antennen ausgewerteten Daten zu Berichten und Studien abfassen sollte, war bereits im Einsatz und sah wie ein riesiges Mischpult aus.
Die Bildschirme, an denen ich arbeiten sollte, waren in den Tischen eingefasst, d.h. ich musste auf die Bildschirme im Sitzen nach unten blicken, vielleicht ähnlich wie bei Star-Trek.
Dann kamen etwa fünf Leute rein, die zu meinem Team gehörten. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt gar nicht, dass ich die Truppe anführen sollte.
Sie stellten sich einer nach dem anderen vor, darunter auch eine Sekretärin – meine, wie sich dann im Laufe der Vorstellung herausstellen sollte.
Sie alle wollten dann plötzlich in meinem Büro mitarbeiten und ich schaute meinen Begleiter wieder fragend an, denn ich konnte zwar alle gut verstehen, war aber selbst nicht in der Lage, einen englischen Satz selbst zu sprechen.
Er meinte, dass es meine Entscheidung wäre, aber ich würde dem Team eine Freude machen, wenn sie alle in meinem Büro bleiben dürften.
Ich zuckte mit den Schultern und schlug dann vor, das kleine Vorzimmer der Sekretärin zu beziehen, denn das Mischpult hätte sich auch verschieben lassen, aber das lehnten alle fünf Anwesenden plus mein Begleiter ab.
Jeder der Anwesenden hätte sein eigenes Büro, wenn ich nicht unter so vielen Leuten in einem Raum arbeiten wollte.
Ich grinste blöde vor mich hin, weil ich nicht wusste, wie ich nun meinem Begleiter erklären sollte, dass ich zwar die Arbeit machen wollte, aber nicht darauf vorbereitet wäre, ein Team zu leiten und ich wäre mir auch gar nicht sicher, ob das gut gehen würde.
Er schien meine Gedanken lesen zu können und antwortete prompt, dass ich mir keine Sorgen machen sollte. Alle wären im Bilde und keiner wollte mir Ärger verursachen.
Im Gegenteil, jeder würde sich freuen, wenn ich das Team leite und würde meine Anwesenheit als angenehm empfinden.
Gut, aber dann muss gewährleistet sein, dass mir keiner in die Arbeit reinredet und ich völlig freie Hand habe, sonst könnte ich auch gleich gehen.
Dafür würde gesorgt werden. Er sei der Leiter dieser Dienststelle, aber er habe vollstes Vertrauen in meine Arbeitsweise und wäre sicher, dass ich meinen Job gut erledigen würde.
Dann ließ er mich mit meiner Truppe alleine und sofort kamen alle zu mir, um mich zu beraten, wie wir die Arbeitstische und Stühle so anordnen könnten, damit jeder von uns eine eigene kleine Nische hat.
Das war ziemlich lustig, wie wir gemeinsam anfingen, Stühle und Tische um eine Dönerbude herumzurutschen, die in einem Eck verankert war.
Ich fragte dann, wieso hier eine Dönerbude stehe, in der auch noch gekocht und gebraten wurde.
Ich sah die dicken Hähnchen auf Spießen im Backofen drehen, Kartoffelsalat in der Anrichte und eine frische Salatbar.
Das wäre ein großes Privileg für uns, denn wir würden hier 24 Stunden am Tag hier verbringen und damit für eine ordentliche Mahlzeit rund um die Uhr gesorgt wäre, hätte man extra für unser Team diese kleine Kantine in Form einer Dönerbude eingerichtet.
Der dunkelhaarige, ältere Mann in der Bude gab mir seine Hand und lächelte mir aufmunternd zu. Nun ja, andere Behörden, andere Sitten, dachte ich bei mir und wir räumten fleißig weiter um bis ich aufwachte.
Wie gesagt, das Ganze habe ich gleich dreimal hintereinander geträumt. Als ich dann noch einmal die Dokumentationen bewusst ansah, fand ich allerdings keinerlei Hinweise auf Antennen, Bad Aibling oder dergleichen, was auch annähernd diesen Traum erklären würde.

Weiter mit dem nächsten Traum – Die Löwenbotschaft und ein dreckiges Haus

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