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Ein Ufo und die Bremer Stadtmusikanten

Den Traum, den ich am 29 August 2013 hatte, war ziemlich verrückt und abgefahren. Meine Erfahrung hat mir aber auch gezeigt, dass der Tag nach so einem Traum immer beschissen wird. Wie auch immer, ich versuche, ob ich das jetzt noch soweit zusammenbekomme, vieles habe ich über den Tag vergessen, weil ich heute Morgen gar nicht dazugekommen bin, mir wenigstens ein paar Notizen zu machen.
Im Traum selbst habe ich mich unheimlich gut gefühlt. Also, es muss irgendwie so losgegangen sein, dass ich in einer Art Reihenhaus untergebracht war in diesen typischen alten Siedlungen mit den kleinen Häusern, die ein bisschen nach Anfang des 20. Jahrhunderts aussahen.
Dunkelrote Ziegelsteine, kleine Fenster und rotes Schrägdach. Es regnete in Strömen und ich ging zu einem Briefkasten, der komischerweise nicht direkt am Haus angebracht, sondern weiter entfernt am Eingangsweg zur Haustüre.
Der Briefkasten quellte über. Ich kann mich genau an einen Werbeprospekt erinnern und einen weißen, großen Umschlag.
Ich war hocherfreut, als ich den weißen Umschlag sah, denn ich dachte, dass es sich um die DVD von Holger Strohm handelte, aber der Umschlag war vom Regen ganz durchgeweicht und letztendlich konnte ich diesen Umschlag nicht mehr öffnen. Ich packte ihn mit dem Werbeprospekt und knüllte ihn zusammen.
Irgendwie war ich ziemlich enttäuscht und stromerte im Regen um das Reihenhaus herum. Anstatt in mein Haus zu gehen, breitete ich eine Liege mit alten Decken (solche Decken, die normalerweise von Speditionsfirmen benutzt werden) aus und legte mich darauf.
Dort versuchte ich noch mal, an den Inhalt des weißen Umschlages zu kommen, aber es war aus einen mir nicht erfindlichen Grund möglich, an den Inhalt heranzukommen. Ich weiß noch, dass es sich um einen Packen Papier handelte, sodass mir in diesem Moment schon klar war, dass es sich nicht um die von mir herbeigesehnte DVD-Lieferung handeln konnte.
Als ich das realisierte, schmiss ich schließlich alles beiseite und drehte mich um. Ich wollte definitiv ein Nickerchen abhalten, der Regen schien mir nichts ausgemacht zu haben, denn ich blieb komischerweise trotz allem trocken.
Gerade, als ich mich auf die Seite umdrehte und die Augen zumachte, kam ein junger, ziemlich durchtrainierter Mann mit längeren mittelblonden Haaren auf mich zu. Ich kann mich noch an sein rotes T-Shirt mit einer weißen Aufschrift erinnern. Er sah sehr gut aus, hatte ein etwas eckiges, aber trotzdem schönes Gesicht. Das Haar war in der Mitte gescheitelt und fiel abgerundet auf seine Schulter.
Er stellte ebenfalls eine Liege auf, direkt neben meiner, und legte sich zu mir hin. Dabei platzierte er seinen Kopf direkt neben meinem, was mich komischerweise ziemlich störte.
Ich versuchte ihn gar nicht zu beachten, aber er wetzte auf der Liege unruhig herum, so als ob er es förmlich darauf anlegte, dass ich mich zu ihm umdrehte, damit wir uns gegenseitig ins Gesicht schauten. Ich murrte vor mich hin, packte schließlich eine meiner Decken, die sich plötzlich von grau in ein buntes Muster verwandelte, warf kurz einen unwirschen Blick in seine Richtung, worüber er erschrak und stand schließlich auf.
Er setzte sich ebenfalls sofort auf, schaute mich bettelnd an und als ich meinen Weg vom Haus weg fortsetzte, schlich er sich in mein Haus rein und beobachtete mich durch das niedrige Fenster neben der Haustüre.
Obwohl er nichts sagte, verstand ich sofort, was er mir sagen wollte. Es muss so eine Art telepathischer Austausch gewesen sein. Er bat mich, nicht so lange auszubleiben und bald nach Hause zu kommen.
Ich nickte kurz zu ihm herüber und dann drehte ich mich um und ging eine Straße entlang. Ich blickte in den Himmel, es war schon dunkel, und sah auf einmal ein riesiges zigarrenförmiges, durchsichtig-milchiges Gebilde.
Vorne war ein dunkelbraunes Loch mit Innengewinde.
Es sah fast so aus, als ob ich in ein Kanonenrohr blicken würde. Mich erinnerte dieses Gebilde an ein riesiges Stabbakterium, vielleicht eine Art Streptokokke.
Es schien auf jeden Fall lebendig zu sein und ich konnte meinen Blick überhaupt nicht davon abwenden. Die kanonenrohrförmige Mündung bewegte sich wie das Maul von einem Fisch und versuchte mich, hineinzuziehen, aber aus irgendeinem Grund ließ dieses Objekt von mir ab.
Es schien mich trotzdem eine Weile zu fixieren und vor meinem inneren Auge tauchten im Traum die typischen mittelalterlichen Bilder auf, die diese UFO-Stäbe über Nürnberg darstellten. Das war ziemlich faszinierend.
Dann drehte sich dieses Gebilde von mir ab, blieb noch kurz am Himmel stehen, beschleunigte etwas und schoss blitzschnell durch die Nacht in den Weltraum.
Es sah so aus, als ob dieses Gebilde in ein Wurmloch verschwand bzw. sich mit der Dunkelheit des Universums verband.
Ich schaute noch lange auf einen kleinen grünen Punkt, der danach wie ein Stern am Himmel blinkte. Ich war ziemlich verwundert und dann ging ich in die Stadt.
Ich wollte eigentlich noch ein Bier trinken, aber dabei traf ich auf eine völlig verrückte Gruppe von verkleideten Menschen. Es waren wohl vier oder fünf Leute mit Tierkostümen.
Mich erinnerte diese Gruppe an die Bremer Stadtmusikanten und als solche wollten sie wohl auch verstanden werden. Jedenfalls wollte ich gerade an dieser Gruppe vorbeigehen, als mich einer, der wie eine riesige, dickliche, blaue Maus gekleidet war, aufhielt.
Aus den Augenwinkeln konnte ich dann noch eine Frau sehen, die ebenfalls verkleidet war, möglicherweise als schwarze Katze oder Käfer, ich kann das jetzt einfach nicht mehr sagen.
Das Gesicht fiel mir aber sofort auf und ich dachte, Mensch, das ist doch die bereits verstorbene Schauspielerin Trude Herr.
Sie lachte ausgelassen und tanzte um mich herum, um mich zu animieren, mich der Gruppe anzuschließen. Ich lächelte und winkte dankend ab. Ich wollte meine Ruhe haben, aber dieser als Maus verkleidete Mann versperrte mir den Weg.
Er war sehr freundlich und überhaupt nicht unangenehm. Sein dicklich rundes Gesicht war wegen dem Kostüm ziemlich verschwitzt, aber nicht ekelhaft.
Er lachte pausbäckig und wollte mich dazu überreden, sein Mauskostüm anzuziehen und an seinerstatt die Gruppe vervollständigen.
Nein, auf keinen Fall, ich will kein Kostüm tragen, lachte ich. Aber er bettelte und bettelte. Bitte, zieh das Kostüm an und geh mit uns auf Tour, wir wollen dich in unserer Mitte haben, mir steht das Kostüm einfach nicht und ich bin eigentlich auch müde. Nimm meinen Platz ein. Wir werden viel Spaß haben und ich kann mich ein wenig ausruhen.
Er versuchte mir, zumindest den Mauskopf überzuziehen, aber ich drehte mich weg. Ich wollte aber auch nicht unhöflich sein, die waren ja wirklich sehr nett zu mir. Also versprach ich, mir das zu überlegen. Alle klatschten und stimmten in einen fröhlichen Gesang ein, dabei lachten sie ausgelassen und dann wachte ich auf. Irgendwie fühlte ich mich wie auf einem venezianischen Karneval. Ich war echt beim Aufwachen noch stark von diesen Bildern beeindruckt, fragte mich aber, wie ich eigentlich auf die Trude Herr gekommen war.

Weiter mit dem nächsten Traum – Ein seltsames Vorstellungsgespräch und ein Giftbonbon

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