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Die Rolle des BLKA und Walter Boeden

Die Frage nach der Beteiligung des BLKA im Fall des Uranschmuggels von Landshut sowie der im Juli 1994 angelaufenen Operation Hades ergibt sich zum Teil aus dem Abschlussbericht des U-Ausschusses im Bayerischen Landtag. Demnach waren neben Walter Boeden als Scheinkäufer auch folgende Personen des BLKA involviert:

KHM Ebner, KHK Adami, der zusammen mit Walter Boeden im Ermittlungsteam arbeitete, EPHK Lautenschlager, KHK Edtbauer, KHKin Mattausch, EKHK Stoephasius, KD Sommer, KHKin Blumenstiehl sowie die Münchner Staatsanwälte Gerhard Lindner und Brümmer.

Interessant ist, dass währenden den Ermittlungen im Fall „Landshut“ ein verdeckter Ermittler (VE) namens Leo Zimmer mit einer kompletten, längerfristig ausgelegten Legendierung eingebunden war. Dieser hatte dann Walter Boeden in den Kreis der ersten Uranschmuggler als nicht offen ermittelnde Person (noeP) zum Zweck eines Scheinaufkaufs eingeführt. Wie der Untersuchungsausschuss herausgefunden hatte, besteht der Unterschied zwischen VE/VEB und noeP darin, dass im Fall eines VE/VEB ein richterlicher Beschluss notwendig ist, da ein längerfristiger Einsatz zur Überwachung und Kontrolle einer Zielperson oder einer unbestimmbaren Zielgruppe entsprechend begründet werden und ein hinreichender Tatverdacht einer Straftat zu diesen in das Persönlichkeitsrecht der betreffenden Personen eingreifenden Überwachungsmaßnahmen bestehen muss. Eine noeP benötigt diese richterliche Genehmigung nicht, da ihr Einsatz im Ermittlungsteam nur kurzfristig und lediglich unterstützend für eine bestimmte Handlungsweise im Ermittlungsteam ausgerichtet ist. Mit Abschluss dieser vorgesehenen kurzfristig angelegten Handlungsweise ist auch in der Regel der Auftrag der noeP beendet.

Zum Fall Boeden stellte der Abschlussbericht fest: „Es war nach Bekanntwerden des Nuklearmaterialangebots [Anm.: gemeint ist der Deal von Landshut] vom BLKA nicht daran gedacht, einen Kontakt über einen längeren Zeitraum aufzubauen und „Boeden“ aktiv in die Anbieterszene einzuschleusen, um Hintergrund- und Strukturermittlungen durchzuführen. Bei den Überlegungen gingen Staatsanwaltschaft und BLKA davon aus, daß der Einsatz von „Boeden“ nicht über einige wenige, konkret bestimmbare Ermittlungshandlungen hinausgehen sollte und daß es auch nicht notwendig sein würde, eine unbestimmte Zahl von Personen über seine wahre Identität zu täuschen.“

Das aber scheint genau der Fall bei Walter Boeden gewesen zu sein, als er sich schließlich auch in den illustren Kreis der Plutoniumschmuggler von München ebenfalls als Scheinaufkäufer einschleusen ließ. Geführt wurde er dabei von KHK Adami. Sein Auftritt als Scheinkäufer gegenüber den drei Plutoniumschmugglern soll angeblich erst am 25.07.1994 im Straßencafe des Hotels „Excelsior“ zusammen mit Willy Weitzel alias „Adrian“ und Rafa gewesen sein.

Interessanterweise stellte der Ausschuss auch die Frage, ob es zu irgendeinem Zeitpunkt der Plutoniumübergabe eine Gefahr für alle an dem Geschäft beteiligten Personen gegeben habe, was offenkundig verneint wurde, wenn der Ausschuss schließlich zu der Überzeugung gelangte, dass „bei der Übergabe der Plutoniumprobe sowohl für den eingesetzten Scheinaufkäufer „Walter Boeden“ als auch für die Täter und für unbeteiligte Personen keine Gefahren“ bestanden hatten. Diese Schlussfolgerung kann eigentlich nur dann getroffen werden, wenn Boeden wusste, auf was er sich da einlässt und zumindest über die Zusammensetzung und Herkunft des angebotenen Nuklearmaterials voll im Bilde war. Dies wiederum setzt meines Erachtens aber auch einen längerfristigen Einsatz in der Ermittlungsgruppe voraus, für den dann wieder ein richterlicher Beschluss notwendig gewesen wäre. Tatsächlich wurde Walter Boeden beim BLKA und bei verschiedenen Fachinstitutionen seit 1975 (!) speziell für derartige Fälle ausgebildet. Er verfügte zu diesem Zeitpunkt über umfassende Fachkenntnisse sowie Erfahrung im Umgang mit Nuklearmaterial, war mit entsprechenden Messgeräten vertraut, auch mit solchen ausgerüstet und in der Bedienung der Geräte bewandert. Immer wieder besuchte er Lehrgänge und nahm auch an einer mehrwöchigen Informationsveranstaltung in einem Kernkraftwerk teil, gefolgt von weiteren detaillierten fachbezogenen Fortbildungsmaßnahmen im Bereich des Strahlenschutzes und des Umgangs mit radioaktiven Materialien.

Die Frage wäre dann, ob der Untersuchungsausschuss bewusst hinters Licht geführt wurde, indem man bei derartigen Scheinkäufen verbunden mit der Gefährdung für unbeteiligte Personen eine Legende für Boeden als ausgewiesenen „Fachexperten“ auf dem Gebiet der Nuklearwissenschaft aufbaute oder ob tatsächlich vertuscht werden sollte, dass ein verdeckter Ermittler in der Person des Walter Boeden ohne richterlichen Beschluss aktiv war.

Es spricht jedenfalls Einiges für die zweite Annahme, denn wie hätte Rafa ihn sonst glaubhaft in Kontakt mit den drei Plutoniumschmugglern bringen können. Rafa und Roberto selbst waren auf diesem Gebiet sicherlich keine ausgewiesenen Experten und die an dem Schmuggel beteiligten Personen im Hintergrund wie

  • Jose Fernandez Martinez und Julian Tejero Robledo (Anbieter von Plutonium)
  • Manolo Lopez Romero (Führer der Schmugglergruppe)
  • Die Spanier Julio Oroz Eguia und Javier Bengoecha Arratibel sowie der Kolumbianer Justiniano Torres Benitez (die Plutoniumschmuggler)
  • Iwan Iwanowitsch Penkov und Eduard Wladimirowitsch Baranov (die Vermittler für die Beschaffung der Plutoniumprobe)
  • Gennadij Pawlowitsch Nikiforow (der die Probe in Moskau untersuchte) und
  • Oleg Wjatscheslawowitsch Assafiev (Beschaffer der Probe)

Dürften entsprechende Absicherungsmaßnahmen getroffen haben, bevor sie Justiniano Torres Benitez eine bombenfähige Plutoniumprobe in die Hand drückten mit dem Ziel nach München.

Nirgendwo geht hervor, dass der zuvor im Landshuter Fall eingesetzte Leo Zimmer aus Mainz auch im Münchner Fall eingebunden war.

An dieser Stelle muss deswegen noch einmal eine Rekapitulation der vorangegangenen Ereignisse vorgenommen werden:

  • Seit Februar 1992 wurde der deutschstämmige Karten Uwe Schnell alias Roberto Rauschberg, wohnhaft in Malaga, Spanien, als V-Mann des BKA geführt. Sein Verbindungsführer im BKA war der KHK „Schleppi“. Sein Aufgabengebiet umfasste die Beschaffung von Informationen über die internationale Drogenhändlerszene mit Kontakten nach Deutschland. BKA Verbindungsmänner bzw. –kontaktmänner waren damals Haas, Wittbeck und Famulla. Bei Abwesenheit dieser drei Verbindungs- bzw. Kontaktmänner konnte sich Roberto auch an die seit 1991 in Madrid ansässige BKA-Verbindungsbeamtin Gudrun Stenglein wenden, die dann die Informationen an „Schleppi“ weitergab.
  • 1991/1992 nahm die BKA-Verbindungsfrau Gudrun Stenglein Kontakt mit der in der Madrider BND-Residentur arbeitenden Sybilla Janko auf. Dabei stellte sie sich ihr als Drogenermittlerin von Interpol vor. Infolge dieser Treffen entwickelte sich zwischen Janko und Stenglein eine Freundschaft.
  • 1993 wird Peter Fischer-Hollweg (DN: Dr. Eckerlin) nach Madrid in die BND-Residentur als Residenturleiter versetzt und ist damit Sybilla Jankos Vorgesetzter. Weil dieser Verbindungen zur Drogenszene suchte, vermittelte ihm Sybilla Janko ein Treffen mit ihrer Freundin Gudrun Stenglein. Von ihr bekam er dann auch den Tipp, sich mal mit Roberto Rauschberg in Verbindung zu setzen. Der würde sich in der Szene bestens auskennen.
  • Am 13.05.1993 wurde dann Roberto Rauschberg auch vom BND als so genannte NDV (Nachrichtendienstliche Verbindung) geführt, ebenfalls zum Zweck der Aufklärung des internationalen Drogenhandels.
  • Am 05.08.1993 traf sich Roberto zusammen mit seinen Verbindungsführern aus dem BND, Peter Fischer-Hollweg und Sybilla Janko in Madrid, um ihnen den Vorschlag für einen fingierten Kokaindeal im Rahmen der „Operation Remolacha“ zu unterbreiten.
  • Am 14.09.1993 trafen sich Roberto und zwei LKA-Beamte, um seinen Freund Rafa als Kontaktmann einzuführen. Nach seinen Aussagen wäre Rafa früher einmal bei der Guardia Civil im Rauschgiftdezernat tätig gewesen.
  • Ab Oktober 1993 gibt Roberto gegenüber Sybilla Janko erste Hinweise auf internationale Dealer von Nuklearmaterial. Eine Zusammenarbeit mit dem BND auf diesem Gebiet wäre für ihn selbst nicht möglich, aber er könnte dafür einen Kontakt zu einem alten Freund namens Rafael Ferreras Fernandez, genannt „Rafa“ vermitteln. Rafa war zu diesem Zeitpunkt Drogenfahnder bei der Guardia Civil. Mit Hilfe von Rafa könne dann der BND seine eigenen Verbindungen zur Atom-Mafia aufbauen.
  • Am 23.10.1993 gibt Roberto gegenüber Sybilla Janko einen konkreten Hinweis zu einer russischen Exportfirma AVIA-Export mit Sitz in Moskau, die illegalen Waffenhandel betreiben soll und auch atomare Kampfmittel wie Plutonium zum Verkauf anbiete. Einen Bezug zu Deutschland hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwähnt. Von der Firma AVIA-Export legte er auch umfangreiche Unterlagen vor. Es würde sich dabei um eine staatliche Firma handeln, die von ehemaligen Offizieren der Roten Armee geführt werde. Man hätte ihn, Roberto, eingeladen, nach Moskau zu kommen, um sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen. Offensichtlich hatte er auch das BKA über die Firma AVIA-Export informiert, allerdings bestand seitens des BKA kein Interesse, weil es sich um eine legale Firma handelte und ein Verdacht auf illegale Waffentransfers nach Deutschland nicht erkennbar waren.
  • Am 25.10.1993 wurden die von Roberto erhaltenen Unterlagen von Madrid an die BND-Zentrale geschickt.
  • Am 25.11.1993 hatte die für die Auswertung zuständige Abteilung in Pullach einen Fragekatalog zu den vorliegenden Unterlagen an die Residentur Madrid übermittelt. Der Kontakt „Roberto“ solle sich ausschließlich auf das Sammeln von Hintergrund- und Sachinformationen zum Plutoniumangebot beschränken. Eine operative Tätigkeit in Form von Verhandlungen oder engeren Kontakt mit möglichen Anbietern wurde ausdrücklich untersagt. Diese Anweisung aus der Pullacher Zentrale teilte Sybilla Janko ihm (Roberto) mit.
  • Am 15.12.1993 erhält eine gewisse Aman Acra aus Schwelm ein Angebot von einer Christa Klein zum Kauf einer Probe Uran 238. Nachdem sie das Angebot per Fax erhalten hatte, ging sie damit sofort zum Polizeipräsidium Hagen.
  • Am 22.12.1993 unterrichtete das Polizeipräsidium Hagen die Kriminalpolizei Schwelm.
  • Am 23.12.1993 erhielt das LKA Rheinland-Pfalz vom LKA Sachsen die Mitteilung, dass bei einer Firma in Görlitz per Telefax zwei Angebote über Uran 238 für insgesamt 350.000 US Dollar eingegangen sind. Übermittler dieser Angebote war ein Herr Haenen von der Firma European Manager in Plein/Rheinland-Pfalz. Unterschrieben waren die Angebote von einer Christa Klein. In den Angeboten wurde auch mitgeteilt, dass sich das Uran zur Abholung in Landshut befinden würde. Gegen Haenen leitete daraufhin die Staatsanwaltschaft Trier ein Ermittlungsverfahren ein und ein verdeckter Ermittler aus Main, Leo Zimmer, wurde auf ihn angesetzt.
  • Am 23.12.1993 werden seitens Roberto weitere Informationen zur Firma AVIA-Export übermittelt mit dem Hinweis, dass diese Firma alles und an jeden vertreiben würde, der entsprechend bezahlt.
  • Am 03.01.1994 gelangte die Information aus Schwelm an das BLKA und der Staatsanwaltschaft in Landshut, weil sich Frau Christa Klein zu diesem Zeitpunkt in Landshut aufhielt.
  • Am 11./12.01.1994 setzte sich Haenen mit einem Herrn Glinsky aus Dietz/Rheinland-Pfalz telefonisch in Verbindung und erhielt die Mitteilung, dass das Uran aus Russland stamme und Proben in Landshut bzw. in einer russischen Kaserne in Berlin zwischengelagert sei. In diesem Gespräch fiel auch wieder der Name Christa Klein, die gute Verbindungen zu den Russen haben soll.
  • Januar/Februar 1994 kündigte Roberto Sybilla Janko an, dass sein Freund Rafa daran interessiert sei, als V-Mann für den BND zu arbeiten. Janko gab dieses Angebot an die Zentrale in Pullach weiter, erhielt aber für die Anwerbung von Rafa eine Absage, da dieser noch aktiv in der Guardia Civil beschäftigt sei.
  • Im Februar 1994 wird der neue Leiter vom Referat 11A, das auch für die Residentur in Madrid zuständig ist, Rudolf Werner. Zuvor war er Residenturleiter in Washington.
  • Ende Februar/Anfang März 1994 hatte die Staatsanwaltschaft Trier das Ermittlungsverfahren gegen Haenen wegen Verstoß gegen das KWKG eingestellt und Leo Zimmer wurde als VE von diesem Fall abgezogen. Das Verfahren gegen Frau Klein lief indes noch.
  • Am 08.03.1994 trat Walter Boeden als noeP, von Leo Zimmer in die Uranschmuggler-Gruppe eingeführt, als Scheinkäufer bei Christa Klein auf.
  • Am 10.03.1994 brachte Roberto, der inzwischen erfahren hatte, dass Rafa vom BND als NDV abgelehnt wurde, wieder seinen Freund ins Spiel.
  • Am 18.03.1994 teilt Roberto dem BKA mit, über einen Spanier ein Angebot über 2 kg waffenfähiges Plutonium erhalten zu haben das sich bereits in Deutschland befinden würde. Roberto bekam die Anweisung von seinem Verbindungsführer, grundsätzlich Interesse zu bekunden, aber nicht als jemand aufzutreten, der auch an der Einfuhr von noch im Ausland befindliches Nuklearmaterial interessiert ist. Daraufhin wurde ein Ermittlungsverfahren in Frankfurt a.M. eingeleitet, in deren Verlauf aber der Verdacht nicht erhärtet werden konnte, dass sich bereits Plutonium in Deutschland befinden würde.
  • Am 26.04.1994 teilte Roberto der Residentur in Madrid mit, dass Rafa mittlerweile aus Gesundheitsgründen aus dem aktiven Dienst bei der Guardia Civil ausgeschieden sei. Tatsächlich war er aber nur krankgeschrieben und arbeitete bis zum Ende des Jahres 1994 bei der Guardia Civil weiter. Der BND wollte angeblich davon nichts gewusst haben, was eigentlich sehr unglaubwürdig ist, da ein Anruf beim spanischen Partnerdienst oder über die BKA-Verbindung genügt hätte, um die Angaben von Roberto zu verifizieren.
  • Am 05.05.1994 erzählt Roberto der BND-Residentur in Madrid, dass in Spanien zwei Spanier namens Julian Tejero Robledo und Jose Fernandez Martinez insgesamt 6 kg Plutonium anbieten würden, das aus Russland stammt und sich nach seinem Wissen bereits in Deutschland befinden würde. Fernandez Martinez sei dabei der Kopf der Atom-Mafia. Tejero würde offiziell als Geschäftsführer der Autovermietung „Budget“ fungieren. Als Zusatzinformation lieferte Roberto dessen Anschrift, Telefon- und Faxnummern. Ferner würden ein Baske und ein Franzose zu der Bande zählen. Die Verhandlungen für den Deal würde ein Deutscher, jüdischer Abstammung oder jüdischen Glaubens führen. Diese besagte Person sei Inhaber einer Waffenfabrik in Berlin. In dem Gespräch mit Janko eröffnete Robert ihr auch, dass er diese und weitere Informationen auch ans BKA weiterleiten würde. Janko sah keine Veranlassung, hier weiter tätig zu werden, da sie Roberto als V-Mann des BKA kannte und davon ausging, dass das BKA in diesem Fall auch der richtige Ansprechpartner sei.
  • Am 10.10.1994 wird Adolf Jaekle auf den Stuttgarter Flughafen festgenommen. Eine Hausdurchsuchung in seiner Wohnung in Tengen-Wiechs lieferte sechs Gramm Plutonium 239 zutage.
  • Anfang Mai 1994 holte sich Rafa als Verstärkung die Spanier Julio Oroz Eguia und Javier Bengoecha Arratibel sowie den Kolumbianer Justiniano Torres Benitez für den Plutoniumschmuggel ins Boot, offensichtlich schon in Vorbereitung auf die im Juli 1994 ins Leben gerufene „Operation Hades“.
  • Am 24.05.1994 wurde Rafa auf Empfehlung von Roberto vom BND als NDV geführt.
  • Irgendwann im Mai 1994 will auch der amerikanische Geheimdienst CIA Hinweise aus Moskauer Quellen bekommen haben, dass Plutonium nach Deutschland geschmuggelt werden soll. Justiniano Torres Benitez wird vom CIA als Agent des russischen Auslandsnachrichtendienst SWR „identifiziert“.
  • Am 31.05.1994 fand laut Aussage von Rafa ein Telefonat mit Roberto statt. Dort schildert er den Gesprächsverlauf mit den Plutoniumanbietern. Nach Aussagen von Roberto würde es sich aber um Aufschneider handeln. Sie hätten lediglich Osmium und Uran im Angebot gehabt. Von Plutonium sei keine Rede gewesen. Rafa solle deswegen nichts weiter in dieser Richtung unternehmen.
  • Am 09.06.1994 trat dann auch der unbekannt Deutsche auf, der zum Kauf von waffenfähigem Plutonium 239 drängte. Im Madrider Hotel „Novotel“ verlangt er nach einer Plutoniumprobe 239, die ausschließlich nach München geliefert werden soll. Bei dem Gespräch war auch Manolo Lopez Romero dabei.
  • Nach dem im Novotel stattgefundenen Treffen erhielt Rafa im Juni 1994 von Jose Fernandez Martinez einen Telefonanruf, in welchem er Rafa mitteilte, dass er Roberto für einen Spitzel halte und ihm nicht über den Weg trauen würde. Er machte das an einer Observation fest, die vor dem Hotel „Novotel“ stattgefunden hatte, was sich im Nachgang auch als richtig erwies. Martinez empfahl Rafa, Roberto künftig aus dem Geschäft herauszuhalten.
  • Am 16.06.1994 reiste Walter Boeden immer noch in seiner Funktion als noeP für Landshut tätig, nach Prag. Dort wurde das angebotene Material von der tschechischen Polizei sicherhgestellt.
  • Ebenfalls im Juni 1994 hatte sich Torres an seinen in Moskau wohnenden Bekannten Gennadij Pawlowitsch Nikiforov und den in Obninsk wohnenden Iwan Iwanowitsch Penkov gewandt mit der Bitte, ihm bei der Beschaffung einer Plutoniumprobe behilflich zu sein.
  • Im Juni 1994 kontaktierte Penkov über Eduard Wladimirowitsch Baranov einen gewissen Oleg Wjatscheslawowitsch Assafiev, ebenfalls in Obninsk wohnhaft.
  • Im Juni 1994 beschaffte Assafiev eine Probe und gab sie an Penkov weiter, der wiederum Torres die Probe übergab. Es handelte sich dabei um etwa 2 Gramm radioaktiven Materials. Dafür soll Torres einen Vorschuss von 2.000 US Dollar bezahlt haben.
  • Am 03.07.1994 soll nach Torres Aussage am Morgen ein Treffen mit einem gewissen „Konstantin“ in Moskau auf dem Oktoberplatz stattgefunden haben. Dort habe „Konstantin“ ihm ohne Gegenleistung drei Gramm einer Plutoniumprobe übergeben. Über die Herkunft dieser Probe schweigt sich Torres aus. Es wurde aber vereinbart, dass bei Verkauf der Menge der Erlös hälftig geteilt wird.
  • Am 03.07.1994 überbrachte Torres die Probe Gennadij Nikiforov zur weiteren Analyse.
  • Am Morgen des 04.07.1994 erhielt Torres die Probe mit den entsprechenden Analyseergebnissen von Nikiforov zurück. Demnach sei der Stoff ein Plutoniumdioxidgemisch, dessen Plutoniumanteil bei 65% läge. Dennoch sei das Nuklearmaterial Abfall und für eine weitere Verwendung nicht tauglich.
  • Am 04.07.1994 kam es zur Übergabe von 189 Uranpellets auf dem Autobahnrasthof Fürholzen. Die slowakischen und tschechischen Anbieter Gustav Illes, Vaclav Havlik, Andrej Gergely, Rene Vitar, Juray Billy und Dusan Tacovisky wurden festgenommen.
  • Am 04.07.1994 traf sich gleichzeitig Rafa mit den BND-Leuten Sybilla Janko und Mathias Hochfeld sowie den BLKA-Beamten Eckmüller und Mayr. Inhalt dieser Besprechung war die „Operation Remolacha“, aber wie beiläufig erwähnt dann Rafa auch einen Plutoniumschmuggel, den man von Osteuropa nach Deutschland inszenieren könnte, um so dem BND die Möglichkeit zu geben, künftig für die Informationsgewinnung nukleares Material auch legal in die BRD einzuführen.
  • Ab dem 04.07.1994 wurde dann die „Operation Hades“ für den geplanten Plutoniumschmuggel ins Leben gerufen, bei der Willy Weitzel alias Adrian als Verbindungsführer von Rafa und Dolmetscher eingesetzt wurde. Später wunderte sich der Minderheitenbericht der Grünen, warum das BLKA bei den Besprechungen keinen eigenen Dolmetscher zur Verfügung stellte. Die Informationen aus den geführten Besprechungen und Schriftverkehr kamen ausschließlich von Willy Weitzel. Anlass zu der Frage hatte wohl auch ein Vermerk des Oberstaatsanwalts Maier-Staude vom 02.08.1994 gegenben, der darin festhielt, dass „Adrian“ mehrfach ermahnt werden musste, sich auf seine Rolle als Dolmetscher zu beschränken.
  • Am 07.07.1994 verfasst Dr. Keßelring, Leiter der Verwaltung im BND, einen Vermerk, wonach er vor einer Zusammenarbeit des BND mit dem BLKA im Rahmen der „Operation Hades“ warnt, weil möglicherweise das Trennungsgebot verletzt werden könnte.
  • Am 11.07.1994 fuhren Oroz und Torres mit dem Zug von Moskau nach München und quartierten sich im Hotel „Altona“ ein, um auf ihren Käufer zu warten.
  • Am 13.07.1994 meldete sich Roberto wieder beim BKA. Er hat dort mit dem KHK Barner gesprochen. In dem Gespräch teilte er mit, dass etwa 1 kg Plutonium in Berlin gelagert wäre.
  • Am 18.07.1994 hatte Willy Weitzel alias Adrian mit Rafa gesprochen und bestätigt bekommen, dass sich zwei russische Händler bis 20.07.1994 in München aufhalten und 400 Gramm Plutonium bereithalten würden. Das Gramm soll 71.000 US Dollar kosten.
  • Am 19.07.1994 hat der BND in Person von Manfred Kulp und Adrian mit den BLKA-Beamten Adami und Lautenschlager ein Gespräch geführt und mitgeteilt, dass eine Tätergruppe in München Plutonium anbietet.
  • Am 20.07.1994 fand ein Gespräch zwischen dem BND und dem BLKA statt, bei dem u.a. davon die Rede war, dass sich das Plutonium bereits in München befinden würde.
  • Am 22.07.1994 reist Rafa zusammen mit seiner Frau nach München. Im Hotel Excelsior treffen sich Rafa, Torres und Oroz. Sie verhandeln dort und fahren dann zusammen ins Hotel „Altona“. Torres übergibt Rafa die erste Probe zur Untersuchung mit der Option, weitere 4 kg zu beschaffen.
  • Am 25.07.1994 fertigt der BND einen Vermerk an, wonach das angebotene Plutonium aus Sibirien stamme und im Rahmen eines Prüfungsverfahrens in der Ukraine unterschlagen wurde. Bei den Anbietern soll es sich um eine ukrainisch/russische Gruppe handeln mit Beziehungen in die höchsten Regierungskreise der Ukraine und über Kontaktlinien zur russischen Botschaft in Madrid sowie zur spanischen Vertretung in Kiew.
  • Am Abend des 25.07.1994 fand das erste Treffen von Walter Boeden, Adrian und Rafa mit den drei Plutoniumschmugglern im Straßencafe vor dem Hotel Excelsior in München statt. Im späteren Verlauf fand die Übergabe einer Plutonium-Probe im Hotelzimmer statt.
  • Am 01.08.1994 verhandelte Rafa mit den drei Plutoniumschmugglern. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen für den Kokainschmuggel, der am 04.10.1994 stattfinden sollte.
  • Am 03.08.1994 hatte Christa Klein Walter Boeden Natururan übergeben.
  • Am 04.08.1994 stimmt LKA-Präsident Hermann Ziegenaus im Rahmen der „Operation Remolacha“ dem geplanten Kokainschmuggel nach Bayern zu.
  • Am 08.08.1994 wurde Christa Klein festgenommen. Nach ihren Aussagen während der Vernehmung soll Walter Boeden die treibende Kraft gewesen sein, das Uran nach Bayern zu schmuggeln.
  • Am 10.08.1994 wurde Justiniano Torres Benitez am Münchner Flughafen „Franz-Josef-Strauß“ mit 364,4 Gramm Plutonium im Koffer verhaftet.

Zusammenfassend ist also Folgendes festzustellen:

Roberto hatte bereits seit Oktober 1993 immer wieder das Gespräch auf eine Gruppe von Atommaterial-Dealer hingelenkt und dabei seinen Freund Rafa speziell für den BND ins Spiel gebracht. Rafa selbst entwickelte offensichtlich bereits vor seiner Anstellung beim BND im Zeitraum April/Mai 1994 eine auffällige Aktivität hinsichtlich eines fingierten Nuklearmaterial-Schmuggels. Etwa um diese Zeit muss es auch seitens des CIA eine Warnung vor russischen Nuklearmaterial-Schmuggler gegeben haben, die beabsichtigen, Plutonium nach Deutschland zu schmuggeln. Dabei wurde explizit der Kolumbianer Torres als SWR-Agent genannt.

Spanische Polizeikräfte waren ebenfalls vorab über die darin involvierten Personen informiert, was die Observationsmaßnahmen vor dem Madrider Hotel „Novotel“ am 09.06.1994 erklären würde. Dort soll sich auch ein unbekannter Deutscher aufgehalten haben, von dem behauptet wird, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Roberto gehandelt haben dürfte.

Rafa wiederum hat bewusst seine weitere Beschäftigung bei der Guardia Civil gegenüber dem BND verschwiegen, nachdem der BND ihn zuvor wegen dieses Umstands als NDV abgelehnt hatte. Wieso dieses Theaterspiel seitens Rafa und wieso hatte der BND in Vorkenntnis dieser Geschichte nicht gründlichere Untersuchungen zur Person Rafa angestellt, um herauszufinden, ob er tatsächlich den Dienst bei der Guardia Civil quittiert hatte? Wollte es der BND vielleicht auch gar nicht so genau wissen?

Parallel zum Münchner Plutoniumschmuggel hatte das LKA von Rheinland-Pfalz den Mainzer Leo Zimmer als VE zur Abklärung der Strukturen und Hintergrundinformationen um den Geschäftsmann Haenen angesetzt. Es ist zunächst nachvollziehbar, dass der vom BLKA kommende Walter Boeden als Scheinkäufer in die Ermittlungen gegen Christa Klein eingeführt wurde, aber es ist dann nicht mehr nachvollziehbar, wieso im Fall München kein VE aktiv wurde, sondern man weiterhin Walter Boeden als noeP einsetzte, der angeblich erst am 25.07.1994 gegenüber den Schmugglern Torres und Oroz als Scheinkäufer auftrat.

Die Frage nach der Klärung der Identität des Deutschen bei dem bereits am 09.06.1994 stattgefundenen Treffen im „Novotel“ wäre aus meiner Sicht unerlässlich gewesen. Theoretisch kämen nach dem zeitlichen Vorlauf zu urteilen neben Roberto auch einige andere Personen infrage, z.B. Walter Boeden, Willy Weitzel oder Mathias Hochfeld von der Residentur Madrid. Zumindest letztere Beiden konnten ja Spanisch. Es wäre deswegen sehr interessant, was die damals vor dem Hotel „Novotel“ observierenden spanischen Ermittlungsbeamten am 09.06.1994 gesehen hatten. Dazu gibt es jedoch keinerlei weiterführende Informationen außer der Beschreibung von Romero, der damals auch bei den Gesprächen dabei war. Wie glaubhaft ist aber diese Personenbeschreibung von einem angeblichen Kopf einer Schmuggler-Bande, der selbst ins Visier der Ermittlungen geraten ist, was offensichtlich nicht so geplant war, wenn man einem Spiegel-Bericht vom 24.04.1995 „Die Hand im Feuer“ folgt? Demnach hatte das BKA bereits ab September 1994 16 Anfragen an Interpol Madrid zur Identität des Deutschen bei dem Gespräch im „Novotel“ gestellt. In diesem Zusammenhang ist auch die Bankbestätigung seitens der HypoVereinsbank für den geplanten Geldtransfer von 276 Millionen US Dollar für vier Kilogramm Plutonium 239 verdächtig, welche Walter Boeden nach dem Gespräch vom 25.07.1994 für den Kauf erhalten hatte.

Zuvor musste es aber noch eine weitere Bankbestätigung seitens der HypoVereinsbank von 122 Millionen US Dollar gegeben haben. Diese wurde offensichtlich vor dem abendlichen Treffen am 25.07.1994 ausgestellt. Auf mehrfache Anfrage des Spiegels (siehe Spiegel „Panik Made in Pullach“ vom 10.04.1994) bei der Hypo-Bank hätte es sich um eine „geheime Aktion“ gehandelt, die nur einem „inner circle“ bekannt gewesen sei. Wer also hatte diese Verhandlungen mit der HypoVereinsbank geführt? Das muss bereits vor dem 25.07.1994 erfolgt sein. Torres war nach dem Treffen mit Rafa am 22.07.1994 offensichtlich direkt wieder nach Moskau gefahren, um weiteres Plutonium zu holen.

Eine weitere Frage würde sich aus der ersten Plutoniumprobe ergeben, die Torres im Hotel „Altona“ am 22.07.1994 Rafa ausgehändigt hatte. Nach den Analyseergebnissen von Nikiforov soll dieses Material für Waffen nicht getaugt haben. Damit wurde offensichtlich die Bedingung des am 09.06.1994 im Hotel „Novotel“ erschienen Deutschen in Madrid, Plutonium 239 zu beschaffen, nicht erfüllt. Wieso wurde dann trotzdem vereinbart, weiterhin im Geschäft zu bleiben und Torres nach Moskau zu schicken, um weiteres Plutonium 239 nach Deutschland einzuführen, obwohl sich bereits eine geringe Menge von Nuklearmaterial illegal in München befunden hatte?

Auf welche Käufer hatten Torres und Oroz am 11.07.1994 gewartet? Rafa erschien erst am 22.07.1994 im Hotel „Altona“, um die Probe abzuholen. Was haben die zwei Schmuggler Oroz und Torres die ganzen 11 Tage in München gemacht und wo war in der Zwischenzeit Arratibel geblieben?

Etwas Bemerkenswertes konnte im Laufe der Untersuchungen durch den bayerischen Landtag von BLKA-Beamten KHM Ebner herausgefunden werden. Er (Ebner) habe während der Landshut-Ermittlungen mehrfach Bedenken gegen die fortlaufenden Ermittlungen durch Walter Boeden geäußert und auf schnellen Abschluss der Ermittlungen gedrängt. Dazu steht erläuternd im Abschlussbericht: „KHM Ebner hat dem Untersuchungsausschuss berichtet, daß er vor Gericht auf die Frage des Rechtsanwalts Leitner, wie seine persönliche Einstellung zum Hereinholen von Nuklearmaterial aus dem Ausland sei, geantwortet habe, daß er aus grundsätzlichen Erwägungen gegen die Einfuhr von Nuklearmaterial sei und dies seinen Vorgesetzten auch wiederholt im konkreten Fall mitgeteilt habe. Auf Nachfrage habe er erläutert, daß seine Vorgesetzten seine Auffassung nicht geteilt hätten.“

Wie ein roter Faden zieht sich auch die von bayerischen Ermittlungsbehörden bewährte Praxis der „Vorabinformationen“ und Absprachen vor Prozessen; so berichtet der Spiegel im Artikel „Die haben uns heiß gemacht“ vom 01.05.1995: „Dafür, daß sich die Abteilung 11 A auf den peinlichen Münchner Strafprozeß hinreichend einstellen konnte, sorgte freundlich der bayerische Justizminister Hermann Leeb (CSU). Der veranlaßte, daß die Anklageschrift rechtzeitig vor Prozeßbeginn nach Pullach zum Gegenlesen geschickt wurde. Eine Woche später, acht Tage vor Prozeßbeginn, trafen sich Agenten und Strafverfolger. Und da versuchten die BND-Leute, auch noch Einblick in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft zu bekommen – angeblich für eine Sicherheitsuntersuchung innerhalb des BND, um eine undichte Stelle im eigenen Laden zu finden. In einem streng vertraulichen Vermerk des BND-Abteilungsleiters Sicherheit/Abwehr, Volker Foertsch, vom 4. Mai dieses Jahres heißt es wörtlich: „Staatsanwalt Fügmann wird diesem Wunsch entsprechen. Die mit der Sicherheitsuntersuchung beauftragte Mitarbeiterin des Referats 52 D wird in der nächsten Woche nur unter diesem Aspekt die Einsichtnahme vornehmen.“

Na dann kann ja nichts mehr passieren. Ich würde normalerweise so etwas Strafvereitelung im Amt nennen.

Könnten damit Willy Weitzel und Roberto Rauschberg also die Bauernopfer gewesen sein, um eine noch viel größere Verstrickung des BND in dem Plutoniumhandel unter der Decke zu halten nach dem Motto: „Gib die kleinen Dinge zu, dann lassen wir dich weiter in Ruh?“

Die nächste Frage, die sich aus dem gesamten Komplex ergibt, würde sich nach einem Bezug zum Ermittlungsverfahren etwa ein Jahr später gegen Karlheinz Schreiber ergeben. Das Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des BND und des BLKA wegen des Verdachts von Straftaten im Zusammenhang einer illegalen Einfuhr von nuklearem Material nach Bayern war nämlich ebenfalls in Augsburg anhängig.

Die Pilotenvereinigung Cockpit und der Verein „Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs“ hatten diesbezüglich Strafanzeige erstattet. Das Bayerische Staatsministerium hatte jedoch die Akten dem bayerischen Untersuchungsausschuss nicht vorgelegt mit dem Verweis auf noch nicht abgeschlossene Ermittlungen. Es wäre deswegen sehr interessant herauszufinden, ob zu diesem Zeitpunkt auch der für die Ermittlungen gegen Karlheinz Schreiber und der daraus entstandenen CDU-Parteispendenaffäre zuständige Oberstaatsanwalt Jörg Hillinger befasst war.

Eines ist jedenfalls klar – für das sich abzeichnende Ausmaß möglicher Verstöße gegen das KWKG durch das BLKA und dem BND verschwand das öffentliche Interesse einer vollumfänglichen Aufklärung relativ schnell wieder. Während die Untersuchungen der beiden Ausschüsse (Bayerischer Landtag und Deutscher Bundestag) noch bis 1998 liefen, nahm auf der anderen Seite das öffentliche Interesse an der Jagd nach Schreiber, Maßmann, Leisler-Kiep und Holger Pfahls stetig zu. Die Frage wäre demnach auch, ob Schreiber mit seiner Selbstanzeige bei der Augsburger Steuerfahndung anfänglich für etwas Ablenkung sorgen sollte, was aber durch die eifrigen Staatsanwälte von der Staatsanwaltschaft Augsburg, Winfried Maier, Winfried Kindler und Jörg Hillinger völlig aus dem Ruder geriet und zum nächsten größtmöglichen Skandal der BRD führte (siehe meine Ausführungen „Die Atlantik-Brücke e.V. – das kriminelle Netzwerk um Holger Pfahls“).

Die offizielle Version über die Herkunft des Plutoniums wurde bereits in den vorangegangenen Teilen behandelt, aber möglicherweise gibt es auch hier noch eine verborgene Geschichte, die in eine ganz andere Richtung blicken lassen könnte.

Weiter mit Teil 5

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