Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , ,

Zurück zu Teil 6

Die Flick-Parteispendenaffäre – Parteispendenaffäre Teil 1

Alles begann mit Friedrich Karl Flick. Er war mit 39 % an der Daimler-Benz beteiligt und verkaufte den größten Teil des Aktienpakets 1975 an die Deutsche Bank für knapp 2 Milliarden DM. Um Steuerzahlungen zu entgehen reinvestierte er das Geld u.a. beim New Yorker Chemie- und Rohstoffkonzern Grace, um unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Genuss der Steuerbefreiung im Rahmen von Auslandsinvestitionen zu kommen, die volkswirtschaftlich besonders förderungswürdig sind. Über weitere geplante Auslandsinvestitionen von Flick in das amerikanische Unternehmen Grace (die erste Genehmigung wurde 1976, die zweite 1978 erteilt) war bis 1980 noch nicht entschieden worden. Deswegen hatte von Brauchitsch seine Aufwartung bei Jürgen Wischnewski, einem engen Vertrauten des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt gemacht. Der wiederum ging zu Matthöfer, um in dieser Angelegenheit zugunsten Flick zu intervenieren. Allerdings wollte man auch hier erst einmal die Bundestagswahl im Oktober 1980 abwarten. Unterdessen rückten die Steuerfahnder und die Staatsanwaltschaft dem Flick-Konzern immer dichter auf den Fersen. Flick ließ schließlich nach der Wahl von seinem Vorhaben, ein drittes Mal in Grace zu investieren, ab und kaufte stattdessen weitere Aktien steuerbefreit von Gerling.

Außerdem investierte er in das Sprengstoffwerk Liebenau seiner Konzerntochter Dynamit Nobel und Buderus sowie in die Versicherungsholding der Deutschen Industrie GmbH, die wiederum zu 51% an der Gerling-Versicherungsgesellschaft beteiligt ist, um so in den Genuss der Steuerfreiheit nach § 6b des Einkommenssteuergesetzes zu kommen, vorgesehen für inländische Förderprojekte.

Eberhard von Brauchitsch übernahm für ihn die Verhandlungen im Wirtschaftsministerium und erwirkte die Genehmigung für die Steuerbefreiung, allerdings mit der Zusage, großzügige Spenden an Parteien, deren Stiftungen und Politiker für die Zukunft zu verteilen.

Insgesamt 26 Millionen D-Mark wurden in den 70er Jahren verteilt. So fanden sich auf dieser Liste zum Beispiel Bundesfinanzminister Hans Matthöfer (SPD), FDP-Schatzmeister Heinz-Herbert Karry (FDP), Otto Graf Lambsdorff (FDP), Bundeswirtschaftsminister Hans Friedrichs (FDP), NRW-Wirtschaftsminister Horst Ludwig Riemer (FDP), Egon Bahr und Ehrhard Eppler von der SPD, um nur ein paar zu nennen, die der Flick-Buchhalter Rudolf Diehl säuberlich notierte.
Im November 1981wurde dann gegen Flicks Buchhalter Rudolf Diehl ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen Verdachts der Steuerhinterziehung aufgrund der aufgedeckten Praktiken mit dem Kloster Steyler.
Im Zuge der Hausdurchsuchungen finden die Ermittler schließlich die Schlüssel zu Banktresoren in der Dresdner Bank Filiale in Düsseldorf, Nordstraße, die wiederum handschriftliche Listen beinhalteten, in denen Diehl fein säuberlich jede Schmiergeldzahlung aufgelistet hatte. Dieser Fund führte unmittelbar zu Durchsuchungen der Flick-Zentrale und dort stießen sie auf ein wahres Eldorado an Beweisdokumenten zu illegalen Parteispenden, Steuerhinterziehung und Investitionsbetrug. Es folgten weitere Ermittlungsverfahren gegen Otto Graf Lambsdorff (FDP), Hans Friedrichs (FDP), Eberhard von Brauchitsch, CDU Schatzmeister Walther Leiler Kiep und auch Hans Matthöfer (SPD) geriet ins Visier der Staatsanwaltschaft.

Die Anfänge der sich zu einem bundesweiten Skandal entpuppenden Geschichte wurden bereits 1975 gelegt, als ein Geschäftsmann bei der Bonner Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Betrugs erstattete. Ein Anlagenberater hätte ihn um 110.000 D-Mark betrogen. Der zuständige Staatsanwalt schaltete daraufhin einen Steuerfahnder ein, der zunächst untersuchen sollte, ob das Geld rechtmäßig versteuert wurde. Was der Steuerfahnder daraufhin im Büro des Geschäftsmannes in Form eines Aktenordners mit der Aufschrift „EU“ zutage förderte, erregte zunehmend seine Aufmerksamkeit.

Bei „EU“ handelte es sich um die Europäische Unternehmensberatungsanstalt mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein. Diese Anstalt lieferte für viel Geld vorgefertigte Gutachten an Unternehmen, darunter sind auch namhafte Unternehmen wie Siemens, Mannesmann, VW, Karstadt, Edeka und Babcock genannt. Die Gutachten kosteten zwischen 4.000 und 200.000 Mark, wobei das Geld der CDU zu Gute kam.

Damit verdeckten die Firmen ihre Spenden und setzten diese Fachexpertisen als Betriebskosten von der Steuer ab, in Wahrheit aber die Parteien heimlich finanziert wurden.

Klaus Förster, Regierungsdirektor und Leiter der Steuerfahndung St. Augustin nahm daraufhin weitere Ermittlungen auf. Im Zuge der Untersuchungen stießen die Steuerfahnder auch auf ein Kloster, die Steyler Mission in Sankt Augustin, welches Spendenquittungen über ihre eigene Firma Soverdia Gesellschaft für Geheimwohl mbH mit Sitz in Nettetal-Kalderkuchen an der holländischen Grenze von bis zu 100.000 Mark ausstellte.

Diese Spenden kamen von Geschäftsleuten, die längst aus der Kirche ausgetreten waren. Sie ließen sich von einem Missionar namens Pater Josef Schröder höhere Quittungen ausstellen, als sie tatsächlich gespendet hatten, um diese wiederum bei der Steuer abzusetzen, darunter auch der Flick-Konzern.

Dieser betrieb diese Spendenpolitik besonders großzügig, indem er dem Kloster eine Millionen D-Mark spendete, von diesem aber wieder 800.000 Mark über ein Tarnkonto in Luzern, Schweiz, zurückbekam, wovon das Kloster 100.000 Mark behalten durfte, während die anderen 100.000 Mark einem Vermittler aus der CDU in die Taschen gesteckt wurden.

Aus der Steuerrückzahlung von 500.000 Euro bei einer Millionen DM konnte Flick auf diese Weise 1,3 Millionen DM schwarz an der Steuer vorbei erwirtschaften und an die Regierenden entsprechend verteilen (Quelle: Handelsblatt „Die CCDDDFPPSSUU-Affäre“vom 01.12.2007).

So soll Flick insgesamt 12,3 Millionen DM dort „investiert“ haben.
Und weiter heißt es bei „Alternative Nachricthen“ auf ihrer Webseite http://nhzzs.blogspot.de vom 21.03.2007, „Kohl und Flick“: „Zehn Prozent der Spendensumme durfte die Steyler Mission behalten, weitere zehn Prozent gingen an den damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Walter Löhr, der „die Sache“ ausgetüftelt hatte. „Den besten Schnitt“ – so „Spiegel“ – „aber machte die Flick-Gruppe: Sie strich nicht nur die geheimen Rückflüsse in Höhe von 80 Prozent der Spenden ein (und konnte damit die schwarze Kasse füllen), sondern konnte auch Spendenbescheinigungen über 10 Millionen DM beim Finanzamt vorlegen. Die Steuervergünstigung betrug damals bis zu 51 Prozent der Spendensumme“, im Falle Flick also nochmals ein „Verdienst“ von mehr als fünf Millionen Mark.“

Ein geradezu identisches System hatte auch der Bundesverband der Deutschen Industrie mit seiner Stiftung Staatsbürgerliche Vereinigung Köln/Koblenz e.V. (SV), gegründet 1954, bereits entwickelt.

Es spricht Einiges dafür, dass Konsul Dr. Fritz Ries für die Idee einer gigantischen Geldwäscheanlage in Form einer Stiftung maßgeblich verantwortlich war, denn sein Günstling Kohl galt als einer der Gründungsväter dieser Stiftung. Der andere im Boot war Dr. Hans-Otto Scholl aus der FDP, Cheflobbyist der Pharmaindustrie und enger Freund von Helmut Kohl.

Die SV war offiziell zu dem Zweck errichtet worden, um das demokratische Staatswesen zu fördern. In Wahrheit sollte diese Stiftung jedoch Einfluss auf die Regierenden der großen Parteien über ihre Zuwendungen nehmen.
Dabei stand die Stiftung schon lange Zeit im Verdacht der Steuerhinterziehung, Ermittlungen wurden jedoch immer wieder sabotiert und gestoppt, so dass bis Ende der 80er Jahre der CDU über die SV eine zweistellige Millionensumme zufloss. „Wichtige Verbindungsleute der CDU zur SV waren damals der Angestellte der Bonner Parteizentrale Hans Terlinden und der ehemalige Generalbevollmächtigte der CDU-Schatzmeisterei, Uwe Lüthje. Als 1979 juristische Konsequenzen drohten, beendeten Terlinden und Lüthje die Zusammenarbeit mit der SV. 1980 stellte dann die SV ihren Geschäftsbetrieb ein. Im Sommer 1981 wurde die SV von der Bonner Staatsanwaltschaft untersucht, und die Parteispendenaffäre nahm ihren Lauf. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass allein zwischen 1969 und 1980 rund 214 Mio. DM (109 Mio. Euro) von der SV an die bürgerlichen Parteien gezahlt worden waren. Oft war das Geld in Koffern über die deutsch-schweizerische Grenze gebracht worden. Die Ermittler stellten einen Schaden von rund 100 Mio. DM (51 Mio. Euro) fest, denn das Geld war an der Steuer vorbei über die gemeinnützige SV und ihre Tarnadressen gewaschen worden.“ (Quelle: http://www.wissen.de/parteispendenaffaere-das-schweigen-im-walde/page/0/1).

In dieser Zeit war Helmut Kohl (1969 bis 1976) rheinlandpfälzischer Ministerpräsident und wies während seiner Befragung vor dem Untersuchungsausschuss des Landtages am 18.07.1985 auffällige Gedächtnislücken auf und als ihm ein Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage drohte, rettete ihn Wolfgang Schäuble zusammen mit Kohls Anwalt Hans Dahs dadurch den Kopf, dass Kohl zwar von der Spendenpraxis der SV an die CDU gewusst hätte, aber ihm nicht bekannt gewesen sei, dass das illegal vonstattenging.

Kurioserweise lief gegen Kohl zur gleichen Zeit ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der uneidlichen Falschaussage im Zuge der Flick-Affäre.

Auch hier wandte Dahs die gleiche Verteidigungsstrategie an und ließ Kohl zugeben, dass er wohl von Flick 155.000 DM erhalten, diese aber an Uwe Lüthje zur Verbuchung weitergeleitet habe. Er hätte sich dabei auf die „Auswertung der Eingangsbuchungen der Parteikasse“ verlassen, in der jedoch die 155.000 Mark fehlten.
Auf der Webseite http://www.wissen.de/parteispendenaffaere-das-schweigen-im-walde/page/0/3 kann man dann weiterlesen: „Im Januar 2000 gestanden der frühere Innenminister und hessische CDU-Vorsitzende Manfred Kanther und der frühere Schatzmeister der hessischen CDU, Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein, dann ein, dass Anfang der 80er Jahre 8 Mio. DM aus angeblichen Spenden auf einem Bankkonto angelegt und dann auf ein Konto des Schweizerischen Bankvereins verbracht worden waren. Der Grund für diese Transaktion: Das Geld sollte vor verschärften Spendenvorschriften in Sicherheit gebracht werden. Getarnt als Vermächtnisse jüdischer Mitbürger seien dann zwischen 1989 und 1996 12,7 Mio. DM an die CDU in Hessen zurückgeflossen. Als Kanther dann 1993 Bundesinnenminister wurde, kam das Geld in eine Stiftung namens „Zaunkönig“, bei der allein Horst Weyrauch, CDU-Steuerberater und enger Vertrauter Helmut Kohls, und Prinz Wittgenstein Geld und Informationen weiterleiten durften. Hier nun bleiben Fragen offen, und es gibt einige verdächtige Augenscheinlichkeiten. So ist der Betrag, der Anfang der 80er-Jahre von Hessen ins Ausland gebracht wurde, ziemlich genau mit der Summe identisch, die bei der SV übrig geblieben war. Es stellt sich zudem die Frage, vor welchen – damals ja noch gar nicht eingeführten – verschärften Parteispendenbestimmungen – die erst ab 1984 galten – dieses Geld in Sicherheit gebracht werden sollte. Wie Hessens Ministerpräsident Roland Koch mittlerweile eingeräumt hat, sind von der Summe der zurückfließenden Gelder über 4 Mio. DM verschwunden.“

Im Jahr 2000 hatte Kohl plötzlich doch noch konkrete Erinnerungen über die Höhe der an die CDU übermittelten Spenden, wollte die Spender aber nicht nennen, während Wolfgang Schäuble über den ungeklärten Verbleib von 100.000 DM eines Karlheinz Schreibers ins Stolpern geriet und seinen Stuhl als Parteivorsitzender räumen musste.

Schreiber wollte diese „Gabe“ als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen, bei dem Schäuble ihn im Panzer-Projekt „Bear-Head“ in Kanada unterstützen sollte.

In Köln wurde 1962 die „Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft e.V.“ (SWG) gegründet, deren Vorsitzender Hugo Wellems war. Als Stellvertreter wurde Oberst a.D. Dr. rer. Pol. Karl Beyer gewählt.

Das „Deutschland-Journal“ ist eine der zahlreichen Publikationen, die die SWG herausgibt. Über diese Gesellschaft weiß Hans-Joachim von Leesen in seinem längeren Artikel ‚“Die bewegten Jahre der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V. – Wie es wirklich war, Einiges zu berichten, z.B. über ihre Rolle in der Parteispendenaffäre.

Auskunft dazu gaben einem gewissen Hubertus Knabe von der „Berliner Zeitung“ Unterlagen aus dem MfS, das ein besonderes Auge auf diese Gesellschaft gerichtet hatte.

So fand man u.a. Flugblätter und Anzeigen der SWG, die vermuten ließen, dass sie in der Zeit vor der Bundestagswahl 1972 herausgegeben wurden, denn in einer der Anzeigenserien „warnte die SWG davor, die von der Regierung Willy Brandt ausgehende Entspannungspolitik könne die Widerstandskraft der Bundesrepublik gegen den Kommunismus schwächen und diene letzten Endes der Bildung einer „Volksfront aller linken Kräfte“. Und wieder wurden die Leser zum Spenden aufgerufen.“(Quelle: Die bewegten Jahre der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V. – Wie es wirklich war„)

So erfuhr man dann auch, dass ein CDU-Abgeordneter von der Stasi mit 50.000 DM bestochen wurde, um gegen den Misstrauensantrag gegen Willy Brandt zu stimmen.

Im Wahlkampf 1972 „wurden Anzeigen im Großformat veröffentlicht“ deren Kosten „insgesamt auf etwa 6 Millionen DM“ beliefen. „Im November 1972 verschwand der Geschäftsführer der SWG, ein Mann, der sich Wolfgang Sinnemann nannte, um kurz vor der Bundestagswahl auf einer Pressekonferenz in Österreich aufzutreten. Er enthüllt, daß das Geld, das unter anderen auch die SWG für CDU/CSU-Werbung ausgab, von den „Wirtschaftsbossen, die schon Hitler finanziert hatten“, stammte, die so eine weitere Regierung Brandt verhindern wollten. So sollen u. a. die Melitta-Werke angeblich 25.000 DM, BMW angeblich 35.000 DM, BASF 20.000-25.000 DEM gespendet haben. Der Drahtzieher hinter all dem sei der „Kriegshetzer Franz Josef Strauß“ gewesen, bei dem der Vorsitzende der SWG, Hugo Wellems, ein- und ausgegangen sei; an seiner Seite der ehemalige Hitlerjugendführer und jetzige FDP-Politiker Siegfried Zoglmann. Nachdem „Sinnemann“ so für Aufsehen gesorgt hatte, verschwand er in die „DDR“ und wurde bis heute nicht identifiziert. Sachkenner, so auch Hubertus Knabe, sind sich einig, daß es sich bei Sinnemann um einen mit falschen Papieren in die SWG eingeschleusten Agenten des Staatssicherheitsdienstes gehandelt hat.“ (Quelle: Quelle: Die bewegten Jahre der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V. – Wie es wirklich war)

Interessant ist jedenfalls, dass der bereits schon öfter zitierte Bernt Engelmann selbst ein bezahlter IM der Stasi war. Er soll sich regelmäßig mit Markus Wolf in Eichwalde bei Berlin getroffen haben, „um weiteres Material gegen die Bundesrepublik in Empfang zu nehmen. Engelmanns Mitarbeiter war Kurt Hirsch, ebenfalls, wie sich nach der Wende herausstellte, Mitarbeiter der Stasi.“ (Quelle: Die bewegten Jahre der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V. – Wie es wirklich war„)

Die o.g. Aussagen von Hans-Joachim von Leesen finden auch in einem SPIEGEL-Artikel „Ich muß vollkommen unauffindbar sein“ bereits vom 04.12.1972 dahingehend eine Bestätigung, dass damals schon der SPIEGEL der Frage nach den finanzkräftigen Hintermännern der Union für den Wahlkampf 1972 nachging und ebenfalls feststellte, die „heimlichen Gönner der CDU/CSU haben nach jüngsten SPD-Schätzungen für die anonyme Propagandaflut von 27 überregionalen Wählerinitiativen 33,75 Millionen Mark ausgegeben; die CDU/CSU brachte für ihre reguläre, zentral geschaltete Werbung während dieser Zeit 20,94 Millionen Mark auf. Insgesamt standen der Union mithin mehr als 50 Millionen Mark zur Verfügung – das Vierfache jener 12,78 Millionen, die der SPD-Vorstand für überregionale Annoncen-Aktionen einsetzen konnte.“

Und dann heißt es weiter: „Bis zum Tag der Wahl hatten die Quellen sogenannter Wählerinitiativen in nur fünf Fällen zumindest halbwegs freigelegt werden können:[…]Unternehmen wie BMW, Hoesch und Melitta finanzierten eine in Köln, Händelstraße 53, ansässige „Staats- und wirtschaftspolitische Gesellschaft e.V.“ der wiederum die Werbeagenturrechnung für die Schaltung von Erhard/Schiller-Annoncen zugingen“ (Quelle: SPIEGEL „Ich muß vollkommen unauffindbar sein“ 43/1972).

Unter diesen genannten fünf Punkten fand man auch das Versandhaus Otto und Schickedanz, das Textilunternehmen Cloppenburg sowie den Springer-Verlag, die zu den „Förderern einer Firma namens „Complan“ gehörten.

Diese Complan soll wiederum über „ihre Tarnunternehmen „Steuer- und Notgemeinschaft“ und „Studiengesellschaft für Eigentumsfragen e.V.“ „die Steuerpläne der SPD bis zur Unkenntlichkeit„ entstellt haben (Quelle: SPIEGEL „Ich muß vollkommen unauffindbar sein“ 43/1972).

Im Zuge weiterer Ermittlungen erfuhr man dann auch, dass zum Beispiel eine Tochterfirma der CDU-eigenen Union Betriebs GmbH in Liechtenstein massenhaft gedruckte Gutachten an deutsche Unternehmen  bereitstellte und die dafür erhaltenen Gelder an die Bonner Parteikasse weiterleitete. Die SPD-Wochenzeitung „Vorwärts“ stellte überteuerte Inserate für Unternehmen in Rechnung, die diese als Betriebskosten absetzen konnten.

Auch die gemeinnützig anerkannten Stiftungen wie die SPD-geführte Friedrich-Ebert-Stiftung oder die FDP-geführte Friedrich-Naumann-Stiftung gerieten in den Verdacht der Steuerhinterziehung durch illegale Parteifinanzierung.

Der Spiegel berichtet in seinem Artikel „Dann kann man sie nicht mehr hängen“, Ausgabe 51/1981, dass eine ehemalige FDP-Mitarbeiterin im Bundestagsbüro des NRW-Schatzmeisters Hans Gattermann, Johanna Gertrud Rech, bei einem Bonner Notar eine eidesstattliche Versicherung am 01.10.1980 abgegeben hätte; sie sagte aus, dass die Spendenabwicklungen für den so genannten „Internationalen Wirtschaftsclub e.V.“ mit Sitz in Köln und die „Gesellschaft zur Förderung der freien Marktwirtschaft in Europa e.V“. in gegenseitiger Kooperation mit der „Wirtschafts- und Sozialpolitik GmbH“ in Düsseldorf erfolgt seien. Hier war auch die „Liberalen Internationalen“ mit Sitz in London involviert.

Aus London kam dann das Geld wieder zurück in die Kasse der FDP, meistens in Koffern, um über Kontentransfers keine Spuren zu hinterlassen. Christian Külbs, Generalsekretär der deutschen Gruppe der „Liberalen Internationalen“ hat sich in einem Kölner Hotel, nachdem die Staatsanwaltschaft sein Büro durchsucht und zahlreiche Unterlagen mitgenommen hat, Luft in die Venen gespritzt und auf diese Weise ums Leben gebracht.

Die Staatsanwaltschaft hatte viele Anhaltspunkte für eine umfangreiche Ermittlung, denn sie fand zudem heraus, dass Walther Leisler Kiep, damaliger CDU-Schatzmeister, von Curt Engelhorn, Chef des Pharmaunternehmens „Boehringer Mannheim GmbH“, 70.000 DM erhalten hat und zwar über Dr. Hans-Otto Scholl und seiner SV.

Zu Dr. Scholl gibt es dann noch eine bemerkenswerte Randnotiz.
Er war ein führender FDP-Politiker aus Rheinland-Pfalz, ehemaliger Geschäftsführer des Pharma-Verbands und ein Intimus von Altkanzler Helmut Kohl. Kohl hatte ihm nebenbei noch einen Beratervertrag bei der Deutschen Lufthansa besorgt. Bei der „Deutschen Anlagen-Leasing“ (DAL) hatte er ebenfalls einen Beratervertrag einheimsen können. Offensichtlich war ihm das aber nicht genug, denn am 28. Dezember 1984 überfiel er bewaffnet ein Juweliergeschäft in Baden-Baden und nahm dort Schmuck im Wert von 2,6 Millionen DM mit. Den Inhaber hatte er niedergeschlagen. Einen winzigkleinen Teil der Beute versteckte er in ein Bankschließfach in Zürich. Nachdem die Polizei ihm auf die Spur kam, fanden sie im Bankschließfach auch jede Menge Papier, die Einblick gaben in die Spendenpraxis der bundesdeutschen Pharma-Industrie. Der größte Teil der Beute konnte meines Wissens nach bis heute nicht aufgefunden werden.

So las sich die Liste von Rudolf Diehl wie ein Who is Who aus Industrie, Wirtschaft und Politik. Pikant wird es dann, als öffentlich bekannt wurde, dass nach dem großen Spenden- und Parteifinanzierungsdebakel gerade die FDP, CDU und CSU über eine Generalamnestie nachdachten, indem sie das Grundgesetz zur Parteispende ändern wollten.

Helmut Schmidt gab damals den Mitgliedern seines Kabinetts klar zu verstehen, sich von solchen Überlegungen zu verabschieden und die Bundesregierung nicht in die Parteispendenaffäre hineinziehen zu lassen; in der Öffentlichkeit würde ein Sturm der Entrüstung ausbrechen, wenn bekannt wird, dass sich die Parteien jahrelang illegal mit Geldern bedient haben und nur, weil sie erwischt worden sind, nun das Recht zu ihren Gunsten versuchen zu verändern.

Auch Günter Verheugen von der FDP hatte sich als einer der wenigen Kritiker aus den eigenen Reihen gegen die Grundgesetzänderung ausgesprochen.

Unter der Bundesdrucksache 10/1421 vom 08. Mai 1984 findet sich denn auch der „Entwurf eines Gesetzes über die Einstellung bestimmter Steuerstrafverfahren“, deren Wortführer und Verfechter allen voran Helmut Kohl war.

Das Gesetz scheiterte und am 22.10.1984 veröffentlichte der Spiegel einen Artikel, aus dem hervorgeht, dass auch Bundestagspräsident Dr. Rainer Barzel von der CDU von 1973 bis 1982 auf der Gehaltsliste des Flick-Konzerns stand. Rund 1,7 Millionen DM wurden einer Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei gezahlt, die wiederum Barzel vergütete.

Dieser trat kurze Zeit später von seinem Amt als Bundestagspräsident zurück. Nach dem Buch „Schwarzbuch Helmut Kohl oder: wie man einen Staat ruiniert“ von Bernt Engelmann war nach Barzels Versuch, 1972 Willy Brandt durch ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen und der anschließend verlorenen Bundestagswahl 1972, in der sich Barzel ausgerechnet hatte, selbst neuer Bundeskanzler zu werden und damit seinen Konkurrenten Helmut Kohl endgültig in die Reihen der „Vergessenen“ einzuordnen, das Maß ohnehin bei den großen Kapitalisten bereits voll.

Gerne hätten sie Barzel bereits zu diesem Zeitpunkt loswerden wollen, aber offensichtlich hatte er noch ein paar Trümpfe in der Hand, die er auch geschickt einsetzte.

So kam es nach Eberhard von Brauchitsch´s Aufzeichnungen, die erst im Verlauf der Flick-Affäre bekannt wurden, zu einer „Konzertierten Aktion“ zwischen CDU Heinrich Köppler und Helmut Kohl, Kurt Biedenkopf, damals noch im Henkel-Unternehmen, Dr. Hanns Martin Schleyer als Flick-Vertrauensmann nebst von Brauchitsch; im späteren Verlauf stieß auch noch Guido Sandler vom Oetker-Konzern und Konrad Henkel hinzu. „Das Ergebnis war, daß Rainer Barzel ein „weicher Fall“ angeboten werden konnte: Zu seinen stattlichen regulären Bezügen sollten jährlich 250 000 bis 300000 DM Honorare kommen, die ihm der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Paul zukommen lassen würde, der seinerseits das Geld von „Industriemandanten“ bekäme“.(Quelle: Schwarzbuch Helmut Kohl“ von Bernt Engelmann).

Offensichtlich war hier, gemäß einem SPIEGEL-Bericht „wg. Dr. Kohl“ nach zu urteilen, auch die Chase Manhatten Bank involviert.

Die Frage aus dieser Affäre würde sich also ergeben, ob das gegen Helmut Schmidt ausgesprochene Misstrauensvotum, das ihn schließlich im Herbst 1982 als Bundeskanzler zu Fall gebracht hatte, in Wahrheit mit der Parteispendenaffäre und der geplanten Generalamnestie über eine Grundgesetzänderung zum Schutz von Otto Graf Lambsdorff und andere Regierungsmitglieder und Abgeordnete zu tun hat? Nach offizieller Lesart soll das so genannte Wende-Papier, in dem Vorschläge zur Reform der Wirtschafts- und Sozialpolitik seitens der FDP unter Führung von Otto Graf Lambsdorff gemacht wurden, der Grund für den geschlossenen Rücktritt der FDP-Kabinettsmitglieder Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl sein.

Ein weiterer Grund soll Schmidts Bedenken gegen die Stationierung von US-Kurzstreckenraketen gewesen sein. Die SPD waren in der Mehrheit gegen die Aufstellung der Atomraketen im Gegensatz zur CDU/CSU-Clique um Strauß und Kohl.

Mit einem Misstrauensvotum wollten FDP und CDU/CSU endlich die SPD-Regierung stürzen und gemeinsam eine Regierungskoalition bilden. Aus Protest gegen das Vorgehen verließen 20.000 FDP-Mitglieder, die bis zuletzt gehofft hatten, dass die FDP der SPD zur Seite steht und nicht Helmut Kohl Bundeskanzler wird, ihre Partei , darunter auch Günter Verheugen und Ingrid Matthäus-Mair

Gemäß dem Buch von Bert Engelmann „Schwarzbuch Helmut Kohl“ soll der damalige Direktor der „Gummiwerke Wartheland“(Ries-Konzern) im damals besetzten Lodz, der spätere Bundestagsabgeordnete der CDU Artur Missbach, aktiv bei der „Überführung“ der Vermögenswerte in die künftigen westlichen Besatzungszonen mitgewirkt und sich so bei Dr. Ries einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Dieser Artur Missbach hatte dann Ende der 60er Jahre für die betrügerische Investmentfirma IOS Werbung gemacht und zwar auf Kosten des Steuerzahlers, indem er Werbebriefe auf amtliches Papier des Bundestages und mit dem Bundesadler versehen, herumschickte und so die IOS-Zertikfikate als „die derzeit beste und sicherste Anlage mit der höchsten Rendite“ öffentlich anprieß.

Aber damit nicht genug, er verkaufte nebenbei noch diese Wertpapiere an deutsche Sparer und zwar unter einem gefälschten Namen „Sebastian Bach“.

Die IOS steht für „Investors Overseas Services“. Ihr untersteht die IOS-Bank Orbis und die deutsche IOS-Kapitalanlagegesellschaft. Seit Ende 1967 leitete Dr. Mende die deutsche Branche des Unternehmens.

Im SPIEGEL „Schon einige Millionen Dollar eingebracht“ vom 15.01.1968 stellten die Journalisten folgende Frage an Dr. Mende: „Drei Monate später wurden dann Sie engagiert, „um die Schwierigkeiten bei den Behörden aus dem Wege zu räumen“, so erklärte uns Ihr oberster Chef, Mr. Bernard Cornfeld, selbst in Genf. Wie haben Sie es geschafft, die vielen Beschwerden über die Methoden der IOS-Vertreter – es waren ganze Stapel – vom Verhandlungstisch zu bringen?“

Und als Antwort erhielten die Redakteure Kurt Blauhorn und Roderich Schneider: „Wir haben jede Klage überprüft, und ich leugne nicht, daß es berechtigte Beschwerden gegeben hat. Auch der Deutsche Bundestag hatte in seinen 18 Jahren einige Fälle, die für den deutschen Parlamentarismus peinlich waren. Das gleiche gilt für die deutsche Bundeswehr. Es gibt keine menschliche Institution, in der nicht gewisse Versagensfälle eintreten. Man muß sie abstellen.“

Und dann merken die Redakteure an „Gesellschaften, die um so viele Ecken lavieren, erregen Mißtrauen. Die IOS-Holdinggesellschaft sitzt in Panama, die Fonds sind in Kanada und Luxemburg registriert. Die Managementgesellschaften residieren pro forma in Nassau auf den Bahamas…“

Darauf Mende: „…aber es ist doch heute eine legitime Angelegenheit, sich Steuervorteile zu sichern. Bei einem weltweiten Konzern, der sich über viele Länder erstreckt, bleibt es doch nicht aus, daß man die günstigsten Möglichkeiten sucht.“

Und dann kann man im Spiegel „Schon einige Millionen Dollar eingebracht“ vom 15.01.1968 weiter erfahren: „Herr Dr. Mende, Ihr Chef Mr. Cornfeld nennt Sie einen Rund-um-die-Uhr-Arbeiter. Sie haben es sogar geschafft, den prominentesten Repräsentanten der IOS-Organisation, James Roosevelt, den ältesten Sohn des ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, bei Bundeskanzler Kiesinger einzuführen.“

In diesem Interview wurde Herr Dr. Mende auch in Kenntnis gesetzt, dass „zum Beispiel der CDU-Abgeordnete Artur Missbach, der mit seinem vertraulichen Informationsdienst private Geschäfte macht, erhebliche IOS-Verdienste hat. Herr Missbach arbeitet für die IOS unter dem Tarnnamen Sebastian Bach und vergißt niemals bei seinen Geschäftsschreiben den Zusatz „MdB“. Wir kennen von ihm sogar Geschäftsschreiben mit dem Bundesadler, dem Signum des Bundestages“, woraufhin Mende einwendete, dass ihm dieser Umstand nicht bekannt sei.

1973 wurde die IOS insolvent und Missbach 1977 wegen Steuerhinterziehung zu einer „Geldstrafe von 576 000 Mark verurteilt“ (Quelle: SPIEGEL „Artur Missbach“ vom 19.09.1988).

Nebenbei erwähnt sei, dass Missbach zusammen mit seinem Schwiegersohn Ernst Hochheuser den mittlerweile rechtskräftig zu sechs Jahren Gefängnis verurteilten Anlagebetrüger Heribert Rödel mit seiner „Treubesitz Südamerika“ in Mainz zahlreiche Kunden zuschusterte.

Mittlerweile unterhält er wieder in Paraguay die Firmen Kansol AG und Roswell AG. Rödel soll damals mehr als 130 Millionen Mark abkassiert haben. (siehe Spiegel „Verbeult und kaputt“ vom 27.09.1982).
Das Geld versickerte natürlich in dunkle Kanäle, die Investoren hatten das Nachsehen.

Unter dem Titel „Kohl und Flick“ veröffentlichte „Alternative Nachrichten“ auf ihrer Webseite http://nhzzs.blogspot.de am 21.03.2007 eine recht interessante Ausarbeitung zur Planung eines bereits im Jahr 1976 angestrebten Kanzlerwechsels. Hierbei bezieht sich o.g. Artikel auf ein Interview, das der damalige Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Dr. Hanns Martin Schleyer im Juli 1976 dem Autor Bernt Engelmann gegeben hat.

Schleyer war damals auch Vorstandsmitglied der Daimler-Benz AG und Vertrauensmann der Flick-Gruppe. Zum Schluss wurde er auch noch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI)

In diesem Interview offenbarte er bereits, dass Franz Josef Strauß mitnichten als Wunschkandidat für das Kanzleramt von Industrie, Wirtschaft und Politik favorisiert wurde.

Begründet hatte er das mit seiner Nazi-Vergangenheit, obwohl Strauß diesen Umstand immer wieder heruntergespielt, bagatellisiert, ja sogar geleugnet hatte.

Schleyer wusste es offensichtlich besser, äußerte sich dazu aber nicht konkret. Weiter heißt es nämlich hierzu: „Tatsächlich ist urkundlich erwiesen, daß es mit alledem eine ganz andere Bewandtnis gehabt hat, und Dr. Schleyer wußte aus eigener Erfahrung, daß der NSDStB alles andere war als eine harmlose „Pflichtorganisation“, nämlich die – auf nur 5 000 Mitglieder im ganzen Großdeutschen Reich strikt begrenzte – Kaderschule für den SD, den gefürchteten Sicherheitsdienst der SS, dem ja auch Dr. Schleyer selbst angehört hatte.“ (Quelle: http://nhzzs.blogspot.de/2007/03/kohl-und-flick.html)

Auf die Frage des Autors, wer denn als Kanzlerkandidat nach seiner Auffassung in Frage käme, antwortete Schleyer: „Wir setzen auf das Tandem Kohl/Biedenkopf.“

Biedenkopf wurde 1973 unerwartet zum Generalsekretär des CDU-Bundesvorstandes ernannt, obwohl er noch nicht einmal ein Bundestagsmandat innehatte.

Und weiter kann man bei : http://nhzzs.blogspot.de/2007/03/kohl-und-flick.html lesen: er war „der Sohn des Dipl. Ing. Wilhelm Biedenkopf aus Chemnitz, Jahrgang 1900, der bis zu seiner Pensionierung ordentliches Vorstandsmitglied einer Perle unter den zur Flick-Gruppe gehörenden Unternehmen, nämlich der „Dynamit-Nobel AG“ in Troisdorf, gewesen war“. Etwas weiter kann man dann in o.g. Quelle lesen: „Ganz zufälligerweise war Vater Wilhelm Biedenkopf zuletzt auch Mitglied des Beirats jenes Unternehmens in Bergisch-Gladbach [Anm. gemeint ist die Dyna-Plastik-Werk GmbH], das wesentlich zu den Gewinnen des „Pegulan“-Konzerns beigetragen hatte und an dem Frau Marianne Strauß, die Gattin des CSU-Chefs, von Konsul Dr. Ries hochherzigerweise mit zuletzt etwa 16 Prozent beteiligt worden war. Ein weiterer Zufall: Sohn Kurt, der spätere CDU-Generalsekretär, war während eines beruflich bedingten Aufenthalts seines Vaters, als die BASF dessen Dienste in Anspruch genommen hatte, anno 1930 in Ludwigshafen/Rh. zur Welt gekommen, genau wie Helmut Kohl, und mit diesem hatte er auch gemeinsam die Volksschule besucht.“

Während sich Dr. Ries Helmut Kohl zur Förderung seines beruflichen Werdegangs annahm, hatte Kurt Biedenkopf politische Wissenschaften in den USA sowie Jura und Volkswirtschaft in München und Frankfurt studiert. Er machte seinen Doktor in Rechtswissenschaft und promovierte zum „Master of Law“. Seine Arbeit „Die Grenzen der Tarifautonomie“ erregte die Aufmerksamkeit der Industrie und des Arbeitgeberverbands. 1967 wurde Biedenkopf in Bochum der zum damaligen Zeitpunkt jüngste Rektor der Bundesrepublik.

1971 wurde er dann Geschäftsführer der Henkel GmbH bis er schließlich auf den Posten des CDU-Generalsekretärs gehievt wurde.

Ähnlich wie Florimond Damman, der regelmäßige Banketts wie das Grand Charlemagne Dinner zum Kennenlernen von Repräsentanten der Paneuropäischen Union (PEU) innerhalb des Pinay-Cercles organisierte (siehe der Oktoberfest-Bombenanschlag Analyse Teil 9), veranstaltete Konsul Dr. Fritz Ries von 1972 an auf Schloss Pichlarn in der Steiermark, Österreich sogenannte „Pichlarner Topmanager Gipfeltreffen“, um wichtige Kontaktpersonen aus Politik, Wirtschaft, Industrie, Militär und Bankwesen miteinander bekannt zu machen.

Zu den regelmäßigen Gästen gehörte bald auch Kurt Biedenkopf, der schließlich auch die Tochter des Schlossherrn, Ingrid Ries, geschiedene Kuhbier, heiratete.

Frau Ingrid Ries war im Übrigen auch Mitgesellschafterin von Frau Marianne Strauß bei der Dyna-Plastik GmbH und anderen Tochterfirmen von Pegulan. Im Grunde hatte Dr. Ries Marianne Strauß eine 14-, später 16-prozentige Beteiligung an der Tochtergesellschaft geschenkt. Es folgten unter ähnlichen Umständen weitere Beteiligungen an Firmen aus dem Ries-Konzern.

Fritz Ries hatte, genau wie Flick, den größten Teil seines Vermögens durch die so genannte Arisierung während der Nazi-Zeit angehäuft.

Zum Verhältnis Franz Josef Strauß und Dr. Fritz Ries weiß auch Bert Engelmann in seinem Buch „Schwarzbuch Kohl, Wie alles begann“ etwas zu berichten. Er bezieht sich hierbei auf die Gästeliste des von Ries regelmäßig veranstalteten Gipfeltreffens auf Schloß Pichlarn, auf der neben Strauß auch ein Dr. Eberhard Taubert stand. Taubert war Referatsleiter im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda unter Dr. Josef Goebbels und ab 1938 Richter am 1. Senat des Volksgerichtshofs. Er tauchte 1945 zunächst ab, weil er als Kriegsverbrecher gesucht wurde. Fünf Jahre später traute er sich aber wieder nach Bonn. Dort machte er erst Stimmung gegen die DDR und wurde schließlich von Franz Josef Strauß ins Bundesverteidigungsministerium geholt, um die psychologische Kriegsführung in der Bundeswehr aufzubauen. Der Zentralrat der Juden protestierte dagegen heftig und so musste sich Strauß widerwillig von Taubert trennen. Bei Konsul Dr. Fritz Ries bekam er dann aber eine leitende Stelle in der Rechtsabteilung beim „Pegulan“-Konzern in Frankenthal und wurde sein persönlicher Büroleiter. Dieser Dr. Taubert war es schließlich auch, der die Hetzkampagne gegen Willy Brandt startete und die militante Neonaziszene sowie deren Propagandaorgane entwickelte.

Der Kreis schließt sich damit, dass Dr. Hanns Martin Schleyer als Personalchef der Daimler-Benz AG, dessen Hauptaktionär wiederum Friedrich Flick war, seinem Freund Konsul Dr. Fritz Ries bereits 1972 den Plan offenbarte, nach dem missglückten Misstrauensvotum gegen Willy Brand einen neuen Versuch zu starten, um endlich die Wende herbeizuführen.
Barzel selbst musste nach dem Vertrauensdebakel vom April 1972 zwar Kanzlerkandidatur und den CDU-Parteivorsitz aufgeben, bekam aber von Flick viel Geld als Abfindung, das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik, später im Oktober 1982 wurde er Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen und ein halbes Jahr darauf konnte er sich schon Bundestagspräsident schimpfen. Dann allerdings kamen im Oktober 1982 die ersten Gerüchte über die Flick-Zahlungen auf und er musste zurücktreten. Statt Rainer Barzel sollte nun Helmut Kohl antreten, „aber nicht allein, sondern auf dem „Tandem“ mit Biedenkopf. Dabei war dem „Schwarzen Riesen“ Kohl, von dessen Planungs- und Lenkfähigkeiten auch die Herren des Großen Geldes nicht so recht überzeugt waren, die Rolle des sich abstrampelnden und dabei immer fröhlich lächelnden Lieferanten der Antriebskraft zugedacht, hingegen dem unternehmerfreundlichen und konzernverbundenen „Intelligenzbolzen“ Biedenkopf die Rolle des Strategen und Steuermanns.“ (Quelle: http://nhzzs.blogspot.de/2007/03/kohl-und-flick.html).

Die geplante Wende in der Bundesregierung 1976 klappte jedoch wieder nicht und bald darauf zerstritten sich Kohl und Biedenkopf, die sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe für die verlorene Wahl zuschoben. In diesem Kontext ist anzumerken, dass Willy Brandt als damaliger SPD-Kanzler über die Guillaume-Affäre stolperte und seinen Rücktritt am 05. Mai 1974 erklärte, woraufhin ihm Helmut Schmidt als 5. Bundeskanzler nachfolgte.

An dieser Stelle würde ich gerne die Anschuldigungen von der Bloggerin Carina Stein in einem Offenen Brief an Hans Dietrich Genscher vom 23.11.2007 kommentarlos im Originalton einfügen (http://carina-stein.blogspot.de/2007/11/nicht-geehrter-herr-minister.html) : „Nicht geehrter Herr Minister a.D. Genscher, gehe ich recht in der Annahme, dass die Mannen des Markus Wolf Sie einst im Westen aufgebaut haben, um Fuss zu fassen in der West-Republik? Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie da schon verstrickt gewesen sind in die Guillaume-Affäre – federführend also beim Rücktritt des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt? Doch nicht nur das. Gehe ich recht in der Annahme, dass Ihre möglichen Auftraggeber – nämlich barbarisch-grausame Menschenschinder aus dem Osten – auch an der Flugzeugentführung nach Mogadischu im Hintergrund federführend gewirkt hatten, um Schmidt als Bundeskanzler zu stürzen. Der Nato-Doppelbeschluss, weil ihre Hintermänner auch aus Kreisen von CIA (Iran-Contra) da schon so ziemlich mächtige Teile im Parlament im Griff hatten? Finanziert mit Backschischzahlungen aus Waffen- und Rüstungsgeschäften?! Wie bekannt, haben Sie meiner einstigen Freundin Jutta Simon die Türe ins Parlament geöffnet. Frau Simon von der CIA später als Agentin und Edelhure aufgebaut zum Ankurbeln von Waffen- und Rüstungsgeschäften. Einreise libanesischer Edelhuren aus Paris, auf deutsche Politiker angesetzt, zum Erpressen von Zielen. Im Auftrag von CIA (Iran-Contra) und Verbündeter aus Kreisen des Vorderen Orients. Sie, Herr Genscher, dürften u.a. den Verkauf von 46 Prozent Krupp-Anteile an die Iraner vermittelt haben. Auch Waffen an den Irak. Geschäfte mit Syrien wie überhaupt mit so ziemlich sämtlichen internationalen Terrorregimen, die in der BRD Waffen gekauft haben. Das heißt: Ihr Auftritt bei dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein eine SCHÖNE SCHOW, um da sich zu profilieren als HÜTER VON MENSCHENRECHTEN! Zu einer Zeit, als Ihre Schützlinge aus Kreisen der Camorra (Antionio Campanella) und Lutz Libbertz (OV) schon eifrig ihre Killermaschinerie in gang gesetzt hielten. Federführend bei den Flugzeugabstürzen der Juniorerben Hurler [Anm.: Hurler jun. war der Neffe von Marianne Strauße] und Schmoller mit Besitzübernahme der Geschäfte durch Muselmanen. Harald Blenker, den Baumarktleiter, und seine vierköpfige Familie hat das die bürgerliche Existenz gekostet. Das aus meiner Sicht im Jahre 1978. Dann später die Mafia-Morde, denen da auch das Ehepaar Strauß wie später auch Dannecker zum Opfer gefallen sein sollen. Genauso wie auch Barschel und viele andere. CIA/Stasi-Morde, weil MENSCHENSCHINDER AUS DEM OSTEN SIE VORGESCHICKT UND AUFGEBAUT HATTEN? Ausgerichtet auf das Ziel, einen aktenkundig registrierten Politiker ins Amt des Bundesinnenministers zu hieven, der mit Meineid einst politische Gegner ins Zuchtshaus gebracht, Kapitalanleger um ihr Vermögen betrogen hatte. Die Rede ist von Zimmermann. Hatte ja – angesichts der Schmuddelkampagne gegen Brandt – unisono mit der SPD einen Untersuchungsausschuss im Parlament angekündigt. Deshalb ja auch der Satz: MACHTVERLUST JA – EHRVERLUST NIEMALS! Zur ENTMACHTUNG Brandts hatten Sie ja Ihren Ziehsohn Kinkel in Einsatz gebracht. Ihr Ziehsohn, der als BND-Präsident den 8mm-Schmalfilm zum Tode Barschels gehütet, später als Bundesaussenminister dem damaligen Bundeskanzler Kohl bei einer von CIA (Iran-Contra) und Verbündeten i.A. gegebenen öffentlich ausgeschriebenen Hinrichtung unter Federführung der Camorra mitgewirkt hat. Deutsches Konsulat in Malaga bei einer GNADENLOSEN TREIBJAGD und einem Hinrichtungskomitee bis hin in eine Folterkammer – unter dem Polizeipräsidium in Malaga gelegen – aktiv mitwirkend. Name u.a.: Herr Bieler.“

In ihrem Blog vom 02. November 2007 (http://carina-stein.blogspot.de/2007/11/tod-des-benno-ohnesorg-und-aufbau-raf.html) geht sie dann noch auf ihre ehemalige Freundin Jutta Simon ein.  So schreibt Carina Stein unter dem Blog-Titel „Tod des Benno Ohnesorg und Aufbau RAF“ (http://carina-stein.blogspot.de/2007/11/tod-des-benno-ohnesorg-und-aufbau-raf.html) u.a.: „Kontakte Goldmanns wie auch Libbertz zu der Tingeltangel-Schauspielerin Jutta Simon, Maitresse des Filmproduzenten Herbert Tischendorf, den sie zärtlich „Mäuschen“ nannte […] Viele Reisen auch in die damalige DDR. Einquartierung u.a. in der Stasi-Hochburg Warnemünde. Die gebürtgie [sic] Wiesbadenerin Jutta Simon kennt ALLE NAMEN von Politikern, die in Warnemünde verkehrt, sich auf Waffen- und Rüstungsgeschäfte eingelassen haben. Barschel und Engholm dürften keineswegs die einzigen gewesen sein.“
Diese Aussagen scheinen Bestätigung zu finden, denn auch die Publikation „Regelmäßiger Informationsdienst“, (herausgegeben von: Berliner Institut für
vergleichende Sozialforschung, Torsten Rückoldt RA, medico international,
medienagentur für menschenrechte — Neue Reihe — 26.März 1996) schreibt
in ihrem Artikel „Türkei, Kurdistan & Europa“:

„Natürlich ist Würtz [Anm.: Peter Würz, SPD-Bundestags- und Europaabgeordnete] nicht der einzige „Waffenexperte“ aus dem früheren Vulkan-Management, der eine bemerkenswerte Duldung durch Bonner Regierungskreise erfährt. Gegen Würtz` Chef Karl Friedrich Triebold, einst Vorstandsmitglied des Vulkan, ermittelte vor zwei
Jahren die Münchner Staatsanwalt wegen des Verdachts des „illegalen
Waffenhandels“. Das Verfahren – Triebold war einst von München nach Bremen
übersiedelt – wurde eingestellt. Im Mittelpunkt der Recherchen der Ermittler
in Bremen saß damals Triebolds Freundin, die branchenbekannte Waffenhändlerin
Jutta Simon (54) aus Wiesbaden. Von einer erfolglosen Schauspielerin zur
Gesellschafterin avanciert, verdiente Simon schon bald ihr Geld mit dem
Anknüpfen von Kontakten – Grundlage für erfolgreiche Waffendeals. Journalisten
erklärte sie einst ihr „Berufsethos“:“Ist doch egal, wer die Welt in Stücke
reißt. Ich könnte daran sowieso nichts ändern.“ Daß sie daran auch nichts
ändern will, hat die Dame schon häufiger bewiesen:
o 1989 soll sie von dem Pariser Vorort Neuilly aus einen Deal mit Langstreckentorpedos für Syrien (Umfang: 120 Millionen) eingefädelt haben;
o Auf Ihr in der Steueroase Liechtenstein eingetragenes Unternehmen  („Textor Aktiengesellschaft“) haben deutsche Steuerbehörden keinen Zugriff;
o Auch der ehemaligen DDR diente Jutta Simon einst ihre Waffendienste an. Die Stasi vermerkte  bemerkenswert naiv, Frau Simon verfüge „über Verbindungen zu führenden Persönlichkeiten, und sei gerade erst aus Jordanien zurückgekehrt, wo sie im Königshaus verkehrt und mit dem Polizeichef über die Nachrüstung der jordanischen Polizei verhandelt hat.“
In CSU-Kreisen zuhause
Fast überflüssig zu erwähnen, daß Jutta Simon in München enge Kontakte zu einer Freundin unterhielt, die für BILD arbeitete, Mitglied beim Wirtschaftsbeirat der CSU war und Mitglied der „Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik“ in Bonn wurde.  In diesem elitären Kreis treffen sich Bundeswehroffiziere, Vertreter der Rüstungsindustrie, der Bundesregierung und Beamte des Verteidigungsministeriums, um einen regelmäßigen Gedankenaustausch über neueste und geheime Waffensysteme zu pflegen. Da fügt es sich für den ehemaligen SPD-Bundestags- und Europaabgeordneten Peter Würtz hervorragend, daß er nicht nur zu seinem Ex-Chef Karl Friedrich Triebold, sondern auch zu dessen Freundin Jutta Simon  sehr enge Beziehungen unterhält.
„Die beiden Männer und Jutta Simon kennen sich sehr gut,“ sagten Mitarbeiter
von STN ATLAS Elektronik im Gespräch mit den Depeschen.“ Da ist im Grunde
alles möglich.““

Carina Steins Informationen zufolge soll der gebürtige Ostdeutsche Hans Dietrich Genscher bereits schon Mitte der 70er Jahre hochrrangigen NVA-Offizieren zu beachtlichem Geschäftserfolgen in Westdeutschland verholfen haben.

Ob dies der Richtigkeit entspricht, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beurteilen.

Fakt ist allerdings, dass sich mit Schalck-Golodkowskis „Kommerzieller Koordinierung“ ein weltweites Firmennetz der Stasi gebildet hatte, das auch für illegalen Waffenhandel, Embargoverstöße und Devisenbeschaffung genutzt wurde. Die Kriminellen Machenschaften dieses Netzwerks war auch Gegenstand eines Untersuchungsausschusses. Ich verweise deswegen auf den hervorragenden Minderheitenbericht der Bündnis90/Die Grünen, den so genannten „Koeppe-Bericht“.

An dieser Stelle erfolgt noch ein Einschub aus einer anderen Internet-Quelle.
Auf der Homepage von Bernd Pulch schreibt diese Onlinepublikation unter dem Titel „Die Killer-Bibel“ Toxdat – die 900 Seiten-Mordstudie von STASI-Oberst Ehrenfried Stelzer“ zum Zeitgeist der 60er, Anfang der 70er Jahr: „Ein prominenter Fall ist William Borm, jener Grandseigneur der Bundes-FDP und Berliner Landesvorsitzende der sechziger Jahre. Er diente dem MfS seit seiner Haft in Bautzen in den Fünfzigern. Mit moralischer Verve spielte er das strategische Spiel der DDR-Westpolitik. Seinem Parteifreund Hans-Dietrich Genscher warf er in den siebziger Jahren vor, mit seiner Entspannungspolitik letztlich das friedensgefährdende Ziel der Wiedervereinigung zu verfolgen. Wichtige Parlamentsreden Borms, etwa die als Alterspräsident des Deutschen Bundestages – das war er von 1969 bis 1972 –, soll Stasi-Chef Markus Wolf selbst redigiert haben. Ein anderer prominenter Fall ist Dirk Schneider, der die Deutschlandpolitik der Alternativen Liste (AL) und der Grünen zu beeinflussen suchte. Ganze IM-Corps waren auf CDU und SPD angesetzt: Funktionäre, Unternehmer, Abgeordnete, alles dabei. In den machtrelevanten Bereichen zeigt sich, dass das manchmal lächerlich erscheinende Sammeln von Unmengen von Informationen durch das MfS von politischer Einflussnahme auf das “Operationsgebiet” nicht zu trennen war.“

Demnach gab es noch Mitte der 80er Jahre Planungen des MfS für den Tag X der militärischen Eroberung West-Berlins. Man wollte in allen Westbezirken Berlins MfS-Kreisdienststellen errichten, wobei das Personal einschließlich Führungskräfte für die neuen Dienststellen schon feststand.

Und dann steht in o.g. Quelle zu Markus Wolf folgende denkwürdige Ausführung:. „Auf jeden Fall sorgte DDR-Spionage-Chef Markus Wolf für reichlich Verwirrung. Er brüstete sich: “Im Bundestag sitzen wir in Fraktionsstärke. […] Es schlägt eine der erfolgreichsten Stunden der Stasi. Ost-Berlin dreht am Rad der Geschichte, besticht die Abgeordneten Julius Steiner (CDU, IM “Theodor”) und Leo Wagner (CSU, IM “Löwe”). Beide kassieren jeweils 50 000 Mark. In Bonn gibt es den Eklat. Bei der geheimen Abstimmung bekommt Barzel nicht die erforderliche Mehrheit. Nur 247 Abgeordnete stimmen für ihn. Zwei weniger als erforderlich. Brandt bleibt Bundeskanzler. Und setzt seine Ost-Politik fort, für die er 1971 den Friedensnobelpreis bekam. Zwei Wochen später ist SED-Generalsekretär Honecker zu Gast beim Staatsbesuch in Rumänien. Er sagt stolz: “Wir haben noch kurz vor Behandlung des Misstrauensvotums bestimmte Maßnahmen getroffen, um die Regierung Brandt zu stützen.
Und: “Es ist also die groteske Lage eingetreten, dass wir als die stärksten Helfer für die Stabilisierung von Brandt auftreten mussten.”
Dann: “Wir haben das getan, weil diese Regierung selbstverständlich für uns alle angenehmer ist als eine Regierung unter Leitung von Barzel und Franz Josef Strauß.”“ (Quelle: Titel „Die Killer-Bibel“ Toxdat – die 900 Seiten-Mordstudie von STASI-Oberst Ehrenfried Stelzer“)

Diese Aussage ist aus meiner Sicht noch aus einem anderen Grund sehr bemerkenswert – 1980 trat Strauß als Bundeskanzlerkandidat auf.
Am 26. September 1980 folgte dann der Bombenanschlag auf das Oktoberfest. Damit ergibt sich für mich ein weiteres Indiz, dass hinter dem Attentat tatsächlich die Stasi stecken könnte (siehe Oktoberfest-Bombenanschlag Analyse Teil 7).
Ein weiteres Indiz hierzu ergibt sich auch aus der Publikation von Spurensuche e.V. „Informationen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ vom 10.08.2012.
Dort heißt es bezugnehmend auf das erschienene Buch von Helmut Müller-Enbergs („Das Gesicht dem Westen zu“) unter dem Titel „55 Spione bleiben unenttarnt“ aus der Berliner Zeitung von Andreas Förster am 28.10.2003:„Interessant auch seine Rangliste der erfolgreichsten Stasi-Agenten: Geht man von den laut Sira-Datei tatsächlich aus dem Westen gelieferten Informationen aus, liegt der „Top-Agent“ im Kanzleramt, Günter Guillaume, weit abgeschlagen in dieser Liste. Ganz vorn rangieren dagegen Gabriele Gast, die für die HVA im BND spionierte, sowie der Flick-Lobbyist Hans-Adolf Kanter (Deckname „Fichtel“), der vor allem Informationen über die FDP und das Kanzleramt sowie die so genannte Flick-Spendenaffäre nach Ost-Berlin lieferte. Auf Spitzenplätzen finden sich auch der Nato-Spion Rainer Rupp („Topas“), der Legationsrat Hagen Blau („Merten“) und der Journalist Rudolf Maerker („Max“), der die SPD ausspionierte.“

1977 begann der Deutsche Herbst, bei dem eine Reihe von Ermordungen durch die RAF stattfanden und rätselhafte Todesfälle einsetzten. Siegfried Bubach, Jürgen Ponto und Hanns Martin Schleyer wurden vorgeblich durch die RAF hingerichtet, Dr. Fritz Ries hatte sich angeblich selbst umgebracht. Die Stammheim-Gefangenen haben sich ebenfalls angeblich selbst in ihren Zellen umgebracht. Nach dem Tod von Ries ging die Pegulan AG zum größten Teil in die deutsche Holdinggesellschaft der British American Tobacco Co (BAT) über.

Weder die Erben von Marianne Strauß noch die Tochter Ingrid Biedenkopf oder deren Geschwister wurden hierbei bedacht.

Der Testamentsvollstrecker war im Übrigen der Münchner Fachanwalt für Steuerrecht und langjähriger CSU-Bundestagsabgeordneter sowie spätere GEMA-Chef Professor Dr. Reinhold Kreile.

Dieser saß auch bis zum Verkauf im Aufsichtsrat als Vorsitzender der „Friedrich Flick Industrieverwaltung Kommanditgesellschaft auf Aktien“ mit Sitz in Düsseldorf.

Ein interessanter Zusatz aus dem Artikel der „Alternative Nachrichten“ „Kohl und Flick“ sollte nicht unerwähnt bleiben: „Schon im Gefängnis hatte sich Flick mit Hilfe der Unterlagen, die ihm Vetter Kaletsch und sein Anwalt Dr. Wolfgang Pohle (später Schatzmeister der CSU [Anm.: und ebenfalls recht früh verstorben]) allwöchentlich brachten, Gedanken über den Wiederaufbau seines Konzerns gemacht, von dem im Westen einiges übriggeblieben war: der „Maxhütte“-Konzern in der Oberpfalz, die – ehedem „arisierten“ – Hochofenwerke Lübeck AG sowie Mehrheitsbeteiligungen an der Harpener Bergbau AG und der Essener Steinkohlenbergwerk AG. Treuhänder und Verwalter dieser Reste war übrigens der Bankier Robert Pferdmenges, ein enger Freund und Berater Adenauers; und Flicks langjähriger Privatsekretär Robert Tillmanns saß seit 1949 als CDU-Bundestagsabgeordneter in Bonn, wenig später als Bundesminister für besondere Aufgaben im Kabinett – glückliche Umstände für den gerade haftentlassenen, fast 70jährigen Kriegsverbrecher.“

Pferdmenges sollte noch eine größere Rolle im Fall „Octogon Trust“ um Rudolf Ruscheweyh oder in der Sal. Oppenheimer-Affäre um den Schickedanz-Konzern spielen.

Woher hatte Flick eigentlich sein Vermögen? Zahlreiche Artikel und Bücher gibt es zu dem Flick-Konzern, so dass mittlerweile wohl als gesicherte Erkenntnis gelten kann, dass Friedrich Flick über die Charlottenhütte in Niederschleden bei Siegen als Vorstandsmitglied und der eigenen Entwicklung eines technischen Verfahrens zur Verhüttung sein Stahl- und Kohleimperium aufbauen konnte. Dabei ging er mit Aktienkäufe und –verkäufe rücksichtslos und ausbeuterisch auf Kosten des Staates vor. Bereits in der Weimarer Republik fiel er immer wieder durch großzügige Spenden an Parteien und Politiker zur wirtschaftlichen Vorteilssicherung auf.

Das scheint wohl in dieser Familie das Credo für alle künftigen Strategien gewesen zu sein. Während des dritten Reiches gelang es ihm, sich bei der NSDAP-Führung einzuschmeicheln, sie großzügig zu „beschenken“ und so auf Kosten der Juden und Zwangsarbeiter durch erpresste Enteignungen und Ausnutzung billiger Arbeitskräfte sein Unternehmen auszuweiten. Obwohl er nach dem Krieg zunächst einen großen Teil seines Unternehmensgeflechts verlor, gelang es ihm trotz Verurteilung im Nürnberger Prozess und Gefängnisstrafe erstaunlich schnell durch den Verkaufserlös seines verbliebenen Kohleunternehmens wieder ein sagenhaftes Imperium aufzubauen, das bis 1955 auf 100 Firmen anwuchs mit einem Umsatz von rund 8 Milliarden DM, während sein persönliches Vermögen wieder auf 88 Millionen DM angewachsen war.

So schaffte er es, sich bei Daimler Benz AG einzukaufen; es folgten – nur als Auszug genannt – Dynamit Nobel, Buderus, Krauss-Maffei, Feldmühle und Versicherungen.

Am 20.07.1972 verstarb er und hinterließ seinem Sohn Friedrich Karl Flick neben den beiden Neffen die Holding Friedrich Flick KGaA, zu der 330 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 18 Milliarden DM und über 300.000 Beschäftigte gehörten.

1975 übernahm FKF das Konglomerat aus Firmen alleine. Soweit die Kurzfassung zum Vermögen Flick (Quellen: siehe Wikipedia, „Der Flick-Konzern im Dritten Reich“ von Johannes Bähr u.a., herausgegeben durch das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Spiegel ‚“Wo stecken die Millionen?“ vom 03.08.1955 u.a.).

Allerdings ist es kaum vorstellbar, dass Flick sich von einem Angestellten der Charlottenhütte zu einem der größten Unternehmer ohne Unterstützung von dritter Seite entwickelt hat .

Wer waren also die Drahtzieher hinter Flick, die es zuließen, dass er nach zweimaliger Pleite wieder zu einem so umfangreichen Vermögen kam? Er schien über den geplanten zweiten Weltkrieg bereits 1934 bestens informiert gewesen zu sein und konnte sich so erhebliche wirtschaftliche und finanzielle Vorteile im Bereich der Stahl- und Rüstungsindustrie sichern. Aufgrund seines konzerninternen Nachrichtendienstes, zu dem Otto Steinbrinck gehörte, erfuhr er auch bereits 1943, dass eine Niederlage des Dritten Reiches unausweichlich sein würde und traf deswegen schon in diesem Jahr erste Vorkehrungen zur Sicherung seines Vermögens, indem er seine ertragreichsten Vermögenswerte vom Osten in den Westen verlagerte, vor allem in die künftige amerikanische Besatzungszone. Könnte er da bereits über die Dulles-Brüdern von Baron Kurt von Schroeder (Direktor der Thyssen-Hütten), Baron Rudolph von Schroeder (Vizepräsident und Direktor der Hamburg-Amerika-Line) Hjalmar Schacht, Artur Missbach oder Hermann Schmitz von den I.G. Farben vorgewarnt worden sein?

Etwas zusätzlich Interessantes hatte aber dann die Bonner Staatsanwaltschaft im Zuge der Hausdurchsuchungen beim Flick-Konzern nach Ausführungen von „Alternative Nachrichten“ auf ihrer Webseite (Quelle: http://nhzzs.blogspot.de/2007/03/kohl-und-flick.html). am 21.03.2007, „Kohl und Flick“ herausgefunden: Offensichtlich wurde Flick von keinem Geringeren als Franz Josef Strauß bei seinem Treiben mit dem Finanzamt bezüglich seiner „Steuerbefreiung“ umfangreich beraten.

So verweist der Artikel „Kohl und Flick“ auf den Spiegel, der aus dem Vernehmungsprotokoll des FJS zitierte: „Ich (Franz Josef Strauß) habe, wie angegeben, Herrn Flick vor etwa acht Jahren geraten, in Nordamerika zu investieren. Ich habe ihm geraten, seine inländischen Betriebe zu entschulden und zu modernisieren. Ich habe in diesem Zusammenhang ihm einmal, wahrscheinlich im Jahre 1978, einen Brief geschrieben, in dem ich ihm geraten habe, die Voraussetzung des § 6b (Einkommenssteuergesetz) und § 4 (Auslandsinvestitionsgesetz) sehr genau zu nehmen. Ich war damals der Meinung, daß für die Erfüllung der Kriterien unter anderem ein Kooperationsabkommen mit der Firma Grace die Prüfung der hiermit verbundenen steuerrechtlichen Frage erleichtern würde.“

Nach den Notizen des Buchhalters Rudolf Diehl stand offensichtlich auch Strauß auf der „schwarzen Gehaltsliste“ des Flickkonzerns. So sollen auf den Namen FJS 950.000 Mark verbucht worden sein. Damit konfrontiert soll Strauß geäußert haben: „Der Beginn Ihrer Unterlagen ist deshalb verwirrend oder irreführend, womit ich keine Absicht unterstelle, weil neben unzähligen Kleinspendern auch einige Großspender, darunter die Flick-Unternehmungen, die CSU immer wieder unterstützt haben. Ich darf nebenbei bemerken, daß es sich hier nicht um die Honorierung von Ratschlägen handelt, sondern um eine bestimmte politische Linie im In- und Ausland“. (Quelle: http://nhzzs.blogspot.de/2007/03/kohl-und-flick.html)

Könnte er hier unbewusst eine Anspielung auf den Pinay-Cercle gemacht haben? Friedrich Karl Flick sagte zumindest in seinem Gerichtsverfahren aus, dass er Strauß die Gelder immer bar ausgegeben hatte.

Warum hat Eberhard von Brauchitsch, der ansonsten dem alten Flick stets ergeben und Jugendfreund seines Sohnes Friedrich Karl war, den Flick-Konzern für einige Zeit verlassen und wurde Generalbevollmächtigter von Axel Springer? Was hat er da genau gemacht und welchem Ziel diente das Ganze?

Zum Punkt Langemann, Frank Heigl und Oktoberfest gibt es eine weitere Anekdote, die Helmut Kohl betrifft.
Am 11.01.1983 fand eine Durchsuchung der Redaktionsbüroräume und Wohnungen des KONKRET-Redakteurs Manfred Bissinger und seines Autors Jürgen Saupe statt. Ihnen wurde wegen der Veröffentlichung ihrer Ausführungen „Operation EVA“ Geheimnisverrat vorgeworfen. Dabei war dieses Manuskript bereits im März 1982 erschienen. Das Buch entstand auf der Grundlage der Tagebuchnotizen, amtlichen, eingestuften Dokumenten und Vermerke sowie Gesprächsprotokolle von Hans Georg Langemann.
Warum hatte man sich so lange mit den Ermittlungen Zeit gelassen? „Alternative Nachrichten“ „Kohl und Flick“ schreibt dazu, dass für die Durchsuchung „eine besondere Ermächtigung des Bundeskanzleramts“ vorlag, „unterschrieben von Kohls Schulfreund, engem Vertrauten und damaligen Staatssekretär für die Geheimdienste, Waldemar Schreckenberger.“

Daraus folgerte die Online-Publikation, dass nicht Strauß, sondern Helmut Kohl selbst dahintersteckte. Es soll ein Racheakt auf einen Artikel im Januar 1983 gewesen sein, in dem Manfred Bissinger den gerade frisch gekürten Kanzler heftig kritisierte. Darin heißt es u.a.: „Wie ein Mann seine Familie behandelt und über die Familie spricht, kann im Gegensatz nicht krasser sein als bei Helmut Kohl. Seine Worte sind scheinheilig und verlogen, wenn man weiß, wie er lebt…“

Manfred Bissinger spielte auf seine Eskapaden während der Ehe an. Demnach hatte Kohl seine Frau und Söhne in Oggersheim zurückgelassen, während er mit seiner damals ebenfalls verheirateten Sekretärin Juliane Weber allein nach Bonn umzog. Manfred Bissinger sprach klar das intime Verhältnis zwischen Kohl und Weber an. Im Spiegel konnte man dann lesen, dass Juliane Weber auch Spendengelder in bar bei den Industriellen einsammelte. Kohl hatte Juliane Weber entgegen den Vorschriften des Beamtenrechts, gegen die Einwände des Personalrats und ohne das erforderliche Staatsexamen zu seiner verbeamteten Referentin im höheren Dienst der Besoldungsstufe A15 gemacht.

Etwas Vergleichbares haben wir dann später auch von Ronald Schill, dem damaligen Innensenator und zweiten Bürgermeister von Hamburg sowie seinen Parteivorsitzenden Mario Mettbach erfahren können (siehe Mettbach-Affäre).

Nach dem Artikel „Ein sauberer Verein – Die Atlantik Brücke“ von Richard Schapke vom 06.12.2006 sollen alle maßgeblichen Beteiligten der CDU-Spendenaffäre Mitglieder der Atlantik-Brücke e.V. gewesen sein. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in Zusammenarbeit mit den Vertretern der Bankhäuser Chase Manhatten, Morgan Stanley, Brown Brothers Harriman, Goldman Sachs, Warburg und der Bundesbank Federal Reserve gemeinsam mit der CIA und US-Großkonzerne (z.B. Exxon, Pfitzer) „die Grundzüge der amerikanischen Deutschlandpolitik“ ausgearbeitet.

Kurz darauf entstand 1952 daraus „auf Initiative des Hamburger Bankiers Max Warburg in der BRD der Verein Atlantik-Brücke e.V.“

Dieser Verein wird neben privaten Geldern auch vom Auswärtigen Amt finanziell unterstützt. Wenn man sich die Mitgliederliste ansieht, fühlt man sich an die deutsche Ausgabe des CFR erinnert. Hier finden sich prominente Namen aus Politik, Wirtschaft, Industrie, Finanzen und Militär einschließlich deutscher Geheimdienste wieder. So heißt es im genannten Artikel weiter: „Teilweise fällt diese Erweiterung [Anm. gemeint ist die Mitgliederliste der Atlantik-Brücke e.V. von 1991] in die Amtszeit des seit Frühjahr 1989 amtierenden US-Botschafters Vernon Walters, eines schon am Sturz von Salvador Allende beteiligten CIA-Topmannes und nachrichtendienstlichen Waffenschiebers. Bezeichnenderweise verleiht die Loge in Zusammenarbeit mit dem jüdischen Armonk Institute mittlerweile einen Vernon A. Walters-Award. Der diesjährige Preisträger Dr. Manfred Schneider, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Bayer AG, formulierte in seiner Dankesrede treffend: „Als Diplomat war Walters weit mehr als eine Respektperson.“ Preisträger 1997 war Rolf Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank.“ (Quelle: „Ein sauberer Verein – Die Atlantik Brücke“ von Richard Schapke vom 06.12.2006).

1997 hatte Walther Leisler-Kiep dann die „Aktion Investment-Brücke“ ins Leben gerufen. Zweck war vorgeblich die Schaffung neuer Arbeitsplätze durch die Mitglieder in dieser Investment-Brücke. Die Arbeitsplätze waren aber wohl nicht für Deutschland gedacht, sondern für Nordamerika, denn die Großkonzerne BASF, Bayer, BMW, Continental, Holzmann, Daimler und Siemens hatten zahlreiche deutsche Arbeitsplätze wegrationalisiert und nach Nordamerika verlegt.

Walther Leisler Kiep war sogar von 1984 an Vorstandsvorsitzender dieser Atlantik-Brücke. Auf Druck von Frank Loy und Kornblums musste er aber erst einmal seine Tätigkeit ruhen lassen. Als Kommissarischer Vorsitzender wurde Arend Oetker bestellt. Zur Parteispenden-Affäre wollte er sich nicht mehr äußern, genauso wenig wie die Geschäftsführerin Beate Lindemann oder der Schatzmeister Max Warburg.

Als Leisler-Kiep 1999 verhaftet wurde, fand man bei ihm einen Koffer mit 500.000 DM in Bar. Auf die Frage, was das zu bedeuten hat, soll er die Aussage verweigert und den Hinweis gegeben haben, dass er sich erst einmal in Amerika besprechen müsse.

Im o.g. Artikel heißt es weiter „Karlheinz Schreiber wiederum wurde durch den damaligen kanadischen Premier Mulroney eingeführt. Die 1,2 Millionen kanadischen Dollar für die Schreiber-Kaution stellte übrigens Marc Lalonde, Präsident der kanadischen Schwesterloge und einstmals Mulroneys Justizminister. Deutsche und Kanadier arbeiten eng zusammen“ (Quelle: „Ein sauberer Verein – Die Atlantik Brücke“ von Richard Schapke vom 06.12.2006 )

Über Birgit Breuel schreibt Richard Schapke: „Expo-Managerin Birgit Breuel, als Treuhand-Chefin ins Zwielicht geraten durch die an Regierungskriminalität grenzenden Vorgänge bei der Verschleuderung des DDR-Volkseigentums an das internationale Großkapital, ist langjähriges Vereinsmitglied. Ihr Logenbruder Otto Gellert besaß zu Treuhand-Zeiten zu allem Überfluß die direkte Zuständigkeit für die Privatisierungen. Bezeichnenderweise ist die Rolle von Breuel und Gellert bzw. des US-Investment-Bankhauses Goldman Sachs während der Privatisierung von Leuna-Werken und Minol AG kein Thema für den Untersuchungsausschuß des Bundestages.“ (Quelle: „Ein sauberer Verein – Die Atlantik Brücke“ von Richard Schapke vom 06.12.2006 )

Und bei all dem ganzen Trubel um die Flick-Affäre, der sich bis Februar 1987 hinzog, scheinen sich Holger Pfahls und Konsorten erst warm gelaufen zu haben, denn da hatten Karlheinz Schreiber, Max Strauß, Holger Pfahls und Dieter Holzer schon ihre Deals eingefädelt gehabt.

Weiter zu Teil 8

Zurück zu Teil 1

Advertisements