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Bei dem Germanwings-Absturz kamen nach offizieller Berichterstattung neben 16 Schülern aus Haltern am See plus zwei Lehrerinnen unter anderem auch drei Amerikaner, zwei Iraner und ein Israeli ums Leben. Die New York Times hat ein paar Profile zu den Opfern herausgegeben.

Bei den drei Amerikanern handelte es sich um Robert Calvo, Yvonne Selke und ihre Tochter Emily Selke. Mutter und Tochter Selke befanden sich gerade auf einer Ferientour durch Europa, so jedenfalls die offizielle Berichterstattung.

Wie ich bereits in Teil 1 angedeutet hatte, war Yvonne Selke Angestellte von Booz Allen Hamilton und arbeitete an einem Großprojekt für das National Geospatial Intelligence Agency (NGA) innerhalb des Pentagons. Sie war dort bis zu ihrem Tod 23 Jahre beschäftigt und sollte im Rahmen eines im Jahr 2013 abgeschlossenen 315-Millionen-Dollar-Vertrags zwischen Booz Allen Hamilton und dem Department of Defense an der Entwicklung eines speziellen Kartografie-Systems via Satellitenaufnahmen mitarbeiten. Was dort genau ihre Funktion war, konnte jedoch aus offenen Quellen nicht mehr herausgefunden werden. Booz Allen Hamilton hatte sowohl das persönliche Profil als auch das dazugehörige Aufgabengebiet von Yvonne Selke aus dem Netz genommen. Laut dem Jahrbuch der Gannon University von 1979 machte Yvonne Selke ihren Abschluss in Biologie und deswegen vermute und spekuliere ich einfach mal, dass ihre Tätigkeit mit einem Karbonisierungsverfahren von Biomasse zu tun haben könnte, dessen Ergebnisse wiederum in das System zur automatischen Verarbeitung und Auswertung von Satellitenaufnahmen eingespeist werden, um zum Beispiel Gesteinsformationen von biologischen Formen zu unterscheiden, sie entsprechend ihrer Zusammensetzung zu katalogisieren und einwandfrei nach ihren Individualitäten zu identifizieren.

Ihre Tochter Emily war als Studentin der Drexel University Mitglied in der „Drexel´s Paranormal Investigation Group“,was ich insofern für bemerkenswert halte, weil immer wieder von einer so genannten „okkulten“ Elite gesprochen wird, wie wir es bei Skull & Bones oder Bohemian Grove kennen. Wer sich dafür eingehender interessiert, kann ja mal einen Blick auf die Homepage dieser modernen Ghostbuster-Gruppe werfen, um dann erstaunt festzustellen, dass es so gut wie überhaupt keine Inhalte gibt. Lediglich drei Gründungssatzungen sind dort noch zu finden.

Die NGA wiederum hatte 2011 im Rahmen der Operation „Neptuns Speer“ (Neptune´s Spears) Informationen an das Militär zur Auffindung und Tötung Osama bin Laden geliefert, der schließlich in Abottabad, Pakistan ausfindig gemacht und getötet wurde – so jedenfalls wiederum die offizielle Leseart.

Nun ist mittlerweile durch Edward Snowden und dem NSA-Untersuchungsausschuss einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden, dass u.a. eine Operation GLOTAIC in Hilden bei Düsseldorf lief. BND-Mitarbeiter gaben sich dabei als Techniker aus, um den internationalen Telefonknoten (damals der weltweit zweitgrößte nach London) der amerikanischen Firma MCI mit dem Abhörgerät SELMA anzuzapfen. Die Telefondaten wurden in Echtzeit zum BND und der CIA abgeleitet. Dazu gab es auch am 31.03.2015 einen 11 minütigen Beitrag in Frontal21 .

Ich habe mich gefragt, ob möglicherweise nicht nur die NSA die BRD und ihre so genannten Freunde innerhalb des Konstrukts EU belauschte, sondern auch umgekehrt der BND in fremden Teichen fischte, insbesondere was Informationen aus dem Pentagon und Department of Defense zum Thema „Weltraumgestützte Analyse und Auswertung“ durch das NGA betrifft.

Zum Beispiel wäre es eine Überlegung wert, ob sich darunter nicht auch Daten für das Gemeinschaftsprojekt der NGA und Booz Allen Hamilton befanden, um sie – nun ja – vielleicht auch in das von Ursula von der Leyen angestrebte Projekt zum 3D-Kartografie-System miteinzubeziehen (siehe Teil 1); natürlich müssen das die Amerikaner ja nicht so unbedingt im Detail wissen.

Die ARD-Sendung FAKT hatte bereits am 16.07.2013, also unmittelbar nach den „Offenbarungen“ von Edward Snowden einen Beitrag zur PRISM-Technologie gebracht. Der BND hatte demnach bereits 2008 über diese Technologie verfügt, indem er heimlich über eine frisch gegründete deutsche Firma GTS (Gesellschaft für technische Sonderlösung) mit Sitz in Frankfurt die entsprechenden Überwachungskomponenten von der amerikanischen Boeing-Tochterfirma NARUS erworben hatte. 2010 wurde der Ein-Mann-Betrieb GTS mit Felix Juhl wieder unauffällig abgewickelt.
Interessanterweise gab es daraufhin im Jahr 2008 einen weiteren medienwirksam aufbereiteten Skandal mit dem Tenor „Afghanistan: BND spähte deutsche Entwicklungshelfer aus“. Der Spiegel echote am 06.12.2008 (Camp Nikolaus lässt grüßen) dazu: „Überwachung in Kabul: Der Bundesnachrichtendienst hat nach SPIEGEL-Informationen jahrelang Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Afghanistan ausgespäht. Besonders pikant an der Sache: Die Welthungerhilfe wurde zu dieser Zeit von der Ehefrau des deutschen Innenministers Schäuble geleitet.“
Zuvor gab es im gleichen Jahr schon Bambule wegen der Journalisten-Spitzelaffäre durch den BND. Hierzu schrieb SPIEGEL vom 24.04.2008 völlig empört: „Es wird eng für Ernst Uhrlau. Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND) muss um seinen Posten kämpfen. Immer neue Enthüllungen deuten darauf hin, dass Uhrlau als Chef der Auslandsagenten seinen eigenen Laden offenbar nicht unter Kontrolle hatte – und später dann das Kanzleramt und das Parlament nicht rechtzeitig von den heiklen Umtrieben seiner Mitarbeiter in Kenntnis setzte.“
Da werden doch wieder Erinnerungen wach, oder? Haben wir das nicht jetzt gerade über Gerhard Schindler auch gehört?
Immerhin wurden, wenn auch nur kurzfristig, personelle Konsequenzen gezogen, denn der dafür zuständige Abteilungsleiter vom BND, General Uhrmann und sein Stabschef Oberst Bierkant mussten ihren Hut nehmen und wurden erst einmal strafversetzt (siehe Focus vom 28.04.2008 „Privates wurde gelöscht„). Aber wie das so im öffentlichen Dienst ist – sie durften trotzdem weiterhin im BND ihr Unwesen treiben wie man jetzt auch wieder beim NSA-U-Ausschuss sehen kann.

Offensichtlich war das nicht das erste Mal, dass der BND verdeckt Technologie beschaffte, die andere mühsam entwickelt hatten, um sie für seine Zwecke zu nutzen wie das weitere Beispiel POLYGON-Technologie der Firma POLYGENESYS zur Spracherkennung und Auswertung a la PROMIS-Software von Inslaw zeigte.
Dieser Fall endete mit einer Strafanzeige gegen den BND-Mitarbeiter Stefan Bodenkamp alias Christoph Roman Kl. wegen Urkundenfälschung. Nähere Ausführungen hierzu liefert radio-utopie vom 16.03.2008 „Der vertuschte Skandal – Die Polygon-Technologie und der Raubzug“

Angesicht der trickreichen Beschaffung von PRISM-Technologie durch den BND würde es dann durchaus Sinn machen und auch nachvollziehbar sein, dass den Amerikanern auf der anderen Seite des Teiches der Kragen geplatzt ist und sich „zufälligerweise“ ein Herr Edward Snowden in Marsch setzte. Dieser sah sich wiederum als von Ethik und Moral gezeichneter Kämpfer für Menschenrechte bemüßigt, die Welt über diese unglaublichen Vorgänge aufzuklären – insbesondere in Deutschland, was schließlich auch den NSA-Untersuchungsausschuss nach sich zog.

Könnte es also sein, dass Yvonne Selke außer Urlaub in Good-Old-Germany auch noch nebenbei ein Treffen mit Vertretern aus dem BMVg und BND in Hilden, Düsseldorf, Darmstadt oder auch Berlin plante, um als richtiger Whistleblower etwas an den kleinen Bruder weiterzugeben, und wenn es nur aus finanziellen Gründen war?

Fakt ist jedenfalls, dass erst nach den Snowden-Enthüllungen im Sommer 2013 seitens des BND intern begonnen wurde, die in die BND-Erfassungssysteme eingespeisten Selektoren zu überprüfen. Sowohl die BND-Führungsspitze als auch das Bundeskanzleramt wollen aber noch keine Erkenntnisse über die kritischen Ergebnisse der ersten Überprüfung erhalten haben. Ein Oberst als Unterabteilungsleiter hatte das angeblich im Alleingang entschieden und wollte sich wahrscheinlich nur selbst damit beruhigen – schon klar.
Bei dieser ersten Durchsicht befanden sich darunter schon solche Suchbegriffe wie EUROCOPTER, EADS (jetzt Airbus) und französische Behörden.

Nach dem Germanwings-Absturz folgte dann plötzlich alles Schlag auf Schlag. Der zuständige Abteilungsleiter der Technischen Aufklärung, Hartmut Pauland will die Liste angeblich erst am 13. März 2015 gesehen haben. BND-Präsident Gerhard Schindler will erst am 12. März 2015 davon erfahren haben und gibt diese problematische Aussonderungsliste an das Bundeskanzleramt weiter. Kanzleramtsminister Peter Altmeier informiert daraufhin den NSA-Untersuchungsausschuss. Am 22.04.2015 werden dann über die öffentlichen Medien weitere Informationen zur Operation EIKONAL und dessen ganzes Ausmaß bekannt und nun wird es für die Bundesregierung richtig eng.

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