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Im Folgenden werden die Verbindungen und Beziehungen zu Udo Albrecht tabellarisch erfasst und kurz beschrieben, wie sich die Beziehungen gestalten

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Kurzbeschreibung zu Beziehungen und Verbindungen

WSG-Ruhrgebiet Soll eine Wehrsportgruppe sein, die Udo Albrecht gegründet hat. Karl-Heinz Hoffmann und Rudolf Brettschneider wiederum führen an, dass es diese WSG nie gegeben hat und lediglich eine Erfindung der Geheimdienste sei. Willi Pohl selbst nimmt in seinem Buch „UnterGrund“ Bezug auf eine „Volksbefreiungsfront Deutschland“, die er angeblich 1968 mit Udo Albrecht gegründet haben soll. Das ginge aus einem Stasi-Bericht von 1981 hervor. Auch Willi Pohl dementierte diese Gruppe als Erfindung der Geheimdienste. Ein Hinweis, wieso hier von einer WSG-Ruhrgebiet gesprochen wird, könnte es bei der österreichischen Zeitung „Profil“ geben. NPD-Chef Norbert Burger machte Albrecht auch mit dem Leiter einer Wehrsportgruppe bekannt, Albrecht erfuhr laut Stasi-Verhör aber weder den Namen des Mannes noch den seiner Einheit. Es handelte sich aber offensichtlich um Arthur Maichanitsch und die „“Kameradschaft Babenberg“, die mit Burgers NDP eng verbunden war. Vor der behördlichen Auflösung 1980 führte die Neonazitruppe bei Rapottenstein paramilitärische Übungen durch.
Wilhelm Pohl alias Willi Voss seit 1968 engster Freund von Udo Albrecht. Sie lernten sich zuvor 1960 im Jugendknast kennen. Willi Pohl soll zusammen mit Udo Albrecht die Vorbereitungen für das Olympia-Attenat 1972 getroffen haben. Pohl habe sich dazu mit Abu Daoud, einen der Planer des Attentats getroffen. Nach eigenen Angaben war er seit 1975 CIA-Agent, Deckname „Ganymed. Er sollte über Anschläge im Nahen Osten sowie Europa berichten und Informationen über die Zusammenarbeit zwischen Udo Albrecht und den Palästinensern einholen
Hans-Jürgen Wischnewski Er war unter Bundeskanzler Schmidt zunächst parlamentarischer Staatssekretär, danach von 1974 bis 1976 Staatsminister im Auswärtigen Amt und von 1976 bis 1979 Staatsminister im Bundeskanzleramt. Philipp Jenninger, der Nachfolger von Wischnewski ab 1980 hatte übrigens von Wischnewski erfahren, dass es bereits Pläne zum Milliardenkredit auf den internationalen Finanzmärkten für die DDR gab. Das Züricher Modell von Holger Bahls lag hierzu auch bereits vor. Wischnewski hatte Udo Albrecht während seines Kampfes im „Schwarzen September“ gegen König Hussein von Jordanien aus der Gefangenschaft der jordanischen Streitkräfte befreit und erreicht, dass Udo Albrecht über Saudi-Arabien wieder untertauchen konnte.
Hilfscorps Arabien Mitte der 1960er-Jahre versuchte Albrecht, Freiwillige für ein „Hilfscorps Arabien“ zu rekrutieren. Dieses Hilfscorps Arabien wurde von dem Bund Heimattreuer Jugend (BHJ) unter Leitung von Konrad Windisch aus Österreich aus dem Boden gestampft. 1970 ging Albrecht für fünf Monate nach Beirut, wurde unter dem Kampfnamen „“Hermann Hell““ Offizier im PLO-Geheimdienst und bereitete Anschläge in Europa vor.
Andreas Jost  Andreas Jost war offensichtlich ein MfS-Agent, der sich getarnt als Journalist in die „Kampfgruppe Gartenschläger“ um Ekkehart Weil einschlich und versuchte, dort Informationen über die Mitglieder und Unterstützer herauszufinden. Er wollte auch Einzelheiten über die Polizeiaktion gegen Udo Albrecht 1976 herausfinden
Abu Ijad  War stellvertretender Leiter der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO. Als Gründer und Anführer der Terrorgruppe „Schwarzer September“, die unter anderem das Münchner Olympiamassaker verübte, war der PLO-Vize in den siebziger Jahren Zielperson Nummer 1 bei westlichen Terroristenjägern. Abu Ijad heißt mit bürgerlichem Namen Salah Chalaf.
Atef Bseiso  War Sicherheitschef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Er unterrichtete das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) über Pläne und Strukturen palästinensischer Guerilla-Gruppen. Das geht aus geheimen Verschlussakten des BfV, des Bundeskriminalamts und der Bundesanwaltschaft hervor. Atef Bseiso soll zusammen mit Willi Pohl Mitorganisator des Olympia-Attentats von 1972 gewesen sein.
Raschid Abu Schpak  Oberst Raschid Abu Schpak war Chef des palästinensischen Geheimdienstes „Preventive Security“ im Gazastreifen. Gegenüber der WELT hat Raschid angegeben, dass der BND beim Aufbau seiner Organisation tatkräftig mitgeholfen und unterstützt hat. Es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass Udo Albrecht auch zu Schpak Kontakt hatte. In diesem Zusammenhang wurde auch offenbart, dass Mitarbeiter der Preventive Security in Personalunion ab und zu auch als Mitglieder des Volkswiderstands-Komitees auftauchen. Das Komitee war eine Organisation aus Fatah-Mitgliedern, Hamas-Aktivisten und Kämpfern des Palästinensischen Islamischen Dschihad und für viele Anschläge im Gazastreifen und in Israel verantwortlich.
Karl-Heinz Hoffmann  Über Udo Albrecht hatte Karl-Heinz Hoffmann überhaupt Kontakt zur Fatah und PLO bekommen. Er schien mit Abu Ijads Leuten öfter mal gesprochen zu haben, allerdings ging es da vornehmlich um die Gefangennahme von Leuten aus seiner WSG-Ausland. Mit Abu Ijad selbst soll er niemals gesprochen haben. Seine ausrangierten Fahrzeuge und Bw-Materialien soll Hoffmann laut Aussagen von Abu Ijad an einem gewissen Abu Schouki verhökert haben. Udo Albrecht war es auch, der Hoffmann dazu brachte, eine WSG-Ausland aufzubauen. Untergebracht waren die WSG-Leute im PLO-Lager Bir Hassan bei Beirut – mit Billigung und Einverständnis von Abu Ijad. Ein österreichischer Neonazi stand damals übrigens in Verdacht, drei der Attentäter illegal über die Grenze geschleust zu haben.
Werner Mauss  Ist als Privatdetektiv für verschiedene Unternehmen tätig gewesen. Danach wurde er V-Mann verschiedener Polizei- und Sicherheitsbehörden. In diesem Kontext hat er mehrfach eine dubiose Rolle gespielt, sei es bei der Vermittlung von Informanten und „agent provocateurs“ aus dem kriminellen Millieu oder seine eigene Rolle bei Übergabe von nachweislich falschen Informationen und Verdacht auf Betrug. Im Buch von Werner Becker „Schön verrückt: Mein Leben mit der Pipolarität“ steht, dass Udo Albrecht seit 1979 mit einem vorgeblichen BND-Mann namens „Jung“ zusammengearbeitet hatte. Er hat seinen „Special Car Service“ mit ausgemusterten Militärfahrzeugen nach Beirut diesem benannten Jung zur Verfügung gestellt. Später stellte sich heraus, dass der BND-Mann „Jung“ in Wahrheit Werner Mauss war.
Amin el-Hindi  Er war der palästinensische Studentenführer fürDeutschland und Sicherheitschef der Fatah. Er behauptete, die Idee für das Olympia-Attentat gehabt zu haben. Verbindungen bestanden zu einem Freund, Abdallah Frangi, der wiederum mit dem Frankfurter Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) verbandelt war. Frank Lauterjung war ebenfalls Anfang der 70er Jahre im SDS Mitglied. Er wurde dann angeblich von Abu Ijad beauftragt, 1979 an die deutsche Botschaft heranzutreten und um Herausgabe von 10 Gefangenen zu verlangen. Es handelte sich hierbei um palästinensische Widerstandskämpfer, die im Auftrag Abu Ijads nach Deutschland geschickt wurden, um von dort aus Sprengstoffpakete an Israel zu schicken. Karl-Heinz Hoffmann soll ebenfalls mit Amin el-Hindi persönlich Kontakt gehabt haben.
Wilhelm Schöttler  Er war Rechtsanwalt aus Recklinghausen und vertrat nicht nur die überlebenden Attentäter vom Olympia-Attentat 1972, sondern später auch Udo Albrecht. Er selbst ist Mitglied in mehreren deutsch-arabischen Vereinigungen gewesen.
Ekkehart Weil  Er war der Anführer der „Kampfgruppe Gartenschläger“ und führte Udo Albrecht in die Kampfgruppe ein. 1970 hatte er auf den Wachposten Iwan Iwanowitsch Schtscherbak am West-Berliner Sowjet-Ehrenmal geschossen und ihn schwer verletzt. 1975 wurde er zusammen mit Gunnar Pahl aus Kiel und Günter Bernburg aus Berlin an der jugoslawischen Grenze gestoppt, als er ebenfalls ausrangierte Militärfahrzeuge in den Nahen Osten verbringen wollte. 1982 war er in Wien wegen der Beteiligung an Sprengstoffanschlägen, unter anderem auf die Wohnung des Nazi-Jägers Simon Wiesenthal, zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
KINTEX  War eine bulgarische Waffenfirma mit Sitz in Sofia und wurde vom bulgarischen Geheimdienst kontrolliert. Zaki Helou, der mit der RAF-Sympathisantin Monika Haas verheiratet war, soll hier Stammkunde für die PFLP-SC gewesen sein. Monika Haas stand übrigens bei den Palästinensern ebenfalls in Verdacht, mit einem israelischen Geheimdienst zu kooperieren. Von der Gruppe stammte auch Soraya Ansari, jener Palästinenserin, die als einziges Mitglied des Entführerkommandos den GSG-9-Einsatz in Mogadischu schwerverletzt überlebte.
MEREX  Zusammen mit Otto Skorzeny gründete Gerhard Mertins 1963 in Vevey, Schweiz, die Exportfirma MEREX AG, die jahrelang deutsche Waffen ins Ausland exportierte. Nach Enthüllung durch den Spiegel, dass Mertins Kriegsgerät in Krisengebiete geliefert haben soll, erhob die Bonner Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen illegalen Waffenhandels. Mertins wurde 1980 freigesprochen und erhielt eine Entschädigung des Bundes in Höhe von fünf Millionen D-Mark. Er konnte nachweisen, dass der Bundesnachrichtendienst die Exporte in Auftrag gegeben und er somit im Staatsauftrag gehandelt hatte Merex selbst unterhielt enge Geschäftsbeziehungen mit dem BND, besser gesagt, sie war eine Tarnfirma des BND unter Führung von Klaus Barbie bis 1966. Zusammen mit Hans-Ulrich Rudel, einer Galionsfigur der bundesdeutschen Neonazi-Szene wickelte Mertens, und Barbie Waffengeschäfte mit Südamerika ab, wo auch Joachim Fiebelkorn aktiv war. Das Bonner Waffenunternehmen MEREX stand auch in Beziehung zur Firma „La Estrella“, die wiederum von Friedrich Schwend, Hans-Ulrich Rudel und Klaus Barbie gegründet wurde.
Joachim Fiebelkorn  Es ist zu vermuten, dass auch Udo Albrecht über das Treffen zwischen Joachim Fiebelkorn und Karl-Heinz Hoffmann in Italien im Juli 1980 informiert war
Bund Heimattreuer Jugend  Der BHJ kann zusammen mit der Wiking-Jugend und dem Hochschulring Tübinger Studenten (HTS) als Kader-Schmiede für junge gewaltbereite Anhänger aus der Neonazi-Szene zur Radikalisierung bezeichnet werden. Im BHJ waren zahlreiche bekannte Rechtsterroristen und Spitzel wie z.B. Odfried Hepp, Heinz Lembke, aber auch Manfred Roeder vertreten. Udo Albrecht bediente sich dieser Organisation, um für seinen Kampf an der Seite der PLO und andere arabische Gruppierungen gegen Israel Söldner zu rekrutieren.
Odfried Hepp  Hepp war selbst beim BHJ und später auch Wiking Jugend. Es ist also durchaus möglich, dass Udo Albrecht auf Hepp aufmerksam wurde. Hepp selbst sagte gegenüber der Stasi aus, dass es Udo Albrecht war, der die WSG-Hoffmann in den Libanon geführt habe und in Wahrheit ein BND-Agent sei.
Uwe Mainka  Laut Aussage von Karl-Heinz Hoffmann soll Udo Albrecht den Uwe Mainka in die WSG-Ausland eingeschleust und ihn als Informant und „agent provocateur“ eingesetzt haben.
Hans-Dieter Lepzien  Hans-Dieter Lepzien war ein Stasi-Agent und V-Mann vom niedersächsichen LfV. Bei der Stasi wurde er als IM Otto Folkmann geführt und baute seit 1975 konspirativ die NSDAP-AO mit auf. Gute Kontakte pflegte er zu Paul Otte, dem Anführer der „Braunschweiger Gruppe“. Der Bombenspezialist und Waffenlogistiker aus Peine, Wolfgang Sachse, gehörte ebenfalls zum Umfeld der „Braunschweiger Gruppe“ und man kann vermuten, dass er auch Kontakte zu Heinz Lembke hatte. Lepzien gab gegenüber der Stasi eine Beschreibung ab, wie solche Sprengsätze aussehen. Zu Michael Kühnen, dem damaligen Anführer der ANS (Aktionsfront nationaler So­zialisten) hatte er ebenfalls freundschaftliche Kontakte gepflegt. Udo Albrecht dürfte zumindest über Hans-Dieter Lepzien informiert gewesen sein. Ob es dabei auch zu Treffen oder persönlichen Kontakten kam, kann ich nicht sagen.
Manfred Roeder  Er führte die „Deutschen Aktionsgruppen“ an, von denen die Ermittlungsbehörden ausgehen, dass es sich um eine mindestens 40 Mann starke gemischte (Männer und Frauen) Truppe handelt, aus denen man nur Colditz, Vorderbrügge und Hörnle 1980 habhaft werden konnte. Über den BHJ kam Udo Albrecht auch mit Roeder in Kontakt und führte ihn in die Libanon-/Palästina-Tangente ein. Manfred Roeder soll auch ein guter Freund von Heinz Lembke gewesen sein, von dem er die Zutaten und Materialien für die Sprengkörper erhalten hat. Interessant ist, dass Roeder offensichtlich gute Kontakte in den Iran hatte. Wilhelm Schöttler hat dann offensichtlich auch Manfred Roeder während seines Verfahrens 1980/1981 wegen der Anschläge auf die Asylbewerberheime beraten.

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