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Im Folgenden werden die Verbindungen und Beziehungen zu Karl-Heinz Hoffmann und seine WSG tabellarisch erfasst und kurz beschrieben, wie sich die Beziehungen gestalten:

Personen / Vereine /
Institutionen

Kurzbeschreibung der Beziehungen und Verbindungen

Axel Heinzmann und der HTS Er war offensichtlich mit Karl-Heinz Hoffmann gut befreundet. Über Hofmann wurde Köhler der Kontakt zu Axel Heinzmann vermittelt. Heinzmann war im CSU-Freundeskreis „Aktion 4. Partei“
Gerhard Frey  Vorsitzender der Deutschen Volksunion (DVU). Er gehörte zum finanziellen Unterstützerkreis um Hoffmann und seiner WSG. Er bezahlte Hoffmann seine Anwalts- und Prozesskosten im ersten Verfahren von 1974
Freiherr Gilbert von Sohlern   Schlossherr in Gößweinstein im Landkreis Forchheim, CSU-Mitglied und Inhaber der Firma „Frankenwerbung“. Er war ein früherer Arbeitgeber von Karl-Heinz Hoffmann. Er ließ sein Anwesen von Leuten aus der WSG-Hoffmann bewachen. Gegenüber Reportern, als Geldkuriere einer ausländischen Gruppe getarnt, gab er zu verstehen, dass es zwischen dem Waffenhändler Karl Diehl und Hoffmann auch Verbindungen gäbe. Er steht auch im Verdacht, einer von den anonymen Spender des „Freundeskreis zur Unterstützung der Wehrsportgruppe Hoffmann“ zu sein.
Karl Diehl  Rüstungsfabrikant aus Nürnberg. Auch er soll zum Unterstützerkreis der WSG-Hoffmann gehört haben. Eine Diehl-Firma in Remscheid wird von Bernhard Goppel geleitet, dem Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsident Alfons Goppel. Weder dementiert noch streitet Hoffmann die Verbindung zu Karl Diehl ab. Er fordert lediglich Beweise für solche Behauptungen. Hoffmann hatte beabsichtigt, im Libanon eine Waffenfabrik zu errichten. Möglicherweise ergeben sich hier weitere Anhaltspunkte, die für eine Verbindung mit Karl Diehl sprechen, denn woher sollen die Produktionsanlagen und Materialien für so eine geplante Waffenfabrik herkommen?
Joachim Fiebelkorn   BKA-Informant und Mitarbeiter von Klaus Barbies Sicherheitsfirma in Bolivien. Klaus Barbie war zu diesem Zeitpunkt Sicherheitsberater von Oberst Luis Acre Gomez. Fiebelkorn arbeitete auch für den größten Rauschgiftproduzenten des Landes, Roberto Suarez, der wiederum der Cousin des Innenministers Oberst Luis Acre Gomez war. Fiebelkorn lebte zuvor in Paraguay und war dort in der Fremdenlegion eingesetzt. Er wurde im Januar 1983 wegen einer möglichen Tatbeteiligung am Bombenanschlag in Bologna von August 1980 auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet. Er soll sich auf Weisung von Stefano Delle Chiaie mit Hoffmann und einigen seiner WSG-Leute am 13. Jul 1980 in Italien getroffen haben. Das geht zumindest aus Stasi-Unterlagen hervor.
Franziska Brinkmann  Hoffmanns Ehefrau und Verwalterin seiner Angelegenheiten während seiner Zeit im Gefängnis. Ihre Brille wurde am Tatort in der Wohnung von Shlomo Levin und Frieda Poeschke aufgefunden. Es ist möglich, dass diese Brille als falsche Spur zu Hoffmann führen sollte. Eine andere Variante wäre, dass man seitens der WSG-Hoffmann-Gruppe bewusst die Brille dort als eine Art „Bekennerschreiben“ platzierte,  um in den Mordkomplott Eingeweihte ein Zeichen zu hinterlassen, dass der Auftrag ausgeführt wurde. Beide Überlegungen sind denkbar. 
Uwe Behrendt  Enger Gefolgsmann von Karl-Heinz Hoffmann während seiner Zeit in der WSG-Hoffmann und später WSG-Ausland. Uwe Behrendt soll den Mord an Shlomo Levin und Frieda Poeschke auf Weisung von Karl-Heinz Hoffmann ausgeführt haben. Hierfür soll er zuvor mit Hoffmann einen selbstgebauten Schalldämpfer, bestehend aus einer Sprühdose und Metallbürsten, gebastelt haben. Entsprechende Spuren einer solchen Eigenkonstruktion sollen sich am Tatort befunden haben (Quelle: Der Spiegel „Mit dem Rucksack“ vom  20.08.1984). Uwe Behrend soll auch von Hoffmann angewiesen worden sein, das ehemalige WSG-Mitglied Ralf Rößner aus dem Weg zu räumen. Der Anschlag mit einer Handgranate misslang ihm aber, weil Rößner zu diesem Zeitpunkt bereits aus seiner Wohnung geflohen war. Rößner soll sich an falsche Dollarnoten auf Schloss Ermreuth bedient haben und Mitwisser am Mordanschlag auf Shlomo Levin gewesen sein. Die Polizei hatte früher bei ihm die damals noch zugeschweißte spätere Tatwaffe von Erlangen gefunden und registriert. Das haben weitere Ermittlungen der Polizei ergeben. Hoffmann selbst wurde vom Mordvorwurf freigesprochen. Begründet wurde dieser Freispruch hauptsächlich mit der Möglichkeit, dass Behrendt auch ohne Auftrag von Hoffmann von sich aus die Tat verübt hat, d.h. Freispruch nach dem klassischen Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ Karl-Heinz Hoffmann
Walter Ulrich Behle  V-Mann des bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz und in die WSG-Hoffmann erst 1980 eingeschleust. Er war dabei, als am 26.09.1980 ein Konvoi von ausgemusterten Bw-Fahrzeugen nach Kooper, Jugoslawien überführt werden sollte. Er flog  Anfang 1980 zusammen mit Hoffmann nach Damaskus. Weil er kein Visum für die Einreise in den Libanon hatte, ließ Hoffmann ihn in Damaskus zurück und flog unterdessen weiter in den Libanon. Behle hatte in dieser Zeit gegenüber einem Barkeeper im Hotel Byblos damit geprahlt, dass er mit der WSG den Anschlag auf das Oktoberfest verübt habe. Eine weitere Bombe soll sich in einer Abflussrinne befunden haben. Behle soll auch einen STERN-Reporter namens Werner Poelchau nach Damaskus gelockt haben, möglicherweise um diese Story medienwirksam zu streuen. Er nahm später seine Anschuldigungen gegen Hoffmann vollumfänglich zurück. 
Peter Weinmann  Mehrfachagent für das BfV, für den SISMI und für die Stasi. Weitere Geheimdienstkreise aus dem Wirkungsfeld der Amerikaner oder Briten nicht ausgeschlossen. Er wurde 1975 bereits für die WSG-Hoffmann tätig, indem er im Impressum eines Flugblatts eines „Freundeskreis zur Unterstützung der Wehrsportgruppe Hoffmann“ als „Informationsdienst Bonn“ auftauchte. 1980 drehte er bei einer Winterübung die WSG-Hoffmann in „Aktion“ noch vor ihrem offiziellen Verbot am 30.01.1980. Die Filmaufnahmen wurden landesweit ausgestrahlt und trugen damit zum Bekanntwerden der WSG-Hoffmann bei.  Nach mutmaßlichen Aussagen von Peter Weinmann soll sich Hoffmann in dieser Zeit sogar höchstpersönlich mit Stefano Delle Chiaie in Rimini getroffen haben. Hoffmann wiederum bestreitet das vehement.
Udo Albrecht  V-Mann und ebenfalls Mehrfachagent für Stasi, BND, PLO und möglicherweise noch anderen Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden wie BfV, BKA etc.  Über Udo Albrecht, der im Übrigen auch ein guter Freund von Werner Mauss war, kamen die Kontakte zur Fatah und der PLO zustande. Udo Albrecht ermunterte Hoffmann, eine WSG-Ausland im Libanon aufzubauen. Hoffmann hatte beabsichtigt, dort auch eine Waffenfabrik zu errichten. Möglicherweise ergeben sich hier weitere Verbindungen zum Rüstungsfabrikanten Karl Diehl.
Organisationskomitee der Olympischen Spiele 1972  Hoffmann hatte für die Olympischen Spiele Schilder angefertigt. Die Frage, ob Hoffmann auch im Olympia-Areal ein- und ausging bzw. dort beschäftigt war, wurde von der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage nicht beantwortet. Ebensowenig geht hervor, ob er hier bereits auch persönlichen Kontakt mit Hans Georg Langemann hatte.
Uwe Mainka  WSG-Ausland-Mitglied. Er wurde laut Aussage von Karl-Heinz Hoffmann von Udo Albrecht in die WSG-Ausland eingeschleust. Er beschuldigte Hoffmann 1986 im Verfahren und Prozess zum Mordfall Shlomo Levin und Frieda Poeschke, den Mord im Auftrag gegenben zu haben. Mainka selbst wurde wegen Folterung seines damaligen WSG-Ausland-Kameraden Kai-Uwe Bergmann im Libanon zu 19 Monaten Gefängnis verurteilt.
Hans-Peter Fraas
Steffen Dupper
Peter Hamberger
 
Mitglieder der WSG-Ausland im Lager Bir Hassam im Libanon sowie Stasi- und LfV-Informanten. Sie desertierten aus dem Lager, nachdem aus ihrer Sicht die Zustände im Lager unerträglich wurden. Zusammen mit Odfried Hepp verrieten sie dem LKA Bayern, dass Hoffmann bei sich auf Schloss Ermreuth falsche Dollarnoten und Sprengstoff der Sorte TNT bunkerte.
Stefan Faber
Rudolf Klinger
Ruppert Christian Funk
 
Mitglieder der WSG-Hoffmann, später WSG-Ausland. Sie waren am 26.09.1980 zusammen mit Walter Behle mit einem Konvoi aus ausgesonderten Bw-Fahrzeugen auf dem Weg nach Kooper, Jugoslawien. An der Grenze wurden sie jedoch von den österreichischen Grenzbeamten wieder zurückgeschickt. Auf einem Rastplatz in Garching bei München wurden sie von der Polizei aufgegriffen und kurzzeitig festgenommen. Ein hinreichender Tatverdacht, am Bombenanschlag auf dem Münchner Oktoberfest dabei oder involviert gewesen zu sein, ergab sich indes nicht.
Michael Ruttor  Michael Ruttor half gerade auf dem Anwesen von Karl-Heinz Hoffmann bei Renovierungsarbeiten aus, als die Polizei auf Schloss Ermreuth kam, um Hoffmann wegen des Verdachts, an dem Bombenanschlag auf dem Oktoberfest beteiligt gewesen zu sein. Infolgedessen wurde auch Michael Ruttor gleich nach München zur Vernehmung gebracht, aber zusammen mit Hoffmann ebenfalls wieder freigelassen, nachdem sich ein hinreichender Tatverdacht nicht aufrechterhalten ließ. Laut Aussage von Hoffmann war Ruttor lediglich Volontär bei der WSG-Hoffmann. Er hatte das Pech, am falschen Ort zur falschen Zeit anwesend gewesen zu sein, als die Polizei Hoffmann festnehmen wollte.
Harald Girke  Polizeibekannter Betrüger und in OK-Fachkreisen als „Firmenbestatter“ bekannt. Spezialisierte sich auf die Verlagerung von insolventen Firmen nach Spanien. Karl-Heinz Hoffmann soll an Harald Girke auch seine Bau- und Investitionsfirmen, die er zusammen mit seiner Frau nach der Entlassung aus dem Gefängnis in Kahla errichtet hatte, verkauft haben.
Reinhard Rade  Geschäftsführer der Baubetreuung für Mitteldeutschland (BBM) mit Sitz in Leipzig. Über die Verwertungsfirma der Bw (VEBEG) erwarb er 9 raketenbestückbare Bw-Hubschrauber vom Typ MBB Bo 105M. Ursprünglich sollten diese Hubschrauber nach Saudi-Arabien gebracht werden, später nach Namibia. In einem Hangar bei Halle waren die Hubschrauber 2003 zwischengelagert. Gleichzeitg ist Rade Gesellschafter der Leipziger Abbruchfirma Condor Projektentwicklung GmbH. Hoffmann soll einen Porsche aus dem Fuhrpark dieser Firma fahren. Nach seinen Aussagen hätte schon seine Großmutter Südtirol-Terroristen Unterschlupf gewährt. Er wäre auf auch dem Balkan gewesen, aber nicht als Söldner, sondern nur, um dort Grundstückgeschäfte abzuwickeln.
Franz Aigner  War ab 1999 Angestellter bei Rades und Schimaneks Firma Condor Projektentwicklung GmbH. Er soll zu den Südtiroler Separatisten gehören. Bei einer Hausdurchsuchung im Jahr 1984 fand man bei ihm eine Kartei der „Nationalen Front“, in der die politischen Feinde u.a. mit Vermerken wie „Jude“ oder „KPÖ“ eingetragen waren. In seiner Heimat Österreich war er wegen illegalem Waffenbesitz und rechtsextremen Umtrieben aufgefallen.
Hans-Georg Schimanek  Zusammen mit Reinhard Rade war er Gesellschafter der Leipziger Abbruchfirma Condor Projektentwicklung GmbH. Gleichzeitig war er Inhaber der Baubetreuung für Mitteldeutschland (BBM) mit Sitz in Leipzig, in der Reinhard Rade als Geschäftsführer eingesetzt war. Er gehörte einer Wehrsportgruppe in Langenlois an und wurde zu mehrjähriger Haft verurteilt. Er ist im Übrigen der Sohn vom ehemaligen ORF-Fernsehjournalisten Hans Jörg Schimanek sen. und wurde später FPÖ-Landesrat in Niederösterreich. Eine von ihm gepachtete Ruine Kronsegg soll laut „Kurier“ von der WSG Langenlois als Waffen- und Ausbildungslager missbraucht worden sein.
Abu Ijad Gruppe Abu Ijad selbst war Sicherheitschef der PLO. Mit Hoffmann habe er nie persönlich gesprochen, auch wenn er immer versucht hatte, Kontakt zu ihm aufzubauen. Den gab es vereinzelt nur mit seinen Leuten aus der Abu Ijad Gruppe. Er selbst sagt über Hoffmann: „Hoffmann ist ein intelligenter Bursche. Er hat uns getäuscht. Wir wußten nichts über sein politisches Denken. Er ist ein geschickter Taktiker, der hat unsere Leute immer vor vollendete Tatsachen gestellt.“ (Quelle: Spiegel: „Sie sagten, Hoffmann heißt der Boß“ vom 13.07.1981). Seine von der Bw ausgesonderten Autos verkaufte er laut Aussage von Abu Ijad an einen Schrotthändler namens Abu Schouki.
 Stefan Wagner Im August 1982 lief Stefan Wagner in Frankfurt a.M. nach einer ausgestrahlten Dokumentation über die Hitlerjugend „Blut und Ehre“ Amok, nahm kurzzeitig einen Saunabesitzer als Geisel und schrie ihn an, ob er die WSG-Hoffmann kenne. Dann behauptete, er wäre bei dem Münchner Attentat dabei gewesen und erschießt sich später auf einer Parkbank.

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