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Im Folgenden werden die Verbindungen und Beziehungen zu Hans Georg Langemann tabellarisch erfasst und kurz beschrieben, wie sich die Beziehungen gestalten:

Personen / Vereine /
Institutionen

Kurzbeschreibung der Beziehungen und Verbindungen

Hans Christoph Schenk von Stauffenberg Er war BND-Auswerter innerhalb der Organisation „EVA“. Er half schließlich dabei, einen eigenen CSU-Geheimdienst aufzubauen, getarnt als Sicherheitsdienst, und war Herausgeber der Publikation „Informationsdienst (ID)“. Über den „Arbeitskreis für das Studium internationaler Fragen e.V.“ erhielt Stauffenberg jährliche Zuwendung von Langemann, um die von Stauffenberg herausgegebene Publikation „Informationsdienst“ zum Teil damit zu finanzieren. Langemann selbst bekam für seine Informationen und Hilfeleistungen Geld von Stauffenberg. Langemann erhielt auch von Hans von Stauffenberg umfangreiche Informationen über den Cercle Pinay Komplex, die er in zahlreichen Berichten an Georg Tandler bzw. seinem Privatsekretär Dr. Georg Waltner weitergab. Stauffenberg selbst war auch Mitglied des so genannten I6 innerhalb des Pinay-Cercles.
Wolfgang Langkau  BND-Abteilungsleiters (Abteilung „Gegenaufklärung“) Generalmajor Wolfgang Langkau alias Langendorf (später Deckname Holten)  war der Vorgesetzte von Langemann während seines Dienstes beim BND. Unter Gehlen war er der Verbindungsmann zum Mossad und führte gemeinsam mit Shlomo Cohen, den Residenten des Mossad in Paris, so manche gemeinsame Operation. Sein großer Coup gelang ihm – offensichtlich mit Unterstützung des Mossad – den KGB-Spion Heinz Felfe, damals einer der engsten Mitarbeiter von Gehlen, auffliegen zu lassen. Leider hatte Felfe da schon das gesamte östliche Geheimdienstnetz des BND an den KGB verraten. Nach seiner Pensionierung fungierte er alsTechnischer Berater von Freiherr von Stauffenbergs privatem Sicherheitsunternehmen in der CSU.    Noch auffälliger war, dass ausgerechnet Wolfgang Langkau diesen Felfe hochgehen ließ. Den Tipp dürfte er wohl vom Mossad bekommen haben.
Erzherzog Otto von Habsburg  War Vorsitzender der CSU geführten Hanns-Seidel-Stiftung, das eigentliche Herzstück des von Stauffenberg geführten Sicherheitsdienst. Opus Dei favorisierte ihn als Kandidat zum künftigen Monarch über ein vereintes katholisches Europa. Die CSU wurde von ihm gesponsert und Franz Josef Strauß wurde sein Protegé. Nach dem Tod von Kalgeri wurde von Habsburg Präsident der wichtigsten Organisationen innerhalb des Pinay-Cercles, nämlich der PEU, CEDI und der AESP.
Hans Graf Huyn  Außenpolitischer Sprecher der CSU. Er organisierte für die rechten Gruppen Seminare zur Bekämpfung des Kommunismus und Studienreisen nach Afrika. Er wurde ein zentraler Verbindungsmann für den Cercle in Deutschland. Zusammen mit Karl-Friedrich Grau arbeitete Huyn in der Deutschland-Stiftung, gegründet 1966 in München und Plattform für viele deutsche rechtsgerichtete Politiker. Gründer dieser Stiftung war Professor Georg Stadmüller, ein Experte auf dem Gebiet Osteuropa zu Hitlers Zeiten. Grau war der Vizepräsident, Gerhard Löwenthal Präsident.
Dr. Ludwig Huber  Er war offensichtlich Langemanns Protege und setzte sich dafür ein, dass Langemann in den bayerischen Staatsdienst wechseln konnte. Er war zu dem Zeitpunkt auch Vizepräsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele 1972. Später erreichte er es auch, dass Langemann Leiter der Staatsschutzabteilung im bayerischen Innenministerium wurde. Auf seinen Auslandsdienstreisen hatte er sich des Öfteren mit Langemann persönlich getroffen. Kurze Zeit danach wurde Ludwig Huber Präsident der Bayerischen Landesbank und wickelte einen Teil des Milliardenkredits für die DDR ab.
Emile Marquise de Mistura War ein BND-Agent in Rom. Langemann hat nach eigenen Angaben den Rechtsanwalt Jean Violet und rechte Hand von Antoine Pinay, des Öfteren in seiner Pariser Wohnung zusammen mit seinem operativen Mitarbeiter Marchese de Mistura besucht. Vor seinem Einsatz als Sicherheitsbeauftragter im Organisationskomitee der Olympischen Spiele war er Resident in rom gewesen. Von daher erklärt es sich von selbst, dass Langemann der V-Mannführer von Marquise de Mistura war.
Monsignore Professor Dr. Aristide Brunello War ein BND-Agent aus dem Vatikan, mit dem sich Langemann ebenfalls regelmäßig getroffen hat.
Dr. Erika von Bülow  war Mitarbeiterin im Referat von Langemann während seiner Zeit im BND und ebenfalls in Rom eingesetzt. Dort traf sie sich auch regelmäßig mit Emile Marquise de Mistura. Langemann holte sie dann in den bayerischen Staatsdienst, wo sie ihm als Unterstützung für die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten des Organisationskomitees zugeteilt wurde.
Reinhard Gehlen Präsident des Bundesnachrichtendienst. Für Gehlen führte Langemann „Sonderoperationen“ durch. Es ist gut möglich, dass Langemann dadurch auch an Kenntnisse über die Western Goals unter Leitung von Larry McDonalds kam. Die Western Goals stellte mit ihrem computerisierten Dossiersystem dem Los Angeles Police Department für ihre Sondereinheit „Public Disorder Intelligence Division“ ein Werkzeug zum Sammeln von Geheimdaten über US-Staatsbürgern zur Verfügung. Dieses Systems bediente sich auch Reinhard Gehlen, das er über Eugene Wigner, dem Auslandsvertreter der Western Goals zur Verfügung gestellt bekam.
Deutsche Vereinigung für Ost-West-Beziehungen   Diese Vereinigung wurde zusammen mit dem Verein zur Forschung sozial-politischer Verhältnisse im Ausland von drei BND-Mitarbeitern geführt, namentlich Dr. C.D. Kernig, Prof. Hans Lades und Norman von Grote. Mit Gehlen fand ein enger Austausch statt, Dr. Kernig und Prof. Lades galten aus ausgemachte Spezialisten für den Kommunismus im allgemeinen und in Ostdeutschland ganz besonders. Es ist anzunehmen, dass Langemann auch darüber bestens Bescheid wusste.
Frank Heigl  Ehemaliger BKA-Beamte und dann freiberuflicher Nachrichtenagent. Langemanns Kontakt zu Heigl wurde über den Bayerischen Verleger und Literaturagenten Josef v. Ferenczy hergestellt. Frank Heigl hatte bereits Stefan Aust Unterlagen vom BKA-Mann Wolfgang Buggenhagen zum Mordfall Ulrich Schmücker zugesteckt. In Südfrankreich traf sich Langemann mit Heigl als Co-Autor und gab ihm nicht nur ausgedehnte Interviews, die Heigl auf Tonband aufnahm, sondern steckte ihm Unterlagen und Dokumente über die BND-interne Organisation „EVA“ zu. Es fanden sich aber auch vertrauliche Analysen über Ostagenten und die Hoffmanngruppe sowie polizeiliche Lageberichte und Einsatztagebücher unmittelbar nach dem Oktoberfestattentat. Frank Heigl hatte diese Unterlagen schließlich an den KONKRET weitergegeben. Vor dem Untersuchungsausschuss sagte Heigl aus, dass Langemann „augenfälligen Kontakt zur Waffenhändlerbranche besessen“ habe. U. a habe er end-use-certificates aus der Dritten Welt besorgt. Daneben soll seitens Langemann der Versuch bestanden haben, ihn (Heigl) zur Überwachung des Nürnberger Waffenherstellers Karl Diehl zu bewegen, was er aber abgelehnt habe.
Josef v. Ferenczy   Er war ein deutsch-ungarischer Medienmanager, Verleger der Media Holding AG und Filmproduzent. Außerdem war er Außerordentlicher Botschafter der Republik Ungarn, ehemaliger Oberstleutnant der Reserve und Ehren-Brigadegeneral der ungarischen Armee. An ihn hatte sich Langemann offensichtlich gewandt, um sein Manuskript „Abraham Lincoln Katzenschlossers Junior von A-Z erlogenes geheimes Tagebuch“ verlegen zu lassen. Aufgrund seiner holprigen und grauenhaften Schreibweise hat Ferenczy ihn an Frank P. Heigl verwiesen, um das Manuskript zu bearbeiten
Jürgen Saupe  Jürgen Saupe war Redakteur bei des linken Magazins „KONKRET“. Über Frank Heigl kam Jürgen Saupe zu den umfangreichen Unterlagen und Tonbandaufnahmen von Hans Georg Langemann. Als Konkret das Buch „Operation EVA“ 1982 veröffentlichte, ordnete Kurt Rebmann eine Hausdurchsuchung der Redaktionsräume und der privaten Wohnung an wegen Verdachts des Geheimnis- und Landesverrat.
Manfred Bissinger   Ist Chefredakteur des linken Magazins „KONKRET“. Über Frank Heigl kam auch Manfred Bissinger zu den umfangreichen Unterlagen und Tonbandaufnahmen von Hans Georg Langemann. Als Konkret das Buch „Operation EVA“ 1982 veröffentlichte, ordnete Kurt Rebmann eine Hausdurchsuchung der Redaktionsräume und der privaten Wohnung an wegen Verdachts des Geheimnis- und Landesverrat. Vor dem Untersuchungsausschuss legte Manfred Bissinger Unterlagen zum Fall Simon Goldenberg und dem Gespräch zwischen dem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und dem ehemaligen BND-Agenten Raoul Matalon vor. Viel interessanter ist allerdings, dass sich unter diesen Unterlagen auch eine VS-eingestufte Vormerkung des Dr. Langemann vom 22. November 1977 an das Ministerbüro befand, die sich mit rechtsextremistischen Gruppierungen in Deutschland sowie deren Steuerung und Unterwanderung durch die STASI befasste.
Raoul Matalon  Er war ein von Langemann geführter BND-Agent und traf sich auch einmal mit Franz Josef Strauß, um ihn für 100.000 Mark vor einem hochrangigen KGB zu warnen. Ob Strauß das Angebot angenommen oder abgelehnt hat, ist nicht bekannt. Der Spiegel vom 26.07.1982 (Nix is, nix is) berichtete lediglich, dass bei Strauß die Alarmglocken läuteten. Ob er dabei den Geisteszustand von Langemann oder die brisanten Informationen meinte, ließ der Spiegel offen.
Susanne Sievers   Sie war ebenfalls eine von Langemann geführte BND-Agentin, die u.a. auf Willy Brandt angesetzt war. Hierzu veröffentlichte sie ein Buch „Da war auch ein Mädchen“, was aber umgehend aus dem Verkehr gezogen wurde. Sie sollte angeblich auch auf Franz Josef Strauß angesetzt werden.
Operation Argus   War eine Gemeinschaftsoperation von BND unter Leitung von Langemann und dem CIA, bei dem mit Hilfe eines französischen Agenten namens „Pierre“ der Inhaber der Firma F.C. Gerlach, Michael Wischnewski alias Hersz Libermann in den Westen gelockt werden sollte, um seiner habhaft zu werden. Libermann arbeitete nicht nur mit Simon Goldenberg eng zusammen, sondern war auch ein Stasi-Informant, wenn nicht sogar Stasi-Mitarbeiter.
Gerhard Wessel  War nach Gehlen von 1968 bis 1978 Präsident des BND. Gemeinsam mit Dr. Ludwig Huber hatte er Langemanns Einsatz beim Organisationskomitee der Olympischen Spiele 1972 forciert und dafür gesorgt, dass Langemann bei der bayerischen Staatsregierung bleiben konnte. Wessel hatte gute Kontakte zu Gerhard Löwenthal, der nicht nur beim ZDF als Auslandskorrespondent tätig, sondern auch noch Präsident der Deutschlandstiftung war, in der auch Hans Graf Huyn und Karl-Friedrich Grau vertreten waren.
Heiner Emde
Paul Limbach
 
waren Reporter von der QUICK, die im Rahmen des „positiven Verfassungsschutz“ sich regelmäßig mit Langemann austauschten. Paul Limbach war der Bonner Korrespondent von Quick. Damaliger Staatssekretär im bayerischen Innenministerium und späterer Münchner Bürgermeister Erich Kiesl hatte das von Langemann geplante Projekt „Verfassungsschutz durch Öffentlichkeitsarbeit“ genehmigt und ihm zugestanden, Kontakte mit diesen beiden Reportern zu halten.
Wilhelm Knittel  War Büroleiter von Strauß und kam 1974 auf Langemann mit dem Auftrag zu, sich um die wieder an die Oberfläche hervorgekommene Lockhead-Affäre zu kümmern.
Dieter Huber  Dieter Huber war CSU-Auslandsreferent und Mitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung. Er wurde im Februar 1978 angeblich entführt. Dieter Huber war immer wieder im Ausland, insbesondere in Italien, Spanien und Südamerika, um faschistische Untergrundkämpfer aus dem Wirkungskreis von Stefano Delle Chiaie und seiner Aginter Presse im Rahmen der Stand-Behind-Armeen bzw. Gladio finanziell zu unterstützen. Langemann hatte u.a. Frank P. Heigl auch Unterlagen zum Entführungsfall Dieter Huber übergeben.
Petrus Paulus  Petrus Paulus war ein von Langemann geführter BND-Informant. Langemann hatte Unterlagen bei sich gehortet, die Vormerkungen und Aufzeichnungen von Langemann beinhalten, aus denen hervorgeht, dass ihn seine langjährige Quelle „Petrus“ über geplante Aktionen im Bereich des internationalen Terrorismus informiert hatte. Es soll sich dabei um eine im arabischen Raum angesiedelte Aktionsgruppe handeln. Diese werde vom KGB, aber auch von Geheimnisträgern in den europäischen Ländern mit Erkenntnismaterial aus nahezu sämtlichen europäischen Sicherheitsbehörden gespeist. Bei weiteren Treffen mit Langemann in Wien hat er offensichtlich auch Klarnamen dieser besagten Aktionsgruppe preisgegeben.
Arbeitsgemeinschaft Staat und Gesellschaft  Eine wahrscheinlich aus dem Pinay-Cercle stammende Gesellschaft als Geldwäscheanlage. Langemann hatte während seiner Zeit im bayerischen Innenministerium dieser Arbeitsgemeinschaft aus Steuergeldern Spenden zukommen lassen und zwar in Höhe von 70.000 DM jährlich.
Simon Goldenberg  War Stasi- und wahrscheinlich auch KGB-Agent und freundete sich mit den März-Brüdern, enge Vertraute von Franz Josef Strauß, an. Als Simon Goldenberg in Rosenheim 1977 ein Gewerbe Ex- und Import sowie Industrievertretungen aufbauen wollte, meldete das Gewerbeaufsichtsamt die Daten vorsichtshalber auch an das LfV in Bayern weiter. Daraufhin wollte das LfV Goldenberg vernehmen, aber Langemann hatte auf Anweisung von Strauß das verhindert. Begründet hatte er diese Entscheidung mit angeblich laufenden Operationen des BND, die zu einer Enttarnung führen könnten. Beim BND hingegen waren jedoch solche Operationen nicht bekannt.
Werner Stiller   Werner Stiller war MfS-Mitarbeiter, Atomphysiker und wurde ab 1976 von BND angeworben. Januar 1979 flüchtete er mit Hilfe des BND in die BRD. Unter den bei Langemann aufgefundenen Unterlagen befanden sich auch solche zum Fall Werner Stiller.
Hanns-Seidel-Stiftung   Eine von der CSU geführten Stiftung, die 76 Büros im Ausland unterhielt. Zudem hat sie enge Kontakte mit der Aginter Press um Stefano Delle Chiaie gehabt. Von 1977 an erhielt die Hanns-Seidel-Stiftung Zuwendungen aus Steuergeldern von 1,9 Millionen DM bis 13 Millionen DM im Jahr 1980. Der CIA interessierte sich ganz besonders für die Konrad-Adenauer und Hanns-Seidel-Stiftung. Zu der damaligen Zeit war Dr. Fritz Pirkl der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung. Rainer Gepperth war der Direktor der internationalen Abteilung der Hanns-Seidel-Stiftung. Gute Beziehungen unterhielt die Stiftung auch zur Movimento Sociale Italiano (MSI). Bindeglied zwischen der MSI und Deutschland war die von der bekannten italienischen Terrorgröße Pino Rauti initiierte „Italienisch-Deutsche-Freundschaftsgesellschaft“. Die Leitung hatte in den 60er Jahren der berüchtigte Terrorist Giovanni Venture übernommen.

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