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Im Folgenden werden die Verbindungen und Beziehungen zu Gundolf Köhler tabellarisch erfasst und kurz beschrieben, wie sich die Beziehungen gestalten

Personen/Vereine/
Institutionen

Kurzbeschreibung der Beziehungen und Verbindungen

WSG-Hoffmann Teilnahme an vorgeblich zwei Wehrsportgruppenübungen 1976, Zeugen hierfür waren einmal Arndt-Heinz Marx sowie Ralf Rößner. Eine andere Übung bei Eitensheim im Landkreis Eichstätt bezeugte Bernd Grett 
Karl-Hein Hoffmann Briefliche Kontaktaufnahme und Bitte um Beratung/Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Wehrsportgruppe in Donaueschingen. Dabei wurden die Briefverkehre sowohl vom MAD als auch auch vom LfV Baden-Württemberg erfasst. Angeblich soll Gundolf Köhler zweimal auf einer Mitgliederliste von 1977 und 1979 erschienen sein
Uwe Behrendt Diese Beziehung ist meines Wissens nach nicht bestätigt. Sie wird von Tobias Heymann in seinem Buch „Die Oktoberfest-Bombe“ erwähnt. Allerding spricht für diese Annahme, dass Uwe Behrend ebenfalls als Student (Medizin, Theologie und Germanistik) Mitglied im Hochschulring Tübinger Studenten um Axel Heinzmann war. Es könnte also durchaus sein, dass er zu dieser Zeit auch Gundolf Köhler traf. Behrendt selbst unternahm Reisen, wahrscheinlich von der CSU gesponsert, nach Südafrika und Rhodesien. Er soll angeblich einen Mordauftrag von Karl-Heinz Hoffmann erhalten haben, das ehemalige WSG-Mitglied Ralf Rößner umzubringen. Behrendt wurde 1974 von der Bundesregierung aus der DDR-Haft für 50.000 DM freigekauft. Der zeitliche Bezug, um Gundolf Köhler zu treffen, ist also durchaus gegeben.
Erich Lippert Einer der engeren Freunde von Gundolf Köhler, wohnte ebenfalls in Donaueschingen und vertrat die Theorie gegenüber der Polizei, dass Gundolf Köhler aufgrund persönlicher Probleme (Beziehungsende mit seiner Freundin, Ärger mit dem Studium) das Bombenattentat als Plan eines erweiterten Suizids durchgeführt habe. Bei L. fanden sich lt. Thomas Lecorte zahlreiche Presseartikel zum Olympia-Attentat und zum Oktoberfestattentat sowie unentwickelte Filme. Auch ein Briefkuvert der NPD an L. wurde bei der Hausdurchsuchung gefunden
Bernd Kasper
Einer der engeren Freunde von Gundolf Köhler, wohnte ebenfalls in Donaueschingen und sagte gegenüber der Polizei aus, dass Köhler vor dem Bombenanschlag über die Möglichkeiten eines Anschlags und dessen Auswirkung auf die politische Lage diskutiert hatte. Soll sich zum Zeitpunkt der Vernehmung selbst in psychiatrischer Behandlung (wegen Schizophrenie) befunden haben, weswegen ihm kein Glauben geschenkt wurde 
Fridolin Heizmann Lt. eigenen Angaben engster Freund von Köhler, er habe eine homosexuelle Beziehung zu ihm gehabt. War ebenfalls zum Zeitpunkt der Vernehmung in psychiatrischer Behandlung. Er soll ein Tagebuch geführt haben, das er kurz vor der Vernehmung verbrannte. Er konnte zum fraglichen Tatzeitpunkt kein Alibi vorweisen, gab aber selbst an, am Tag vor dem Anschlag, also am 25.09.1980 mit Gundolf Köhler in München zusammengetroffen zu sein (siehe The Prenzlauer Berg vom 02.06.2010)
 Axel Heinzmann Mitglied des CSU-Freundeskreises „Aktion 4. Partei“, Leiter des rechtsextremistischen „Hochschulring Tübinger Studenten (HTS)“. Köhler wurde über Hoffmann an Heinzmann verwiesen, um den Aufbau einer eigenen WSG zu diskutieren. Er soll zusammen mit Hoffmann und Heinzmann im Dezember 1976 bei einer Schlägerei anlässlich einer antifaschistischen Gegendemonstration dabei gewesen sein. Damit prahlte Köhler zumindest gegenüber seinen Freunden. Hoffmann veröffentlichte daraufhin ein Flugblatt „Muss Blut fließen“.
Helmut Dieterle  Vorgeblich Gauführer der Wiking-Jugend Schwaben. Über ihn ist wenig bekannt, vielleicht war er aber auch als V-Mann eingesetzt und befand sich gerade in einem Aufbau solcher Gruppe in Schwaben. Gundolf Köhler war jedoch Mitglied der Wiking-Jugend; das jedenfalls lässt sein Mitgliedausweis, der bei der Hausdurchsuchung gefunden wurde, vermuten. 
Wiking-Jugend  Bei zweimaliger Hausdurchsuchung seiner Wohnung in Donaueschingen, wurde von der Polizei in Gundolf Köhlers Zimmer ein Mitgliedausweis der Wiking-Jugend gefunden. Diesem wurde jedoch keine Bedeutung zugemessen, weil diese Gruppe unter den Polizisten nicht bekannt gewesen sein soll.  Odfried Hepp zusammen mit Friedhelm Busse ebenfalls Mitglied in der Wiking-Jugend gewesen sein.
Friedhelm Busse  Ebenfalls Mitglied der Wiking-Jugend. Er verlegte seinen Wohnsitz 1972 von Bochum nach Neubiberg bei München, wo im Übrigen auch die Universität der Bundeswehr seit 1973 ihren Sitz hat. Während seiner Zeit in Bochum war er Führer der „Partei der Arbeit“ und wurde vom V-Mann Peter Weinmann wieder kontaktiert. Ihm stahl Weinmann die Mitgliederlisten und übergab sie dem BfV-V-Mannführer Dr. Semmler. Busse und Weinmann kannten sich bereits aus alten „NPD-Zeiten“ gut. 
 Odfried Hepp Er stammt aus Achern in Baden-Württemberg. Er machte schon früh Bekanntschaft mit der rechten Szene, war Mitglied im „Deutschen Wandervogel“ und kam schließlich zum rechtsextremen „Bund Heimattreuer Jugend (BHJ)“ im Schwarzwald.  Bei einem 14-tägigen Ausflug ins Pimpfenlager in Flandern trifft er auch auf Mitglieder der Wiking-Jugend. Odfried Hepp selbst gibt an, dass er Gundolf Köhler gekannt habe. Eine seiner langen Weggefährtinnen aus dieser Zeit ist Martina Rabelo. Ab 1975 nahm er regelmäßig bei Gedenkfeiern zu Ehren Albert Leo Schlageter in Schönau im Südschwarzwald teil. 1976 schließt er sich der Wiking-Jugend an, also auch in der Zeit, in der Köhler auch zum ersten Mal bei der WSG-Hoffmann auftauchte. 1979 startet er den Versuch, eine WSG-Schlageter aufzubauen. Im Sommer 1980 geht Odfrid Hepp zusammen mit der WSG-Hoffmann in den Libanon und bereitet sich dort auf einen Kampf gemeinsam mit den palästinensischen Freiheitskämpfern vor. Nach seiner Rückkehr gründet er gemeinsam mit Walther Kexel die „Hepp-Kexel-Gruppe“ und verübt gemeinsam mit dieser Gruppe Raubüberfälle und Bombenanschläge auf US-Streitkräfte-Einrichtungen. Odfried Hepp soll von sich behauptet haben, dass Manfred Roeder sein Ziehvater war (Quelle: Antifaschistisches Büro vom 15.02.2014)
Gernod Mörig
Bis 1977 Leiter des Bund Heimattreuer Jugend (BHJ). Martina Rabelo beschreibt ihn als den gedanklichen Führer der rechtsextremen Szene und als Spinne im Netz. Bis heute sollen die jungen Neonazis mit ihm in Kontakt stehen. Nach seinen eigenen Aussagen habe sich Gernod M. früh von der Wiking-Jugend distanziert und keinerlei Kontakte mehr zur rechten Szene.
Peter Weinmann V-Mann mehrerer Geheimdienste, u.a. Stasi, SISMI und BfV. Er kommt ebenfalls aus Baden-Württemberg und traf sich 1969/1970 in einem Hotel im Teutoburger Wald, Niedersachsen, mit dem V-Mannführer aus dem BfV, Dr. Semmler. Zu dieser Zeit war bekannt, dass er unter von Thadden bei der NPD Mitglied war. 1975 war er in die WSG-Hoffmann eingeschleust und erschien im Impressum eines  Flugblatts vom „Freundeskreis zur Förderung der Wehrsportgruppe Hoffmann“. Anfang 1980 drehte er einen Film über die WSG-Hoffmann während einer Winterübung. Diese Dokumentation wurde in einem öffentlich-rechtlichen Sender ausgestrahlt und so einem deutschlandweiten Publikum bekanntgemacht.
Sibylle Vorderbrügge  Sie wurde Anfang September 1980 wegen der Bombenanschläge auf Asylbewerberheime in Hamburg festgenommen und gab den Hinweis, dass der Sprengstoff für die Oktoberfestbombe vom Förster Heinz Lembke aus der Lüneburger Heide stammte. Sie war Mitglied der „Deutschen Aktionsgruppen“ und die Geliebte von Manfred Roeder. Sie startete zusammen mit ihrer Freundin Gabriele Colditz die Molotow-Cocktail-Attentate und verursachte die an mehreren Stellen aufgefundenen Schmierereien von rechtsextremen Parolen an öffentlichen Plätzen.
Raimund Hörnle  Wurde ebenfalls wegen der Bombenanschläge auf Asylbewerberheime in Hamburg Anfang September 1980 verhaftet und bestätigt Sibylle Vorderbrügges Aussage hinsichtlich der Herkunft des Sprengstoffs für die Oktoberfestbombe.  Wie Sibylle Vorderbrügge war er Mitglied der „Deutschen Aktionsgruppe“ von Manfred Roeder. Raimund Hörnle war darüberhinaus auch ein enger Freund des Arztes Colditz, dem Vater der Freundin von Sibylle Vorderbrügge Gabriele Colditz. Vater Colditz nahm zusammen mit Raimund Hörnle ebenfalls regelmäßig an Veranstaltungen auf Roeders „Reichshof“ am Knüll bei Bad Hersfeld, nordöstlich von Hessen teil.
Walther oder Walter Kexel Langjähriger Freund von Odfried Hepp und ebenfalls Mitglied des Bund Heimattreuer Jugend und Wiking-Jugend. Er war mit Hans Peter Fraas und Peter Sporleder aus der WSG-Hoffmann bekannt. Er wurde im Zusammenhang mit der Ermordung von zwei Schweizer Beamten (ein Grenzbeamter und ein Polizist) am 24.12.1980 durch Frank Schubert vernommen, weil er sich wenige Stunden zuvor mit Frank Schubert getroffen hatte. Im Mittelpunkt stand hier ein Waffenhandel. Auffällig ist die Zeitnähe zum Mord an Shlomo Levin und Frieda Poeschke in Erlangen
Frank Lauterjung  Er war in unmittelbarer Nähe am Tatort anwesend und konnte hierzu einige wichtige Angaben zum Tathergang machen. Lauterjung hatte ebenfalls eine langjährige Karriere beim Bund Heimattreuer Jugend und der NPD hinter sich. Dazwischen wechselte er die Seiten und trat dem SDS bei. Es ist anzunehmen, dass Lauterjung zum Zeitpunkt des Oktoberfestattentats als V-Mann eingesetzt war und nicht zufälligerweise am Tatort stand. Lauterjung änderte unter dem Druck der Polizeibeamten immer wieder seine Aussagen. Seine Zeugenbeschreibung des Gundolf Köhler als „Wuschelkopf“ lässt darauf schließen, dass er ihn bereits lange zuvor gekannt hatte, denn Köhler trug am Tattag seine Haare kurzgeschnitten. Von „Wuschelkopf“ konnte also keine Rede sein. Eine andere Theorie könnte sein, dass ihm kurz vor seinem „Einsatz“ als V-Mann ein veraltetes Bild von Köhler gezeigt wurde, an dem er ihn erkennen soll. Da Lauterjung ebenfalls Mitte der 60er Jahre bei der NPD war, könnte es durchaus möglich sein, dass er auch Peter Weinmann kennengelernt hatte und durch ihn zum Verfassungsschutz herangeführt wurde, um als V-Mann zu arbeiten.

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