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Der „Verfassungsschützer“ Langemann

Langemanns Einstieg in die Welt der Geheimdienste
Als Doktorarbeit verfasste er 1956 eine Studie „Das Attentat – eine kriminalwissenschaftliche Studie zum politischen Kapitalverbrechen“, die es schaffte, außerhalb der Universitätsbibliothek über den Verlag für kriminalistische Fachliteratur in Hamburg an eine entscheidende Öffentlichkeit zu gelangen. Ein Jahr zuvor hatte er eine Dissertation „Homosexualität und Staatsgefährdung“ geschrieben. Deswegen verwundert es umso mehr, warum Langemann in Absicht einer Veröffentlichung seiner Memoiren so ein grottenschlechtes Manuskript mit dem dümmsten Titel aller Zeiten („Abraham Lincoln Katzenschlossers Junior von A-Z erlogenes geheimes Tagebuch“) dem Agenturvermittler Josef v. Ferenczy vorlegte. Wenn man sich die Auszüge des Gesprächsprotokolls zwischen Jürgen Saupe, Frank P. Heigl und Hans Georg Langemann durchliest (http://www.konkret-magazin.de – Konkret-Extra: Operation EVA vom 04.08.2015), bekommt man ebenfalls den Eindruck, als ob es sich um das Gebrabbel eines Hilfsschülers handelt. Es stellt sich also die Frage, wie er dann mit seinen Gesprächspartnern während seiner „Agenten“-Zeit im BND, noch dazu mit ausländischen „Höhergestellten“, geredet hat. Er soll ja angeblich eher ein mittelmäßiger Bediensteter des BND gewesen sein und trotzdem schaffte er es, in operative Schlüsselstellungen zu kommen. Er wurde sogar später Referatsleiter im bayerischen Kultusministerium und dann Abteilungsleiter im bay. Innenministerium.

Eine interessante Zusammenfassung seiner Qualifikationen kann man dann auch im Untersuchungsbericht des Bayerischen Landtages, Drucksache 9/12951 vom 16.0.1982 lesen. Dort steht zu seinem Werdegang: „Die seinerzeit im Bundeskanzleramt für den BND zuständigen Referenten, der seinerzeitige Präsident des BND und die unmittelbaren Vorgesetzten Dr. Langemanns bestätigten als Zeugen nicht nur dessen hervorragende Qualifikation, sondern auch, daß sie diesen für die vorgesehene Position als geeignet ansahen. Die vor wenigen Monaten geäußerte Behauptung des seinerzeitigen Ministerialdirektors des Bundesinnenministeriums, Dr. Nollau, er habe Dr. Langemann keinesfalls als geeignet angesehen, fand keine Bestätigung. Als Zeuge befragt, konnte er sich nicht erinnern, ob er seine Bedenken seinem damaligen Chef, Bundesinnenminister Genscher, mitgeteilt hat, obgleich dieser als Vizepräsident des OK [Anm.: gemeint ist das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele 1972] mit der Sache befaßt war. Dem gegenüber bekräftigten alle Zeugen, insbesondere der damalige Dienstvorgesetzte Dr. Langemanns und derzeitige Präsident des Bundesamt für Verfassungsschutz, Dr. Meier, mit Ausnahme des inzwischen aus dem BND ausgeschiedenen seinerzeitigen Vizepräsidenten Blötz, daß sie keinerlei Kenntnisse über persönliche Mängel oder ein dienstpflichtwidriges Verhalten Dr. Langemanns gehabt und auch in den folgenden Jahren nicht erlangt hätten. Das im Kultusministerium geschaffene Referat übernahm Dr. Langemann im November 1970. Er war als „Berater“ des OK mit zwei Mitarbeiterinnen nicht im Gebäude des Kultusministeriums, sondern in angemieteten Büroräumen in München-Nymphenburg tätig. Dr. Langemann informierte den Präsidenten Dr. Daume mündlich und schriftlich. Informationsberichte bzw. Teile davon leitete er u.a. dem Vizepräsidenten des OK, Dr. Huber und in einigen Fällen, unaufgefordert dem CSU-Landesvorsitzenden zu. Sämtliche Beteiligten können sich heute nicht mehr an eine besondere Bedeutung der erhaltenen Informationen erinnern. Dr. Langemanns Verbindung zu den Sicherheits- und Ordnungsbehörden war spärlich. Nach eigenen Angaben waren dagegen seine Kontakte zum BND, dem er ebenfalls manche Informationen überließ, sehr intensiv. Trotz anfänglicher Bemühungen vonseiten Kultusministers Dr. Huber um „Zusicherung“ der Rückversetzung Dr. Langemanns nach Erledigung seiner Tätigkeit in München, lehnte der Bund dies ab. Aber erst Ende 1972 entschied Dr. Ehmke, daß eine Rückversetzung ausscheide. Bei den ersten Zeugenvernehmungen aus dem Bereich des BND hat der Ausschuß den Eindruck gewonnen, als wäre der Einsatz Dr. Langemanns beim Organisationskomitee ausschließlich von diesem selber mit Unterstützung Dr. Hubers vertreten worden. Nach Vorhalt des von dem Zeugen Saupe („Konkret“) dem Untersuchungsausschuß übergebenen Schriftwechsel zwischen Dr. Langemann und dem seinerzeitigen Präsidenten des BND, Wessel, und einem Vorgesetzten Dr. Langemanns, Weiß, aus dem Jahre 1969/1970 konnte der Untersuchungsausschuß aufgrund weiterer Zeugenaussagen feststellen, daß der BND ein ganz erhebliches Interesse daran hatte, daß Dr. Langemann bei den Olympischen Spielen in München „etabliert“ wurde.“
Und noch ein Umstand lässt tief blicken – selbst der damalige bayerische Innenminister Bruno Merk wehrte sich heftig die Einsetzung des Langemanns als Leiter des Staatsschutzes, konnte sich aber offensichtlich nicht gegen Dr. Ludwig Huber durchsetzen.

Gerade in internen Behördenstrukturen ist mittlerweile hinreichend bekannt, dass nicht immer die besten Mitarbeiter in entscheidende Leitungspositionen gehievt werden. Viele Personalentscheidungen werden anhand von Beziehungen, Parteibuch- und Logenzugehörigkeit vollzogen. Mit Fachwissen, Kompetenz und charakterliche Eignung hat das eher weniger zu tun.

Interessant ist gerade zu diesem Punkt ein Vortrag von Ewald Stadler „Die Freimaurerei in Österreich“ von 2007, wonach Studenten und Assessoren, die von bestimmten Logen ausgesucht werden, Zugang zu entsprechenden Förderern bekommen, indem sie Gastvorträge halten dürfen oder ihre Dissertationen und Doktorarbeiten medial unterstützt werden, um ihre Konkurrenten ohne Protektionen vom Feld schlagen können.
Zuvor erläuterte Ewald Stadler, wie die Entnazifizierung durch die Freimaurer vonstattenging.
Über die Vereinsgesetze wurden Logen gebildet und damit das demokratische System unterhöhlt. So gelang es vielen ehemaligen Nazis, durch ihre Logenbrüder mit besten Kontakten zu Politik und Wirtschaft salonfähig zu machen und damit reingewaschen zu werden. Ewald Stadler erklärt weiter, dass in Österreich drei reguläre Freimaurerlogen großpolitisch wirken; dabei handelt es sich zum einen um den Schottischen Ritus (33 Grade inkl. den drei Johannesgraden bzw. blauen Graden mit Lehrling, Geselle, Meister. Ab dem vierten Grad beginnen die Hochmeistergrade), dann der Königliche Bogen (Royal Arch; sehr bedeutend in Britannien und Amerika) und die Großorientloge von Frankeich.
Die so genannten Serviceclubs wie Rotary- oder Lionsclub, Round Tables etc. sind reine Rekrutierungsbasen für Kandidaten, die ggf. in Freimaurerlogen aufgenommen werden könnten.
Dabei werden zwei oder drei unabhängige Gutachten von Freimaurern über den möglichen Kandidaten verfasst. Danach wird entschieden, ob der Kandidat kontaktiert wird. Im Anschluss daran, wenn der Kandidat kontaktiert wird, muss er sich einem Aufnahmeverfahren stellen. Dies geschieht durch die so genannte Kugelung. Die Kugelung ist ein Abstimmungsverfahren der Freimaurer mittels schwarzer und weißer Kugeln. Schwarz bedeutet „Ja“ und weiß „Nein“. Liegt bei der Abstimmung eine weiße Kugel dabei, wird der Kandidat als Freimaurermitglied abgelehnt.

War also Hans Georg Langemann ein Mitglied einer Freimaurerloge? Vielleicht auch gefördert von Erzherzog Otto von Habsburg und Hans Christoph Schenk Freiherr von Stauffenberg, zu dem er sehr intensive Kontakte pflegte? Ich gehe später unter dem Kapitel „Rolle der deutschen Geheimdienste“ (Teil 6) und „Die ausländischen Verbindungen und Beziehungen“ (Teil 9) näher darauf ein.
Im Übrigen wohnte Otto von Habsburg ebenfalls in Pöcking am Starnberger See, was wiederum im Mordfall Dr. Otto Praun und dem Justizskandal um Vera Brühne eine nähere Betrachtung wert wäre.

Fest steht jedenfalls, dass Langemann (DN Dr. Lückrath) von Oktober 1957 bis November 1970 Beamter des BND war. Er hatte dort zuletzt eine Position als Leitender Regierungsdirektor (A16) inne. (Genauere Informationen findet man hierzu im Minderheitenbericht des Untersuchungsausschuss im Bayerischen Landtag zur Langemann-Affäre {Drucksache 09/13012 vom 10.09.1982}).

Er wurde Agentenführer und betrieb als Mitarbeiter des BND-Abteilungsleiters Generalmajor Wolfgang Langkau alias Holten „Gegenaufklärung“.
1969 und sogar darüber hinaus, nachdem er aus dem BND zum bay. Kultusministerium wechselte, war er als Botschaftsrat in Rom tätig.
So war er auch mit einem Fall beschäftigt, der etwa im Januar 1968 in der BND-Zentrale bekannt wurde, dass nämlich aus dem Bestand des Washingtoner Nationalarchivs belastende Akten über die Nazi-Vergangenheit des damaligen CDU-Kanzlers Kurt Georg Kiesinger an die Öffentlichkeit zu kommen drohten. Langemann flog selbst nach Washington und kümmerte sich darum, dass in den Inhaltsverzeichnissen über die beschlagnahmten Nazi-Dokumente im Washingtoner Nationalarchiv alle Hinweise auf Kiesinger getilgt – und damit die entsprechenden Dokumente so gut wie unauffindbar wurden.
Einen ähnlichen Auftrag hat er dann im Zusammenhang mit der SPIEGEL-Affäre erhalten. Dort hatte er sich während der Beschlagnahmungsaktion, angeordnet durch Franz Josef Strauß, Zugang zu den Redaktionsräumen geschaffen und quasi unter den Augen der Staatsanwaltschaft und BKA-Untersuchungsbeamten für die Regierung kompromittierende Unterlagen wie Originaldokumente und Kladden herausgeschmuggelt.
U.a. notierte Langemann in sein Tagebuch, dass Strauß am 13.11.1967 hilfesuchend an ihn während seiner Zeit im BND herangetreten sei, um die Schützenpanzeraffäre (HS30) aus der Welt zu schaffen.
Auffällig ist weiterhin, dass Langemann BND-Führer der Ex-Agentin Susanne Sievers gewesen war, die vormals ihre Verbindung zum SPD-Führer Willy Brandt in einem sogleich aus dem Verkehr gezogenen Buch „Da war auch ein Mädchen“ geschildert hatte. Der Spiegel resümiert dazu: „Pikant ist auch, dass sie sich gleichzeitig an Franz Josef Strauß heranmachen sollte. Sicher kann Langemann erläutern, wie Susanne Sievers danach mit Hilfe der CSU eine Blitzkarriere beim BND machte und dann, wieder mit Hilfe der CSU, eine horrende Abfindung von 320.000 Mark erstritt“ (Der SPIEGEL Nr. 12/1982 „Asse im Ärmel“ vom 22.03.1982)

War er dann in irgendeiner Weise auch in den Lockheed-Korruptionsskandal eingebunden? Denn als bayerischer Staatsschutz-Chef erhielt er von Strauß´ persönlichem Referenten Wilhelm Knittel 1974 den Auftrag, sich um die wieder an die Oberfläche hervorgekommene Lockhead-Affäre zu kümmern, was auch immer das heißen mag. Die Spezialität von Langemann bestand ja offensichtlich im Vertuschen und Verschleiern sowie Diebstahl von einschlägigen Dokumenten. So einen Auftrag kann ich eigentlich nur jemanden geben, der auch über die Hintergründe informiert, wenn nicht sogar selbst involviert ist.

Die Bekanntschaft mit dem bayerischen Kultusminister Ludwig Huber
Ende der 60er Jahre lernte er angeblich erst im Urlaub in Tirol den bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Huber kennen, der sich erfolgreich dafür einsetzte, Langemann in den bayerischen Staatsdienst zu übernehmen. Ich bezweifle allerdings, dass es sich hierbei um eine Zufallsbekanntschaft auf einem Skiurlaub gehandelt hat. Kann man viel mehr annehmen, dass Dr. Ludwig Huber ebenso Freimaurer war und er Langemann in die Dienste innerhalb des bayerischen Verfassungsschutzes sozusagen initiiert hat?
Mittlerweile ist die beabsichtigte Gründung eines eigenen CSU-Geheimdienstes unter Leitung von Hans Christoph Schenk Freiherr von Stauffenberg einer breiten Öffentlichkeit durch das Buch von Stefanie Waske bekannt geworden. Huber selbst wurde ja dann im späteren Verlauf Präsident der bayerischen Landesbank.

Interessant ist auch, dass sich Ludwig Huber sehr oft auf Auslandsdienstreisen mit Langemann persönlich getroffen hat, so zum Beispiel in Hongkong und Montreal. Dabei sollen sie häufig auch mit dem für den BND tätigen Emile Marquise de Mistura aus Rom unterwegs gewesen sein. Kontakte gab es wohl auch mit dem BND-Agenten aus dem Vatikan, Monsignore Professor Dr. Aristide Brunello.

Dem Personalchef Rudolf Dörr fiel bereits damals auf, dass Langemann umfangreiches Material selbst kopierte, was er ziemlich merkwürdig fand. Das kopierte Material landete schließlich auch in Frankreich an der Cote d´Azur bei Frank Heigl. Darunter waren vertrauliche Analysen über Ostagenten und die Hoffmanngruppe sowie polizeiliche Lageberichte und Einsatztagebücher unmittelbar nach dem Oktoberfestattentat. Es fanden sich darunter auch Papiere zur Aktion „Alte Kameraden“, bei der ein persischer Staatssekretär aus der Schah-Zeit nach Khomeinis Machtübernahme auf Bitten des Siemenskonzerns in Sicherheit gebracht wurde. Bei dieser Aktion war federführend das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz beteiligt, obwohl es sich hier um eine überregionale Angelegenheit handelte. Bei der Hausdurchsuchung in der Villa Langemanns in Münchens Nobelvorort Grünwald entdeckte man im Keller hinter einem Heizungsofen Tagebuchnotizen und Kalender von 1958 bis 1981. Was hatte Langemann mit diesen Informationen tatsächlich beabsichtigt, die er ja offenkundig schon lange vor dem Oktoberfest-Attentat bei sich gehortet hatte? Warum traf er sich ausgerechnet mit Frank Heigl, der bereits im Ulrich Schmücker- Mordfall eine dubiose Rolle spielte (hierzu mehr in einem gesonderten Themenkomplex „Mordfall Ulrich Schmücker“); Langemann hätte das eigentlich bekannt sein können, denn der Vorfall ereignete sich bereits im Jahre 1978, als Heigl dem SPIEGEL-Redakteur Stefan Aust umfangreiches Material vom BKA-Mann Wolfgang Buggenhagen zu den Schmücker-Ermittlungen übergab, woraus schließlich das Buch „Kennwort: Hundert Blumen“ entstand. Das Material landete im Übrigen dann auch am 23. Januar 1980 auf dem Tisch von Gerhart Baum, damaliger Bundesinnenminister. Ist es dann ein Zufall, dass ausgerechnet am 30.01.1980 das Verbot der WSG-Hoffmann verfügt wurde?

Hinsichtlich des Siemenskonzerns, zuvor im Zusammenhang mit dem Untertauchen eines persischen Staatssekretärs zu Zeiten des Schahs von Persien erwähnt, gibt es dann ebenfalls eine weitere bemerkenswerte Verbindung zum BND und Langemann. Im Minderheitenbericht des Bayerischen Landestages findet sich ein Hinweis durch den Siemens-Sicherheitsbeauftragten Ulrich Bauer, dass Ludwig Huber und Langemann sich in Südfrankreich getroffen haben.
Woher weiß das ein Sicherheitsbeauftragter der Fa. Siemens?
Es könnte daran liegen, dass Ulrich Bauer selbst mal beim BND tätig gewesen ist. Vielleicht lässt sich darüber etwas im Zusammenhang mit der Lausch-Affäre Strauß/Scharnagel oder aus der besonderen Beziehung des Herrn Langemann zum Rechtsanwalt Kollmar herausfinden.
Kollmar war Inhaber mehrerer Firmen, die Geräte zur Lauschabwehr vertrieben haben. Hieraus lässt sich möglicherweise auch ein Bezugspunkt zur Hanns-Seidel-Stiftung und dem CSU-Referenten Dieter Huber ableiten. Meiner Meinung nach gehört die Hanns-Seidel-Stiftung ohnehin zum Informationsdienst des Herrn von Stauffenbergs und dürfte ähnlich strukturiert sein wie die Aginter Press um Stephano Delle Chiae.

Die Lausch-Affäre
Langemann hatte zusammen mit dem ehemaligen BND-Mann Oberst a.D. Decker, später im Jahr 1982 dann Sicherheitsbeauftragter der Fa. Siemens, Aufnahmebänder heimlich an Fernsprechgeräten von CSU-Auslandsreferenten Dieter Huber und Franz Josef Strauß verbracht.

Was war hier der Hintergrund (Dieter Huber wurde angeblich Mitte Februar 1978 entführt) bzw. in welchem Zusammenhang steht diese Aktion?
Dieter Huber war immer wieder im Ausland, insbesondere in Italien, Spanien und Südamerika, um faschistische Untergrundkämpfer aus dem Wirkungskreis von Stefano Delle Chiaie und seiner Aginter Presse im Rahmen der Stand-Behind-Armeen bzw. Gladio finanziell zu unterstützen. Strauß überbrachte gelegentlich auch selbst die Geldbeträge. Was erhoffte sich damit Strauß, wenn er sich mit solchen Kreisen einließ?
Dass es offensichtlich zu einem Lauschangriff auf Strauß gekommen war, berichtet auch Schmidt-Eenboom in seinem Buch „Der Schattenkrieger – Klaus Kinkel und der BND“, denn auch dazu hatte es bereits einen Untersuchungsausschuss gegeben, dessen Abschlussbericht im März 1980 erschien.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Zwischen Strauß und dem Chefredakteur des „Bayernkuriers“ fand am 28.09.1976 ein Gespräch statt, das offensichtlich von der Stasi aufgezeichnet wurde. Dieses Gesprächsprotokoll wurde dann an die „Süddeutsche Zeitung“ lanciert und dort auch am 14. Januar 1978 veröffentlicht. Hier kamen die Abgeordneten – wie sich später herausstellen sollte, auch zu Recht – zu dem Ergebnis, dass der BND mit der Abhöraffäre nichts zu tun hatte. Vielmehr war es eine von der Stasi initiierte Operation „Gänsebraten“, um die kurz vor dem Abschluss stehende Untersuchung zur Lockheed-Affäre noch einmal in der Öffentlichkeit anzuheizen und Strauß doch noch Bestechlichkeit bei der Beschaffung der Starfighter unter ihm als Bundesverteidigungsminister nachzuweisen. Im Juni 1982 war dann diese Aktion wieder ein Thema im Langemann-Untersuchungsausschuss, nachdem Frank P. Heigl zu den ihm von Langemann vorgelegten Unterlagen aussagen musste.

Der Sicherheitsbeauftragte im Organisationskomitee der Olympischen Spiele 1972
Gemäß den Untersuchungen des Bayerischen Landtags war Langemann während seiner Zeit im BND vor 1972 bei zwei weiteren Olympiaspielen  nachrichtendienstlich tätig. Es handelte sich hierbei um die Olympischen Spiele in Rom und Squaw Valley. Er sollte dabei Kontakte zu Teilnehmern an den Olympischen Spielen aufnehmen, „von Sportlern bis hin zu IOC-Mitgliedern“. In diesem Zusammenhang muss es zwischen Langemann und den amerikanischen Geheimdiensten zu Auseinandersetzungen gekommen sein.
Zudem war er auch auf die Weltjugendfestspiele in Wien angesetzt. Langemann selbst war es, der dann Kultusminister Ludwig Huber darum bat, auch bei der Olympiade in München eingesetzt zu werden, was sowohl der Präsident des BND, Gerd Wessel als auch der Nachfolger von Wolfgang Langkau, Kurt Weiß bestätigten. Langemann begründete dies damit, dass er als damaliger Resident in Rom das Klima nicht vertragen konnte und deswegen um eine Einsatzmöglichkeit in München bat.
Anders stellten das Saupe, Heigl und indirekt auch Kurt Weiß dar, wonach es nachrichtendienstliche Gründe für seine Herauslösung aus Rom gegeben habe, die mit einem Sicherheitsfall „Otto“ (Langemanns Enttarnung) und einen Vorfall von „schwarzen Kassen“ zu tun hatten.
Auf einem Bankkonto in der Schweiz, ausgestellt auf Langemann, befanden sich 600.000 DM, die er nicht glaubhaft erklären konnte. Kurt Weiß machte dazu keine weiteren Angaben. Jedenfalls traf es sich gut, dass Ludwig Huber als Vizepräsident des Organisationskomitees der Olympischen Spiele bereit war, Langemann mit offenen Armen aufzunehmen.
Interessant ist jedoch, dass ursprünglich geplant war, Langemann in seiner neuen Funktion als Sicherheitsberater beim Bundesministerium des Inneren oder sogar im Bundeskanzleramt selbst zu etablieren. Dies hat die Bundesregierung jedoch abgelehnt. Der Grund dürfte darin gelegen haben, dass es dem BND strikt untersagt war, im Inland Spionage zu betreiben.
Wahrscheinlich hatte man sich deswegen das Konstrukt ausgedacht, im bayerischen Kultusministerium extra eine Ministerialdirigentenstelle der Wertigkeit B6 zu schaffen, um Langemann förderlich zunächst nach B3 auf diesen Posten in der bayerischen Landesregierung einzusetzen. Sämtlicher Schriftwechsel mit der Bundesregierung hierzu wurde von Dr. Ludwig Huber selbst geführt, was sogar die zuständigen Beamten im Bundeskanzleramt verwundert hat.
Langemann bezog im Oktober 1970 ein Büro in der Bruckmannstraße in München. Drei weitere Stellen in diesem Büro wurden ausnahmslos mit weiteren BND-Mitarbeitern besetzt, darunter Dr. Erika von Bülow (DN von Cornely) und eine Frau Stöger. Die Berichte, die Langemann in der Zeit als
Sicherheitsbeauftragter des Organisationskomitees verfasst hatte, gingen nicht nur an Dr. Ludwig Huber, sondern auch an den CSU-Landesvorsitzenden Franz Josef Strauß. Wohlgemerkt – Franz Josef Strauß war zu diesem Zeitpunkt kein Ministerpräsident und hatte auch sonst keinerlei öffentliche Ämter inne, die nur im Entferntesten mit den Olympischen Spielen zu tun gehabt hatten. Daneben landeten die Berichte auch auf dem Tisch eines Abteilungsleiters im BND, der dann später Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz wurde. Es handelt sich hierbei um Dr. Richard Meier (BfV-Präsident von 1975 bis 1983).

Langemann selbst hatte ein Feriendomizil in Nizza. Der Spiegel „Nix is, nix is“ vom 26.07.1982 berichtet hierzu weiter: „Im Kultusministerium während seiner Zeit im Organisationskomitee der Olympischen Spiele zapfte er ohne Kontrolle den Haushaltstitel „wissenschaftliche Forschung und allgemeine Kulturaufgaben“ an. Eine kurze „dienstliche Versicherung“ genügte, und schon war Langemann in Rom, Zürich, Paris, Kopenhagen oder Tokio. Fast jeden Monat eine schöne Auslandsreise – „und Nizza war immer dabei“, erinnerte sich der Kultusbeamte Schnerr.“ „Langemanns „operative Kosten“ 1971: 91.254 Mark, ein Jahr später 108.491 Mark. Auch danach im Innenministerium stand Langemann neben seinen Bezügen von 9.080 Mark pro Monat ein Handgeld von jährlich 180.000 Mark zu Gebote, um „alte Kontakte auslaufen zu lassen“. Seine Begründung: „Quellen dürfen nicht ohne weiteres fallengelassen werden.““ Später nahm Langemann das Kassenwesen selbst in die Hand. Dazu der bereits genannte Spiegelartikel weiter: „Einer „Arbeitsgemeinschaft Staat und Gesellschaft“ ließ er jährlich an die 70.000 Mark überweisen. Die Gemeinschaft reichte Teilbeträge weiter, etwa an einen „Prof Dr. Johann Kinsky“. Nach einem Vergleich von Unterschriften kam der Ausschuss freilich zu dem Verdacht, dass Langemann und Kinsky „personengleich“ seien.“
Als Entgelt für eine „staatsschutzmäßige Gefährdungsdarstellung der internationalen Zusammenhänge extremistisch-terroristischer Bestrebungen“ überwies der dem „Arbeitskreis für das Studium internationaler Fragen e.V.“ jährlich bis zu 30.000 Mark. Die von Stauffenberg herausgegebene Publikation „Informationsdienst“ wurde zum Teil damit finanziert. Stauffenberg wiederum überwies an Langemann, der für seine Informationen Bares sehen wollte, jahrelang monatliche Beträge von 5.000 bis 6.000 Mark, insgesamt schätzungsweise 300.000 Mark. Er bediente sich auch dreier Tarnkonten bei Münchner Geldinstituten mit Geld aus dem Staatsschutzetat.
So wurden dem Untersuchungsausschuss einige Transaktionen bekannt, deren Herkunft jedoch im Dunkeln geblieben war. Da wurde zum Beispiel eine Woche nach einer Illustrierten-Veröffentlichung über die Schießerei der Münchner Polizei auf Rechtsradikale in der Putzbrunner Straße unter dem Decknamen „Davis Rothschild“ 4.000 Mark auf ein Konto überwiesen. Das alles wurde von der bayerischen Staatskanzlei geduldet, wenn nicht sogar gefördert. Ex-Innenminister Alfred Seidl, in dessen Anwaltskanzlei auch Langemann-Anwalt Martin Amelung saß, erhielt ebenfalls das Papier, in dem der Langemann-Agent „Petrus“ auf 13 Seiten über die Notwendigkeit einer bayerischen Terroristenabwehr schwadronierte.
1977 stellte Langemann Franz Josef Strauß einen Mann namens Raoul Matalon persönlich vor, der für 100.000 Mark vor einem hochrangigen KGB warnen wollte. (Quelle: Spiegel vom 26.07.1982 „Nix is´, nix is´“).
Weitergehende Ausführungen zu Langemanns Finanzgebaren während dieser Zeit finden sich im Minderheitenbericht des Bayerischen Landtags (Drucksache 09/13012 vom 10.09.1982).

Verfassungsschutz durch Öffentlichkeitsarbeit a la Langemann
Nach seiner Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter im Organisationskomitee wusste man nicht, wohin mit Langemann. Die Bundesregierung hatte bereits eine Rückübernahme von Langemann in den Bundesdienst abgelehnt und Alfons Goppel, der damalige Ministerpräsident von Bayern, wollte Langemann nicht in der Staatskanzlei haben. Man kam dann auf Bitten von Ludwig Huber überein, Langemann in das Innenministerium zu versetzen. Bruno Merk musste sich dieser Entscheidung widerwillig beugen. In einem Punkt konnte er sich aber durchsetzen – Langemann nicht als Präsident des Landesamt für Verfassungsschutz einzusetzen. Die Stelle wäre zwar frei geworden, weil Dr. Ziegler nach Vorstellung Merks und Goppel neuer Polizeipräsident werden sollte, aber Merk und Goppel argumentierten damit, dass Langemann als Nachfolger sowohl die gesamte Agentenführung als auch die Aufklärungsarbeit in einer Hand gehabt hätte. Außerdem wurde von Strauß und dem CSU-Freundeskreis als neuer Polizeipräsident ein gewisser Krampol favorisiert, der letztendlich auch den Zuschlag bekommen hatte. Dr. Ziegler blieb weiterhin LfV-Präsident und deswegen wurde Langemann mit Wirkung zum 01. November 1972 zum Leiter des Staatsschutzes bestimmt und gleich mal nach B6 befördert, ebenfalls von Ludwig Huber durchgesetzt. Langemann selbst blieb noch bis April 1973 in seinem Büro in der Bruckmannstraße, bevor er ins Innenministerium am Odeonsplatz einzog.

Am 26.09.1977 sprach Langemann bei dem damaligen Staatssekretär im Innenministerium, später Oberbürgermeister von München, Erich Kiesl vor, um die Genehmigung für sein Projekt „Verfassungsschutz durch Öffentlichkeitsarbeit“ zu bekommen, worin er auch erfolgreich war. Ihm wurde zugestanden, QUICK-Kontakte herzustellen. Er fand sie in Paul Limbach, Bonner Korrespondent von QUICK sowie Heiner Emde.
Der eigentliche Skandal des Geheimnisverrates um Langemann wurde jedoch mit einem Manuskript „Abraham Lincoln Katzenschlossers Junior von A-Z erlogenes geheimes Tagebuch“ eingeleitet, in dem er seine langjährigen Erlebnisse im BND beschrieb. Über den Münchner Verleger und Literaturagenten Josef v. Ferenczy wurde er mit dem Ex-Polizisten Frank P. Heigl bekannt gemacht, den er als Co-Autor gewinnen konnte.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass mehrere Zeugen vor dem Untersuchungsausschuss übereinstimmend bestätigt haben, dass Langemann des Öfteren selbst Fotokopien von diversen Unterlagen gezogen hat. Über deren Inhalte konnten sie aber keine Aussagen machen (Zeugenaussagen Karl Krampol, Otto Popp, Josef Beck, Ursula Baronner und Ilse Kornberger).
Fakt ist aber, dass danach eine Vielzahl von als Verschlusssachen eingestufte Unterlagen aus dem bayerischen Innenministerium außerhalb des Behördenbereichs aufgetaucht sind. Kurz nach seiner Verhaftung, im April 1982 tauchten bei verschiedenen Zeitungsredaktionen diverse Geheimpapiere und Dossiers aus der Hinterlassenschaft des Langemanns auf.
Die Zeitungsredaktionen scheuten sich allerdings, dieses brisante Material zu veröffentlichen. Lediglich ein Fall daraus wurde zwangsweise durch die eigene Dummheit bekannt, wonach der bayerische Landtagspräsident Franz Heubl schwarz mit exotischen Kostbarkeiten aus Bali und Bangkok (Schmuck-Schmuggel) gehandelt haben soll. Heubl fühlte sich brüskiert und gab vor dem Landtag eine Rechtfertigung ab, die den Wahrheitsgehalt des Inhalts dieser Papiere eher bestätigte.
Des Weiteren kursierte im Landtag ein mysteriöser Brief, aus dem hervorgeht, mit welchen Kontaktpersonen aus Politik, Presse und Geheimdiensten Langemann Informationen austauschte.
Konkret-Redakteur Manfred Bissinger legte dem Ausschuss selbst Unterlagen zum Fall Simon Goldenberg (siehe weitere Ausführungen in Teil 8) sowie dem Gespräch zwischen dem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß und dem ehemaligen BND-Agenten Raoul Matalon vor.
Viel interessanter ist allerdings, dass sich unter diesen Unterlagen auch eine VS-eingestufte Vormerkung des Dr. Langemann vom 22. November 1977 an das Ministerbüro befand, die sich mit rechtsextremistischen Gruppierungen in Deutschland sowie deren Steuerung und Unterwanderung durch die STASI befasste. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass eine „gesicherte Erkenntnis über Einschleusung zur Initiierung neonazistischer Handlungen nicht vorliegen.“
Es fanden sich ebenfalls Unterlagen vom 14.02.1978 zur Entführung des CSU-Referenten Dieter Huber und das Polizei-Tagebuch zur Schleyer-Entführung genauso wie Unterlagen zu den DDR-Überläufern Stiller und Rauschenbach vor. Daneben musste Langemann nach Aussage von Heigl noch im Besitz von vielen Observationsfotos gewesen sein, die ihm (Heigl) aber nicht mehr ausgehändigt werden konnten. Das ganze Ausmaß geht ebenfalls aus dem Minderheitenbericht des Bayerischen Landtags, Drucksache 09/13012 vom 10.09.1982 hervor.

Spannend wird es jedoch, als es um die so genannten „Petrus-Paulus-Papiere“ aus dem Jahr 1977 gegangen ist. Sie beinhalten Vormerkungen und Aufzeichnungen von Langemann, aus denen hervorgeht, dass ihn seine langjährige Quelle „Petrus“ über geplante Aktionen im Bereich des internationalen Terrorismus informiert hatte. „Diese Planungen gingen von einer im arabischen Raum angesiedelten Aktionsgruppe aus. Diese Aktionsgruppe werde von KGB, aber auch von Geheimnisträgern in den europäischen Ländern mit Erkenntnismaterial aus nahezu sämtlichen europäischen Sicherheitsbehörden gespeist“, so der Minderheitenbericht vom Bayerischen Landtag 09/13012. Deswegen dürften die vorliegenden Informationen auf keinen Fall den deutschen Sicherheitsbehörden, insbesondere BND, BKA und BfV vorgelegt werden. Offensichtlich gab es auch weitere Treffen mit „Petrus“ in Wien. Aus diesen Treffberichten gehen Klarnamen der Mitglieder dieser besagten Aktionsgruppe hervor.

„Für alle Seiten unangenehm“, so ein BND-Mann, könnten auch Langemanns Kenntnisse über alle vom BND betreuten Waffengeschäfte der damaligen Zeit werden, bis hin zum geheimnisvollen Fall des Pöckinger Arztes Dr. Otto Praun, der 1960 zusammen mit seiner Haushälterin Elfriede Kloo ermordet wurde – laut rechtskräftigem Urteil von Vera Brühne und einem Komplizen (siehe Spiegelartikel Nr. 12/1982 „Asse im Ärmel“).
Dazu ist anzumerken, dass auch im Minderheitenbericht des Bayerischen Landtags vom 10.09.1982, Drucksache 09/13012 darauf eingegangen wird.
Heigl sagte dort aus, dass Langemann „augenfälligen Kontakt zur Waffenhändlerbranche besessen“ habe. U. a habe er end-use-certificates aus der Dritten Welt besorgt. Daneben soll seitens Langemann der Versuch bestanden haben, ihn (Heigl) zur Überwachung des Nürnberger Waffenherstellers Karl Diehl zu bewegen, was er aber abgelehnt habe.

Schmidt-Eenboom fasst es in seinem Buch „Der Schattenkrieger – Klaus Kinkel und der BND“ treffend zusammen:

„Langemann, bis 1973 und über 13 Jahre hinweg in einer operativen Schlüsselstellung beim BND und anschließend oberster bayerischer Staatsschützer, hatte 1981 einigen Journalisten und Medien nicht nur seinen Schlüsselroman, in dem er mit dem BND abrechnen wollte, sondern auch zahllose Geheimdokumente zur »Operation EVA« überlassen.“
Zu dem Ergebnis kam auch der Minderheitenbericht. Schmidt-Eenboom zeigt aber noch eine andere interessante Komponente auf.
Offensichtlich wurde selbst der BND von Langemann hinters Licht geführt. Das musste Kinkel vor dem Untersuchungsausschuss zugeben, nachdem er gefragt worden war, wieso dieses Buch überhaupt in dieser Form erscheinen konnte, wenn Langemann sein Manuskript dem BND zur Prüfung vorgelegt hatte.
Langemann hatte dieses Manuskript nicht explizit als sein eigenes Werk bezeichnet, sondern lediglich den Hinweis gegeben, dass er dieses Pamphlet über eine BND-Quelle im Vatikan erhalten habe und der STERN beabsichtige, das zu veröffentlichen. Der BND hatte damals dringend davon abgeraten. Schmidt-Eenboom vermutet deswegen eine Intrige „aus dem Hause von Gerold Tandler gegen den BND“.

Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn man bedenkt, dass bei der Durchsuchung in Langemanns Büro Dokumente und Unterlagen und in seiner Villa 18 Tagebücher und Ringhefter gefunden wurden, die Kinkel nicht zu sehen bekam. Selbst die Herausgabe der Unterlagen, welche den BND betrafen, konnte Kinkel nicht gerichtlich erzwingen.

Langemann wurde im März 1982 nach der Konkret-Veröffentlichung kurzzeitig verhaftet, aber bald wieder aus gesundheitlichen Gründen (wegen unkontrolliertem Gesichtszucken und Depression) freigelassen. Wieso wurde er trotz der Schwere seines Vergehens in punkto Landes- und Geheimnisverrates so pfleglich behandelt? Was ist eigentlich jetzt aus Langemann geworden?

In den Kapiteln „Das politische Umfeld“, „Die Rolle der deutschen Geheimdienste und Sicherheitsbehörden“ und „Die ausländischen Verbindungen und Beziehungen“ werden dann die Aktivitäten eines Herrn Langemann weiter betrachtet.

Weiter mit Teil 5

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